Seit Jahren findet im ehemaligen Heimatdorf der Osterlauf des Lauftreffs Alsdorf-Ost statt. Nachdem der Silvesterlauf schon seit 2001 auf dem Programm steht, habe ich bisher immer Monate zu spät von dem Lauf gehört. Dank umfangreicher Planung am Jahresbeginn ist aber auch der Osterlauf zum ersten Mal mit ins Programm gewandert. Start in der Kurve am Gymnasium, gab es alles was das Herz begehrt in den Räumen der Realschule. Um 9 Uhr nachgemeldet, da dies bei kleinen Läufen recht problemlos ist. Die Entfernung zur Realschule war dabei kürzer, als die Entfernung zum Parkplatz beim 10k-Lauf in Leverkusen. Danach wieder nach hause und genügend Zeit gehabt, etwas zu entspannen.
Um 10.35 Uhr ging es dann auf Richtung Start. Bis dort hin gelaufen und noch viel zu früh da gewesen. Leider alleine, da ein paar Leute den Mund zu voll genommen hatten. Da im Bekanntenkreis wenig Volksläufer sind, war ich trotzdem erstaunt, keinen dort zu kennen, wo ich Jahre gewohnt habe. Mag aber auch daran liegen, dass ein Großteil der Läufer zumindest etwas älter ist. Man fühlt sich dort noch so herrlich jung.
Update:
Die offiziellen Zeiten sind mittlerweile beim Lauftreff Alsdorf-Ost zu finden:
43 Minuten und 56 Sekunden – neue 10k Bestzeit
Noch kurz zum Weiher gelaufen, um dann auf den Start zu warten. Ein großer Banner überspannte die Theodor-Seipp-Straße und die letzten Autos waren dann auch vertrieben. Das Starterfeld war doch größer als erwartet, ohne riesig zu sein. Typischer Volkslauf mit schöner Stimmung. Start und direkt mal eingeklemmt. Quer durch die Masse, um links mal kurz aufs Tempo zu drücken. Dann doch noch bekannte Gesichter von anderen Läufen, mit denen ich ein paar Worte wechselte.
Nachdem ich mit einer Muskel-Reizung über eine Woche Trainingspause hinter mir habe, war die Taktik des Laufs vorgegeben: durchkommen, ohne dass die Verletzung erneut richtig ausbricht. Wenn ich es provoziere, merke ich die Verletzung noch leicht, allerdings hat sich diese in den ersten Tagen so gut gebessert, dass ich es heute riskieren wollte. Zudem war beim Laufen nichts zu merken, weswegen ich mir keine Gedanken darum machte. Zweite Taktik bestand darin, natürlich eine gute Zeit hinzulegen. Unter 50min wären ganz schön, wobei die Sub-45min aus Leverkusen aufgrund des Profils eigentlich unmöglich erschien.
Aber ich spürte Kraft in den Beinen und konnte gut anziehen. Am Weiher vorbei, um dann oberhalb im Wald zu verschwinden und in Kellersberg die Schlucht zu bewzingen. Unten hatte ich noch Respekt, aber mein Hügel an dem ich in Köln am Mediapark trainiere, ist wesentlich heftiger. Also ein paar Läufer überholt und oben dann an den Bahngleisen Richtung Mariadorf. Da war es, das Loch. Leichtes Seitenstechen und ein sinkender Puls sind ein typisches Phänomen für meine 10k Läufe. Tempo ist nicht meine Lieblingsdistanz, weswegen mir ein Halbmarathonlauf meist leichter fällt.
In Mariadorf hinter dem Sportplatz vorbei, um dann zu den Broicher Weihern abzubiegen. Am Bauernhof gab es dann noch eine Getränkestation, die ich dankbar annahm. Bei Hochnebel war es nicht sonderlich warm, aber locker über 10 Grad. Dann eine kleine Steigung und auf dem Weg von Euchen nach Ofden. Den Berg unter der alten Brücke durch und dann weiter bis zur Kellerberger Mühle. Jetzt den gleichen Weg vom Start zurück, also durch den Wald und dann noch am Weiher vorbei. Ich schaute selten auf die Pulswerte und wusste nur, dass die 1km-Pace ok aber nicht super aussah. Nachdem ich das Loch oben in Mariadorf überwunden hatte, verlor ich eigentlich keine Position mehr, konnte aber auch nicht stark am Tempo ziehen. Ich finde immer wieder Läufer lustig, die einen als Anhaltspunkt haben und sobald man überholen will, richtig schnell werden. Bis man wieder auf sie trifft und sich das Spiel wiederholt. Entweder haben diese Läufer so viel Kraft, die sie nicht einteilen können oder gehen zwischenzeitlich an ein totales Limit. Ich laufe immer meinen Lauf. Klar hänge ich mich auf den letzten Metern gerne an jemand dran oder versuche zwischenzeitlich Orientierungsläufer zu finden, um mein Tempo nicht zu verlangsamen, aber ansonsten laufe ich mein Tempo. Spätestens am Berg bin ich schneller als die meisten und verliere somit oft die Orientierungsläufer, solange ich nicht auf der Geraden einbreche.
Ein Tempo-Jumper begleitete mich auf locker 8km. Jedes mal, wenn ich näher kam, zog er etliche Meter in schnellem Tempo weg, um 500m später das Gleiche zu wiederholen. Ein schönes Gefühl diesen am Ende im Wald doch noch abgehangen zu haben. Unten am Weiher war dann noch wenig Kraft da. Ein junger Läufer zog in wirklich schnellem Tempo vorbei und munterte mich auf mitzuziehen. Ich beschleunigte noch mal, aber stachelte ihn an noch was Gas zu geben. So ließ ich ihn ziehen und kämpfe mich an den nächsten Läufer vor mir ran. Noch hoch bis zum ehemaligen Sportplatz des Gymnasiums, wo der Zieleinlauf ist. Ich höre meinen Namen und sehe meine Mutter und Schwester die mir zujubeln. Den Läufer vor mir überholt und ab ins Ziel. Geschätzt hätte ich eine Zeit um die 46-48min, aber meine verspätet gestoppte Forerunner zeigt 44:09 an. Kann es noch kaum glauben und warte leider immer noch auf die offizielle Zeit.
Wenn das stimmt, hätte ich meine 10k Zeit um rund eine Minute geschlagen. Und das auf einer Strecke mit mehreren Anstiegen. Zu schön um wahr zu sein. Ausgeruht war ich auf jeden Fall und meine Halbmarathonzeit hat sich zum letzten Jahr auch deutlich gebessert. Leider sind die Pokale noch zu weit entfernt. Noch, denn wenn ich mich weiter steigere und nicht abbaue kann ich in 30 Jahren den Pokal in meiner Altersklasse gewinnen. Wenn das keine Aussichten und ein Grund für weiteres Training sind.





