Blogbeitrag

02 Aug 2009

Es gibt da Tage da gewinnt man – es gibt …

Geschrieben von um 19:06 Uhr

Extra noch nach Köln zurück, um am Sonntag morgen eine Radtour zu starten. Natürlich trotzdem zu spät im Bett, um dann nach 6h Schlaf (5min bevor der Wecker klingelt) von einer E-Mail geweckt zu werden. Diese teilt mir mit, dass die Zusage für die Radtour vom E-Mail-Server seit zwei Tagen nicht zugestellt werden kann. Das erklärt, warum ich noch keine Antwort erhalten hatte. Nach dem schönen Samstag, grollt draußen ein kleines Gewitter und der Regen fängt an lauter auf das Dach zu schlagen. Ideales Wetter also, um eine lange Radtour zu starten. Also drehe ich mich um und werde von der zweiten Reihe Wecker dann doch aus dem Schlaf geholt. Gewitter ist keines zu sehen, aber der Himmel immer noch nicht schöner. Egal, ich wollte Radfahren, also wird radgefahren. Heute ging es zur Schmitze Bud, einem Kiosk, dass schon seit Jahrzehnten als Treffpunkt für Radler dient. Leider gerade im Umbau, wurde es so zumindest davor gerettet, gar nicht mehr zu existieren. Bis dahin waren es schon 15km, die durch die Kölner City (bzw. Mülheim) schon mal gut 50min fressen. Ampeln sei dank, ist es einfach die Pest für Klickpedale.

Zeitlich super ausgekommen, stehe ich also kurz vor neun am Treffpunkt, um zu hoffen, dass auch ohne Zusage ein paar Rennräder vom Verein auftauchen. Dem ist leider nicht so, aber als ich mich schon auf den Weg machen will, sammeln sich ein paar Fahrer. Um halb zehn ist wohl ein inoffizielles Treffen von Rennradfahrern, die sich in einer oder mehreren Gruppen zusammenschließen und verschiedene Touren abfahren. Ich war etwas skeptisch, denn ich konnte weder Tempo noch Leute einschätzen, hörte aber, dass normalerweise auch ein paar Rentner kommen, die kein so hohes Tempo fahren. Also gut, besser als mit dem iPhone von Ort zu Ort alleine zu radeln. Bis halb zehn treffen ca. 8 Fahrer ein, wobei es wohl sonst wesentlich mehr sein sollen. Das Wetter hatte sich aber immer noch nicht gebessert, was wohl den Rest abgehalten hatte. Es ergab sich eine bunte Mischung aus drei Fahrern eines Radsportvereins und älteren Herren, die so wirkten, als wenn sie noch nie etwas anderes als Rennradfahren gemacht hätten. Nachdem um halb sonst keiner eintraf, setzte sich die Gruppe plötzlich in Bewegung. Man muss dazu sagen, dass ich dieses Jahr zwar ein paar mal Rennrad gefahren bin, aber in den Gesprächen vorher von schlechter Kondition gesprochen wurde, wenn man vor zwei Wochen noch eine 160km RTF gefahren ist.

Es ging los und ich hängte mich erst mal ganz hinten an, denn ich bin das Fahren in der Gruppe noch nicht gewohnt. Schlänker, Bremsen oder starkes Beschleunigen sollte man innerhalb am besten lassen. Außerdem wollte ich erst mal testen, wie ich mitkomme. Wohin es ging war mir nicht klar, wie schnell gefahren werden sollte auch nicht und wie weit erst recht nicht. Also los gehts. Tempo: 32km/h, was schon ganz saftig zu Beginn ist. Ich wollte nach 10 Kilometern beurteilen, ob ich der Gruppe weiter folge, aber es sollte anders kommen. Die erste Kuppe kam und ich dachte, dass sich das Tempo etwas beruhigt, aber ein Blick auf den Tacho zeigte 36km/h und steigend. So langsam wurde mir klar, dass die Gruppe spätestens am ersten Berg Geschichte für mich ist. Die fuhren in einer ganz anderen Leistungsklasse und ich merkte, wie mein Puls stieg und die Beine schon nach den wenigen Kilometern ihr bestes gaben. Sinnlos daran festzuhalten also abfallen lassen und neu orientieren. Ich befand mich direkt neben dem Flughafen Köln/Bonn und musste dann doch mein iPhone bemühen, um zu schauen, wo es hingehen sollte.

In Altenrath gelandet, versuchte ich dann erst mal wieder nach Rösrath hoch zu kommen, denn ansonsten hätte sich eine zu weite Strecke ergeben. Ich wollte ca. 70-100km fahren und zumindest ein paar Steigungen mitnehmen. Also erst mal wegbleiben von Köln und Untereschbach angepeilt. Dort sollte ich Richtung Dhünntalsperre unterwegs sein, die ich in einer vorherigen Tour schon einmal umrundet hatte. Zum Glück war Kürten dort bereits ausgeschildert, denn dieses mittig unter der Talsperre. Die nächsten Kilometer liefen ganz gut und so langsam kam ich auf Touren. Das Wetter blieb bescheiden und ich wurde mehr als ein mal nass. Zum Glück nicht vollständig und die Straßen waren meist nur feucht, weswegen auch die Abfahrten gut gingen. Von Kürten aus ging es dann Richtung Bergisch Gladbach, denn der Tacho zeigte schon über 60km an. Um nicht direkt über Köln zurück zu fahren, sollte es über Leverkusen gehen. Also Abzweig über Odenthal und dann nach Leverkusen. Vorbei am Stadion zieht sich Leverkusen unglaublich lange. Geschuldet durch die vielen Fahrradwege kommt man mit dem Rennrad nur schlecht vorwärts. Auf der Kölner Seite geht es dann vorbei an den Ford Werken und der Pferderennbahn zurück nach Bilderstöckchen. Mein Tacho zeigt 100,78 Kilometer an, was für eine wirklich gute und spontane Planung gesprochen hat. Dabei wäre ich heute morgen fast schon wieder zurück gefahren. Insgesamt war ich 5h unterwegs, wobei über 40min an der Schmitze Bud liegen geblieben sind. Die ersten Kilometer auch noch recht häufig den richtigen Weg mit dem iPhone angepeilt, ging es vom Tempo her nachher richtig gut.

Allerdings werde ich bestimmt schlecht von der Rennradgruppe am morgen träumen und für die nächste Saison mit besserer Kondition zurückschlagen.  Heute wäre es sinnlos gewesen sich mit aller Kraft dranzuhängen. Vermutlich wäre ich nach 40 Kilometern fertig gewesen und hätte dann schauen müssen, wie ich von dort aus zurück komme.

Update:

Nach dem Auslesen des Forerunners noch ein paar Fakten:

  • Distanz: 96,29 (Forerunner zu spät gestartet)
  • Zeit: 3:34:50
  • Puls: 141
  • kCal: 5141 (bereits mit Nudeln aufgefüllt)
  • Tempo: 26,89km/h
  • Höhenmeter: 1682 (ob das stimmt)

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