Blogbeitrag

03 Mai 2009

Operation: Brennendes Eichhörnchen

Geschrieben von Simon um 14:09 Uhr

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Da habe ich mich die ganze Woche drauf gefreut. Eine gepflegte Radtour. Nachdem ich mir bei der letzten langsamen Tour eine Verletzung im Oberschenkel geholt habe (wie auch immer das passiert ist) habe ich vor dem Marathon komplett mit dem Rennrad pausiert. Als Teil meiner Multisport-Offensive 2009 geht es jetzt auch wieder aufs Rennrad und als Flachland-Raser sollte es heute das erste mal in bergiges Gelände gehen. Der Vormittag war komplett dafür reserviert und der Wecker klingelte mich auch am schönen Sonntag morgen um 7 Uhr aus dem Bett. Morgenstund hatte grauen Himmel im Mund, aber der Regen war erst für den Nachmittag gemeldet. Noch ein Grund mehr früh zu starten.

Am Vorabend wollte ich mir auf gpsies.com eine Route raussuchen und diese auf den Forerunner laden. Wollte, denn das Portal mit den meisten Radstrecken war down. Selbst ein Reboot meines Rechners änderte daran nichts. Ärgerlich, denn es sollte ins Bergische Land gehen, wo ich selber noch nie war und wovon ich auch keine Karte habe. Heute morgen direkt nach dem Aufstehen probiert und leider immer noch down. Notfallplan ging der Nase nach über Mühlheim nach Bergisch Gladbach. Vom Namen her sollte es ja bergisch sein. Nachdem die roten Ampeln in Köln überwunden waren, ging es dann auch recht schnell dort hin. Die Gegend hatte aber noch nicht viel Grünes oder Bergisches. Hier hat sich wieder mal das iPhone bezahlt gemacht. Besser als jede Karte, denn man weiß genau, wo man sich gerade befindet. Nach einer kleinen Recherche  wählte ich Kürten als nächstes Zwischenziel aus. Und da kam es – das Bergische Land. Weder in Aachen, noch in Köln hatte ich bisher ähnliche Strecken und so war es schön, es auszuprobieren. Gänge runter und strampeln. Mein Puls ist dabei die ganze Zeit recht hoch geblieben, höher als bei langen Läufen, was mich doch etwas gewundert hat. Tempo ist meine Antrieb und so machten die Abfahrten richtig Spaß. Viel besser als immer nur eben Kilometer zu fressen. Dumm nur, dass nach jeder schönen Abfahrt der nächste Anstieg kommt. Aber ich bin damit einigermaßen zurecht gekommen. In Kürten musste ich mich neu orientieren und da noch genügend Reserven da waren, plante ich dann eine Fahrt um die große Dhünntalsperre.  Dörchen – Laudenberg – Altenhof – Halzenberg – Hülsen – Stumpf – Lüdorf – Schöllerhof und mal wieder eine kleine Pause. Hätte ich auch verschieben können, denn einen Kilometer weiter ist Altenberg, welches mit seinem Dom wirklich sehr viel Charme versprüht. Nach einer kleiner Runde dort, machte ich noch ein Foto, schaltete hoch und klack – Kette abgesprungen. Nicht wie sonst bekannt hinten, sondern vorne. Eingeklemmt zwischen Kettenblatt und Rahmen. Alles Zerren und Ziehen half nichts, sie klemmte fest. Was tun? Lack war schon leicht in Mitleidenschaft gezogen, meine Finger schwarz vom Kettenfett und noch keine Idee, wie ich aus der Situation heraus kam. Ich fragte einen anderen Radler um Hilfe, der sich sofort nach seinen Montagehandschuhen umsah. In dem Moment legte ich die Kette unten auf die Ritzel, was wohl etwas von der Spannung nahm und die Kette wieder frei war. Der Radler bot mir noch ein Tuch für die Finger an, was ich dankend annahm, da ich ansonsten meinen Lenker unwiderruflich mit dem Kettenfett versaut hätte. Mit einem Platten hätte ich gerechnet und dafür auch alles an Bord, aber das Problem war mir neu. Dort bereits 60km auf dem Tacho peilte ich Odenthal und dann Leverkusen an. Die Kilometer bis zur Brücke in Leverkusen zogen sich wie Kaugummi. Da waren die Berge davor wirklich angenehm. Dumme Routenschilder suchen, Fahrradwege wechseln im Minutentakt und endlich auf der anderen Rheinseite mal wieder vollkommen ohne Schilder. Kölner Radwege eben. Das Kilometerfressen macht wesentlich mehr Spaß, wenn man sich auf Landstraßen von Ort zu Ort hangelt oder mit dem Forerunner eine Strecke abfährt.

Meine Oberschenkel waren auch nur noch ein Schatten ihrer selbst und die letzten 10 Kilometer brannten schon sehr gut. An den wunderschönen Fordwerken vorbei ging es dann noch nach Nippes, um wirklich erschöpft in Bilderstöckchen angekommen zu sein.

Schön war es, also landschaftlich und auch sportlich. In der Ecke werde ich wohl dieses Jahr noch öfters zu finden sein. Vielleicht steige ich beim nächsten Mal in die S11 und beginne erst in Bergisch Gladbach. Das erspart Gekurve in Köln. Den Rucksack lasse ich beim nächsten Mal auch zuhause, wobei das iPhone wieder mein treuer Begleiter sein wird. Ohne wäre die Tour heute so nicht möglich gewesen. Mit besserer Vorbereitung dann vielleicht eine noch schönere Tour, die dann im Forerunner abgelegt ist. Dieser ersetzt übrigens auch hervorragend den Tacho und liefert eine schöne Aufzeichnung, wie auf den Bildern zu sehen ist.

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