Der Lauf hat eigentlich schon gestern begonnen, denn um den heutigen morgen möglichst entspannt anzugehen, wollte ich mich schon mal anmelden. Leider war die Anmeldung nicht wie im letzten Jahr in Mülheim, sondern in den Köln Arkaden in Kalk. Also eine Reihe Erledigungen mit in die Stadt genommen und danach noch nach Kalk rüber. Hier durfte mit mir iPhone mal wieder den Nachmittag retten. Jedes Mal braucht man diese verdammte Nummer des eigenen Champion-Chips. Der liegt fröhlich zuhause im Schrank und kommt gar nicht auf die Idee, seine Nummer preis zu geben. Dank der E-Mail-Suche kam ich dann auf die Mail mit den Anmeldedaten für den Köln Marathon und konnte dort die Nummer entnehmen. Ansonsten wäre der ganze Ausflug umsonst gewesen. Glück gehabt, denn das hätte mich richtig geärgert.
Es gab mal wieder eine volle Tüte voller Altpapier. So fast, denn es liegen immer eine Menge Werbeflyer drin, was es unmöglich macht diese Tüte vor dem Start zu holen, ohne seine Tasche irgendwo nachher zu deponieren. Die Anmeldegebühren fand ich für einen Halbmarathon recht saftig, aber ist eben Köln. Die Werbe-Gummibärchen natürlich direkt mal gegessen, habe ich mir den enthaltenen Traubenzucker für heute aufgespart, aber nicht benötigt.
Der Lauf startete mit 8:45 Uhr erfreulich früh, weswegen ich fast nüchtern zum Start konnte. Noch ein Brot mit Honig gegessen und dann schon in fertiger Laufmontur um kurz nach halb acht zur Bahn.
Vielleicht interessant ist, was ich alles für so einen Lauf benötige/mitschleppe:
- bekanntes Shirt (damit es nicht scheuert und nicht das Lieblingsshirt, da es von den Sicherheitsnadeln zerstochen wird)
- Startnummer
- 4 Sicherheitsnadeln (habe es mit einem Startnummernband probiert, aber das lässt das T-Shirt rutschen und hängt irgendwann drunter. Auf Dauer sehr nervig)
- Hose mit Innentasche und Außentaschen
- bekannte Laufsocken (auf langen Trainingseinheiten ausprobieren)
- was bekanntes für unter die Hose (nein, beim Laufen nicht als Schotte)
- Laufschuhe
- Champion-Chip am Band für das Fußgelenk (dann drückt der Sensor nicht irgendwo auf den Schuh)
- Forerunner 305 (geladen) mit Pulsband
- Schlüssel entweder in Hose oder in Schuhtasche (bei mehr Schlüsseln in Taschentüchern gepolstert, damit es nicht klappert)
- Bahnkarte, wer weiß ob die KVB kontrollieren will (passt zum Glück in die Innentasche)
- Notgroschen, diesmal in Form eines 10€ Scheins (niemals vergessen, auch nicht im Training, für Getränke oder andere Notfälle)
- Falls die Strecke unter 10km ist auch ein Schweißband für den Arm, aber beim Halbmarathon ist es irgendwann nass und schwer. Somit blieb es im Schrank.
Letztes Jahr bin ich mit dem Fahrrad zum Lauf. Warum auch immer, das wird mein mir unbekanntes Geheimnis bleiben. Mit genügend Vorlauf zur Haltestelle und auf die 13 gewartet. Pünktlich ging es dann zum Lauf, um dort noch 45min Zeit zu haben. Von meinem Triathlonverein sollte es zumindest noch zwei andere Starter geben, also kurz über den Wiener Platz, um sie dann auch recht direkt anzutreffen. Nach etwas Smalltalk ging es dann zum leichten Aufwärmen, bei dem ich mich selber schon immer etwas frei laufe. Also nicht einfach nur traben, sondern ruhig mal die Fersen fliegen lasse. Schließlich schlurfe ich beim Lauf auch nicht und gewöhne die Muskeln schon mal auf das was dann folgt. 15min vorm Start geht es dann normalerweise in die Aufstellung. Heute waren wir etwas später dran und ich habe mich dann einfach über das Gitter in den Startblock gestellt, da dieser bereits von hinten voll war. Das aber bitte nur tun, wenn man weiß, dass man mindestens das Tempo der umgebenden Läufer hat. Hier sollte fair vor gelten und wenn man gemütlich loslaufen will, hat man in den beiden vorderen Dritteln einfach nichts verloren. Hier geht es um Sekunden und ein Hindernisslauf auf dem ersten Kilometer ist für alle gefährlich. Noch 5min bis zum Start und dank des Small Talks war ich noch etwas von dem Laufgeschehen abgelenkt und mein Puls erfreulich niedrig. Gerade bei Wettkämpfen kann ich hier viel Vorspannung aufbauen und habe dann im Stand schon mal 40 Pulsschläge mehr als üblich. Das ist gar nicht gut, aber oft nicht zu ändern. Heute also mit recht ruhigem Puls die letzten 10 Sekunden runtergezählt, um dann bis zur Startlinie zu trotten. Doch noch zu weit hinten eingereiht, denn es ging um mich herum gemächlich los. Also mit doppeltem Tempo schnell in bessere Tempobereiche vordringen. Das klappt in letzter Zeit ganz gut und der Puls geht dann nach kleinen Zwischensprints am Anfang auch wieder runter. Die Strecke fand ich letzter Jahr bei miesem Wetter nicht besonders und der Eindruck bestätigte sich eigentlich wieder. Ich mag sie nicht besonders, Ort – Autobahnbrücken – Feld – Ort – Feld – …
Aber ich kam gut in den Lauf und konnte bei konstanten Pulswerten richtig gut drücken. Die Kilometer flogen vorbei wie nur selten – 5 – 6 – 7 – 8 – 9. Schon seltsam, normalerweise zieht sich das mehr und man denkt mehr über die noch vor einem liegende Strecke nach. Gerade wenn man im Training nicht so schnell unterwegs ist, können 10km schon ganz schön lang werden. Heute war dem nicht so und meine Uhr zeigte bei 10km recht genau 44min an (ob die Uhr aber so genau gestartet war, weiß ich nicht). Es lief sehr gut und ich konnte gerade in der ersten Hälfte eine Menge Läufer überholen. Das ist der Vorteil, wenn man etwas weiter hinten startet, weil der mentale Effekt besser ist. Man ist in Bewegung und überholt, anstatt konstant an Fersen zu hängen oder selber überholt zu werden. Bei der zweiten Trinkgelegenheit büßte ich etwas Zeit ein, denn eine zuvor überholte Gruppe fing mich wieder auf. Das war aber recht schnell überstanden und es ging in gewohntem Tempo weiter. Heute gab es dabei nicht nur Wasser, sondern auch Isodrink und Schwämme. Ab dem zweiten Stand nahm ich dann auch das Isogetränk mit, wobei die Aufnahme schwierig ist und somit nur minimale Mengen getrunken werden. Beim dritten Getränkestand erwischte es mich dann. Isodrink und Wasser getrunken und plötzlich lief es nicht mehr so rund. Somit beißen, um nicht vollständig einzubrechen. Es dauerte bestimmt einen Kilometer, bis es wieder gut ging. Ab da war ich mit dem Trinken vorsichtig, denn das schien mir heute nicht so gut zu bekommen. Allerdings nutze ich ab da die Schwämme, die wirklich klasse sind. Ein frisches Gesicht tut gut und der Schwamm hält länger als so ein Wasserbecher. Die letzten vier Kilometer der Strecke waren die Gleichen wie am Anfang und so wusste man, was einen erwartet. Nachdem ich noch einen Läufer schluckte, merkte ich einen Leistungsknick. Es ging nicht mehr viel, wobei ich versuchte nicht viel am Tempo einzubüßen. Andere hatten sich das Rennen besser eingeteilt und es zogen auf den letzten 2 Kilometern bestimmt noch 10 Läufer an mir vorbei. Aber es war nichts zu machen, nicht weiter einbrechen und den Puls nicht vollkommen in den Himmel schießen war das Motto. Das kann man immer noch auf dem letzten Kilometer, aber bitte nicht so weit vorm Ziel. Mit Gedanken und angeschlagener Psyche also in den Park, um die letzten Meter anzugehen. Hier noch mal gut gezogen, was ich nachher auch auf der Auswertung sehen konnte. Fertig wie selten kam ich im Ziel an, wo mir direkt eine Medaille übergestreift wurde. Ein Blick auf die Uhr zeigte 1:34:?h und ich war happy. Leider ist die offizielle Zeitnehmung mit 1:35:32 um eine gesamte Minute langsamer als die gestoppte Zeit mit der Forerunner. Dabei habe ich eigentlich recht genau bei den Matten gestoppt. Seltsam. Angestrebt war eine Zeit unter 1:40h und super wäre unter 1:35h gewesen. Somit lag ich voll im Soll.
Der Zielbereich war gut gefüllt und mit Bionade und alkoholfreiem Weizenbier konnte sich der Körper wieder erholen. Da ich nicht wusste, wann die anderen ins Ziel kamen, machte ich mich nach einer kurzen Sitzpause auf den Weg zurück zur Strecke. Wie sich herausstellte, waren zwei andere aus dem Verein auch in unmittelbarer Nähe meiner Zielzeit gewesen. Gemeinsam warteten wir dann auf den letzten Teilnehmer aus dem Verein.
Fazit:
Der Lauf war gut organisiert und startete auch pünktlich. Im letzten Jahr war der Start aufgrund der hohen Anzahl an Nachmeldern um eine halbe Stunde verschoben worden. Das war wirklich sehr bitter, denn man richtet z.B. auch seine Ernährung danach. Heute also alles problemlos und auch die Strecke war super ausgestattet und mit vielen Helfern versehen. Die Getränkestände waren sehr problemlos und ich konnte auch direkt alle Becher erfassen (im Gegensatz zu Rodenkirchen). Leider fehlte mir etwas Stimmung auf der Strecke. Es gab ein paar interessierte Anwohner aber wenig echte Fangruppen die Stimmung machten. Dem konnten auch die Sambagruppen nicht viel helfen, die ich heute aufgrund des eigenen Tempos nicht so genießen konnte. Aachen war schneller und hat (bei gutem Wetter) mehr Stimmung zu bieten. Gut war es trotzdem und von mir aus praktisch zu erreichen.
Hier noch die Strecke:
Daten:
- Zeit: 1:35:32 (1:36:00 Brutto)
- Pace: 4:30min (13,35km/h)
- Platz: 156 (AK M20: Platz 20) von 1104
- Temperatur: 21° mit einiger Luftfeuchtigkeit, aber trocken
- Puls: 176 im Durchschnitt






