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26 Jun 2011

Voerde Triathlon

Geschrieben von um 18:44 Uhr

Sonntag morgen, der Wecker klingelt um 5:45 Uhr. Zeit für Triathlon. Der Saisonstart der Landesliga Süd in Voerde steht an.
Also ab nach Nippes, wo wir uns mit insgesamt 8 Startern des Vereins treffen. Kurz die Autos aufteilen und ab gehts auf die Autobahn. Mit ausreichend Zeit ausgestattet, werden wir am Eingang überrascht, dass hier schon der Check-In ist. Also noch mal schnell Nummern sortieren und verteilen und nach kleinen Problemen ab durch die Kontrolle.
Unser Startplatz war ausgeschildert und so konnte der Aufbau der Utensilien beginnen. Natürlich darf die Ortsbesichtigung nicht fehlen und so schauen wir uns den Startbereich und den Zielbereich des Schwimmens an. Es ist immer hilfreich sich alles einzuprägen und dann im Wettkampf automatisch abzuspulen. Kurzfristig wurde der Start für das Schwimmen noch einmal geändert, was wir uns dann auch noch angeschaut haben.
Zurück zur Wechselzone und so langsam fertig anziehen. Melkfett auf die Haut und dann rein in den Neoprenanzug. Frisch genug war es noch und so störte die schwarze Gummipelle heute nicht.
Noch der Wettkampfbesprechung gelauscht und dann auch schon ab in den Kanal. Das Wasser war doch noch sehr kühl und die Starter der vorherigen Volksdistanz ohne Neoprenanzug müssen hart gesotten gewesen sein.
Schwimmen zur Startlinie, die über den Kanal gespannt ist und noch 2min auf der Stelle halten. Der Startschuss fällt und es ist erst mal eng. Ich merke, wie ich jemandem beim Kraulen von hinten auf den Kopf schlage und orientiere mich weiter nach rechts. Dort ist natürlich auch erst mal jemand, weswegen ich einen Zug auslassen muss. Ich orientiere mich und schwimme weiter. Da sehe ich, dass das Hauptfeld schon geschlossen in Richtung Boye steuert. Ich komme eigentlich gut ins Schwimmen, aber die Geschwindigkeit reicht nicht aus. Das Hauptfeld zieht davon. Sind ja nur noch 1200m der 1500m denke ich mir mit Unbehagen. Jetzt geht es geradeaus, aber ich merke doch ab und zu ein pendeln nach links. Also immer schön hoch schauen und das Ufer und die Schwimmer vor mir im Blick halten. Der Abstand nimmt zu, aber ich komme weiter. Jetzt auf die Wendeboye zu und den gleichen Weg zurück. Um mich rum ist es sehr ruhig geworden und ich muss aufpassen auch den richtigen Weg zu schwimmen. Wieder die Boye, vorbei an den Schiffen und endlich der Ausstieg. Also los zur Aufholjagd.
Neoprenanzug auf, bis zur Hüfte abstreifen, Badekappe und Brille ab und auf schlechtem Asphalt ab zum Rad. Helm auf, Nummer an und ab geht’s mit dem Rad. Verdammt, Brille hängt noch auf dem Helm und nicht vor meinen Augen. Klappt dann aber auch. Ich trete los und komme nach ein paar Metern besser in die Schuhe als in Bonn. Ich blicke nach vorne und sehe niemanden. Egal, die Ausschilderung passt auf der unbekannten Strecke einigermaßen und das Tempo passt auch. Jetzt muss doch mal jemand in das Blickfeld kommen. Ich hatte das Hauptfeld beim Schwimmen nicht nur verpasst, ich war gefühlte Meilen davon entfernt. Aber was wäre eine Aufholjagd ohne Jagd. Ab in die Pedale und das Tempo schön hoch halten. Da kommen dann auch endlich die ersten Fahrer in mein Blickfeld. Fahrer um Fahrer kämpfe ich mich jetzt durchs Startfeld, um gleichzeitig von schnellen Fahreren aus der 5 oder 10min später gestarteten Masters-Liga überholt zu werden.
Es läuft gut und mit der zweiten Runde gewinne ich noch mal an Fahrt. Auf dem kleinen Kurs mit zwei Wendepunkten sieht man sich relativ häufig und so kann man gut beobachten, wie man sich im Vergleich auf der Runde schlägt. Das Windschattenfahren hält sich rund um meine Position in Grenzen und die häufig kreuzenden Schiris auf Motorrädern tun ihr übriges dazu. Kilometer 20 auf dem Tacho und es sind noch Reserven da. Ab und zu einen Schluck Zitronentee und ein paar Kilometer später noch ein Gel zur Ernährung hinterher. Jetzt keimt die Hoffnung, dass es auf der Laufstrecke heute auch gut gehen könnte. Die letzte Runde bricht an und im Kurvenlabyrinth der flachen Strecke weiß ich jetzt auch in welcher Kurve ich im Auflieger ohne Bremsen ums Eck zirkeln kann. Noch ein paar Plätze gut machen und dann geht es auch schon zurück zur Wechselzone. Also schon mal die Schuhe auf machen und sich barfuß auf die Schuhe stellen. Vorbei am Kanal und da ist auch schon die virtuelle Abstiegslinie, die aber bis auf Offizielle nicht erkennbar war. Natürlich stieg kurz vor mir jemand in aller Ruhe und Breite vom Rad, weswegen ich versucht daran springend vorbei zu kommen, denn meine Schuhe blieben ja an den Pedalen. Gesagt getan und im Laufschritt mit Rad über die Kontrollmatte. Ich komme erneut in die diesmal weniger gefüllte Wechselzone, streife mir nur die Schuhe mit den neuen Yankz-Schnürsenkel über, lasse Helm und Brille zurück und verfalle in den Lauf. Hey, gut gehts denke ich mir und ziehe wenige Meter später am ersten Athleten vorbei. Die Spitze aus dem Verein ist immer noch nicht in Sicht, aber dafür andere Läufer, an denen ich mich langsam nach vorne arbeite. Zwar sind auch ein paar Überholungen von mir dabei, aber das sind dann meist Masters-Starter aus der anderen Liga. Am Kanal angekommen geht es diesen auf einer Mischung von Feldweg und Kiesweg entlang zum etliche Kilometer entfernten Wendepunkt. Diesmal habe ich etwas Elektronik zuhause gelassen und bin nur mit einer Stoppuhr unterwegs. Leider erkenne ich erst recht spät, dass die Kilometerangaben auf den Boden geschrieben sind. Beim Abgleich mit der Laufzeit, bin ich aber gut unterwegs. Ca. 1min/km schneller als in Bonn, was auf die 10km dann auch mal eben 10min sind. Die Wendemarke scheint sich zu nähern und da erblicke ich dann auch die Spitze aus dem Verein. Leider ist die Wendemarke dann doch noch zu weit entfernt. Zwar kann ich mein Tempo weiter beibehalten, aber ich bekomme sie vor dem Ziel nicht mehr zu Gesicht. Dafür gibt es auf den letzten Kilometern noch ein spannendes Duell mit zwei anderen Läufern. Erst überhole ich den erste im roten Trikot, um kurz danach wieder überholt zu werden. Zwar verliere ich ein wenige Meter, aber er läuft auf einen Läufer im schwarzen Trikot auf, wonach ich näher komme und mich an die Gruppe hänge. Leider reicht meine Kraft nicht mehr aus, um vorbei zu ziehen, aber ich kann das Tempo halten. Noch 2000m, noch 1000m. Ich versuche etwas Kraft zu sparen und merke, wie der Läufer im roten Trikot langsam zurück fällt. Eigentlich wollte ich das Tempo noch mal anziehen, um beide Läufer hinter mir zu lassen, aber der Läufer im schwarzen Trikot hört meinen Atem und zieht weiter an. Dranbleiben ist jetzt das Motto, wobei ich schon am Anschlag laufe. Jetzt kommt das Ziel in den Blick und ich verfalle in einen Sprint. Nicht ohne Grund, denn der Starter ist in der gleichen Liga und so hätte ich einen weiteren Punkt sammeln können. Da er auch anzieht komme ich nur auf die gleiche Höhe. Ich ziehe weiter an, aber er hat auch noch genügend Körner für die letzten Meter. Im engen Zielbereich muss ich mich auf den letzten 2m geschlagen geben, um danach mit ihm abzuklatschen.
Spaß hat es gemacht. Bis aufs Schwimmen war es auch richtig gut. Was ich allerdings gegen den riesigen Abstand beim Schwimmen machen kann, weiß ich aber auch nicht so direkt. Im normalen Feld eines Triathlons fällt dies nicht so auf, aber das Leistungsniveau in der Liga ist einfach höher. Einmal im Hauptfeld landen, um dort das Tempo vom Radfahren und Laufen umsetzen, das wäre klasse.

Die Ergebnisse fehlen noch, aber diese werden folgen, sobald sie veröffentlicht sind.

Update:
Die Plätze und Zeiten sind da.
In der Liga Platz 67 mit folgenden Zeiten:

  • Schwimmen 1,5km: 00:33:29min
  • Rad gemessene 35,45km (inkl. Wechsel): 01:02:22min
  • Laufen 10km (inkl. Wechsel): 00:46:50min
  • Gesamt: 02:22:41

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25 Jun 2011

Packliste Triathlon

Geschrieben von um 10:30 Uhr

Morgen ist wieder Triathlon. Zeit, um mal eine vollständige Packliste zu erstellen und mich euch zu teilen.
Ich gliedere die Packliste etwas nach Bereichen, da es mir vor dem Wettkampf hilft, die Sachen in einzelne Taschen zu packen und somit nichts an den Stellen z.B. der Wechselzone zu vergessen.

Zuhause:

  • Einteiler (vor Ort sind Umkleiden meist extra Zeitaufwand)
  • Pulsgurt
  • Knöchelband mit ChampionChip
  • T-Shirt (für vor und nach dem Wettkampf)
  • Jogginganzug (für vor und nach dem Wettkampf)
  • Socken (für vor und nach dem Wettkampf)
  • Joggingschuhe (für vor und nach dem Wettkampf)
  • Uhr (egal, ob Pulsuhr/Stoppuhr, aber geladen)

Wechselzone:

  • Rad (geputzt, geschmiert, im richtigen Gang zum Anfahren, mit richtigem Luftdruck, Vorderrad richtig rum wieder eingebaut, Bremsjustierung wieder geschlossen)
  • Radcomputer (geladen, genullt, an)
  • Radschuhe (bei mir am Rad, geöffnet, bereit zum Einsteigen)
  • Haushaltsgummis (für die Radschuhe am Rad)
  • Gefüllte Radflasche (1-2 Stück)
  • Pumpe, Ersatzschlauch, Reifenheber, Multitool je nach Geschmack
  • Verpflegung Gels, Powerriegel, … verstaut im Rad und eventuell für die Laufstrecke bereitgelegt
  • Helm (mit Prüfzeichen, auf dem Boden nach unten mit offenem Verschluss zur Seite)
  • Brille (bei mir auf den Helm aufgesteckt)
  • Startnummernband (sichere Befestigung überprüfen, geschlossen zum Einsteigen, richtig eingestellt)
  • Sicherheitsnadeln o.ä. für die Startnummer
  • Handtuch (bunt, zum Entfernen von Wasser und Schmutz nach dem Schwimmausstieg und zum Wiederfinden des Rads)
  • Socken (aufgerollt zum einfachen Anziehen)
  • Laufschuhe (offen, bereit zum Anziehen)
  • Laufuhr (falls extra Teil, aber erst während des Laufens anziehen)
  • Kappe
  • Beutel für oben genannte Liste

Schwimmeinstieg:

  • Neoprenanzug (falls zugelassen, vorher über Wassertemperaturen informieren)
  • Bodyglide oder Melkfett (zum Einfachen ausziehen und zum Vermeiden von Scheuerstellen, evtl. Einmalhandschuhe zum Auftragen)
  • Plastikbeutel zum einfacheren Anziehen des Neoprenanzugs
  • Schwimmbrille
  • Badekappe (meist in den Startunterlagen, vorher informieren)
  • Sonnencreme (Einwirkdauer von 30min beachten)
  • Beutel für oben genannte Liste

Vor dem Wettkampf:

  • Etwas zu trinken
  • Verpflegung (Toast mit Butter und Honig, Gel, Powerbar)
  • Uhr

Sonstiges:

  • Startpass (und evtl. Personalausweis)
  • Startnummer (für die Abholung der Unterlagen)
  • Geld (für Nachmeldung oder Verpflegung vor Ort)
  • Handtuch (für nach dem Wettkampf)
  • Shampoo (für nach dem Wettkampf)
  • Unterwäsche (für nach dem Wettkampf)
  • Autoschlüssel
  • Brille
  • Plastiktüten (für nassen Neoprenanzug, für Schuhe bei Regen)
  • Anfahrtsbeschreibung mit Parkplatzausschilderung
  • Startzeiten
  • Wetterbericht
  • Handy mit Nummern von Vereinskollegen
  • Gute Laune, Motivation, Glück, jemand zum Anfeuern
  • Nichts, was man nicht vorher erprobt hat (auch wenn es hier steht und sinnvoll klingt)

Wenn etwas fehlt, bitte in den Kommentaren ergänzen. Dann aktualisiere ich die Liste.

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Ein Kommentar

25 Jun 2011

Bonn Triathlon – schlechte Tage sind verdammt hart

Geschrieben von um 9:42 Uhr

Für mich gibt es ähnlich wie im letzten Jahr zwei Saisonhighlights. Die Halbdistanz Ende der Saison in Köln und den Bonn Triathlon. Letztes Jahr erwischte ich den perfekten Tag und der Triathlon war einfach genial. Was lag also näher dies auch in diesem Jahr zu bestätigen.
Die Vorbereitungen im Frühjahr waren gut und auch meine letzten Zeiten auf 10km sahen verlockend aus. Leider ging es die Woche vor dem Wettkampf nach Indien, wobei dies genau in die Tapering-Phase fällt und eigentlich so noch passend wäre.
Bonn hat etwas besonderes: den Rhein und den Start von der Fähre. Schon am Vortag holte ich meine Startunterlagen ab, um auf der Mini-Triathlon-Messe noch etwas zu shoppen. Bei einem kleinen Sturm hingen wir dann an den Pavillions, damit diese nicht in den Rhein geweht wurden. Nachdem das überstanden war, ging es noch für einen kurzen Bummel nach Bonn hinein.
Der Triathlet sollte Frühaufsteher sein, zumindest klingelte mein Wecker um 5 Uhr am Sonntag. Zeit für die üblichen Rituale. Schon mal einen Großteil der Wettkampfkleidung inkl. Einteiler, Pulsgurt und Championchip anziehen. Der Neoprenanzug bleibt aber noch aus, auch wenn die Temperatur noch nicht wirklich warm war. Kurz nach 5.30 Uhr ging es dann ab zum Auto in dem das Triathlonrad schon positioniert war. Dann ab zum Vereinskollegen und dann in Fahrgemeinschaft ab nach Bonn. Wir waren bei den ersten und somit war parken gar kein Problem.
Beim Einchecken erst Verwirrung, wo denn das Rad abgestellt werden kann, da schon alles voll schien. Wir wurden dann zum zweiten Teil der Fahrradständer unter der Brücke verwiesen und waren dort die ersten, weswegen ich gerade auf mein Rad zulief und richtig Platz zum Umziehen hatte. Perfekt. Wenn nur alles so gut laufen sollte…
Die Zeit verstrich und in Bonn muss man noch den Bus zu den Fähren nehmen, die gleich um die Ecke zu meinem Büro in Niederdollendorf ablegen.
Den ersten Bus knapp verpasst, fanden wir dann alle einen Platz in den folgenden Bussen. Am Zielort dann erst einmal an den Dixies anstellen. Wichtig: So spät wie möglich und so früh wie geht, bevor man die Sachen abgibt. Barfuß im Dixieklo mit Einteiler oder noch schlimmer im Neo will man nun wirklich nicht. Die anderen 200 Personen verteilt auf die 10 Dixies natürlich auch nicht. Es zahlt sich also aus, nicht auf den letzten Drücker alles zu erledigen. So bleibt ausreichend Zeit für alles, ohne in Panik zu verfallen.
Die Zeit tickt und so langsam schäle ich mich in den Neo. Jetzt den Beutel mit Turnschuhen und den anderen Resten füllen und mich in den Startblock vor der Fähre sortieren. Dank meines Alters starte ich im ersten Startblock mit den goldenen Badekappen. Klingt toll, ist im Verlauf des Wettkampfs aber nicht so toll. Mehr dazu später.
Auf der Fähre steigt dann die Spannung an, wobei dieses Jahr noch eine Fahrt von 4km zurückgelegt wird. Im letzten Jahr ging das alles viel zu schnell. Dieses Jahr aber war es ok, sich noch einmal auf die Atmospäre einzustimmen.
Noch 20 Sekunden, die Laderampe fährt herunter und lässt uns in die Fluten des Rheins blicken. Start und ich stehe in 10-15 Reihe und tippel langsam nach vorne. Die erste Person stürzt auf der rutschigen Rampe. Also vorsichtig bis runter tasten und dann einen Sprung nach vorne ins Wasser machen. Neben mir scheinen Personen etwas im Strudel der Fähre zu hängen. Im letzten Jahr waren aufgrund der starken Strömung durch Hochwasser alle schnell weg. Ich komme aber gut vorbei und komme ins Kraulen. Am Anfang unter der ersten Brücke ganz rechts durch. Einige Male checke ich die Richtung, aber ich komme gut aus und bin unter der Brücke durch. Jetzt weiter nach links in die Mitte bis zur Begrenzung war mein Ziel. Trotzdem ich versuche mich weit raustreiben zu lassen, klappt dies nicht ganz und ich bleibe gefühlt sehr weit vom Ufer weg. Trotzdem sehe ich mit Mühe noch Schwimmer links neben mir. Mit Mühe, da ich nach rechts atme und somit der Blick nach links schwierig ist. Im letzten Jahr bin ich oft in einem Knäuel gelandet, und hatte immer Arme, Beine und Körper – neben, vor, hinter oder unter mir. Dieses Jahr läuft alles sehr entspannt und ich konzentriere mich sogar etwas auf die Technik. Schwimmen ist nicht meine Disziplin, aber es läuft gut. Einige Male versuche ich die Richtung zu korriegieren. Aber ich komme weder raus bis zur Mitte, noch schwimme ich zusehr in Richtung Ufer. Andere Schwimmer aus dem Verein berichten später, dass sie etwas näher in Richtung Ufer unterwegs waren und plötzlich mit den Armen Grundberührung hatten.
Am Horizont ist die Kennedybrücke zu sehen. Kurz danach folgt der Ausstieg, also schon mal gut anpeilen. Vorher kommt noch das chinesische Restaurant auf dem Boot, was ein guter Anhaltspunkt ist. Eine Schwimmerin zieht langsam an mir vorbei und ich versuche mich in den Wasserschatten zu hängen. Keine Chance wie zuvor bei anderen Schwimmern auch schon nicht. Klappt heute nicht, egal, das Ziel ist nah. Mittig schwimme ich durch den rechten Brückenbogen. Jetzt noch 2 Stege und dann liege ich fast schon quer im Rhein und schwimme zum Ausstieg. Mit richtig Tempo klappt das gut, aber ich hätte hier keinen weiteren Bogen schwimmen dürfen. Ich stehe zu früh auf und tippel über große Steine. Ich komme kaum vorwärts und verliere kaum das Gleichgewicht, da bekomme ich die erste Helferhand zu packen und gehe zwei Schritte vorwärts. Wieder ein großer Stein und ich kippe nach hinten. Hier fehlte mir eine helfende Hand. Also auf allen Vieren weiter und da kommt die nächste Hand. Jetzt über die stabile Aufführung hoch zum asphaltierten Uferbereich. Den Neoprenanzug vom Oberkörper streifen und den doch längeren Weg zum Fahrrad rennen. Dies war leicht zu finden und ich ziehe Helm, Brille und Startnummer an und strampel dabei den Neoprenanzug ab, der aber an den Knöcheln festhängt. Leider dauerte es etwas länger als gewünscht, aber dann renne ich mit dem Fahrrad zum Ausgang, wo ich mich auf das Rad schwingen will, an dem die Schuhe baumeln. Am Ausgang hat sich aber eine Dreierreihe gebildet, die gemütlich aufs Rad steigt. Ich komme mit einer Bremsung gerade so zwischen den Mitkämpfern durch und schwinge mich aufs Rad. Ich hantiere danach etwas zu lange mit den Radschuhen, bin dann aber unterwegs.
Der erste entschäfte Anstieg klappte im Training sehr gut. Heute irgendwie nicht und so brauche ich schon meinen vollen Einsatz, um mit der geplanten Übersetzung hoch zu fahren. Schon auf den ersten Kilometern werde ich von schnellen Radfahrern links liegen gelassen. Zwar überhole ich auch einige Fahrer, aber hier schlägt sich die Startgruppe bitter nieder. Richtig starke Starter sind mir hier weiter überlegen. Irgendwann hat sich meine Startgruppe sortiert, aber die gestaffelten Starts sorgen dafür, dass ich im weiteren Verlauf meist nur noch überholt werden, ich selber aber wenig Überholungen habe. Das zehrt an der Motivation.
Die ersten Rampen kommen und was bei den Trainingsfahrten locker hoch ging, ist heute ein wahrer Krampf. Am zweiten Anstieg verzweifel ich im kleinsten Gang des Triathlonrads fast. Ich verausgabe mich vollständig, aber davon kommt auf dem Asphalt nicht viel an. Die vielen Höhenmeter im Trainingslager, die Trainingsfahrten auf genau dieser Strecke. Heute ist alles anders. Ich kämpfe um jeden Höhenmeter. Andere auch, aber so langsam wird mir dies egal. Ich kämpfe nur noch mit mir selber und gegen das Gefühl hier gleich am Anstieg absteigen zu müssen, weil heute die Kraft nicht für die Übersetzung reicht. Ja, sie ist höher als auf einem normalen Rennrad, aber heute ist ein verdammter Wettkampf und die Trainingsfahrten waren so vielversprechend.
Ich stelle mich mental auf die letzten Anstiege der Radrunde ein und weiß jetzt bereits, wie viel Zeit ich hier liegen gelassen habe, die ich dieses Jahr gewinnen wollte. Die letzten Anstiege schmerzen mental dann nicht mehr so sehr, da es nur noch um das Hochfahren geht. Das klappt dann auch wieder, aber auch nicht gut. Egal, Qualen überwunden und die letzten Kilometer nur noch bergab in die Wechselzone zum Rhein runter.
Aus den Radschuhen raus, vom Rad runter und dann laufend das Rad auf die Stange gewuchtet. Da ich Sockenläufer bin, kurz auf den Po setzen und Socken und Schuhe anziehen. Mit Uhr und Engeriegel in der Hand renne ich zum Ausgang.
Auf der Laufstrecke schaue ich auf die Uhr und werde auch so gleich von der Spitze in einem ernormen Tempo überholt. Egal jetzt in den Tritt kommen und …
… der Körper scheint in sich zusammen zu fallen. Nichts geht mehr, nicht aus Energiemangel sondern es fühlt sich alles schlecht an. Egal Tempo raus und weiterlaufen. Es fühlt sich plötzlich unglaublich hart an. Ich laufe nur noch mit einer Pace von 5,30min/km, wo ich zu diesem Zeitpunkt 1min/km schneller unterwegs sein wollte. Ich muss mich zwingen weiter im Laufen zu bleiben und sehe plötzlich das 1km Schild. 1km der sich so besch… anfühlt. Gibt es doch gar nicht. Es bleiben 14 weitere Kilometer und zweifel an dem Ausgang des Wettkampfs. Es geht leicht bergab und danach das Stück berghoch. Vielleicht 5 Höhenmeter auf 15 Meter, aber plötzlich fühlen sich meine vorderen Oberschenkel an, als ob sie jeden Moment in einen Krampf verfallen. Mein Tempo sinkt weiter und ich hoffe zumindest laufend bis zur 5km Marke zu kommen. Bei jedem Laufwettkampf wäre ich jetzt ausgestiegen. Mein Tempo fällt vermutlich noch weiter, aber ich traue mich nicht auf die Garmin zu schauen. Vor zwei Wochen bin ich noch 10km in unter 42min gelaufen. Welten entfernt, von dem was heute möglich ist. Bei Kilometer 3 kommt die Verpflegungsstelle und ich greife zu Gel und Wasser, ohne dass die Leistung damit zusammenhängt. Ich bin heute schlapp und kraftlos und nicht ohne Energie. Zumindest bringt einen die Verpflegungsstelle für die nächsten Meter auf bessere Gedanken. Ich laufe noch immer und erreiche wieder den Zielbereich, an dem der Wendepunkt ist. Noch 10 Kilometer. 10 verdammte Kilometer. Es ist verdammt hart und im letzten Jahr bin ich hier mit bester Laune locker eine Pace von 4,30min/km gelaufen. Massen an Läufern ziehen vorbei, aber ich trotte mein Tempo vor mich hin. Nicht stehenbleiben, immer nach vorne, dann könnte ich es bis zur 10 Kilometer-Marke schaffen. Die Gute Nachricht: es wurde nicht schlimmer, es blieb gleich schlimm. Ich kam mit dem Tempo gut zurecht, aber ein Blick auf die Uhr zeigte trotzdem hohe Pulswerte. Wieder Verpflegungsstation bei Kilometer 8, wieder Wasser bei Kilometer 10 und ich laufe noch. Gequält, aber ich laufe. Jetzt nur noch 4km. Ich überhole ein paar Läufer und Läuferinnen, die anfangs langsam an mir vorbei zogen. Zumindest blieb mein Tempo auf die Dauer konstant und wurde teilweise sogar leicht gesteigert. Hier kommt einem zu Gute, wenn man auch mal einen schlechten Tag im Training nutzt und weiß, wie es sich anfühlt, wenn es nicht rund läuft. Noch 3km und so langsam wünsche ich mir das Ziel herbei. Noch 2km und ich merke, wie ich in 200m Abschnitten auf die Laufuhr starre. Ich sehe die Menschenmasse des Zielbereichs, laufe die S-Kurve und werde noch von zwei Läufern überholt. Ganz egal, hier das war nur noch mein Rennen gegen mich. Ich bin im Ziel. Traurig, weil es nicht lief. Normalerweise macht ein Wettkampf Spaß. Auch wenn er hart ist, mache ich es aus Spaß an der Freude. Heute ist da nichts von dem. Erschöpfung. Jetzt einen Platz zu sitzen. Den gibt es aber nicht, also kurz über ein Geländer gebäugt erholen. Dann zum Wasserstand und auf einem ausgelegten Teppich niederlassen.

Zahlen 2011:
- 3,8km Schwimmen: 00:40:48 (Platz 595)
- 60km Rad: 01:57:40 (Platz 390)
- 15km Laufen: 01:20:04 (Platz 608) !!!
- Gesamt: 04:04:24 (Platz 484 von 892)

Zum Vergleich das letzte Jahr (auf andere Strecke, aber die Plätze sagen einiges aus):
- 3,8km Schwimmen: 00:26:58 (Platz 488)
- 60km Rad: 01:49:50 (Platz 326 und da war ich noch nicht so fit auf dem Rad)
- 15km Laufen: 01:14:12 (315) !!!
- Gesamt: 03:38:21 (Platz 311 von 860)

Wie so eine Veranstaltung aussieht, findet ihr z.B. auf folgenden Bildern:

Selbst zwei Wochen später fühlt es sich nicht besser an. Aber der Blick geht jetzt nach vorne und ich freue mich auf den morgigen Wettkampf in Voerde.

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29 Mai 2011

Oswald Hirschfeld Lauf 2011

Geschrieben von um 18:43 Uhr


Nach dem Lauf 2008 und 2009 habe ich letztes Jahr ausgesetzt. Dieses Jahr war der Sonntag aber noch frei und lud ein zum Wettkampf direkt vor der Haustür.
Der Blücherpark liegt nur 1km entfernt und somit kenne ich die Strecke in und auswendig, wobei die Streckenwechsel von Jahr zu Jahr doch Verwirrung stiften. Manchmal etwas zu viel Verwirrung, denn dieses Jahr sind wieder ein Teil 5km Läufer verkehrt abgebogen und haben sich fast einen Kilometer erspart. Trotz eigentlicher Routine in der jährlichen Veranstaltung geht es dann gefühlt doch oft etwas drüber und drunter.
Egal, ein bewölkter Morgen bei dem Einslive noch Sonnenstrahlen für den Tag angekündigt hat. Gemütlich dann zum Park und dort zur Nachmeldung, um sich dort seine Startnummer und einen RFID-Chip für die Schnürsenkel abzuholen.
Dank gemeinsamen Start mit Freundin und Vereinskollegen/innen verging die Zeit dann auch wie im Flug. Nachdem die letzten Walker durch das Startfeld der 10km Läufer waren, ging es dann auch pünktlich los. Im Gegensatz zum verhaltenen Start beim 10km Lauf in Ofden ging ich gleich im vollen Tempo los. Heute entweder siegen oder mit wehenden Fahnen untergehen. Die Markierung für den ersten Kilometer kommt und meine Uhr zeigt 3:30min. Waaaaaas? Geht doch nicht, ging auch nicht, denn es waren noch etwas bis wirklich 1km auf der Garmin erschien.
Von Anne aus dem Verein wusste ich, dass sie auch in dem von mir angepeilten Bereich von 42-44min laufen wollte und so waren wir dann auch noch in der Nähe zusammen. Leider war die Strecke mit Spaziergängern und Fahrradfahrern gesäumt, die keine 5min Zeit hatten, um kurz zu warten. So wurde es dann bei den Brückenüberquerungen etwas eng und ich verlor Anne aus den Augen. Das Tempo weiterhin mörderisch (für mich) und ich schaute bei 3km auf die Uhr, die mir 12min ansagte. Gibt es doch gar nicht, sollte ich wirklich eine echte 4er Pace durchhalten? Natürlich nicht und so zog sich das Feld langsam aber stetig auseinander. Der Höhenunterschied auf der Strecke ist gering und diese Art der Strecken mag ich nicht. Lieber etwas profilierter, denn dann ist mehr Bewegung im Feld. So waren zwei Läufer in Sichtweite 100m vor mir, einer neben mir und was hinter mir los war, interessierte mich nicht. Nach 5km zog der Läufer neben mir weg und ich wusste, dass es nicht an seinem Tempo lag. Ich wurde langsamer, aber nachsetzen war auch nicht wirklich. Egal, Ruhe bewahren und die wehenden Fahnen mit mehr Mühe hoch halten. Der Blick auf die Uhr zeigt 4:11min, gut, aber eben nicht für eine Zeit unter 40min. Aber das war mir auf vorher klar, auch wenn ich es mir ungern eingestehe.
Wendepunkt und ich sehe Anne mit leichtem Abstand. Etwas später dann auch den Rest der Gruppe.
Zwei weitere Läufer schließen auf und ziehen langsam von dannen. Die Versuche noch einmal näher ran zu kommen sind nicht erfolgreich und so langsam wünsche ich mir dann doch das Ziel herbei. Noch 2km und jemand läuft zu mir auf und muntert mich auf noch mal dran zu ziehen. Es hilft und ich bleibe mit meinem neuen Motivator bis 200m vor dem Ende auf gleicher Höhe. An Rankommen ist nicht mehr zu denken und mein Puls diesmal auch wirklich auf Höchststand. Der Zielsprint beginnt und ich mein Limit gibt keinen Kampf mehr her. Mein Motivator entschwindet und im Augenwinkel zieht jemand einen unglaublichen Sprint an. Ich versuche alles, aber da geht nichts mehr. Den Platz kann ich nicht mehr halten.
Ziel, Ziel, Ziel – pustend lehne ich auf den Knien. Gut war es, keine Schmerzen, gut gekämpft und mit 41:50min eine neue Jahresbestleitung für mich. Die wehenden Fahnen sind nicht nur in Schiefstand geraten und ich bin glücklich über die Leistung. Wenige Sekunden später überquert Anne das Ziel die sich mit großem Abstand den ersten Platz der Frauen sichern konnte. Gratulation noch mal an dieser Stelle.
Gratulation auch für meine Freundin, die nach 10km noch einen klasse Endspurt hinlegte.


Fazit:

  • Platz 28 (Alterklasse Platz 4)
  • 40:50min (2008: 46:55; 2009: 43:53)
  • glücklich

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27 Feb 2011

Möbelmesse

Geschrieben von um 21:54 Uhr

Schon etwas her, aber hier liegt noch ein Stapel von Visitenkarten und Flyern der Randveranstaltung in Ehrenfeld zur Möbelmesse. Es gab eine Menge zu sehen, viele Designer und ein paar alte Bekannte von Holy Shit Shopping.

Fangen wir einfach mal an:

Und noch zwei weitere Links:

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05 Apr 2010

Old school baby – Osterlauf Ofden

Geschrieben von um 19:14 Uhr

Start

Heimatbesuch in Ofden und die Packliste füllt fast schon den ganzen Wagen. Dazu kommt, dass der erste Wettkampf im Jahr 2010 ansteht. Der Osterlauf in Ofden. Bisher immer im gleichen Wettkampfshirt gestartet, überlege ich, ob ich das traditionelle Shirt nehme oder doch ein anderes Shirt zersteche.

Zwei Stunden später sitze ich im Wagen und auf der halben Strecke erscheint es vor mir: die T-Shirt-Auswahl war noch ohne Ergebnis. Ich hatte schlicht und einfach vergessen ein Laufshirt einzupacken. Wird sich schon eine Lösung finden dachte ich mir. Bei meinem Vater angekommen ein altes Laufshirt rausgekramt und was habe ich in der Hand? Silvesterlauf 2001, der Anfang aller Wettkämpfe. Wow, das hat Tradition trotz Baumwolle. Bei 10 Kilometern auch schon fast egal, da man andere Probleme als ein nasses T-Shirt hat. Die Trainingszeiten sahen hervorragend aus und so sollte heute die neue persönliche Bestzeit fallen. Letztes Jahr bereits beim Ofdener Osterlauf des Lauftreffs Alsdorf-Ost gestartet, habe ich auf jeden Fall eine Referenzzeit, gegen die ich laufen konnte.

Aufwärmen

Aufwärmen die Zweite

Früh morgens nachgemeldet um einen frischen aber herrlichen Morgen mit Sonnenschein zu erleben. Danach die üblichen Rituale, die sich mit leichtem Frühstück und peinlichst genauem Ablauf bemerkbar machen. Zeitlich alles super und 3 Laufminuten vom Start entfernt sein Basislager zu haben, ist mehr als praktisch.

Am Start neben Familie schon einige bekannte Gesichter wieder erkannt, Reihe ich mich diesmal weiter vorne als gewöhnlich ein. Schließlich sollte die Endzeit nicht so schlecht werden, was mit der dritten Startreihe ganz passabel klappte. Der Startschuss ging los und die Beute rannte. Die Startposition war gut gewählt und so waren nur die ersten 10 Meter anlaufen, um danach schon im richtigen Tempo unterwegs zu sein. Oft startet man zu weit hinten oder langsame Läufer stehen zu weit vorne, was zu kraftraubenden Überholvorgängen führt. Heute war alles super, wobei noch ein paar Läufer an mir vorbei zogen. Da der Lauf aber nicht 1000m, sondern 10000m lang ist und einige Steigungen haben sollte, war mir das recht egal. Ich konnte ein gutes Tempo gehen ohne zu überpacen. An der Berufsschule vorbei ging es dann durch den Wald in Richtung Kellersberger Schlucht. Die erste Stunde der Wahrheit, denn der Anstieg war mir von früher in guter Erinnerung. Der Berg flog nur so vorbei und ein kleiner Blick zur Uhr zeigte ein Tempo von 4:30min/Kilometer, was schon verdammt schnell war. Somit konnte ich auch gleich ein paar Läufer hinter mir lassen und an den Bahngleisen in Richtung Mariadorf versuchen, nicht an Tempo zu verlieren. Gar nicht so einfach und definitiv etwas, was ich noch üben muss. Mir liegt ein welliger Kurs immer besser, da ich auf grader Strecke nie so wirklich schnell bin. Immerhin halte ich das Tempo der Läufer um mich herum, kann aber die Anzeige nicht auf eine Pace von 4min/Kilometer drücken. Am Sportplatz in Mariadorf geht es dann zu den Seen herunter, wo ich dank am Kölner Herkulsberg trainiertem Laufschritt etliche Plätze gut mache. Unten erwartet mich dann eine Hundehalterin, die sich von über 300 Läufern nicht beirren lässt und ihren Hund mitten auf dem Weg rumtrotten lässt. Ein “Vorsicht” wird natürlich mit einem bösen “Ebenso Vorsicht” retourniert, was zu einem weiteren Adrenalinanstoss führte. Wenn 300 Läufer in vollem Lauf vorbeiziehen, ist es doch wohl für die Gesundheit der Läufer und des Hundes vernünftig, diesen zumindest an die Leine zu nehmen.

Am Bauernhof gibt es eine Erfrischung, die mich erst einmal aus Atmung und tritt bringt und somit wohl besser ausgelassen worden wäre. Selber Schuld, genügend Erfahrung sollte ich ja mittlerweile haben. Am folgenden Berg komme ich gut ins Atmen und muss auf der Geraden echt wieder dran ziehen. Ein Läufer sitzt mir im Nacken und sorgt dafür, dass ich zumindest mein Tempo hochhalten kann. Erst hinter der Kellersberger Mühle zieht er vorbei. Dort merke ich die Anstrengungen schon sehr gut und kann dem Tempo nicht ganz folgen. Ein Blick auf die Laufuhr zeigt aber Pulswerte, die locker um 5 Schläge höher sein könnten. Irgendwie bekomme ich die Power aber nicht aktiviert und muss mich mit einer Pace um die 4:15min/Kilometer zufrieden geben. Mit Blick auf die B57 habe ich einen Läufer vor mir, an dem ich auf der Theodor-Seipp Straße noch vorbei ziehe. Leider sind die nächsten Läufer zu sehr entfernt, um noch eine Chance haben, dort heran zu kommen. Am Kiosk wird ein Läufer hinter mir laut angefeuert, was auch mich dazu antreibt noch einen Schritt zuzulegen. Leider bleibt mir aufgrund des Tempos ein Blick in die Zuschauer verwehrt, zwischen denen sich auch meine Eltern befanden.

Im Wald

Laufuhr-Daten des Bildes

Völlig außer Atem gehe ich ein paar Schritte, um natürlich zu spät den Stop-Knopf meiner persönlichen Zeitmessung zu drücken. Ein Blick darauf zeigt 41:15min und folgend ein breites Grinsen im Gesicht. Ich hoffe die offizielle Zeit bestätigt dies auch, lässt aber noch auf sich warten. Somit sollte ich sehr nah an den 41 Minuten sein, was eine Steigerung bei einer flacheren Strecke auf Sub40 möglich werden lässt. Immerhin habe ich dieses Jahr kein wirkliches Tempotraining absolviert, aber das Training des Köln Marathon mit Sabrina Mockenhaupt ist schon mal angemeldet.

Ein ganz großes Dank geht an Dominik, der mit seiner Kamera wirklich fantastische Bilder gemacht hat.

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31 Mrz 2010

Rumble in the Bilderstöckchen-Jungle

Geschrieben von um 21:10 Uhr

Ein unverplanter Abend nach der Zeitumstellung lud zum Trainingslauf ein. Nach der Arbeit noch kurz in der Stadt gewesen, ist es herrlich wieder im Hellen spät unterwegs zu sein. Am Montag steht der Osterlauf in Ofden an und somit musste neben den langen Läufen am Wochenende mal etwas Tempo her. Meine neuen Laufschuhe Scott T2C sollten schon mal für Tempo stehen, aber erst mal stand etwas langsameres Einlaufen an. Leider habe ich es nie geschafft, wirkliches Einlaufen zu praktizieren und somit zählt die Zeit ab der Haustür. Die Schritte sind weit und die Laufschuhe wirklich ein Traum, da unglaublich leicht und ideal für Bestzeiten geeignet. Der Regen wird stärker und ist verdammt kalt. Mit kurzer Hose merkt man die kalten Pfützen an die Waden spritzen. Aber es macht Laune. Also schon nach 500m das Tempo angezogen und in leichten Schritten durch Bilderstöckchen, um an der Grünfläche schon beim Lauftempo angekommen zu sein. Ein Blick auf die Laufuhr zeigt ein Tempo von 4:30min/km und ich bin noch nicht am Limit. Wie wäre es mal im Training die 45min Marke zu knacken, schießt es mir in den Kopf. Kurz gerechnet und die Brücke im schnellen Schritt runter. Mal sehen, ob man unter 4:30 bleiben kann und siehe da, die Uhr geht streckenweise auf unter 4:10min/km. Dranbleiben denke ich mir, das könnte aufgehen. Die hintere Runde vor der Autobahn A1 packe ich locker im schnellen Tempo und danach geht es rüber zum Blücherpark, wo noch 1 1/2 Runden bevorstehen. Das Tempo sinkt, bleibt aber noch unter 4:30min/km. Zuvor habe ich die 5km Marke mit 22:30min absolviert und somit sollte es ohne Einbruch locker ausgehen. Langsam tauchen noch ein paar Jogger auf, da es mittlerweile aufgehört hat zu regnen und nur noch Pfützen übrig sind. In der ersten Runde suche ich mir noch trockene Stellen, um mich in der zweiten Runde voll auf das Tempo zu konzentrieren. Der Puls ist hoch, aber noch nicht der Rennpuls, da sind 10 Schläge mehr erlaubt.

Der 9. Kilometer und die Uhr steht bei 40min, was ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Vorbei an den Tennisplätzen geht es zurück nach Hause, um am Parkgürtel die 10km zu durchbrechen. Viel schneller geht nicht mehr, aber es läuft weiterhin. 9,56km… 9,78km… 9,82km… die Puste ist am Limit, 9,96… 10km und laut GPS 44:12min.

Wow, damit hätte ich eigentlich nicht gerechnet. Also nicht vor diesem Lauf. Schaue ich zurück auf meine offiziellen Laufzeiten, so war dieser Lauf im Tempo der 10km Wettkämpfe aus dem letzten Jahr. Die Trainingszeiten lagen dort auch ca. 5min höher. Ich bin unglaublich gespannt auf Montag und nehme so langsam die Sub40 in Angriff. Allerdings habe ich bisher kein echtes Tempotraining gemacht, da es Richtung Marathon geht und im Winter keine Laufbahn zur Verfügung stand. Montag will ich unter 42min laufen und vielleicht steht ja eine 40 vorne. Mehr glaube ich nicht, aber wer weiß.

Das kontinuierliche Training macht sich bezahlt und das Abspecken für die Saison war mit 6 Kilogramm Winterspeck auch erfolgreich. Ich bin damit leichter als in den Vorjahren und fühle mich wesentlich fitter. Dank Triathlontraining ist auch die gesamte Körperspannung gestiegen, was auch noch mal weitere Reize gebracht hat.

Ich bin heiß auf Montag, um zu sehen, was die Saison bringen kann.

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