Oswald Hirschfeld Lauf (Update)

Zum zweiten Mal stand ich beim OH-Lauf am Start. Letztes Jahr war schön warmes Wetter, die Sonne brannte und man war froh um jeden Tropfen Wasser. Früh aufgestanden hatte ich bei Dauerregen keine Lust meine Startnummer bereits morgens abzuholen. Der Lauf ist nur einen Kilometer von mir entfernt und deckt den Großteil meiner Hausrunde ab.

Der Regen wollte auch trotz Wartepause nicht aufhören, weswegen ich dann irgendwann doch die Wohnung verlassen musste. Nach langer Zeit mal wieder in Regenjacke joggte ich Richtung Veranstaltung. Startnummer abholen, befestigen und noch ein paar Minuten warten, bis es los geht. Dieses Jahr ohne Wartepause ging es auf eine neue Streckenführung mit Wendestelle. Ich liebe eher schön konstruierte Runden, wo hingegen wir 5km zurücklegten, um diese wieder zurückzulaufen. Für den Veranstalter einfacher, wirkt es nicht sonderlich kreativ. Ansonsten gab es wirklich nicht viel zu meckern.

Zuhause hatte ich nach meinem Forerunner geschaut, der nach der Radtour noch nicht aufgeladen war. Dumm gelaufen. Aber ohne Pulsinformation ist ein Lauf dann doch suboptimal. Also alte Polar rausgekramt und den Lauf ohne Zeitnahme nur nach Puls gelaufen.

3 – 2 – 1 und der Lauf geht los, so weit vorne bin ich selten gestartet, hatte mich aber gut einsortiert, da ich zwar etwas den Anschluss verlor, aber von hinten auch nur wenig passierte. Den Effekt hatte ich schon im letzten Jahr. Der Lauf ist nicht groß genug, um Bewegung im Feld zu haben. Hat man sein Tempo gefunden, so bleibt es ruhig. 3km passierte nichts, die Führungsgruppe mit ca. 30 Läufern zerfiel und die Dreiergruppe vor mir, war ca. 100m entfernt. Nicht viel näher, nicht viel weiter, aber zum Rankommen hätte ich an ein Limit gehen müssen. Das Limit war dieses Mal gut dosiert. Im Gegensatz zum 10 Kilometerlauf in Leverkusen kam keinerlei Einbruch. Der Puls blieb sehr stabil bei rund 183, was ca. 95% Maximalpuls ist und zeigt, wie sehr ich am Limit war. Nach 2km dann noch eine Überholung einer zu schnellen Zweiergruppe. Dranbleiben war nicht, also normales Tempo weiter. Nach 4km überholte ich dann selber noch eine Läuferin, die einen kleinen Einbruch hatte. Das war es dann auch im Prinzip schon für die nächsten 5km. Durch den Wendepunkt sah mal alle Läufer, aber eher wie eine weiter Perlenkette, anstatt in Pulks zu laufen.

Der Puls blieb stabil und so langsam wünschte ich mir dann auch das Ende entgegen. So nah am Limit ist es schon mehr Kampf als lockeres Laufen lassen. Beschleunigen war auch nicht drin, wobei ich auch wenig an Tempo verlor. Ein Läufer, der über 4km an den Fersen hing, lies an der Versorgungsstelle Zeit liegen, die ich nicht opfern wollte. Wasser gab es bereits genug. Von oben sowie von unten, da die Strecke zum Großteil über eine Art Wanderwege geht. 700m vor dem Ziel kam dann doch noch ein Läufer ran, dessen Tempo ich aber halten wollte. Klappte auch ganz gut, wobei sein Anzug 100m vor dem Ziel meinen Zusammenbruch bedeutete und ich ihn gehen lassen musste. Die 100m waren dann noch mal recht hart, aber auch nur 100m. Ziel – zu Luft kommen und natürlich wieder mal vergessen meine Zeit zu stoppen. 44 Minuten und 10 Sekunden zeigte die Anzeige, wobei es noch eine 43er Zeit sein sollte. Ergebnisse sind noch nicht raus, aber ich habe schon mal meine Run History aktualisiert.

Im Ziel angekommen wurde mir persönlich ein Becher überreicht. Wirklich sehr herzlich und familiär gab es Wasser, Salzstangen, Rosinen und Obst. Während ich noch im Gespräch war, wurde mir sogar noch Wasser nachgeschenkt. Ein Dank geht hier an die gute Veranstaltung und dessen Helfer.

Beim Anblick der Beine merkte ich, wie versaut ich war. Freitag war ja schon schlimm, aber die Beine waren vorne und hinten fast schwarz. Seltsamerweise waren nicht alle Läufer so versaut. Ob es nun für oder gegen meinen Laufstil spricht, möchte ich hier nicht genauer analysieren. Auf jeden Fall konnte ich zuhause erst mal wieder hinter mir herwischen und direkt die Waschmaschine anwerfen. In der dreht sich jetzt gerade mein 5€-Schein, den ich für Notfälle oder Essen mitgenommen hatte. Die waren doch wasserfest, oder? ODER?

Update
Nach einigen Tagen ist es auch dann soweit. Die Ergebnisse des Laufs sind da und scheinen sogar zu stimmen.
Fakten:

  • Platz 29 von 154 Startern
  • Zeit: 43 Minuten und 53 Sekunden
  • Leider keinen Forerunner dabei gehabt und somit keine Pulsaufzeichnung
  • 5€-Schein ist wasserfest, getrocknet und auch erfolgreich wieder ausgegeben

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