Bei wunderschönen Frühlingswetter ging es gestern auf den Weg nach Rodenkirchen, wo um 14.30 Uhr der 30. internationale Volkslauf des TV Rodenkirchen stattfinden sollte. Diesmal nicht vorgemeldet, sollte man 1 1/2h vor dem Start da sein. Mit KVB einmal quer durch Köln musste ich schon um viertel vor zwölf die Wohnung verlassen. Also schon um halb elf kochend in der Küche gestanden, um ein Essen aus Chicken Nuggets, Kroketten und Gemüse zu zaubern. Dies hat sich übrigens als passende Ernährung erwiesen, da ich einerseits keinerlei Probleme mit der Verdauung hatte und andererseits genügend Energie für den Lauf im Nachmittag zur Verfügung stand. Normalerweise laufe ich lieber morgens, da dann die Ernährung einfacher ist.
Vor Ort war alles gut organisiert, wenn auch durch das schicke Vereinsheim etwas weiter auseinander gelegen. Dort musste ich mich nachmelden, wobei wieder mal mein ChampionChip zum Einsatz kam. Zeit war ausreichend zur Verfügung und die 1 1/2h Zeit für die Voranmeldung waren natürlich nur genannt, um einen Stau vor dem Lauf zu vermeiden. Zeit war genügend da, wobei diese bei dem schönen Wetter auch schnell verging. Flott umziehen, wobei mit 10° und Sonnenschein keiner so recht wusste, was er anziehen sollte. Kurzbeinig und langärmlig war meine Wahl und es ging eigentlich beides. Bei einem Wettkampf läuft man mit höherer Intensität und so kann man sich etwas dünner anziehen. Ich hatte es aber eigentlich noch nie zu warm, weswegen ich mich auch während dem Lauf wohl fühlte. Ein winddichtes Shirt hätte es vermutlich auch getan.
Dann zum Start, der mitten auf der Wiesenfläche stattfand, aber an dem Pulk von Läufern gut zu erkennen war. Ein einigermaßen enger Weg führte dann in ein kleines Waldstück hinein. Vorher noch etwas warmlaufen und merken, dass mein Puls wie bei jedem Wettkampf schon in der Ruhe vor dem Start höher als normal liegt. Wie erwartet war die Strecke nicht breit genug, allerdings konnte man seitlich auf der Wiese überholen, wodurch man nach 200m auch in seiner Temporegion angelangt war.
Nach der erfolgreichen Taktik letzte Woche in Eschweiler wollte ich auch wieder den Schnitt in der ersten Hälfte nur unter 5min/km halten und aufgrund der flachen Strecke noch etwas mehr Tempo geben, um dann in der zweiten Hälfte noch etwas zuzulegen. Mit einem Puls von ca. 88% max. HFQ (bei mir 170) fühlte ich mich wohl und konnte ein ganz gutes Tempo gehen. Leider fand ich keinen Läufer, der dauerhaft mein Tempo lief und so überholte ich kontinuierlich Läufer. Die Strecke bestand aus 3 1/2 Runden und war teilweise etwas öde, da man auf dem Radweg an einer Hauptstraße lang lief. Das Stück im Wald und vor allem durch das Villenviertel Hahnwald brachte Abwechslung in die Runden. Nach 10km hatte ich um die 47min auf der Uhr stehen und war somit 1 Minute schneller, als in Eschweiler unterwegs. Eine Zeit unter 1:40h sollte also wiederholbar sein und je nach Verfassung noch etwas mehr. Natürlich peilt man die nächsten Ziele in 5-10min Schritten und so wäre 1:35h natürlich das nächste Ziel. Bei der ersten Trinkstelle verpasste ich den Becher, weswegen eine Notbremsung mit Rücklauf notwendig war. Sehr ärgerlich, aber das Trinken war bitter nötig. Leider gab es Plastikbecher, die etwas schwieriger zu trinken sind. Viel Flüssigkeit schaffte es nicht in den Hals, aber besser als gar nichts.
Das Feld war erstaunlich weit auseinander gezogen und so ergaben sich Lücken von teilweise 50m. Meine Zeiteinteilung passte und ich wurde nur kurz nach der Hälfte von noch sehr frischen Läufern überholt. Hinten raus konnte ich mich langsam an jede Gruppe vor mir heran arbeiten und diese hinter mir lassen. Schneller wäre anfangs nicht gegangen und ich versuchte den Puls von 170 Schlägen nicht zu überschreiten. Zwischenzeitlich kam ein gefühlter minimaler Einbruch, der aber vermutlich eher daran lag, dass eine Gruppe kurz etwas mehr Tempo reingenommen hatte. Mein Puls war konstant und auch das Tempo sah nicht so langsam aus. Nach einem weiteren Kilometer zog ich wieder vorbei und ließ sie hinter mir. Die Kilometer verflogen erneut sehr schnell und ruck zuck war ich bei Kilometer 17. Viel steigern wollte ich noch nicht, aber 4km waren natürlich nicht mehr viel. Die dritte Runde war vorbei und ich fühlte mich weiterhin gut. Also noch etwas mehr Tempo und die Pulsregion bis 90% max HFQ geöffnet. Viel mehr Tempo kam dabei nicht heraus, aber ich merkte, dass die Läufer vor mir mehr am Limit waren, als ich selber. Der Kreislauf machte keine Probleme, allerdings wurden die Waden etwas härter. Von Läufer zu Läufer hangelte ich mich dem Ziel entgegen. Noch 1,5km und so richtig Tempo war nicht drin und ein paar Läufer hingen an meinen Fersen. Leider keiner direkt vor mir der Tempo machte, so dass ich selber keine Orientierung hatte. Noch den kleinen Hügel hinauf und ein paar klatschende Zuschauer (insgesamt wenig Zuschauer) am Wegesrand. Die Uhr zeigte schon 1:37 und es waren noch einige Meter bis ins Ziel. Beißen, aber die Waden machen zu. Ich merke wie die Läufer hinter mir einen Sprint ansetzen. Die Zieluhr kommt in Sichtweite, 1:38:40 – 41 – 42 – und noch einige Meter. Sprinten – Krampf in der Wade – 50 – 51 – Tempo runter und halb humpelnd will ich unter 1:39 bleiben – 57 – 58 – 59 – ZIIIIEEEEELLL.
Ich hoffte, dass es mit 1:38:59 geklappt hat und habe gerade im Internet die Bestätigung gefunden. Da am Start keine Messung war, war Bruttozeit = Nettozeit, wobei natürlich ein paar Sekunden liegen geblieben waren. Trotz flacher Strecke nur eine Minute Verbesserung gegenüber Eschweiler am letzten Sonntag. Da hätte ich etwas mehr Vorsprung erwartet. Trotzdem sehr glücklich über die konstante Leistung und eine erneute Bestätigung von unter 1:40h. Für die 1:35h wird wohl noch mehr Training notwendig sein, aber das Tempo ist für mich schon echt flott gewesen.
Ein schöner Lauf, der sehr gut organisiert war und viel Spaß gemacht hat.





