Sonntag -> endlich Jogging

Da ich mehr als früh im Bett war, nutze ich den Morgen um zum ersten Mal zum London Jogging anzutreten. Ich hatte mir am Vortag noch einen Laufpulli in Lillywhites besorgt, den ich mit den Joggingschuhen, die seit fast 2 Monaten im Schrank standen, testen konnte. Ich lief erst zum Themseufer, welches ca. 5 Joggingminuten entfernt war. Von dort aus ging es Richtung Firma, wobei ich kurz vorher abbog und meinen normalen Nachhauseweg ablief. Insgesamt war ich ca. eine halbe Stunde unterwegs, wobei ich am Anfang versuchte, das Tempo nicht zu hoch zu halten. Trotzdem waren die letzten Meter mal wieder sehr hart, was aber nach 3 Monaten Pause zu verkraften war.
Nach diesem Start in den Tag machte ich mich auf den Weg zur Firma, wo ich den Tag nutze, um Bewerbungen zu versenden, meine Mails abzurufen, Kontakt nach Deutschland zu pflegen und etwas an meinen privaten Projekten zu arbeiten. Nachdem ich schon vor Mittag da war, gingen die Stunden bis zum Nachmittag dann im Flug um und ich hatte vor Abend meine letzte Bewerbung abgeschickt. Dann rebellierte mein Magen und etwas zu Essen musste her, wobei ein fürchterlicher Regen hernieder ging. Aus diesem Grund schloss ich mich mit anderen Mitarbeitern, die den Weg hierhin auch gefunden hatten zusammen und wir bestellten beim Chinesen. Gestärkt mit Essen ging es dann an die privaten Projekte und ich bin froh, nochmal was an der THW Page gemacht zu haben. Ergebnisse kann man unter www.thw-alsdorf.de bewundern. Da es jetzt schon 23 Uhr ist und ich noch immer auf der Arbeit bin, sollte ich mich wohl langsam mal auf den Weg nach Hause machen.

Samstag -> 14 Wochen vorbei

Trotz schon 14 Wochen, die man in London gastiert, gibt es immer noch Ecken, die man noch nicht besucht hat. Ein Teil davon war ein Markt auf der Südseite der Themse, wo wir uns in der Nähe um 10 Uhr morgens trafen. Somit war ich schon einigermaßen früh auf den Beinen und schlug mich in die Tube, wo ich wieder feststellen musste, dass District Line und Circle Line nur eingeschränkt fuhren, was mal wieder Umwege und einen längeren Fahrtweg beschehrte. Trotzdem kam ich pünktlich an und der Markt war wirklich sehenswert und bestand aus einer Art Feinschmeckermarkt. Dort gab es alles von Marmelade, über Käse, Fleisch, Obst, Gemüse, … sogar ein deutscher Stand war dabei, an dem Frankfurter verkauft wurden. Außerdem bot er noch ein großes Angebot an Kaufland und Aldi Artikeln an, die diesen Preisen aber nicht entsprachen. Nachdem man durch den Markt durchgeschlendert war, sollte es dann ins Imperial War Museum gehen, welches dort irgendwo in der Nähe sein sollte. Leider hatte ich sämtliche Beschreibungen liegen lassen, weswegen man dann etwas brauchte, bis die Lokation ausgemacht war. Das Imperial War Museum beschäftigt sich mit den Kriegen des 20. Jahrhunderts und so sind in der Eingangshalle erst einmal Panzer und sonstiges Kriegsgerät ausgestellt. Wer jetzt aber denkt, dieses Museum ist nur für Kriegsfanatiker mit Waffenwünschen gedacht, der liegt falsch. Im Keller befinden sich die Ausstellungen über ersten und zweiten Weltkrieg, welche diese Kriege sehr gut beleuchten und sehr viel Interessantes zusammengetragen haben. Richtig gut wird die Ausstellung dann, wenn es zum Holocaust geht. Allein die ersten paar Meter gehen doch tief ins Gemüt und nach 3h die ich in dieser Ausstellung verbrachte, kann man sich vorstellen, dass dies mehr als ein kurzer Ausschnitt ist. Diese Ausstellung sollte man allerdings nicht für ein einen kurzen London Besuch empfehlen, da sie nicht leicht verdaubar ist und doch merklich auf die Stimmung drückt. Es ist schon sehr erschreckend was zu dieser Zeit passierte und ich empfinde es als sehr positiv, sich gerade als Deutscher mit diesen Sachen auch innerlich auseinander zu setzen. Wie kam es zum Antisemitismus? Wer unterstützte diese Grausamkeiten? Was sagen Betroffene? Waren sich die Leute überhaupt ihrer Taten bewußt? Wie können Menschen überhaupt solche Handlungen begehen?
Nachdem man diese Ausstellung durchlebt hat, gibt es eine Etage höher noch einen Film mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Auch dieser stellt die Grausamkeit erschreckend real dar und beleuchtet Hintergründe.
Ein Blick auf die Uhr fällte dann auch ein Urteil für den Rest des Tages. Man hatte geschlagene 6h !!! im Museum verbracht und ich war dann doch sehr müde, weswegen ich mich nach einem kurzen Ausflug in das Sportgeschäft Lillywhites nach Hause begab und dort noch etwas gegessen habe. Eigentlich wollte ich einen größeren Diskoabend einlegen, wobei diese Idee nach dem Museum schon fast gestorben war. So ging dann die Planung auf einen ruhigen Abend, den ich aber zerstörte, indem ich mich um 20 Uhr hinlegte und weder Wecker noch Anruf hörte und bis zum nächsten Tag durchschlief.

Freitag -> Zulu Bar

Nachdem man noch etwas länger auf der Arbeit war, um nicht noch einmal zuhause vorbei zu müssen, ging es dann erst einmal in den Supermarkt, wo man sich noch was Bier als Wegzehrung besorgte. Nach wieder einmal Londoner Regen (wie das so ist, wenn man den Regenschirm nicht mitnimmt) kam man in der Zulu Bar an, die allerdings noch recht leer war, was sich durch den ganzen Abend zog. Leider startete so die Stimmung auch erst recht spät, ohne aber doch wieder richtig gut zu werden. Gegen 12 Uhr kam dann wieder das schnelle Ende, welches ich nutze, um früh ins Bett zu kommen und den nächsten Tag früh zu starten.