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21 Mai 2009

Kölner Nachtlauf

Geschrieben von um 8:37 Uhr

Diesmal Mittwoch, nur drei Tage nach dem letzten Wettkampf steht der nächste Lauf auf dem Programm. Dem Kölner Nachtlauf eilt sein guter Ruf voraus, dem auch der Veranstalter ASV in nichts nachsteht.

Nach dem Arbeitstag nach hause und kurz etwas essen und ausruhen. Der Lauf startete um 21.15 Uhr, wobei die Unterlagen bis 20.30 Uhr abgeholt sein sollten. Also nicht allzu lange warten und ab in die S11 Richtung Köln Deutz. Am Tanzbrunnen empfing mich dann bereits eine Masse an Läufern, wobei die aufgestellten Orientierungsschilder vorbildlich waren. Man merkt, dass dieser Lauf nicht zum ersten Mal veranstaltet wurde.

Also Unterlagen besorgt, kurz umgezogen und mit Forerunner verkabelt. Tasche dann auf der Bühne abgegeben und etwas warmgelaufen. Natürlich noch viel zu früh, aber bei 10km muss man nicht so stark mit den Kräften haushalten. 3000 Läufer sollten am Start stehen und da es keine Startblocks gab, füllte sich die Startkurve im Tanzbrunnen bereits sehr früh. Da ich schon gerne auf Tempo laufen wollte, reihte ich mich einigermaßen weit vorne ein ohne in direkter Nähe zu den Spitzenläufern zu sein. Sehr gut, jetzt nur noch 25min auf der Stelle stehen, bis es losgeht. Die Stimmung im Feld war gut und aufgrund der vielen Freizeitläufer war auch die Stimmung hervorragend.

Klatschend wird runtergezählt: 10 – 9 – 8 – 7 – 6 – 5 – 4 – 3 – 2 – 1, angehen, stehen, anlaufen, stehen, Startlinie und los gehts. Uff, alles voll und keine Möglichkeit Gas zu geben. Also im Zickzack und Höllentempo an den ersten Gruppen vorbei. Wieder stoppen, wieder Sprint und dann geht es endlich auf die Deutzer Rheinpromenade, wo ich in mein Lauftempo fallen kann. Der erste Kilometer mit 4:12 zeigt, wie viele Sprints ich gemacht haben muss. Zum Glück bin ich nicht weiter hinten gestartet, da ich ansonsten Ewigkeiten gebraucht hätte, um in mein Tempo zu kommen. Im Gegensatz zum Lauf am Sonntag waren genügend Läufer unterwegs, um immer Platzierungen gut zu machen und zu verlieren. Das motiviert und hält die Spannung bis zum Ende hoch. Weiter geht es Richtung Deutzer Brücke, ein paar Stufen hoch, über die Deutzer Brücke und schon biege ich vor dem Heumarkt ab Richtung Rheinpromenade. Die Stimmung ist gut und die Strecke von Zuschauern gesäumt. Die Hohenzollernbrücke kommt näher, wobei vorher noch etliche Stufen bezwungen werden müssen. Diese sprinte ich hoch und gewinne mal eben so 10 Plätze. Über die Brücke und auf der Deutzer Seite jetzt links hinter der Messe vorbei. Schon endet die erste Runde im Tanzbrunnen und 5km sind noch nie so schnell verflogen. Vom Tempo habe ich nicht alles riskiert und fühle mich super. Wo ich beim letzten 10km Lauf noch dachte: uff, weitere 5km schuften und den Puls auf dem Level halten, freute ich mich diesmal auf die nächste Runde. Mit noch mehr Elan ging es dann in einigen Kurven zum Rheinufer runter. Hier machte sich die gute Aufteilung der Kräfte bemerkbar, denn ich konnte einige Läufer schlucken. An den Steigungen machte ich wie immer die meisten Plätze gut und hatte mit ein paar Läufern eine schöne Abwechslung, da mich diese wieder auf den flachen Stücken einholten. An der Ecke zwischen Heumarkt und Rhein feuerte mich dann plötzlich meine Laufpartnerin und ihr Freund an, mit denen ich gar nicht gerechnet hatte. Da fühlte ich mich immer noch gut und konnte das Tempo etwas verschärfen. Nach der doch lockeren ersten Runde hatte ich eigentlich gar keine Bestzeit mehr im Auge, aber da ging noch was. Also am Rheinufer weiter Gas gegeben, die Treppen zum Museum Ludwig wieder hochgesprintet und wieder einige Läufer zurück gelassen. Auf der Hohenzollernbrücke dann weiter Gas gegeben und noch 2-3 Läufer geschluckt. Von hinten näherten sich ein paar Läufer mit höherem Tempo, das ich aber halten konnte. Unten auf der Deutzer Seite angekommen konnte ich sie weiter hinter mir halten und wusste, dass es nicht mehr weit bis zum Ziel ist. Weiter beschleunigt und die nächsten Läufer überholt. 10km Schild und da die Strecke 10,6km lang sein sollte wusste ich: jetzt kann ich alles geben. Beine in die Hand genommen und im halben Sprint Richtung Tanzbrunnen abgebogen. Vorbei an den nächsten Läufern kam das Ziel in Sichtweite. Mittlerweile im Sprint nahm einer der überholten Läufer noch mal Tempo auf, was ich aber mit Pulsfrequenz von 190 noch parierte.

Ziel: glücklich, unglaublich schnell (neue persönliche Bestzeit) und kaum erschöpft nahm ich mir etwas zu trinken und bediente mich dann am leckeren Obst. Mit einer Pace von 4:18 habe ich noch mal 10 Sekunden pro Kilometer auf die Zeit vom Osterlauf in Ofden draufgepackt. Der Lauf ging so schnell vorbei, dass ich hier gerne auch einen Halbmarathon gelaufen wäre. So viel Abwechslung durch Rheinpromenade, Brücken und Treppen haben es zu meinen schönsten Lauf im bisherigen Jahr gemacht.

Nach dem Lauf gönnte ich mir dann noch zwei Kölsch auf der After-Run Party und machte mich später auf den Weg Richtung Deutzer Bahnhof.

Fakten:

Rund 2500 Läufer in der Wertung.

Gesamtplatz: 98

Kilometer: 10,6

Zeit: 45:52

Pace: 4:18

Puls: 181/max. Puls: 190

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17 Mai 2009

Oswald Hirschfeld Lauf (Update)

Geschrieben von um 15:52 Uhr

Zum zweiten Mal stand ich beim OH-Lauf am Start. Letztes Jahr war schön warmes Wetter, die Sonne brannte und man war froh um jeden Tropfen Wasser. Früh aufgestanden hatte ich bei Dauerregen keine Lust meine Startnummer bereits morgens abzuholen. Der Lauf ist nur einen Kilometer von mir entfernt und deckt den Großteil meiner Hausrunde ab.

Der Regen wollte auch trotz Wartepause nicht aufhören, weswegen ich dann irgendwann doch die Wohnung verlassen musste. Nach langer Zeit mal wieder in Regenjacke joggte ich Richtung Veranstaltung. Startnummer abholen, befestigen und noch ein paar Minuten warten, bis es los geht. Dieses Jahr ohne Wartepause ging es auf eine neue Streckenführung mit Wendestelle. Ich liebe eher schön konstruierte Runden, wo hingegen wir 5km zurücklegten, um diese wieder zurückzulaufen. Für den Veranstalter einfacher, wirkt es nicht sonderlich kreativ. Ansonsten gab es wirklich nicht viel zu meckern.

Zuhause hatte ich nach meinem Forerunner geschaut, der nach der Radtour noch nicht aufgeladen war. Dumm gelaufen. Aber ohne Pulsinformation ist ein Lauf dann doch suboptimal. Also alte Polar rausgekramt und den Lauf ohne Zeitnahme nur nach Puls gelaufen.

3 – 2 – 1 und der Lauf geht los, so weit vorne bin ich selten gestartet, hatte mich aber gut einsortiert, da ich zwar etwas den Anschluss verlor, aber von hinten auch nur wenig passierte. Den Effekt hatte ich schon im letzten Jahr. Der Lauf ist nicht groß genug, um Bewegung im Feld zu haben. Hat man sein Tempo gefunden, so bleibt es ruhig. 3km passierte nichts, die Führungsgruppe mit ca. 30 Läufern zerfiel und die Dreiergruppe vor mir, war ca. 100m entfernt. Nicht viel näher, nicht viel weiter, aber zum Rankommen hätte ich an ein Limit gehen müssen. Das Limit war dieses Mal gut dosiert. Im Gegensatz zum 10 Kilometerlauf in Leverkusen kam keinerlei Einbruch. Der Puls blieb sehr stabil bei rund 183, was ca. 95% Maximalpuls ist und zeigt, wie sehr ich am Limit war. Nach 2km dann noch eine Überholung einer zu schnellen Zweiergruppe. Dranbleiben war nicht, also normales Tempo weiter. Nach 4km überholte ich dann selber noch eine Läuferin, die einen kleinen Einbruch hatte. Das war es dann auch im Prinzip schon für die nächsten 5km. Durch den Wendepunkt sah mal alle Läufer, aber eher wie eine weiter Perlenkette, anstatt in Pulks zu laufen.

Der Puls blieb stabil und so langsam wünschte ich mir dann auch das Ende entgegen. So nah am Limit ist es schon mehr Kampf als lockeres Laufen lassen. Beschleunigen war auch nicht drin, wobei ich auch wenig an Tempo verlor. Ein Läufer, der über 4km an den Fersen hing, lies an der Versorgungsstelle Zeit liegen, die ich nicht opfern wollte. Wasser gab es bereits genug. Von oben sowie von unten, da die Strecke zum Großteil über eine Art Wanderwege geht. 700m vor dem Ziel kam dann doch noch ein Läufer ran, dessen Tempo ich aber halten wollte. Klappte auch ganz gut, wobei sein Anzug 100m vor dem Ziel meinen Zusammenbruch bedeutete und ich ihn gehen lassen musste. Die 100m waren dann noch mal recht hart, aber auch nur 100m. Ziel – zu Luft kommen und natürlich wieder mal vergessen meine Zeit zu stoppen. 44 Minuten und 10 Sekunden zeigte die Anzeige, wobei es noch eine 43er Zeit sein sollte. Ergebnisse sind noch nicht raus, aber ich habe schon mal meine Run History aktualisiert.

Im Ziel angekommen wurde mir persönlich ein Becher überreicht. Wirklich sehr herzlich und familiär gab es Wasser, Salzstangen, Rosinen und Obst. Während ich noch im Gespräch war, wurde mir sogar noch Wasser nachgeschenkt. Ein Dank geht hier an die gute Veranstaltung und dessen Helfer.

Beim Anblick der Beine merkte ich, wie versaut ich war. Freitag war ja schon schlimm, aber die Beine waren vorne und hinten fast schwarz. Seltsamerweise waren nicht alle Läufer so versaut. Ob es nun für oder gegen meinen Laufstil spricht, möchte ich hier nicht genauer analysieren. Auf jeden Fall konnte ich zuhause erst mal wieder hinter mir herwischen und direkt die Waschmaschine anwerfen. In der dreht sich jetzt gerade mein 5€-Schein, den ich für Notfälle oder Essen mitgenommen hatte. Die waren doch wasserfest, oder? ODER?

Update
Nach einigen Tagen ist es auch dann soweit. Die Ergebnisse des Laufs sind da und scheinen sogar zu stimmen.
Fakten:

  • Platz 29 von 154 Startern
  • Zeit: 43 Minuten und 53 Sekunden
  • Leider keinen Forerunner dabei gehabt und somit keine Pulsaufzeichnung
  • 5€-Schein ist wasserfest, getrocknet und auch erfolgreich wieder ausgegeben

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15 Mai 2009

Rain Run

Geschrieben von um 20:13 Uhr

Sonntag steht ein 10km Wettkampf an. Somit noch mal eine Tempoeinheit einschieben. Regen – naja, als man noch zuhause war. Regen – naja, muss halt, als man sich umzog. Regen – yeah, let’s rock it, als man loslief.

Abenteuerspielplatz für Erwachsene. Dreck – egal, Pfützen – was solls, Tempo zählt.

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    10 Mai 2009

    Zensur im Netz

    Geschrieben von um 20:08 Uhr

    Normalerweise bin ich politisch recht unmotiviert. Wenn es aber ans Internet geht, reagiere ich allergisch.

    Zuletzt passiert, als Lutz Heilmann als MdB der Linken wikipedia.de sperren lies. Aktuell wegen der Zensur aufgrund Kinderpornographie. Dort werden Mechanismen geschaffen, die nicht wirksam sind, Listen gepflegt, die undurchschaubar sind und andererseits Funktionen eingerichtet, die in Zukunft einfach missbraucht werden können.

    Vor allem die weitere Verwendung der Zensur sollte sehr kritisch gesehen werden, wenn erst alles geblockt wird, was Urheberrechtsverstöße betrifft, sind wir auch von ungeliebten politischen Meinungen nicht mehr weit entfernt. Wie sehr hat sich ganz Deutschland über die Verhältnisse in China zur Olympiade gewundert. Die Infrastruktur dafür wird aber gerade in Deutschland geschaffen.

    Warum stört mich dies so?

    • Ich lebe zum Teil im Netz (zumindest nutze ich viele Dienste wie Mail, Twitter, ICQ, Jabber, RSS und verschiedenste Community-Plattformen)
    • Ich lebe vom Netz. Als Entwickler mit der Spezialisierung auf Web-Interfaces bin ich mehr als ein Nutzer
    • Ich liebe das Web, mittlerweile immer dabei auf dem iPhone ist es ein fester Bestandteil des Alltags von Nachrichten, über Fahrpläne, Wetter und eben alle anderen Dinge.

    Zensur nimmt dem Internet seine Stimme, seine Farbigkeit, seine Echtheit. Dann lohnt es sich wenigstens wieder GEZ Gebühren zu zahlen, um das Internet-Angebot von ARD und ZDF nutzen zu können.

    Aktiv agieren bedeutet in diesem Fall mitmachen, zum Beispiel bei der ePetition: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860

    Politiker sollten lernen, dass sie sinnvolle Dinge unternehmen. Zum Beispiel Kinderpornographie aktiv bekämpfen, sperren und aus dem Netz verbannen, anstatt es einfach zu verstecken.

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    10 Mai 2009

    Radroutenplanung mal einfach

    Geschrieben von um 19:38 Uhr

    Gar nicht so einfach mal eben eine Route zu finden. Vor allem in Gegenden die man bisher nicht kennt. Man kann sich entweder mit Kartenmaterial, lokalen Schildern ohne frei nach Nase bewegen. Alles davon ist leider zeitaufwendig und lenkt vom reinen Fahren ab. Es mag sein, dass jemand dies gerne macht – ich jedenfalls nicht.

    Man könnte sich eine tolle Navigationssoftware holen und eine Route erstellen und ausdrucken lassen. Allerdings sind diese durchweg schlecht bewertet. Oder man besorgt sich ein Navigationsgerät, was auch keine billige Investition ist und den Lenker nicht aufgeräumter erscheinen lässt.

    Ich habe bereits über die Navigationslösung mit GPSies.com in Kombination mit meinem Forerunner berichtet. Dafür ist es aber notwendig, dass bereits jemand zuvor eine ähnliche Strecke gefahren ist. Manchmal ist dies aber nicht so und man ist auf eine eigene Planung angewiesen.

    Hierfür habe ich eine tolle Lösung gefunden: Google Maps – Fußgängermodus – KML – GPSies.com – Forerunner

    Aber mal langsam:

    Zuerst geht es auf zu Google Maps. Dort wechselt man zur Routenplanung und gibt gewünschten Start und das Ende ein. Dann wechselt man vom Auto- in den Fußgängermodus. Klingt komisch, aber dieser ist so schlecht, dass er fast nur Straßen erfasst und in Innenstädten schonmal komische Ergebnisse, wie z.B. Umgehung von Einbahnstraßen. Für Rennradrouten ist er aber perfekt. Er vermeidet Autobahnen und anscheinend größere Schnellstraßen, erkennt aber durchgehbare Sackgassen und auch schon mal den einen oder anderen Fahrradweg. Ist man mit der Route zufrieden, ist das der erste Ausgangspunkt. Falls nicht, kann man Korrekturen vornehmen, indem man die Routenlinie zum gewünschten Punkt zieht.

    Etwas versteckt findet sich die Option mit Google Maps als Ausgabeformat KML zu erhalten. Dafür klickt man in Google Maps rechts oben auf den Link namens: Link. Dieser ist ein Verweis auf genau die erhaltene Route und erhält mit der Endung &output=kml eine kml-Datei.

    Jetzt kommt GPSies.com wieder ins Spiel. Hat man dort einen Account, kann man neue Routen hochladen. Dies in vielfältigen Formaten, z.B. auch KML. Einfach auf den Punkt: Hochladen. Jetzt vergibt man einen Namen, wählt aus ob die Strecke privat oder allgemein verfügbar ist und gibt ganz unten bei URL den Link aus Google Maps mit der Endung &output=kml ein. GPSies.com lädt die Datei herunter und erstellt eine Route.

    GPSies.com kann direkt den Forerunner über das entsprechende Browser-Plugin ansprechen. Man geht dort einfach auf: Zum Garmin GPS senden und dann Garmin Course TCX. Schon ist die eben noch in Google Maps erstellte Route auf dem Garmin Forerunner und kann als Navigationslösung dienen. Also ab damit auf den Lenker, wo es als Fahrradtacho und eben in Form einer Punktelinie den richtigen Weg anzeigt.

    Ich bin am Ziel meiner temporären Wünsche. Einfach Rad fahren und sich um die Defekte dort kümmern. Keine fehlenden Routenschilder, keine Pausen wegen Karten oder Suche vom nächsten Ort auf dem iPhone. It just works.

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    04 Mai 2009

    Körper und Geist brauchen beide Futter

    Geschrieben von um 18:00 Uhr

    Das Leben ist ein Becher voller Überraschungen, deswegen die wertvollsten Sprüche aus Batman und Robin:

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    03 Mai 2009

    Operation: Brennendes Eichhörnchen

    Geschrieben von um 14:09 Uhr

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    Da habe ich mich die ganze Woche drauf gefreut. Eine gepflegte Radtour. Nachdem ich mir bei der letzten langsamen Tour eine Verletzung im Oberschenkel geholt habe (wie auch immer das passiert ist) habe ich vor dem Marathon komplett mit dem Rennrad pausiert. Als Teil meiner Multisport-Offensive 2009 geht es jetzt auch wieder aufs Rennrad und als Flachland-Raser sollte es heute das erste mal in bergiges Gelände gehen. Der Vormittag war komplett dafür reserviert und der Wecker klingelte mich auch am schönen Sonntag morgen um 7 Uhr aus dem Bett. Morgenstund hatte grauen Himmel im Mund, aber der Regen war erst für den Nachmittag gemeldet. Noch ein Grund mehr früh zu starten.

    Am Vorabend wollte ich mir auf gpsies.com eine Route raussuchen und diese auf den Forerunner laden. Wollte, denn das Portal mit den meisten Radstrecken war down. Selbst ein Reboot meines Rechners änderte daran nichts. Ärgerlich, denn es sollte ins Bergische Land gehen, wo ich selber noch nie war und wovon ich auch keine Karte habe. Heute morgen direkt nach dem Aufstehen probiert und leider immer noch down. Notfallplan ging der Nase nach über Mühlheim nach Bergisch Gladbach. Vom Namen her sollte es ja bergisch sein. Nachdem die roten Ampeln in Köln überwunden waren, ging es dann auch recht schnell dort hin. Die Gegend hatte aber noch nicht viel Grünes oder Bergisches. Hier hat sich wieder mal das iPhone bezahlt gemacht. Besser als jede Karte, denn man weiß genau, wo man sich gerade befindet. Nach einer kleinen Recherche  wählte ich Kürten als nächstes Zwischenziel aus. Und da kam es – das Bergische Land. Weder in Aachen, noch in Köln hatte ich bisher ähnliche Strecken und so war es schön, es auszuprobieren. Gänge runter und strampeln. Mein Puls ist dabei die ganze Zeit recht hoch geblieben, höher als bei langen Läufen, was mich doch etwas gewundert hat. Tempo ist meine Antrieb und so machten die Abfahrten richtig Spaß. Viel besser als immer nur eben Kilometer zu fressen. Dumm nur, dass nach jeder schönen Abfahrt der nächste Anstieg kommt. Aber ich bin damit einigermaßen zurecht gekommen. In Kürten musste ich mich neu orientieren und da noch genügend Reserven da waren, plante ich dann eine Fahrt um die große Dhünntalsperre.  Dörchen – Laudenberg – Altenhof – Halzenberg – Hülsen – Stumpf – Lüdorf – Schöllerhof und mal wieder eine kleine Pause. Hätte ich auch verschieben können, denn einen Kilometer weiter ist Altenberg, welches mit seinem Dom wirklich sehr viel Charme versprüht. Nach einer kleiner Runde dort, machte ich noch ein Foto, schaltete hoch und klack – Kette abgesprungen. Nicht wie sonst bekannt hinten, sondern vorne. Eingeklemmt zwischen Kettenblatt und Rahmen. Alles Zerren und Ziehen half nichts, sie klemmte fest. Was tun? Lack war schon leicht in Mitleidenschaft gezogen, meine Finger schwarz vom Kettenfett und noch keine Idee, wie ich aus der Situation heraus kam. Ich fragte einen anderen Radler um Hilfe, der sich sofort nach seinen Montagehandschuhen umsah. In dem Moment legte ich die Kette unten auf die Ritzel, was wohl etwas von der Spannung nahm und die Kette wieder frei war. Der Radler bot mir noch ein Tuch für die Finger an, was ich dankend annahm, da ich ansonsten meinen Lenker unwiderruflich mit dem Kettenfett versaut hätte. Mit einem Platten hätte ich gerechnet und dafür auch alles an Bord, aber das Problem war mir neu. Dort bereits 60km auf dem Tacho peilte ich Odenthal und dann Leverkusen an. Die Kilometer bis zur Brücke in Leverkusen zogen sich wie Kaugummi. Da waren die Berge davor wirklich angenehm. Dumme Routenschilder suchen, Fahrradwege wechseln im Minutentakt und endlich auf der anderen Rheinseite mal wieder vollkommen ohne Schilder. Kölner Radwege eben. Das Kilometerfressen macht wesentlich mehr Spaß, wenn man sich auf Landstraßen von Ort zu Ort hangelt oder mit dem Forerunner eine Strecke abfährt.

    Meine Oberschenkel waren auch nur noch ein Schatten ihrer selbst und die letzten 10 Kilometer brannten schon sehr gut. An den wunderschönen Fordwerken vorbei ging es dann noch nach Nippes, um wirklich erschöpft in Bilderstöckchen angekommen zu sein.

    Schön war es, also landschaftlich und auch sportlich. In der Ecke werde ich wohl dieses Jahr noch öfters zu finden sein. Vielleicht steige ich beim nächsten Mal in die S11 und beginne erst in Bergisch Gladbach. Das erspart Gekurve in Köln. Den Rucksack lasse ich beim nächsten Mal auch zuhause, wobei das iPhone wieder mein treuer Begleiter sein wird. Ohne wäre die Tour heute so nicht möglich gewesen. Mit besserer Vorbereitung dann vielleicht eine noch schönere Tour, die dann im Forerunner abgelegt ist. Dieser ersetzt übrigens auch hervorragend den Tacho und liefert eine schöne Aufzeichnung, wie auf den Bildern zu sehen ist.

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