Silvesterlauf 2009 in Aachen

Es war wieder soweit. Das Jahresende stand an und wie kann man ein Jahr besser abschließen, als mit dem traditionellen Silvesterlauf. Traditionell? Ja, hier habe ich mich bereits 2001 auf die 10 Kilometer begeben. Seitdem gehört der Lauf jedes Jahr zum festen Programm, wenn denn nichts dazwischen kommt. Dieses Jahr stand ich also zum 6. Mal an der Startlinie. Der Tag war grau und die winterlichen Temperaturen tendierten um 0°. Das Programm vor dem Start konnte mittlerweile routiniert abgespult werden. Packen, umziehen, anreisen, Unterlagen abholen, warm machen und an den Start stellen. Mich hat Aachen damals schon fasziniert, weil es sich um einen Stadtlauf handelt. Zwar gibt es unterwegs auf der Strecke nicht so viele Zuschauer, dafür ist das Stück vorbei an Sinn+Leffers hoch auf dem Kopfsteinpflaster zum Markt voll von Zuschauern. Trotz des grausigen Wetters, was während des Laufs noch zu ertragen ist, hatten sich ähnlich viele Zuschauer wie die Jahre zuvor eingefunden.
Der Startschuss fällt und die Massen setzen sich wie immer langsam in Bewegung. Da es diesmal keine Nettozeit gibt, geht dies voll von der Laufzeit ab. Mal wieder gedacht, dass man sich weit genug vorne eingeordnet hat, war dies nicht der Fall. Zwar kamen auch noch ein paar schnelle Leute von hinten, aber genügend Läufer konnten sich auch nicht entsprechend ihrer Fähigkeiten einschätzen und blockierten den Vortrieb. Nach 500m hatte sich das Feld sortiert und der Lauf konnte in seine geordneten Bahnen gehen. Fast, denn mein Forerunner zeigte mir an, dass der Rundenspeicher voll ist. Die Meldung bedeutet, dass man 100x auf Enter klicken kann und mit Glück Pulswerte zu Gesicht bekommt. Da ich normalerweise bei Wettkämpfen nach Puls laufe und mich teilweise an der Pace der Uhr orientiere, war ich diesmal orientierungslos. Weiter auf den Knöpfen rumdrücken hätte mich noch mehr abgelenkt, also aufs Gefühl hören. Da grüßt mich ein Läufer, den ich schon von etlichen Wettkämpfen kenne und zieht an mir vorbei. Bin ich zu langsam, ist er zu schnell – ich versuche mich zu erinnern, ob ich ihn vom Tempo her halten kann, lasse ihn dann aber ziehen, weil mir die Pace zu hoch vorkommt. Während der ganzen ersten Runde kann ich ihn dann trotzdem in kurzer Distanz halten, bis es die Großkölnstraße hoch zum Markt geht. Ich will mir noch ein paar Körner aufsparen und bin im Gegensatz zum Rest des Feldes langsamer als sonst. Oben angekommen fühlt sich das Renntempo aber gut an und es macht unglaublich Spaß durch das Spalier der Zuschauer am Markt zu laufen. Dank geänderter Streckenführung geht es gleich 5 Runden die Strecke lang. In der Zwischenzeit habe ich auch den Läufer mit der Fahne überrundet, der noch jedes Jahr vor mir lag. Der Bestzeit in Aachen steht also nichts im Weg. Nach der zweiten Runde bin ich auch guter Hoffnung den Lauf gut abzuschließen, denn der Rhythmus passt. Mittlerweile kennt man die Engstellen, die es gibt, denn es sind nicht alle Straßen voll gesperrt und so geht es oft über Bürgersteige und knackige Ecken. Wohl wissend das mein Vater am Markt mit der Kamera auf mich wartet, komme ich dort jedes mal gut gelaunt vorbei, wobei die Erschöpfung im guten Maß ist, ohne noch weiter anziehen zu können. In der letzten Runde versuche ich keinen mehr überholen zu lassen, muss aber doch noch zwei Läufer ziehen lassen. Tradition bedeutet in Aachen auch, sich einen wilden Endspurt bis zum Markt zu liefern und so hat sich noch jedes Jahr jemand gefunden, der sich mit in die Laktatschlacht geworfen hat. Unten an der Großkölnstraße angekommen war das Motto niemanden mehr vorbei zu lassen. Einfacher gesagt als getan, denn ich höre genügend keuchende Kehlen hinter mir. Ich ziehe das Tempo an, wobei noch jemand schneller als ich ist, also raus aus dem runden Tritt, rein in den Spurt. Das Spiel beginnt, denn er hat das gleiche Ziel wie ich. Wie von Taranteln gestochen bahnen wir uns den Weg durch Überrundete und Mitstreiter. Kurz vor der Zielkurve ist mein Maximum erreicht und ich bekomme ihn nicht mehr. Egal, Spaß hat es gemacht und die Zeit passt mit 45:20min auch. Auf einer sehr abwechslungsreichen und profilierten Strecke, die in den nächsten Jahren ruhig mehr von Aachen zeigen könnte und somit zu einer normaleren Rundenanzahl zurückkehren könnte.
Schön zu sehen, wie viel Routine vom Veranstalter ausgestrahlt wird. Da passt alles. Nummernausgabe, Streckenabsperrungen und der heiße Eistee im Ziel. Dieses mal habe ich sogar einen Glühwein abgestaubt, den ich dann mit zittriger Hand zum Auto getragen habe. Freudig werde ich mein dieses Jahr richtig schickes Shirt beim Training zur Schau stellen, was im Preis mit drin ist und der Veranstaltung eigentlich immer ein super tolles Preis- und Leistungsverhältnis gibt.








Laufen im Schnee

Trainiert man das ganze Jahr, stellt sich die Fragen, wo die Grenzen liegen. Das Radfahren ist recht natürlich durch den Straßenbelag bestimmt, es sei denn man fährt Mountainbike. Beim Laufen hört man verschiedenes. Der eine sagt, dass es bei 3°, danach schmerzen die Lungen. Der andere ist bis -15° unterwegs, allerdings nur, wenn der Untergrund fest ist. Bei Schnee soll man nur rutschen habe ich gehört.
Einerseits mögen die Grenzen bei jeder Person verschieden sein, aber mit der richtigen Vorbereitung und Ausstattung ist einiges möglich. Da wir eben zu zweit unterwegs waren, ist es also nicht nur eine subjektive Sicht der Dinge. Ich trainiere jetzt schon einige Jahre auch im Winter (mal mehr und mal weniger). Meist, weil der Silvesterlauf in Aachen in Kürze bevor steht. Bei den Temperaturen ging es auch schon einmal unter 0° und auch der Untergrund war nicht immer fest. Heute stellte uns das Wetter eine besondere Herausforderung. Knapp um -10° mit seit zwei Tagen verschneiten Wegen und viel Schnee von oben, war nicht klar, ob es eine gute Idee ist zu trainieren. Der Schnee von oben kam mir eher gelegen, da ich weiß, dass frischer Schnee recht griffig ist. Festgetretener Schnee der letzten Tage ist da eher schlechter zu laufen, da sich meist eine recht rutschige Schicht bildet. Die Temperatur war mir im Training auch unbekannt, aber ich glaube -6° habe ich auch schon mal überstanden. Bei der Kleidung trägt man hier wesentlich dicker auf, wobei man als Michelin-Männchen auch keinen Bewegungsspielraum mehr hätte.
Meine Kleidungswahl viel aus wie folgt:

  • Langes hautenges Shirt (Nike seamless)
  • Kurzes hautenges Shirt (Nike seamless)
  • Softshell Jacke
  • Mittellange Tight
  • Jogginghose
  • Laufsocken die etwas dicker sind
  • Buff Tuch für den Hals
  • Buff Tuch für Kopf und Ohren
  • Handschuhe
  • Normale Laufschuhe

Draußen an der Luft ging das Atmen erstaunlich gut. Hier hatte ich mehr Probleme erwartet. Der Untergrund war zwar griffig, allerdings verliert man schon recht viel Energie, da das Abstoßen nicht so gut geht. Die Wege im Park waren zwar vom Schnee etwas höher bedeckt, aber in Köln dann auch nicht mehr als 5cm tief. Glatt war es eigentlich nur bei Übergängen an Straßen. Der Wind wehte zwar mächtig um die Nasenspitze, war aber auch zu ertragen, obwohl der Schnee dazu schon mehr etwas für Unerfrohrene ist. Eine gute Portion Creme für Gesicht und Lippen schützt dabei die Haut recht gut.
Bei dem Wetter sollte man nicht unbedingt für Intervalltrainings oder Hochgeschwindigkeitssprints vor die Tür gehen, aber ein normales Training ist gut möglich. Die Waden werden entsprechend trainiert, da sie auf dem Untergrund mehr Arbeit verrichten müssen. Ich denke der Trainingseffekt ist nicht riesig, sollte aber helfen die Witterungsbedingungen ohne Leistungseinbruch zu überstehen.
Die Sicherheit sollte bei dem Wetter nicht vergessen werden. Ich habe beim Laufen immer Geld dabei, um notfalls Verpflegung oder ein Taxi bezahlen zu können. Zu leicht kann man sich verletzen oder außer Kraft sein. Irgendetwas über seine Person ist auch nicht schlecht bei sich zu tragen. Sollte es einmal zum Worst Case kommen, wissen die Rettungskräfte wenigstens, wer da gerade im Rettungswagen davongefahren wird. In der Stadt noch recht unkritisch, sollte man in wenig besuchten Gegenden ein Handy mitnehmen. Bei Pearl findet sich ein Handy im Kreditkartenformat für unter 20€, was bestückt mit einer PrePaid-Karte viel Sicherheit zum kleinen Preis bietet.
Zwei Jahre ist es her, dass ich in einer unbekannten Gegend joggen war. Bekleidet mit langem Nike Seamless und einem normalen Shirt ging es bei 2° nach draußen. Die Pfade für Walker waren ausgeschildert und klangen mit 8km nach einer schönen Strecke. Unwissend zog mich die Strecke in die Weinberge, ohne oben gut ausgeschildert zu sein. Oben am Berg verließ mich dann auch die Koordination, Kraft und Hoffnung den kompletten Weg zu absolvieren. Was tun? Die Kälte steigt auf, niemand in der Nähe und vermutlich 4km vom wärmenden Haus entfernt. Wie schön wäre es gewesen zur nächsten Straße zu gehen, jemanden anzurufen und abgeholt zu werden. Nicht auszudenken, wenn ich mich da oben verletzt hätte. Nach einem weiteren Kilometer traf ich wieder auf Personen, die mir wieder die Richtung vorgaben. Auf einer Landstraße ohne Fußgängerweg schlug ich mich dann die letzten Kilometer zwischen Feldern in Richtung des Ortes. Eine Lektion fürs Leben. Deswegen: nicht leichtsinnig bei dem Wetter über Grenzen gehen, sondern unter dem Limit bleiben und auch für die notwendige Sicherheit sorgen.

4. Kölner Nikolauslauf

Zwei Monate ist der letzte Wettkampf her. Für mich eine lange Zeit, denn dieses Jahr standen einige Wettkämpfe auf dem Plan. Leider gab es ein paar Wochen nach dem Marathon keine passenden Läufe, weswegen jetzt der Kölner Nikolauslauf das Ende des Jahres einleiten sollte.
Die Vorbereitung war keinesfalls zielgerichtet auf einen schnellen 10k Lauf und am Vorabend stand die Weihnachtsfeier des Triathlonvereins an. Mit Kölsch und Currywurst also eine perfekte Grundlage, um beim Lauf heute so richtig reinzuhauen. Zum Glück war der Lauf mit 10 Uhr angenehm früh angesetzt, was mir ganz gut liegt. Das Wetter spielte auch mit und der Regen vom Vorabend hatte aufgehört. Bei recht warmen 8°C war also ein kurzer Start angesagt. Aufgrund der praktischen Lage des Laufs ab in die Straßenbahn 13 um mich mit meiner Laufpartnerin zu treffen. Etwas früher, denn wir hatten die Unterlagen noch nicht abgeholt. Es war gut voll, aber alles noch gut zu erreichen und die Abholung der Unterlagen gar kein Problem. In einer Tasche noch eine Kleinigkeit zu essen und etwas zu trinken dabei, um sich auf den Lauf einzustimmen. Die Vorwarnung des Veranstalters von wenigen Umkleideplätzen und Toiletten stimmte, was sich bei Toiletten aber nicht vorplanen lässt und lange Schlangen hinterließ. Hier waren Dixis da, hätten aber vermutlich von der Anzahl her mehr sein können.
Am Start das übliche Chaos, da es sich ja um einen echten Volkslauf am Nikolaustag handelte. Also Nikolausmützen ohne Ende und ein breit gemischtes Publikum.
Beim Warmlaufen fühlte es sich noch nicht so richtig schnell an, allerdings bin ich aufgrund des reduzierten Trainingsumfangs vollkommen verletzungs- und beschwerdefrei ins Rennen gegangen.
Angepeilt war eine Zeit unter 45min, also unter einer 4:30er Pace bleiben. Der Start war erwartet chaotisch und natürlich wollten alle vorne stehen, auch Läufer, die mindestens 60min brauchen. Nach einem Zickzack-Lauf über 500m war das dann überstanden und man konnte sein Tempo finden. Nicht überreissen, aber auch unter der geplanten Pace bleiben. Der Puls ging hoch, hielt sich aber im guten bekannten 10k Pulsbereich. Kein Grund zur Panik und erst mal weiter, bis das Loch kommt (falls es kommt). Die 10km waren in 3 Runden aufgeteilt, die Rund um den Adenauerweiher gingen. Zuschauer gab es im Startbereich, aber die Strecke ist richtig schön abwechslungsreich. Normalerweise habe ich lieber ein paar Steigungen drin, damit genügend Reize vorhanden sind, aber das war heute kein Problem. Nachdem ich am Start viele überholen konnte, wurde ich dann noch etwas von hinten aufgerollt. Aber ich wollte ja 10km Laufen und nicht den Lauf nach 4km abbrechen.
Es lief weiterhin gut und die 5km kamen recht schnell. Mich hatte ein Triathlet mit einem auffälligen weißen Kapuzen-Shirt überholt, an dem ich mich im Abstand von 20m fest biss und so kein Tempo verlor. Sowohl er als auch ich liefen recht konstant, weswegen an überholen erst mal nicht zu denken war, aber weiter weg kam er auch nicht. Die zweite Runde war vorbei und ich wartete immer noch auf mein Loch. Hier war wohl noch eine richtig gute Grundkondition vorhanden und das Tempo passte weiterhin, wobei ich schon ein klein wenig Spritzigkeit eingebüßt hatte. So langsam stießen wir auf langsame Läufer, wobei die ersten noch harmlos waren, aber plötzlich immer mehr kreuz und quer auf der Strecke unterwegs waren. Mit gefühlten 2-3min pro Kilometer Unterschied war es schon eine ganz schöne Kunst, diese zu umkurven und auf dem teils matschigen Boden nicht auszurutschen oder zu viel Zeit zu verlieren. Es wurde immer schlimmer, denn man befand sich langsam am Ende des Hauptfeldes, sodass ich an einer Stelle sogar abstoppen musste. Hier lobe ich mir den Aachener Silvesterlauf, wo alle darauf hingewiesen werden, rechts zu bleiben, um Platz für schnellere zu lassen. Ist dort zwar teilweise schon etwas zu übertrieben, aber das heute war einfach nur noch chaotisch und gefährlich. In der dritten Runde war mein Puls nur noch 5 Schläge unter meinem Maximalpuls. Später schaute ich nicht mehr drauf, war aber im echten Limit unterwegs, was aber immer noch Tempo zuließ. Nur noch 1 Kilometer, also weiter um die Läufer herum und bald in das rettende Ziel. Da waren die Matten, die wir mehrfach überschritten hatten und ich hörte im Hintergrund etwas von links abbiegen für Getränke, … Ich nehme Tempo raus, gehe aus dem Laufweg und stelle nach 5 Sekunden fest, dass fast niemand stoppt. Was habe ich übersehen? Wo ist das Ziel? Wieder losrennen und wie jetzt, die Läufer teilen sich, aber mir ist nicht klar, wo ich hin muss, da ich kein Zielbanner sehe. Um mich herum langsame Läufer und zu weit. Ich rufe, wo das Ziel ist und höre, da vorne, ist doch klar. Nein, war nicht klar. Ich renne entgegen der Läufer und jemand kreuzt die Straße mit dem Blick nur Richtung der Läufer. Ich kann nicht mehr bremsen und renne voll rein. Hier noch mal eine Entschuldigung, da ich die Person nicht mehr gesehen habe. Also für mich jetzt rechts abbiegen und ah, 20m später ist das Ziel da. Vorher hatte ich auf die Uhr geschaut um 44:10min gestoppt, also wären es wohl 10-20sek mehr gewesen. Jetzt hoffe ich nur, dass ich unter 45min bin und rege mich schon etwas über den Veranstalter auf. Das hätte besser beschrieben sein müssen, denn im Startbereich habe ich keinen Streckenplan gesehen und der Startsprecher hat auch nicht darauf hingewiesen. Ist mir noch nie passiert und ärgert mich immer noch etwas. Vielleicht wäre ich aufmerksamer gewesen, wenn nicht so viele langsame Läufer dazwischen gewesen wären, aber der halbe Endspurt ging voll ins Leere.
Der Zielbereich hat dann auch wirklich Schokolade und Getränke zu bieten, wobei ich nach drei Ständen, dann auch endlich warmen Eistee finde. Im Vergleich zu anderen Läufern schaffe ich es aufgrund meines Laufstils doch richtig versaute Beine zu haben. Aufgrund der Duschwarnung habe ich keine Sachen dafür mit und mache mich mit warmen Oberteilen auf Richtung 13.
Mit der erreichten Zeit bin ich voll zufrieden, denn meine persönliche Bestzeit ist gar nicht so weit entfernt. Für die Vorbereitung ein tolles Ergebnis, was von den Problemen etwas getrübt war. Aber mit so vielen Volksläufen auf dem Buckel läuft man halt auch nicht mehr nur zum Spaß mit, sondern will schon alles geben. War heute zum Ende hin die falsche Strecke dafür. Von den Läufern her super breit gemischt, da ich mit Platz 209 schon weit bei „unter ferner liefen“ war.
Offizielle Zeit waren 44:49min, was zumindest etwas besänftigt, da die 45min geknackt sind. Mit richtigem Ziel wären 5-10 Plätze mehr drin gewesen, aber das hätte wohl kaum zu mehr Ehren gereicht.
Meine Einteilung war richtig, denn das Loch kam nie und das Tempo konnte ich auch recht konstant halten.

Als nächstes folgt noch der Silvesterlauf in Aachen, wo ich jetzt schon weiß, wo das Ziel liegt und das ja vielleicht in unter 43min sehe.

Wenn es nicht läuft – Abbruch

Als Generalprobe für den Marathon stand heute der Halbmarathon in Fühlingen auf dem Plan. 21,1km bekannte Strecke mit idealer Vorbereitung. So kurz vor dem Marathon wollte ich noch mal sehen was geht, um mich in zwei Wochen danach richten zu können.

Die Voraussetzungen waren prächtig, gut ausgeruht und mit allen Ritualen, die zu einem Lauftag dazugehören, fuhr ich gestärkt zur Regattabahn. Die Laufvorbereitungen liefen auch gut und ein kurzer Einlaufen kurz vor dem Start sollte die Basis legen. Strenge Tempovorgaben hatte ich nicht, aber wie bei den letzten Halbmarathonläufen sollte es unter die 1:40h gehen. Immerhin habe ich dieses Jahr bereits alle vier Läufe unter die 1:40h gebracht, wobei eine 1:30h doch etwas utopisch klang. Aber ich habe die letzten Monate weiterhin hart trainiert, denn der Marathon steht ja vor der Tür. Vielleicht geht also was.

Mit drei anderen Startern aus dem Verein reihen wir uns im Startblock ein und müssen uns erst mal in den richtigen Zeitbereichen nach dem Lauf einordnen. Also querfeldein über die Rasenflächen seitlich neben der Strecke. Die Uhr zeigt eine Pace von 4:20min/km also alles bestens. Puls etwas hoch, aber auf den Geraden sollte genügend Zeit sein, sich hier auf ein Tempo einzuschießen.

Das Feld hatte sich sortiert und wir liefen an der Regattabahn hoch. Das Wetter war mit etwas Sonnenschein super, aber es gab eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit, die durch Regenschauer in der Nacht verursacht war. Ich pendelte mich vom Tempo ein und lief meinen bekannten 4:30min/km Schnitt. Puls war immer noch etwas hoch, aber ich kämpfte mich im Schneckentempo im Feld nach vorne. Da es keine Steigungen gab, waren Temposchwankungen eigentlich nicht vorhanden und die Bewegung innerhalb des Feldes war erwartet niedrig. Meine besten Zeiten laufe ich regelmäßig beim Aachener Halbmarathon, der alles andere als flach ist. Vielleicht brauche ich die Abwechslung und Tempowechsel, um Bestleistung zu bringen.

Zurück zum Lauf. Nach einer längeren Schleife hinter der Regattabahn geht es einen Teil der Regattabahn wieder rauf, um dann an der ersten Verpflegungsstelle zu sein. Wasser geschnappt und auf Eistee gehofft, aber gab es nicht. Also was im Lauf getrunken und wieder auf die 2km Regattabahn. Ich merke, wie die Personen vor mir etwas wegziehen, wobei das Tempo in der Zwischenzeit schon etwas gesunken war. Bei 4:30min/km war ich schon nicht mehr und musste jetzt etwas Federn lassen. Ein anderer Läufer direkt neben mir hält mein Tempo und ich versuche an die Gruppe vor uns ranzukommen. Diese läuft aber ihr Tempo konstant und der Blick auf die Pulsuhr sagt: 178 Schläge/min. Was am Anfang noch ok war, würde über die Dauer nicht gut gehen, also muss leider Tempo raus und der Läufer, der über einen Kilometer neben mir war, zieht vorbei. Ich versuche den Puls auf 170 Schläge zu bringen und werde direkt von einigen Läufern geschluckt. Meine Pace ist mittlerweile bei 5min/km und die Bestzeit bereits nach 6km Geschichte. Also hoffentlich wieder fangen und wenigstens Spaß am Lauf haben. Wo die Kilometer in Mülheim noch vorbei flogen, bin ich heute über jedes Schild am Wegesrand froh. Die Regattabahn wird unten umlaufen und vor mir hat es aus der Gruppe auch eine Läuferin erwischt, sie ist ähnlich wie ich eingebrochen, hält sich aber noch 300m vor mir, quasi genauso wie die letzten 3km. Ich fühle mich immer schlechter und kraftlos. Hinzu kommt eine Verletzung, die mich jetzt schon seit 2-3 Wochen verfolgt. Fühlt sich an wie eine Prellung auf dem Fuß, aber da war nichts. Ich hatte gehofft dies mit Ruhetagen zu kurieren, denn als Läufer gibt es über die Wettkampfzeit immer mal hier und da Wehwechen. Nichts schlimmes und meist nach einer Woche wieder weg, hält sich diese Verletzung aber hartnäckig und war auch mit der letzten sehr ruhigen Trainingswoche nicht auszukurieren. Kilometer 9, Zeitmessung und Wasser. Der Puls bei 180 und das Tempo bei einer 5m Erhöhung runter auf 5:30min/km. Also bei der Verpflegungsstelle zum Wasser greifen und ins Gehen verfallen, um eventuell Kraft zu schöpfen und wenigstens das ganze Wasser zu trinken. Am liebsten wäre ich zum Auto auf dem Parkplatz gegangen, denn mir fehlt irgendwas mit Zucker. Mit dem Gedanken im Kopf höre ich einen Vereinskameraden, der gerade an mir vorbei läuft. Also aufraffen und dranhängen. Mit einer Pace von 4:40min/km bleibe ich über ein paarhundert Meter dran, lasse dann aber reißen, da ich schon wieder kurz vor einem 180er Puls stehe. Nah also an 95% der maximalen Pulsfrequenz und absoluter Horror für einen Halbmarathon, den man bei 85% – 90% laufen sollte/kann. Bei meinen Bestzeiten konnte ich den Puls um die 170 Schläge über fast die ganze Strecke des Halbmarathon halten. Der Wurm war drin, das war klar. Und sehr gesund klang das auch nicht mehr. In der Ferne sehe ich den Vereinskameraden ziehen und nähere mich mit einem echt miesen Körpergefühl der Getränkestelle. Das Gehen war schon fest beschlossen. Was also war noch zu gewinnen? Durchkämpfen und dann? Ein kurzer Zeitüberschlag bringt mich auf eine Zeit von 1:50h – 2:00h, keine Zeit die irgendeine Relevanz hätte. Die Verletzung im Fuß macht sich auf dem Asphalt immer deutlicher bemerkbar und als ich sehe, dass am Ende der Regattabahn erst Kilometer 11 erreicht ist, steige ich aus. Der Fuß schmerzt auch etwas beim Gehen und besser würde er mit weiteren 10 Kilometern wohl kaum. Ich fühle mich so mies, dass ich ohne Energiezufuhr wohl kaum das Ziel gesehen hätte. Es ging um weniger als die goldene Ananas, denn die Zeit wäre übel gewesen. Die Entscheidung klingt logisch, aber tut weh. Mein erster Ausstieg nach mittlerweile 25 Wettkampfläufen. So also fühlt sich das an. Kein Hochgefühl über das Erreichen des Ziels, keine Endorphine, kein Hochreißen der Arme im Ziel. Zeitgleich stelle ich den Marathon in Frage. Bin ich fit genug? Wird die Verletzung weggehen? Schade nur, dass ich immer am weitest entfernten Punkt aufhöre. Das ist mir schon letzten Sonntag beim langen Lauf nach 15km von geplanten 35km passiert. Da war ich im Rheinauhafen und musste bis zum Hauptbahnhof gehen. Heute sind es 4km. Mit mittlerweile leerem Getränkebecher überholt mich die Spitze. Die vorbeiziehenden Läufer sehen immer weniger fit aus und nach 2km steige ich zumindest wieder ins Laufen ein, da mir das Gehen zu langweilig ist. Mein Puls hat sich selbst im langsamen Gehen nicht auf unter 119 Schläge gesenkt und schnellt direkt wieder auf 175 Schläge hoch, obwohl das Tempo nicht hoch ist. Also selbst nach einigen Minuten gehen, war keine Besserung da. Ich halte also gerade das Tempo von Läufern, die vermutlich mit einer 2h Zeit ins Ziel kommen werden. Der Fuß fühlt sich nicht besser an und an dem Entschluss am Ziel und somit Parkplatz auszusteigen wird nicht mehr gerüttelt. Einen Eistee geschnappt und damit ab zum Auto. Zumindest die Kamera holen und ein paar Fotos der Vereinsmitglieder machen. Selbst 5min nach dem Ausstieg merke ich noch, wie mies es mir geht.

Ursachenanalyse

Normalerweise liegt mir wärmeres Wetter, aber die Schwüle hat allen extrem zu schaffen gemacht. Selbst unser Ultraläufer meinte, dass er auf den letzten Kilometern absolut fertig gewesen wäre. Unterwegs fehlte dazu noch die Energie. Dabei habe ich extra Toast mit Honig gefrühstückt, mir vor der Anmeldung eine Banane auf der Zunge zergehen lassen und 15min vor dem Start einen halben Müsliriegel in den Mund geschoben. Das hatte bei allen Läufen ausgereicht, erst recht bis Kilometer 11. Bei allen langen Trainingsläufen bin ich nüchtern gestartet und hatte erst bei Kilometer 15-17 mit einem Müsliriegel Energie nachgeführt. Alles sehr rätselhaft und das Gefühl kannte ich nur vom ersten Köln Marathon, bei dem der Körper ähnlich übel reagiert hatte. Da aber war es soweit, als sich die Verbrennung auf Fett umstellte und das Wetter war dort kalt und regnerisch.

Die Verletzung war heute natürlich auch im Hinterkopf und wäre eine schöne Erklärung gewesen. Aber daran lag es nicht. Ohne hätte ich mich vielleicht ins Ziel gebissen, wie damals beim Marathon, aber bei einem Wald- und Wiesen-Halbmarathon war der Ausstieg logisch, wenn auch sehr bitter.

Der Marathon wird mir in den nächsten Tagen definitiv Kopfzerbrechen bereiten. Der Fuß wird wohl den Weg zu meinem Arzt finden, den ich zuletzt bei einer Verletzung wenige Wochen vor dem Bonn-Marathon besucht hatte. Dort hatte ich versucht die Schmerzgrenze zu überschreiten und ein Wehwechen zum echten Trainingsblocker herausgefordert.

Mein erster Triathlon

IMG_5406

Dieses Jahr gab es ein großes neues Ziel. Im Frühjahr ist die Idee gereift und hat mich seitdem Woche für Woche begleitet. Ein Triathlon sollte es werden. Für manche leichter gesagt als getan, für andere unvorstellbar. Als ich die Idee in ein Ziel formulierte lag ich etwa in der Mitte von beiden. Ja, die Einzeldistanzen klingen nicht lang, aber ich bin Jahre nicht geschwommen. Zumindest das Rennrad habe ich alle Wochen mal rausgepackt und somit zumindest das Laufen sollte kein Problem darstellen.

Warum?

Der Reiz neue Grenzen zu überschreiten ist etwas großartiges. Beim Training sagen zu können: so weit bin ich noch nie im Leben gelaufen, versetzt einen kalten Schauer über den Rücken. Aber im Laufen bin ich letztes Jahr beim Marathon angekommen. Noch nicht gut, aber deswegen gibt es ja in Kürze noch den Köln Marathon. Aber nach dem Marathon wird es im Laufen schwierig. Schneller werden ist schön, aber das ist nur Ego-Kosmetik, gegen dem was ich beim Laufen letztes Jahr erleben durfte. Beim Triathlon habe ich jetzt zwei weitere Sportarten, bei denen ich dieses Gefühl wieder erleben durfte. Mit meinen bescheidenen Schwimmkünsten konnte ich zwar ein paarhundert Meter Brust in einer schlechten Zeit schwimmen, aber das Ziel war den Triathlon durchzukraulen. Die ersten zwei Wochen waren das nicht mehr als 25m am Stück, was in mir echte Zweifel aufkommen lies. Bleibt man aber dran und beißt sich durch diese Zeit, so kann man wöchentlich beobachten, wie es besser klappt. Auch nach ein paar Monaten liegt im Schwimmen immer noch mein größtes Potential, aber es lief gar nicht so schlecht.

Der Verein

Zwei Monate vor dem Triathlon ging es nicht weiter. Hallenbäder aufgrund des Sommers geschlossen, unendliche viele offene Fragen zum Triathlon und echte Zweifel, wie das in acht Wochen zu machen ist. Nach einiger Recherche einige Mails verschickt und direkt Antwort von der Triathlonabteilung des TPSK erhalten. Zwei Tage später war ich dann schon beim Training im 2km entfernten Hallenbad in Nippes mit dabei und fühlte mich sofort wohl. Die Trainingsmöglichkeiten, die vielen Tipps und beantworteten Fragen haben im Endeffekt dazu geführt, dass ich für den ersten Wettkampf super vorbereitet war und haben auch jede Menge Nervosität genommen. Dazu haben diese acht Wochen Training vom Schwimmen bis Laufen wirklich sehr viel Spaß gemacht. Somit geht ein ganz großer Dank an den Verein. Trotzdem das Leistungsspektrum im Verein sehr breit ist, bleibt der Langsamste niemals alleine zurück. Trotz der doch sehr auf sich zentrierten Sportarten steht die Gruppe im Vordergrund. Vorher gar nicht so sehr vermutet, war es die erste Radtourenfahrt und die Schwimmeinheiten im Neoprenanzug im Fühlinger See, die alleine beim Gedanken daran ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Kurz vor dem Wettkampf

Der Wettkampf kam plötzlich schneller näher als erwartet. Viele tolle Trainingsideen waren noch gar nicht umgesetzt und so lag der Triathlon-Suit noch ungenutzt im Schrank. Als erfahrener Läufer weiß man, dass man seine Kleidung zumindest einmal zur Probe getragen haben sollte. Drei Tage vor dem Triathlon also nach der Arbeit den Tri-Suit angezogen und das erste Koppeltraining (Rad- und Laufeinheit nacheinander) absolviert. Beim Laufen wollte ich sehen, ob ich die Socken weglassen kann, denn diese müssen angezogen werden, was im Wettkampf Zeit kostet. Die Koppeleinheit verlief super, aber ohne Socken fühlte sich mein rechter Fuß gar nicht wohl und zeigte bereits nach 4km gehörige Scheuerspuren. Dem linken Fuß war das egal, aber aus Rücksichtsnahme, musste ich dann doch mit Socken auf die Laufstrecke gehen. Donnerstag ging es dann auf die letzte Schwimmeinheit in den Fühlinger See und die 700m Wettkampfstrecke, die vor acht Wochen noch verdammt lang klangen, waren mittlerweile zu weniger als einer normalen Trainingseinheit zusammengeschrumpft. Der Lauf im Anschluss verlief auch sehr gut, weswegen ich den Freitag zur Erholung nutzte. Erholung war gut gesagt, denn der Vortag wurde schon komplett zur Organisation verwendet. Die Packliste kam mir länger vor als im Urlaub und war wie folgt aufgebaut:

Schwimmen:

  • Championchip
  • Tri-Suit
  • Neoprenanzug
  • Schwimmbrille
  • Badekappe
  • Body-Glide

Rad:

  • Rad
  • Tacho genullt
  • Brille
  • Schuhe
  • Helm
  • Startnummer
  • Trinkflasche

Laufen:

  • Schuhe
  • Socken

Sonstiges:

  • Essen
  • Getränke
  • Handtücher
  • Duschzeug
  • Frische Wäsche
  • Kamera
  • Schlüssel
  • Anfahrtsbeschreibung
  • Startzeiten

Der große Tag

Früh aus den Federn, denn meine Eltern waren zum Wettkampf eingeladen und mussten auch mit eingeplant werden. Gepackt war alles soweit und im Kopf hatte ich den Zeitplan schon fest vergeben. Da der Wettkampf erst um 12 Uhr war, musste ich den Magen füllen, wobei ich diesmal keine besondere Ernährung zu mir nahm, sondern versuchte möglichst normal zu essen. Mit Brötchen im Magen und Müsliriegeln vorm Start, klappte es nachher problemlos. Die Startunterlagen hatte ich schon am Donnerstag beim Training mitgenommen, denn die Trainingsstrecke war gleich der Wettkampfstrecke. Das Rennrad wurde auf dem Fahrradträger meines Vaters verstaut und bewaffnet mit zwei vollen Rucksäcken und Kameras ging es Richtung Fühlingen. Der Parkplatz war noch schön leer und nur 350m vom Start entfernt. Also alles mitnehmen und das Fahrrad einchecken. Hierbei wurde der Helm inspiziert und auf guten Sitz überprüft. Ich hatte die Aufkleber mit der Startnummer noch nicht angebracht, was ich dann noch nachholen musste. In der Wechselzone waren wir dann nach Startnummern eingeteilt, wobei die Reihen an sich dann frei gestaltet werden konnten. Die Starterin neben mir war auch bei ihrem ersten Start und man fragte sich, ob man wirklich alles hatte. Das Rad mit dem Lenker in die Halterung gelegt, wurde dann das Handtuch ausgebreitet. Darauf oben positioniert die Laufschuhe mit aufgerollten Laufsocken im jeweils richtigen Schuh. Darunter die Startnummer, der Helm mit Radbrille und die Radschuhe. Profis haben diese direkt in den Pedalen, aber da ich das nicht geübt hatte, wollte ich kein Risiko eingehen. Die Sachen für den Schwimmstart (Champion-Chip, Tri-Suit, Neo, Schwimmbrille und Badekappe) hatte ich im zweiten Rucksack. Da alles schneller lief als geplant, war ich schon recht früh in der Wechselzone fertig und schaute mir dann noch mal genau die Laufwege an, um mich im Wettkampf besser zu orientieren. Das kann ich jedem nur wärmstens empfehlen, denn nachher sieht jede Reihe gleich aus. Da hilft es zu wissen, wo man herkommt und sich Fixpunkte (z.B. Bäume) zu setzen. Die 1 1/2h bis zum Start scheuchte ich meine Eltern dann über die Triathlonmesse und kreuz und quer über das Gelände, in der Hoffnung noch ein paar Starter vom Verein zu treffen. Dann die goldene Frage: Wann und wo in den Neo und wann ab ins Wasser. Ich war vorgewarnt worden, nicht zu früh ins Wasser zu gehen, was eine wirklich gute Idee war. Die Vorbesprechung sollte um 11.30 Uhr stattfinden, wobei ich um 11:15 Uhr noch niemanden im Neo rumlaufen sah. Zudem war es nicht allzu warm und 45min barfuß rumlaufen, wollte ich dann auch nicht. Da mir eigentlich alles von der Strecke ausgiebig bekannt war, verpasste ich dann auch prompt die Vorbesprechung, weil ich mich gerade in den Neo reinschälte. Beim Shoppen in der Woche zuvor hatte ich noch Bode-Glide bei SportScheck gefunden, was die Reibung des Neos vermindern sollte und beim schnellen Ausziehen helfen sollte. Am Hals hatte ich nach dem Training immer leichte Scheuerstellen und ich kann schon mal vorweg nehmen, dass das Zeug super geholfen hat. Um 11.40 Uhr war ich dann soweit fertig und wartete darauf, dass immer mehr Starter Richtung Wasser gehen. Wo es vorher schien, als ob kaum Starter da wären, hörte der Zustrom der Neo-Jünger kaum auf. IMG_5302Beim Wassereinstieg angekommen traf ich dann auch noch auf drei weitere Starter des Vereins, was meine kaum vorhandene Anspannung vollends nahm. Ein kleiner Plausch und da zwei der Starter sich auch nicht vorne im Schwimmen sahen, gingen wir recht spät ins Wasser. Hier hilft es unglaublich eine genaue Uhr mit dabei zu haben, denn sonst ist man echt zeitlos. Da meine Forerunner einerseits ein Klotz ist, der zudem nicht wasserdicht ist und ich in den Wechselzonen eh schon an so viele Dinge denken muss, hatte ich nur meine Zeit- und Stoppuhr von Timex namens Ironman angezogen. Also ab ins Wasser und schon mal die Schwimmbrille richten. Zum Start waren es noch 50m zu schwimmen und auf der Breite des Fühlinger Sees hatten sich die Schwimmer vor der Startlinie aufgereiht und paddelten fröhlich vor sich hin, um an der Wasseroberfläche zu bleiben. Die Startbahn war so breit, dass man eigentlich maximal drei Schwimmer vor sich hatte und so konnte ich dem Start entgegensehen. Zufällig erwischte ich genau eine Stelle, an der ein Stahlseil gespannt war (1,70m unter der Wasseroberfläche) und konnte somit nach dem Start eine gute Orientierung gewährleisten.

Der Wettkampf

IMG_5317In der Ferne hört man aus Richtung der Tribüne ein 7-6-5-4-3-2-1, das Wasser schäumt auf und ich kraule los mit dem Kopf unter Wasser. Der befürchtete Kampf am Anfang stellt sich nicht ein und ich kann einfach an dem Stahlseil entlangschwimmen. Von rechts kommt ein Schwimmer näher, aber im Kraul ist das recht problemlos. Ich weiche nach links über das Seil aus, habe dann aber wieder Platz. Ich merke, dass ich ein paar Schwimmer überholen kann, aber gleichzeitig auch Einige schneller sind. Die ersten geschätzen 200m sind rum und ich habe meinen Rhythmus gefunden. Ab und zu hat man einen Schwimmer in der Nähe und eventuell leichte Körperberührungen, aber alles problemlos. Mal etwas am Fuß, man ein Arm neben einem, aber es geht weiter. Ich merke wie einige Schwimmer vor mir nach links tendieren und ein Blick zeigt, dass die Wendeboye quer zu meiner Schwimmrichtung liegt. Also schlage ich auch die Richtung ein und kann diese auch einfach halten. Die Schwimmer um einen herum geben schon etwas die Richtung vor und man braucht sich nicht intensiv um die Streckenführung zu kümmern. An der Boye wird es befürchtet eng und man muss kurz stoppen. In der Hoffnung danach normal weiterzuschwimmen gehe ich in Kraul über, merke aber plötzlich wie eng es ist. Dazu kommt, dass genau vor mir ein Brustschwimmer auf gefühlten 2m Platz genommen hat. Links ist kurz Platz, aber in die Lücke scheint jemand reinzustoßen und nimmt mir die Möglichkeit weiter um den Brustschwimmer herumzukommen. Unter Wasser kann man schön die Trittbewegung des Brustschwimmens beobachten und ich versuche genügend Abstand zu halten, um keinen Tritt zu erhalten. Rechte neben mir ist auch voll, also zwänge ich mich weiter nach links, um mit mehr Kraft an dem Brustschwimmer vorbeizuziehen. Stößt man beim Kraul aneinander ist das nicht schlimm, da man einfach lang im Wasser liegt, ist also eher ein anlehnen, als echtes behindern. Ich ziehe am Brustschwimmer vorbei, aber habe anscheinend links und vor mir schon wieder jemanden im Brustschwimmen. Nach der Wende ist es überall verdammt eng und entweder waren die Brustschwimmer im ersten Teil sehr schnell oder den Kraulschwimmern ist die Kraft ausgegangen. Ich war jedenfalls nicht schnell genug, um nur mit Kraulschwimmern unterwegs zu sein und so hagelt es schläge, sehe Brustschwimmfüße näher und weiter weg gehen und fühle mich nicht mehr super wohl. Beim Hochblicken sehe ich am Rand das Ziel. Allerdings war es das noch nicht, denn es ist das Tor für den noch weit entfernten Zieleinlauf. So langsam schwinden auch die Kräfte in den Armen, aber ich werde den Teufel tun und ins Brustschwimmen übergehen. Da bekomme ich einen festen Tritt voll auf die Lippe. Keine Ahnung von wem und woher genau, aber die Schwimmbrille sitzt nicht mehr und die Lippe beginnt sofort zu pochen. Ich hoffe darauf, keine Platzwunde zu haben, merke aber wie die Lippe zumindest anschwillt. Kein Blutgeschmack also weiter. Noch 50m und ich sehe die Helfer an der Treppe. Vorher wird es noch mal eng, aber ich bin in Gedanken schon beim Wechsel. Vor der Treppe der nächste kleine Stau, aber da ich die Stufen kenne, geht es gut hoch. Den Ratschlag die Hände am Rand anzunehmen, hätte ich gerne verwirklicht, aber ich komme mittig auf die Treppe. Jetzt Gleichgewicht halten und ab zum  Wechsel. Leicht benommen von der Anstrengung läuft man auf dem Teppich gesäumt von jubelnden Zuschauern. Also Band abspulen und es sagt: zieh den Neo bis zum Bauch aus. Ich ziehe die Kordel am Reißverschluß, nachdem ich diese von vorne nach hinten gelegt habe. Zum Glück ist der Laufweg lang genug. Ich höre meinen Namen und sehe bekannte Gesichter aus dem Verein. Achja Kameras überall und meine Eltern müssen auch noch folgen. Der gedankliche Versuch zu lächeln ist mir laut den Bildern nicht geglückt und bin mittlerweile im trabenden Lauftempo angekommen. Ich sehe meine Eltern lande in der Wechselzone.

IMG_5333

Genau wie vorher angesehen finde ich mein Rad. Allerdings ist der Platz, den ich vorher so schön vorbereitet hatte, von einem anderen Rad blockiert. Ich stehe als fast mitten im Gang und kann die Füße nicht auf dem Handtuch abstellen. Das linke Bein flutscht aus dem Neo, allerdings hängt das rechte Bein fest. Nachdem es befreit ist, lege ich den Neo auf den freien Platz des Handtuchs, und ziehe die Radschuhe an. Dann klemme ich mich zwischen die Räder und komme an den Helm mit der Radbrille dran. Dank des  Tri-Suits muss ich kein T-Shirt oder sonst etwas anziehen. Fast die Startnummer vergessen ziehe ich diese im geschlossenen Zustand über und nehme mein Rennrad aus der Halterung. Alle Laufen also gehe ich auch in den Laufschritt über, was ich mit den Rennradplatte noch nie geübt habe. Hier sind die vor 10 Tagen montierten SPD-SL Platten ein echter Vorteil gegenüber dem blaken Metall der alten SL-Platten. Da kommt auch die Linie auf der sich alle aufs Rad schwingen. Da höre ich wieder meinen Namen und sehe wieder ein bekanntes Gesicht aus dem Verein. Zu leicht angeschoben komme ich etwas schwer in die Pedale und muss nochmal Schwung holen.

Das Radfahren startet und ich bin bester Laune. Vom Tempo her starte ich super, um erst mal zu merken, dass ich das Tempo bestimmt nicht dauerhaft fahre. Morgens noch mitbekommen, ist es nicht nur eine Runde sondern zwei, was mich im Wettkampf sonst sehr irritiert hätte. Vor mir und hinter mir sind genügend Starter zur Orientierung und ich komme ganz gut ins Fahren. Ziel hierbei ist, keinen Fahrer auf einem Trekkingbike vorbeizulassen. Diese sind auch am Start und waren anscheinend ganz gute Schwimmer. Ich habe schon das Gefühl weiter nach vorne zu kommen, allerdings werde ich auch von einigen Fahrern vorallem in Aero-Position geschluckt. Beim Blick nach Links sehe ich einen Starter aus dem Verein, der mich gerade überholt. Leider ist es verdammt windig und auf der langen Geraden der Radstrecke hat man übelsten Gegenwind. Zum Glück nur über 4km, denn danach steht der Rückweg an. Vom Tempo her versuche ich am Vereinskollegen ran zu bleiben, der 30m zwischen uns gesetzt hatte. Windschattenfahren ist nicht erlaubt, wobei ich mir dort anfangs mehr Gedanken drum mache. Man fährt eben nicht Rad an Rad, aber es sind so viele Fahrer auf der Strecke, dass man zwangsläufig hier oder da in näherer Umgebung ist. Der erste Kreisverkehr war dann noch nicht der erhoffte Wechselpunkt, denn der linkt noch einen Kilometer im Gegenwind entfernt. In tiefer Haltung werfe ich mich also nach der Ortschaft wieder in den Wind, kann aber mein Tempo halten. Da kommt dann auch schon der Kreisverkehr und ich beschleunige mit Rückwind aus dem Sattel heraus. Beim Rückweg kann ich gut über 30km/h bleiben und komme sogar wieder an den Vereinskollegen ran. Das gerade Stück verläuft gut, wobei ab und zu immer noch Fahrer in Aero-Position vorbeiziehen. Bringt diese Position und das Rad wirklich so viel oder trainiert man einfach mehr, wenn man schon so viel Geld für ein Rad ausgegeben hat. Mein echtes Radtraining ließ zu wünschen übrig und mein Rad gehört zu den billigsten Rennrädern, was mich an dem Tag nicht sonderlich kratzt. Immerhin geht es um die Beine und nicht um den cooleren Aufkleber. Da kommen dann die kurvigen Teile vor dem Fühlinger See und es gibt sogar eine Verpflegungsstation mit Wasserflaschen. Im Nachhinein hätte ich eine als Erinnerung mitnehmen sollen und voll in den Halter stecken müssen. Ich hatte aber mit Eistee vorgesorgt und beim Radfahren kann man wirklich in Ruhe trinken, was ich auch an vier Stellen gemacht habe. Beim Laufen ist es immer ein Krampf auch nur 100ml aus zwei Bechern hinunterzubekommen. Der Wendepunkt ist direkt vor der Wechselzone und von Zuschauern gesäumt. Eine tolle Stimmung und trotz des Tempos erkenne ich meinen Vater am Rand. IMG_5366IMG_5368Kurz in die Bremsen, um dann voll motiviert aus dem Sattel heraus in die zweite Runde zu starten. Martha ist vor mir (die Startnummer ist mit Namen versehen und baumelt beim Radfahren hinten) und hält hart dagegen, als ich neben ihr vorbeifahren will. Also Tempo halten und zwischenzeitlich eine weitere Fahrerin überholen. Bei einem leichten Anstieg mit Steigung gehe ich dann vorbei und stehe wieder mitten im Wind. Beißen, aber ich werde nicht zurück überholt, also haben alle die gleichen Probleme. Mit und mit überhole ich weitere Fahrer und kann vor allem Starter ohne Rennrad recht leicht hinter mir lassen. Diese sind im echten Nachteil, weil ein Tempo um die 30km/h damit wirklich schwer ist. Zuschauer gibt es eigentlich keine, aber genügend Streckenposten, die die Strecke super gesichert haben. Also wieder hoch zur Wendemarke, vorher noch einen guten Schluck nehmen und diesen verdammten Fahrer überholen, der gerade in der Aero-Position an mir vorbeigezogen ist. Mit 40km/h im Rückenwind packe ich das dann auch, habe aber dessen Ehrgeiz geweckt und werde noch links überholt, während ich ein paar Fahrer links überhole. Dranbleiben kann ich leider nicht, aber ich habe mir die Kräfte gut eingeteilt und kann weiter mein Tempo fahren. 20 Kilometer liegen hinter mir und plötzlich ist da noch jemand mit einem Mountain-Bike. Locker mit 30km/h unterwegs rollt er mit halben Panzer-Reifen auf der Strecke. Wahnsinn, ich will nicht wissen, welches Tempo der auf einem Rennrad drücken würde. Kurz vor dem Wechsel wird es noch mal eng, da einerseits ein Fahrer von hinten gekommen ist, sich aber auch vor mir gerade eine kleine Gruppe befindet. Wasser lasse ich wieder links liegen und Rolle Richtung Wechselzone. Das Risiko aus den Schuhen zu gehen, will ich nicht eingehen und so lasse ich die Klickpedale rausgehen und bremse komplett vor der Linie ab.

Im Laufschritt dann wieder Richtung eigenem Handtuch, wo ich diesmal mehr Platz habe. Rad einhängen, Laufschuhe ausziehen, Helm auf und ausziehen. Die aufgerollten Socken sind schnell angezogen und die extra präparierten Laufschuhe sind schnell angezogen. Keine Zeit zum Durchatmen, sondern loslaufen. Schnell die Nummer nach vorne gezogen und angefeuert von den Massen auf die zum Großteil bekannte Laufstrecke. IMG_5387Es läuft holprig los, aber ich merke schon, dass ich schneller als die meisten um mich herum bin. Also nach vorne arbeiten. Bei der ersten kleinen Erhöhung denke ich darüber nach, wie scheiße sich das Laufen gerade anfühlt, wobei ich gerade mal 24km gefahren bin. Ich wäre gerne noch länger gefahren, aber das Laufen holt mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Ein Läufer vor mir verliert seine Brille und laut fluchend drückt er das herausgefallene Glas wieder in die Fassung. Ich weiß nicht, ob es die Wut war, aber er läuft genau in meinem Tempo ohne mich vorbei zu lassen und so hänge ich ganz gut dahinter. Keine Ahnung wo mein Puls ist, aber niedrig auf keinen Fall. Normalerweise laufe ich mit Pulsmesser, den ich aber wie anfangs erwähnt zuhause gelassen habe.  Das Gelände rund um den Fühlinger See ist eigentlich sehr schön, aber genießen kann ich es nicht. Das Tempo scheint zu passen, aber auf 7km kann man eben kein langsames Tempo einschlagen. Also kann man schon und da ich keine Gesamtzeit einschätzen konnte, muss ich keine feste Zeit erreichen, aber man gibt alles – unter der Prämisse, dass noch einige Kilometer vor einem liegen. Da kommt ein Wasserstand und rechts gibt es Iso-Getränke Verpflegung und links Wasser. Auf dem Rad schon genügend getrunken schnappe ich mir einen Wasserbecher und trinke einen Schluck. Leider waren die Wasserstellen nicht auf dem Plan ausgeschildert, wobei 7km Laufen problemlos sein sollten. Es läuft nicht rund, aber ausreichend schnell und so mache ich etliche Plätze gut. So wie manche auf der Laufstrecke unterwegs sind, ist kaum zu glauben, wie die in den vorherigen Disziplinen so schnell waren. So einen üblen Laufstil habe ich selten gesehen. Zumindest lenken diese Gedanken vom Laufen ab, denn ich habe gerade mal 3km hinter mir und fühle mich nicht toll. Aber es ist ein tolles Gefühl einen Läufer in der Ferne zu nehmen und zu sagen: dich bekomme ich auch noch. Das klappt auch wunderbar und muss dabei bemerken, dass ich gerade mitten im Marathontraining stecke, wobei die meisten anderen vermutlich gleich viel wie ich in den anderen Sportarten gemacht haben. Somit ist das nicht fair. Fair hin oder her bin ich auf der Gegengerade des Fühlinger Sees und hoffe, dass die Kilometer endlich vorbei gehen. Zwei Kilometer vor dem Ziel bin ich froh nur noch 2000m vor mir zu haben, die wie ein Klacks klingen. Aber ich muss schon sehr beißen, um das Tempo zu halten und weiter durch die Läufer zu pflügen. Die Streckenführung ist kurz vor dem Ziel etwas schwierig und dass ein Triathlon kein Lauf ist bemerke ich daran, dass nach den ausgeschriebenen 7km noch kein Ziel da ist. Alle laufen weiter, also tue ich das auch. Stand in den Unterlagen jetzt 7 oder 7,5 geht es mir durch den Kopf. Die Menschenmassen unten am Fühlinger Ufer lenken mich davon ab. In der Ferne leisten sich zwei Läufer einen Endspurt und ich ziehe das Tempo auch noch mal an. Ich erblicke meine Eltern, bin happy und renne in ein immer lauteres Publikum. Links und rechts säumen Cheerleader den Weg und begleiten mich mit einer Laola ins Ziel. Ich reiße die Hände hoch, blicke auf die Uhr und bin mit 1:36:16 im Ziel. Kurz ans Geländer und Durchatmen, denn ich habe alles gegeben. Mit den Worten: das hast du dir verdient wird mir noch am Geländer eine Medaille umgehangen und einige Schritte später baumelt noch eine Haiwai-Kette am Hals. Beim Rausgehen merke ich, dass es anscheinend noch ein T-Shirt gibt und muss mich noch mal weiter hinten anstellen. Das Buffet ist toll und ich greife zu einer Cola und einem Stück Apfel-Streuselkuchen. Über Obst mit Melonen und Co, kann sich hier jede Laufveranstaltung eine Menge abschauen. Glücklich schaue ich, ob ich noch jemanden aus dem Verein erblicke, mache mich dann aber auf den Weg zu meinen wartenden Eltern.

Fazit:

Es hat wahnsinnig Spaß gemacht und wird vermutlich eher als reine Läufe die sportliche Zukunft dominieren. Der Wettkampf war besonders beim Schwimmen ein echter Kampf, wobei das Radfahren am angenehmsten war. Beim Laufen, wo ich den besten Vergleich habe, merkte ich die vorherige Anstrengung doch sehr deutlich. Die Vorbereitung war super und ich bin im Schwimmen sogar im echten Mittelfeld angekommen, was ich nicht gedacht hatte. Beim Radfahren habe ich nicht so deutlich Zeit gewinnen können, was beim Laufen mit einer 4,30er Pace (min/km) eigentlich schon ganz gut war und mir einen Platz so ca. genau im ersten Drittel gesichert hat. Über den Winter will ich jetzt an der Schwimmtechnik arbeiten und im nächsten Jahr noch etwas mehr Fokus auf das Radfahren legen. Mit einer angepeilten 1:30h wäre ich dann super dabei, wobei ich nicht weiß, ob es nicht zu hohe Ziele sind. Beim Laufen konnte ich aber im Vergleich zum letzten Jahr richtig an Boden gut machen. Warum also nicht auch im Triathlon. Die Smart-Distanz war richtig für den Einstieg, aber fast schon zu Smart. Etwas mehr Rad- und Laufstrecke würde mich eher ansprechen. Die erhöhte Schwimmstrecke müsste ich dann wohl in Kauf nehmen.

Die Veranstaltung war toll organisiert und man merkt den Mehraufwand zu Laufveranstaltungen. Deswegen noch ein Lob an Veranstaltung und vor allem die Helfer, die bei schlechtem Wetter die Veranstaltung erst ermöglicht haben.

Mit fast 4000 Wörtern ist der Artikel wohl der längste im Blog, wobei ich weiß, dass auch der ein oder andere aus dem Verein hier mit liest und das auch Motivation zum Schreiben bringt.

Sind die denn des Wahnsinns?

Heute war ein warmer Tag und um kurz vor 21 Uhr eine Temperatur von 26° bestätigt dies. Gerade komme ich von einer Laufrunde zurück und es war voll. Scheinbar jeder hatte seine Caprihose gefunden oder sein Fußballtrikot aus dem Schrank geräumt, um den Staub mal so richtig fliegen zu lassen.
Jetzt mal ehrlich, seid ihr des Wahnsinns? Warum nutzt ihr nicht das Wetter, wenn es mal etwas schlechter ist. Später liest man in der Zeitung wieder von Notarzteinsätzen, weil Joggern das Wetter nicht bekommt. Ich kann meinen Körper mittlerweile ganz gut einschätzen, weil ich min. 50km bei jedem Wetter unterwegs bin. Vermutlich hört man die Leute nachher sagen, dass Laufen ja so anstrengend ist. Bei dem Temperaturen auf jeden Fall, auch für mich.
Kleiner Tipp am Rande: geht gerade dann laufen, wenn die Sonne nicht scheint. Ok, bei Regen bin ich auch schwer zu überreden, aber gerade am Anfang sollte man so schonend mit seinem Körper umgehen wie nur möglich.
Ich glaube nur auf meiner Bilderstöckchen-Runde waren es locker 30-40 Jogger. Leute mit Hund mal nicht mitgezählt. Ich habe dort aber auch schon Runden gelaufen, bei denen mir insgesamt 2 Personen begegnet sind.

Mocki – tolle Leistung

Der Marathon bei der WM der Frauen hat richtig Spaß gemacht. Sabrina Mockenhaupt, die ich schon in Köln beim Samba-Training bestaunen durfte, hat eine tolle Leistung hingelegt. Leider hat das ARD es nicht für nötig gehalten, den Zieleinlauf auch nur ein paar Minuten zu zeigen. Nachdem China gewonnen hat. Dachte bei einer WM im eigenen Land wäre so etwas üblich. Direkt mal Kontakt aufgenommen:

Hallo Redaktionsteam,

ich möchte gerade meine Enttäuschung darüber ausdrücken, dass der Zieleinlauf von Sabrina Mockenhaupt nicht mehr übertragen wurde. Nachdem man über zwei Stunden einer Sendung folgt, bei der eine deutsche Sportlerin eine tolle Aufholjagt hinlegt. Dies stand auch im Zentrum der Berichterstattung und ist somit nicht nachzuvollziehen, dass vermutlich 2-5min zu früh in die Programmvorschau ausgeblendet wird. Mal wieder sehr enttäuscht über die gezahlten GEZ Gebühren. Es gibt auch noch andere Sportfans neben Fußball, wo bei einer Verlängerung dies garantiert nicht passiert wäre.

Mit freundlichen Grüßen
Simon Tiffert

Es nervt – Medien im Doping-Rausch

Gestern Abend wurde der Weltrekord auf 100m gebrochen. Toll – fantastisch und eine wirklich tolle Leistung. Nein, ich saß nicht gebannt vorm Fernseher, aber lese es mir gerade durch. Nur eines fällt mal wieder auf. Da werden ganze Satzblöcke gebaut, nur um wieder auf das eine zu kommen: DOPING, DOPING, DOPING.
Ist es nicht die Leistung der Sportler die im Vordergrund stehen sollte? Sollte nicht jeder unschuldig sein, bis seine Schuld bewiesen ist? Wo soll denn der Sport hingehen? Langsamer werden, damit die Medien endlich wieder über den Sport berichten? Ein Weltrekord, hui, bestimmt voll Drogen. Stärker als die anderen also bestimmt ein besserer Arzt? Ja ich mache viel Sport, ich bin Welten von Top-Platzierungen und Bestzeiten entfernt, aber ich weiß welche Arbeit dort drinnen steckt. Wir reden hier von Sportlern, die seit ihrer Kindheit nichts anderes machen, außer hart dafür zu trainieren, um so gut zu sein wie sie jetzt sind. Haben diese Sportler und die Zuschauer nicht auch ein Recht darauf Sportler zu feiern? Man schämt sich fast für jede neue Bestzeit, denn es könnte ja mit unrechten Dingen zugegangen sein. Und was bewirkt Doping? Sicherlich einige Prozent mehr Leistung, aber die sind auch nur bei einem Top-Sportler wirksam. Da geht kein Couch-Potato an den Start, wirft sich Epo anstatt Chips in den Bauch und läuft plötzlich die 100m unter 10 Sekunden.
Schon mal Rennrad gefahren? Schon mal versucht gute Hobbyfahrer einzuholen? Die fahren noch keine Tour de France, würden sie dopen, dann auch nicht. Also habt Respekt vor der Leistung. Wenn ich den Fernseher einschalte, will ich nicht hören, wer wieder wo beschuldigt wird. Wird jemand überführt, sperrt ihn doppelt so lange – Punkt. Steckt meinetwegen mehr der Sponsorengelder in bessere Testverfahren, aber lasst und endlich den Sport wieder genießen. Ich traue mich kaum ARD + ZDF einzuschalten, dort fällt das Wort Radsport doch nicht mehr ohne das Wort Doping. Man schaut Rund um Köln und jeder Interviewgast wird über seine Meinung zum Thema Doping gefasst. Ihr habt doch Phönix, sendet das doch da und lasst uns den Sport.
Der einzige Sport der 100% dopingfrei ist, ist doch wenigstens Fußball. Warum eigentlich? Warum bekommt die Sportschau nicht auch ihre 30% Quote Dopingberichterstattung verpasst? Achso sind ja alle sauber. Ist ja kein Profisport. Ach warte doch, aber bei einem 3:2 werden keine Weltrekorde gebrochen. Sprints sind ja auch kein Bestandteil. Schade nur, dass mich Fußball nicht interessiert.
Und wer einen längeren Artikel zum gestrigen Weltrekord von Usain Bolt in die Kommentare setzt, der nicht Doping erwähnt, wird gerne zu einer Currywurst eingeladen. Echtem Doping eben.

RTF Immendorf

RTF – unschöne Abkürzung für den doch sehr deutschen Begriff Radtourenfahrt. Nachdem geklärt ist, dass es sich hier nicht um das Rich Text Format handelt, was ist denn so eine Radtourenfahrt. Bis zur Mitte des Jahres war mir der Begriff auch noch nicht klar, sollte aber sowas wie ein organisiertes Radrennen ohne Rennen sein.

Eingeladen von der Triathlonabteilung des TPSK war der Treffpunkt Immendorf um 8 Uhr ausgeschrieben. Der Wecker nervte ab 6 Uhr und ich schwang mich kurz nach 7 Uhr auf das Rennrad, um pünktlich im kurz vor Godorf gelegenen Immendorf anzukommen. Ich bin noch nie so gut durch Köln durchgekommen und bei noch regenfreiem Wetter ging es ein Stück am Rhein entlang. Kurz vor 8 Uhr war ich dann auch da und hier beginnt schon eine Besonderheit. Eine RTF startet nicht um eine gewisse Uhrzeit, sondern es gibt ein Startfenster und einen Kontrollschluss. Genauso gibt es nicht eine Strecke, sondern es gibt mehrere Längen je nach Geschmack: 43, 73, 111, 151 und 201 (Marathonrennen). Man darf seine Veranstaltung aber nicht einfach RTF nennen, denn der Bund Deutscher Radfahrer möchte ein paar Punkte erfüllt sehen. Dazu zählt zum Beispiel die Ausschilderung der Strecke. Teil der RTFs ist meist auch ein Frühstück und ein Imbiss, sowie Verpflegungsstellen unterwegs, die schon vor der Fahrt vom Verein gelobt wurden. Macht man regelmäßig bei RTFs mit kann man auch Punkte je nach Distanz sammeln, eine entsprechende RTF-Wertungskarte gibt es für Mitglieder des BDR.

Die Stimmung kann man in etwa mit einem Volkslauf vergleichen – nur entspannter – denn es gibt keine Sieger. Das Publikum war positiv gemischt: von Radvereinen mit etlichen Mitgliedern, geht es über Fashionfahrer bis hin zum Freizeitfahrer mit Cityrad.

Kurz nach 8 Uhr waren wir versammelt und ich meldete mich als Trimmfahrer an, was mir eine Startnummer bescherte, die erst mal am Trikot befestigt sein wollte. Die Streckenlänge muss hier noch nicht angegeben werden, sondern kann später während der Fahrt entschieden werden. Bei der vorgefundenen Strecke war der erste Teil aller Streckenlängen identisch. Es ging los und geschätzte 1000m nach dem Start ereilte uns der erste Platten in der Gruppe. Gerade beim Rennrad keine Seltenheit, denn der hohe Druck kombiniert mit sehr dünnen Slicks ist bei spitzen Gegenständen wie Glas oder kleinen Steinchen sehr empfindlich. Nach einer schnellen Wechselzeit ging es dann weiter und ich war froh, dass der angekündigte Schnitt von 32km/h nicht ernst gemeint war. Im Prinzip entscheidet jeder selber sein Tempo bei einer RTF, allerdings ist dies in Gruppen natürlich anders. Weitere fünf Kilometer später war der gleiche Reifen erneut platt, wobei wir den Armen erst mal zurück ließen, um ihn aber später bei der ersten Verpflegungsstelle wieder in die Gruppe zu integrieren. Ich hatte mir vorgenommen die 73km Runde zu fahren, da ich einerseits noch wenig Erfahrung mit Strecken über 100km habe und auch noch eine An- und Abfahrt von über 30km hatte. Ich dachte, dass der Rest der Gruppe gesammelt die 111km in Angriff nehmen wollte, war dann aber erfreut, dass noch jemand die 73km Runde fahren wollte. Der angekündigte Regen kam dann natürlich doch, war aber nicht so lange und intensiv, dass man richtig nass wurde (das hatte ich schon gestern hinter mir). Die erste Verpflegungsstelle lies auf sich warten und kam nicht nach 20km sondern erst etwas später. War aber nicht schlimm, denn das Schützenheim versorgte uns mit Waffeln, Rosinenbrot mit Marmelade, Getränken und Bananen. Einfach klasse, denn man muss sich morgens eigentlich nur sein Rennrad schnappen und für alles andere ist gesorgt. Am Start bekam man noch eine Stempelkarte, die hier ihren zweiten Stempel bekam und belegte, dass man auch die Strecke gefahren ist. Auf der Rückseite der Stempelkarte waren alle Orte gelistet, um eine grobe Orientierung zu haben. Allerdings war die gesamte Strecke sehr vorbildlich ausgeschildert. Sogar Gefahrenstellen, wie steile Abfahrten waren gesondert markiert und ließen ein sehr entspanntes fahren ohne Wegsuche zu. Nach einer kurzen Erholung ging es dann weiter und die Strecken für 73km und 111km trennten sich. Nach der Verabschiedung der anderen 4 Fahrer zogen wir zu zweit weiter unsere Bahnen und machten mit dem weiter, was wir auch vorher gemacht hatten: strampeln und quatschen. Es kam also nie die große Hatz auf, bei der im Kreisel rotierend Windschatten gefahren wird, sondern im Vordergrund steht das Erlebnis. Die Strecke war schön, allerdings für die anderen nicht so spannend, da eine RTF vor wenigen Wochen eine sehr ähnliche Strecke gewählt hatte. Nach rund weiteren 10km die nächste Kontrollstelle, die mit Waffeln lockte. Den einzig richtigen Anstieg hatten wir bereits am Anfang hinter uns gelassen und so rollte es gut vor sich hin. Mit einem geschätzten Schnitt von 28km/h näherten wir uns Richtung Start/Ziel. Dort angekommen lockte eine riesige Kuchenauswahl, ein Grillstand und ein Getränkewagen. Also gemütlich eine Bratwurst verzehrt und noch ein Stück Kuchen als Proviant für zuhause mitgenommen. Die Bierbänke draußen und in der Turnhalle waren gut belegt und verströmten auch eine sehr schöne Stimmung. Zitat vor der Fahrt aus dem Verein: das schönste an der RTF ist die Geselligkeit danach.

Hier noch meine Strecke:

  • Immendorf
  • Godorf
  • Wesseling
  • Urfeld
  • Sechtem
  • Waldorf
  • Heimerzheim
  • Dünstekoven
  • Mohrenhoven
  • Peppenhoven
  • Niederdrees
  • Oberdrees
  • Odendorf
  • Essig
  • Ludendorf
  • Ollheim
  • Müggenhausen
  • Metternich
  • Rösberg
  • Sechtem
  • Wesseling
  • Berzdorf
  • Meschenich
  • Immendorf

Sicher nicht meine letzte Radtourenfahrt, denn die Organisation, Geselligkeit und das Training passten einfach. Auch wenn man alleine startet ist man eigentlich nie alleine. Es gibt eigentlich überall auf der Strecke Radfahrer in unterschiedlichen Tempolagen. Traditionell ein Dank an die Veranstalter, die sich alle Mühe gaben diese Veranstaltung so toll über die Bühne zu bringen.

Der Tacho zeigte zuhause 112km an und es wäre noch etwas gegangen. Ohne die Anfahrt steht also der nächsten Streckenlänge nichts mehr im Wege. Jetzt noch das Ende der Touretappe schauen und hoffen, dass sich die Verspannung im Nacken bis morgen lockert.

Update:

Hier ein paar Eindrücke von unterwegs: http://www.pixum.de/slide/4398771

Wie ich heute gehört habe, sind wir sogar die größte gemeldete Trimgruppe gewesen und haben einen Pokal erhalten.