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20 Sep 2009

Wenn es nicht läuft – Abbruch

Geschrieben von um 16:33 Uhr

Als Generalprobe für den Marathon stand heute der Halbmarathon in Fühlingen auf dem Plan. 21,1km bekannte Strecke mit idealer Vorbereitung. So kurz vor dem Marathon wollte ich noch mal sehen was geht, um mich in zwei Wochen danach richten zu können.

Die Voraussetzungen waren prächtig, gut ausgeruht und mit allen Ritualen, die zu einem Lauftag dazugehören, fuhr ich gestärkt zur Regattabahn. Die Laufvorbereitungen liefen auch gut und ein kurzer Einlaufen kurz vor dem Start sollte die Basis legen. Strenge Tempovorgaben hatte ich nicht, aber wie bei den letzten Halbmarathonläufen sollte es unter die 1:40h gehen. Immerhin habe ich dieses Jahr bereits alle vier Läufe unter die 1:40h gebracht, wobei eine 1:30h doch etwas utopisch klang. Aber ich habe die letzten Monate weiterhin hart trainiert, denn der Marathon steht ja vor der Tür. Vielleicht geht also was.

Mit drei anderen Startern aus dem Verein reihen wir uns im Startblock ein und müssen uns erst mal in den richtigen Zeitbereichen nach dem Lauf einordnen. Also querfeldein über die Rasenflächen seitlich neben der Strecke. Die Uhr zeigt eine Pace von 4:20min/km also alles bestens. Puls etwas hoch, aber auf den Geraden sollte genügend Zeit sein, sich hier auf ein Tempo einzuschießen.

Das Feld hatte sich sortiert und wir liefen an der Regattabahn hoch. Das Wetter war mit etwas Sonnenschein super, aber es gab eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit, die durch Regenschauer in der Nacht verursacht war. Ich pendelte mich vom Tempo ein und lief meinen bekannten 4:30min/km Schnitt. Puls war immer noch etwas hoch, aber ich kämpfte mich im Schneckentempo im Feld nach vorne. Da es keine Steigungen gab, waren Temposchwankungen eigentlich nicht vorhanden und die Bewegung innerhalb des Feldes war erwartet niedrig. Meine besten Zeiten laufe ich regelmäßig beim Aachener Halbmarathon, der alles andere als flach ist. Vielleicht brauche ich die Abwechslung und Tempowechsel, um Bestleistung zu bringen.

Zurück zum Lauf. Nach einer längeren Schleife hinter der Regattabahn geht es einen Teil der Regattabahn wieder rauf, um dann an der ersten Verpflegungsstelle zu sein. Wasser geschnappt und auf Eistee gehofft, aber gab es nicht. Also was im Lauf getrunken und wieder auf die 2km Regattabahn. Ich merke, wie die Personen vor mir etwas wegziehen, wobei das Tempo in der Zwischenzeit schon etwas gesunken war. Bei 4:30min/km war ich schon nicht mehr und musste jetzt etwas Federn lassen. Ein anderer Läufer direkt neben mir hält mein Tempo und ich versuche an die Gruppe vor uns ranzukommen. Diese läuft aber ihr Tempo konstant und der Blick auf die Pulsuhr sagt: 178 Schläge/min. Was am Anfang noch ok war, würde über die Dauer nicht gut gehen, also muss leider Tempo raus und der Läufer, der über einen Kilometer neben mir war, zieht vorbei. Ich versuche den Puls auf 170 Schläge zu bringen und werde direkt von einigen Läufern geschluckt. Meine Pace ist mittlerweile bei 5min/km und die Bestzeit bereits nach 6km Geschichte. Also hoffentlich wieder fangen und wenigstens Spaß am Lauf haben. Wo die Kilometer in Mülheim noch vorbei flogen, bin ich heute über jedes Schild am Wegesrand froh. Die Regattabahn wird unten umlaufen und vor mir hat es aus der Gruppe auch eine Läuferin erwischt, sie ist ähnlich wie ich eingebrochen, hält sich aber noch 300m vor mir, quasi genauso wie die letzten 3km. Ich fühle mich immer schlechter und kraftlos. Hinzu kommt eine Verletzung, die mich jetzt schon seit 2-3 Wochen verfolgt. Fühlt sich an wie eine Prellung auf dem Fuß, aber da war nichts. Ich hatte gehofft dies mit Ruhetagen zu kurieren, denn als Läufer gibt es über die Wettkampfzeit immer mal hier und da Wehwechen. Nichts schlimmes und meist nach einer Woche wieder weg, hält sich diese Verletzung aber hartnäckig und war auch mit der letzten sehr ruhigen Trainingswoche nicht auszukurieren. Kilometer 9, Zeitmessung und Wasser. Der Puls bei 180 und das Tempo bei einer 5m Erhöhung runter auf 5:30min/km. Also bei der Verpflegungsstelle zum Wasser greifen und ins Gehen verfallen, um eventuell Kraft zu schöpfen und wenigstens das ganze Wasser zu trinken. Am liebsten wäre ich zum Auto auf dem Parkplatz gegangen, denn mir fehlt irgendwas mit Zucker. Mit dem Gedanken im Kopf höre ich einen Vereinskameraden, der gerade an mir vorbei läuft. Also aufraffen und dranhängen. Mit einer Pace von 4:40min/km bleibe ich über ein paarhundert Meter dran, lasse dann aber reißen, da ich schon wieder kurz vor einem 180er Puls stehe. Nah also an 95% der maximalen Pulsfrequenz und absoluter Horror für einen Halbmarathon, den man bei 85% – 90% laufen sollte/kann. Bei meinen Bestzeiten konnte ich den Puls um die 170 Schläge über fast die ganze Strecke des Halbmarathon halten. Der Wurm war drin, das war klar. Und sehr gesund klang das auch nicht mehr. In der Ferne sehe ich den Vereinskameraden ziehen und nähere mich mit einem echt miesen Körpergefühl der Getränkestelle. Das Gehen war schon fest beschlossen. Was also war noch zu gewinnen? Durchkämpfen und dann? Ein kurzer Zeitüberschlag bringt mich auf eine Zeit von 1:50h – 2:00h, keine Zeit die irgendeine Relevanz hätte. Die Verletzung im Fuß macht sich auf dem Asphalt immer deutlicher bemerkbar und als ich sehe, dass am Ende der Regattabahn erst Kilometer 11 erreicht ist, steige ich aus. Der Fuß schmerzt auch etwas beim Gehen und besser würde er mit weiteren 10 Kilometern wohl kaum. Ich fühle mich so mies, dass ich ohne Energiezufuhr wohl kaum das Ziel gesehen hätte. Es ging um weniger als die goldene Ananas, denn die Zeit wäre übel gewesen. Die Entscheidung klingt logisch, aber tut weh. Mein erster Ausstieg nach mittlerweile 25 Wettkampfläufen. So also fühlt sich das an. Kein Hochgefühl über das Erreichen des Ziels, keine Endorphine, kein Hochreißen der Arme im Ziel. Zeitgleich stelle ich den Marathon in Frage. Bin ich fit genug? Wird die Verletzung weggehen? Schade nur, dass ich immer am weitest entfernten Punkt aufhöre. Das ist mir schon letzten Sonntag beim langen Lauf nach 15km von geplanten 35km passiert. Da war ich im Rheinauhafen und musste bis zum Hauptbahnhof gehen. Heute sind es 4km. Mit mittlerweile leerem Getränkebecher überholt mich die Spitze. Die vorbeiziehenden Läufer sehen immer weniger fit aus und nach 2km steige ich zumindest wieder ins Laufen ein, da mir das Gehen zu langweilig ist. Mein Puls hat sich selbst im langsamen Gehen nicht auf unter 119 Schläge gesenkt und schnellt direkt wieder auf 175 Schläge hoch, obwohl das Tempo nicht hoch ist. Also selbst nach einigen Minuten gehen, war keine Besserung da. Ich halte also gerade das Tempo von Läufern, die vermutlich mit einer 2h Zeit ins Ziel kommen werden. Der Fuß fühlt sich nicht besser an und an dem Entschluss am Ziel und somit Parkplatz auszusteigen wird nicht mehr gerüttelt. Einen Eistee geschnappt und damit ab zum Auto. Zumindest die Kamera holen und ein paar Fotos der Vereinsmitglieder machen. Selbst 5min nach dem Ausstieg merke ich noch, wie mies es mir geht.

Ursachenanalyse

Normalerweise liegt mir wärmeres Wetter, aber die Schwüle hat allen extrem zu schaffen gemacht. Selbst unser Ultraläufer meinte, dass er auf den letzten Kilometern absolut fertig gewesen wäre. Unterwegs fehlte dazu noch die Energie. Dabei habe ich extra Toast mit Honig gefrühstückt, mir vor der Anmeldung eine Banane auf der Zunge zergehen lassen und 15min vor dem Start einen halben Müsliriegel in den Mund geschoben. Das hatte bei allen Läufen ausgereicht, erst recht bis Kilometer 11. Bei allen langen Trainingsläufen bin ich nüchtern gestartet und hatte erst bei Kilometer 15-17 mit einem Müsliriegel Energie nachgeführt. Alles sehr rätselhaft und das Gefühl kannte ich nur vom ersten Köln Marathon, bei dem der Körper ähnlich übel reagiert hatte. Da aber war es soweit, als sich die Verbrennung auf Fett umstellte und das Wetter war dort kalt und regnerisch.

Die Verletzung war heute natürlich auch im Hinterkopf und wäre eine schöne Erklärung gewesen. Aber daran lag es nicht. Ohne hätte ich mich vielleicht ins Ziel gebissen, wie damals beim Marathon, aber bei einem Wald- und Wiesen-Halbmarathon war der Ausstieg logisch, wenn auch sehr bitter.

Der Marathon wird mir in den nächsten Tagen definitiv Kopfzerbrechen bereiten. Der Fuß wird wohl den Weg zu meinem Arzt finden, den ich zuletzt bei einer Verletzung wenige Wochen vor dem Bonn-Marathon besucht hatte. Dort hatte ich versucht die Schmerzgrenze zu überschreiten und ein Wehwechen zum echten Trainingsblocker herausgefordert.

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06 Sep 2009

Mein erster Triathlon

Geschrieben von um 13:11 Uhr

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Dieses Jahr gab es ein großes neues Ziel. Im Frühjahr ist die Idee gereift und hat mich seitdem Woche für Woche begleitet. Ein Triathlon sollte es werden. Für manche leichter gesagt als getan, für andere unvorstellbar. Als ich die Idee in ein Ziel formulierte lag ich etwa in der Mitte von beiden. Ja, die Einzeldistanzen klingen nicht lang, aber ich bin Jahre nicht geschwommen. Zumindest das Rennrad habe ich alle Wochen mal rausgepackt und somit zumindest das Laufen sollte kein Problem darstellen.

Warum?

Der Reiz neue Grenzen zu überschreiten ist etwas großartiges. Beim Training sagen zu können: so weit bin ich noch nie im Leben gelaufen, versetzt einen kalten Schauer über den Rücken. Aber im Laufen bin ich letztes Jahr beim Marathon angekommen. Noch nicht gut, aber deswegen gibt es ja in Kürze noch den Köln Marathon. Aber nach dem Marathon wird es im Laufen schwierig. Schneller werden ist schön, aber das ist nur Ego-Kosmetik, gegen dem was ich beim Laufen letztes Jahr erleben durfte. Beim Triathlon habe ich jetzt zwei weitere Sportarten, bei denen ich dieses Gefühl wieder erleben durfte. Mit meinen bescheidenen Schwimmkünsten konnte ich zwar ein paarhundert Meter Brust in einer schlechten Zeit schwimmen, aber das Ziel war den Triathlon durchzukraulen. Die ersten zwei Wochen waren das nicht mehr als 25m am Stück, was in mir echte Zweifel aufkommen lies. Bleibt man aber dran und beißt sich durch diese Zeit, so kann man wöchentlich beobachten, wie es besser klappt. Auch nach ein paar Monaten liegt im Schwimmen immer noch mein größtes Potential, aber es lief gar nicht so schlecht.

Der Verein

Zwei Monate vor dem Triathlon ging es nicht weiter. Hallenbäder aufgrund des Sommers geschlossen, unendliche viele offene Fragen zum Triathlon und echte Zweifel, wie das in acht Wochen zu machen ist. Nach einiger Recherche einige Mails verschickt und direkt Antwort von der Triathlonabteilung des TPSK erhalten. Zwei Tage später war ich dann schon beim Training im 2km entfernten Hallenbad in Nippes mit dabei und fühlte mich sofort wohl. Die Trainingsmöglichkeiten, die vielen Tipps und beantworteten Fragen haben im Endeffekt dazu geführt, dass ich für den ersten Wettkampf super vorbereitet war und haben auch jede Menge Nervosität genommen. Dazu haben diese acht Wochen Training vom Schwimmen bis Laufen wirklich sehr viel Spaß gemacht. Somit geht ein ganz großer Dank an den Verein. Trotzdem das Leistungsspektrum im Verein sehr breit ist, bleibt der Langsamste niemals alleine zurück. Trotz der doch sehr auf sich zentrierten Sportarten steht die Gruppe im Vordergrund. Vorher gar nicht so sehr vermutet, war es die erste Radtourenfahrt und die Schwimmeinheiten im Neoprenanzug im Fühlinger See, die alleine beim Gedanken daran ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Kurz vor dem Wettkampf

Der Wettkampf kam plötzlich schneller näher als erwartet. Viele tolle Trainingsideen waren noch gar nicht umgesetzt und so lag der Triathlon-Suit noch ungenutzt im Schrank. Als erfahrener Läufer weiß man, dass man seine Kleidung zumindest einmal zur Probe getragen haben sollte. Drei Tage vor dem Triathlon also nach der Arbeit den Tri-Suit angezogen und das erste Koppeltraining (Rad- und Laufeinheit nacheinander) absolviert. Beim Laufen wollte ich sehen, ob ich die Socken weglassen kann, denn diese müssen angezogen werden, was im Wettkampf Zeit kostet. Die Koppeleinheit verlief super, aber ohne Socken fühlte sich mein rechter Fuß gar nicht wohl und zeigte bereits nach 4km gehörige Scheuerspuren. Dem linken Fuß war das egal, aber aus Rücksichtsnahme, musste ich dann doch mit Socken auf die Laufstrecke gehen. Donnerstag ging es dann auf die letzte Schwimmeinheit in den Fühlinger See und die 700m Wettkampfstrecke, die vor acht Wochen noch verdammt lang klangen, waren mittlerweile zu weniger als einer normalen Trainingseinheit zusammengeschrumpft. Der Lauf im Anschluss verlief auch sehr gut, weswegen ich den Freitag zur Erholung nutzte. Erholung war gut gesagt, denn der Vortag wurde schon komplett zur Organisation verwendet. Die Packliste kam mir länger vor als im Urlaub und war wie folgt aufgebaut:

Schwimmen:

  • Championchip
  • Tri-Suit
  • Neoprenanzug
  • Schwimmbrille
  • Badekappe
  • Body-Glide

Rad:

  • Rad
  • Tacho genullt
  • Brille
  • Schuhe
  • Helm
  • Startnummer
  • Trinkflasche

Laufen:

  • Schuhe
  • Socken

Sonstiges:

  • Essen
  • Getränke
  • Handtücher
  • Duschzeug
  • Frische Wäsche
  • Kamera
  • Schlüssel
  • Anfahrtsbeschreibung
  • Startzeiten

Der große Tag

Früh aus den Federn, denn meine Eltern waren zum Wettkampf eingeladen und mussten auch mit eingeplant werden. Gepackt war alles soweit und im Kopf hatte ich den Zeitplan schon fest vergeben. Da der Wettkampf erst um 12 Uhr war, musste ich den Magen füllen, wobei ich diesmal keine besondere Ernährung zu mir nahm, sondern versuchte möglichst normal zu essen. Mit Brötchen im Magen und Müsliriegeln vorm Start, klappte es nachher problemlos. Die Startunterlagen hatte ich schon am Donnerstag beim Training mitgenommen, denn die Trainingsstrecke war gleich der Wettkampfstrecke. Das Rennrad wurde auf dem Fahrradträger meines Vaters verstaut und bewaffnet mit zwei vollen Rucksäcken und Kameras ging es Richtung Fühlingen. Der Parkplatz war noch schön leer und nur 350m vom Start entfernt. Also alles mitnehmen und das Fahrrad einchecken. Hierbei wurde der Helm inspiziert und auf guten Sitz überprüft. Ich hatte die Aufkleber mit der Startnummer noch nicht angebracht, was ich dann noch nachholen musste. In der Wechselzone waren wir dann nach Startnummern eingeteilt, wobei die Reihen an sich dann frei gestaltet werden konnten. Die Starterin neben mir war auch bei ihrem ersten Start und man fragte sich, ob man wirklich alles hatte. Das Rad mit dem Lenker in die Halterung gelegt, wurde dann das Handtuch ausgebreitet. Darauf oben positioniert die Laufschuhe mit aufgerollten Laufsocken im jeweils richtigen Schuh. Darunter die Startnummer, der Helm mit Radbrille und die Radschuhe. Profis haben diese direkt in den Pedalen, aber da ich das nicht geübt hatte, wollte ich kein Risiko eingehen. Die Sachen für den Schwimmstart (Champion-Chip, Tri-Suit, Neo, Schwimmbrille und Badekappe) hatte ich im zweiten Rucksack. Da alles schneller lief als geplant, war ich schon recht früh in der Wechselzone fertig und schaute mir dann noch mal genau die Laufwege an, um mich im Wettkampf besser zu orientieren. Das kann ich jedem nur wärmstens empfehlen, denn nachher sieht jede Reihe gleich aus. Da hilft es zu wissen, wo man herkommt und sich Fixpunkte (z.B. Bäume) zu setzen. Die 1 1/2h bis zum Start scheuchte ich meine Eltern dann über die Triathlonmesse und kreuz und quer über das Gelände, in der Hoffnung noch ein paar Starter vom Verein zu treffen. Dann die goldene Frage: Wann und wo in den Neo und wann ab ins Wasser. Ich war vorgewarnt worden, nicht zu früh ins Wasser zu gehen, was eine wirklich gute Idee war. Die Vorbesprechung sollte um 11.30 Uhr stattfinden, wobei ich um 11:15 Uhr noch niemanden im Neo rumlaufen sah. Zudem war es nicht allzu warm und 45min barfuß rumlaufen, wollte ich dann auch nicht. Da mir eigentlich alles von der Strecke ausgiebig bekannt war, verpasste ich dann auch prompt die Vorbesprechung, weil ich mich gerade in den Neo reinschälte. Beim Shoppen in der Woche zuvor hatte ich noch Bode-Glide bei SportScheck gefunden, was die Reibung des Neos vermindern sollte und beim schnellen Ausziehen helfen sollte. Am Hals hatte ich nach dem Training immer leichte Scheuerstellen und ich kann schon mal vorweg nehmen, dass das Zeug super geholfen hat. Um 11.40 Uhr war ich dann soweit fertig und wartete darauf, dass immer mehr Starter Richtung Wasser gehen. Wo es vorher schien, als ob kaum Starter da wären, hörte der Zustrom der Neo-Jünger kaum auf. IMG_5302Beim Wassereinstieg angekommen traf ich dann auch noch auf drei weitere Starter des Vereins, was meine kaum vorhandene Anspannung vollends nahm. Ein kleiner Plausch und da zwei der Starter sich auch nicht vorne im Schwimmen sahen, gingen wir recht spät ins Wasser. Hier hilft es unglaublich eine genaue Uhr mit dabei zu haben, denn sonst ist man echt zeitlos. Da meine Forerunner einerseits ein Klotz ist, der zudem nicht wasserdicht ist und ich in den Wechselzonen eh schon an so viele Dinge denken muss, hatte ich nur meine Zeit- und Stoppuhr von Timex namens Ironman angezogen. Also ab ins Wasser und schon mal die Schwimmbrille richten. Zum Start waren es noch 50m zu schwimmen und auf der Breite des Fühlinger Sees hatten sich die Schwimmer vor der Startlinie aufgereiht und paddelten fröhlich vor sich hin, um an der Wasseroberfläche zu bleiben. Die Startbahn war so breit, dass man eigentlich maximal drei Schwimmer vor sich hatte und so konnte ich dem Start entgegensehen. Zufällig erwischte ich genau eine Stelle, an der ein Stahlseil gespannt war (1,70m unter der Wasseroberfläche) und konnte somit nach dem Start eine gute Orientierung gewährleisten.

Der Wettkampf

IMG_5317In der Ferne hört man aus Richtung der Tribüne ein 7-6-5-4-3-2-1, das Wasser schäumt auf und ich kraule los mit dem Kopf unter Wasser. Der befürchtete Kampf am Anfang stellt sich nicht ein und ich kann einfach an dem Stahlseil entlangschwimmen. Von rechts kommt ein Schwimmer näher, aber im Kraul ist das recht problemlos. Ich weiche nach links über das Seil aus, habe dann aber wieder Platz. Ich merke, dass ich ein paar Schwimmer überholen kann, aber gleichzeitig auch Einige schneller sind. Die ersten geschätzen 200m sind rum und ich habe meinen Rhythmus gefunden. Ab und zu hat man einen Schwimmer in der Nähe und eventuell leichte Körperberührungen, aber alles problemlos. Mal etwas am Fuß, man ein Arm neben einem, aber es geht weiter. Ich merke wie einige Schwimmer vor mir nach links tendieren und ein Blick zeigt, dass die Wendeboye quer zu meiner Schwimmrichtung liegt. Also schlage ich auch die Richtung ein und kann diese auch einfach halten. Die Schwimmer um einen herum geben schon etwas die Richtung vor und man braucht sich nicht intensiv um die Streckenführung zu kümmern. An der Boye wird es befürchtet eng und man muss kurz stoppen. In der Hoffnung danach normal weiterzuschwimmen gehe ich in Kraul über, merke aber plötzlich wie eng es ist. Dazu kommt, dass genau vor mir ein Brustschwimmer auf gefühlten 2m Platz genommen hat. Links ist kurz Platz, aber in die Lücke scheint jemand reinzustoßen und nimmt mir die Möglichkeit weiter um den Brustschwimmer herumzukommen. Unter Wasser kann man schön die Trittbewegung des Brustschwimmens beobachten und ich versuche genügend Abstand zu halten, um keinen Tritt zu erhalten. Rechte neben mir ist auch voll, also zwänge ich mich weiter nach links, um mit mehr Kraft an dem Brustschwimmer vorbeizuziehen. Stößt man beim Kraul aneinander ist das nicht schlimm, da man einfach lang im Wasser liegt, ist also eher ein anlehnen, als echtes behindern. Ich ziehe am Brustschwimmer vorbei, aber habe anscheinend links und vor mir schon wieder jemanden im Brustschwimmen. Nach der Wende ist es überall verdammt eng und entweder waren die Brustschwimmer im ersten Teil sehr schnell oder den Kraulschwimmern ist die Kraft ausgegangen. Ich war jedenfalls nicht schnell genug, um nur mit Kraulschwimmern unterwegs zu sein und so hagelt es schläge, sehe Brustschwimmfüße näher und weiter weg gehen und fühle mich nicht mehr super wohl. Beim Hochblicken sehe ich am Rand das Ziel. Allerdings war es das noch nicht, denn es ist das Tor für den noch weit entfernten Zieleinlauf. So langsam schwinden auch die Kräfte in den Armen, aber ich werde den Teufel tun und ins Brustschwimmen übergehen. Da bekomme ich einen festen Tritt voll auf die Lippe. Keine Ahnung von wem und woher genau, aber die Schwimmbrille sitzt nicht mehr und die Lippe beginnt sofort zu pochen. Ich hoffe darauf, keine Platzwunde zu haben, merke aber wie die Lippe zumindest anschwillt. Kein Blutgeschmack also weiter. Noch 50m und ich sehe die Helfer an der Treppe. Vorher wird es noch mal eng, aber ich bin in Gedanken schon beim Wechsel. Vor der Treppe der nächste kleine Stau, aber da ich die Stufen kenne, geht es gut hoch. Den Ratschlag die Hände am Rand anzunehmen, hätte ich gerne verwirklicht, aber ich komme mittig auf die Treppe. Jetzt Gleichgewicht halten und ab zum  Wechsel. Leicht benommen von der Anstrengung läuft man auf dem Teppich gesäumt von jubelnden Zuschauern. Also Band abspulen und es sagt: zieh den Neo bis zum Bauch aus. Ich ziehe die Kordel am Reißverschluß, nachdem ich diese von vorne nach hinten gelegt habe. Zum Glück ist der Laufweg lang genug. Ich höre meinen Namen und sehe bekannte Gesichter aus dem Verein. Achja Kameras überall und meine Eltern müssen auch noch folgen. Der gedankliche Versuch zu lächeln ist mir laut den Bildern nicht geglückt und bin mittlerweile im trabenden Lauftempo angekommen. Ich sehe meine Eltern lande in der Wechselzone.

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Genau wie vorher angesehen finde ich mein Rad. Allerdings ist der Platz, den ich vorher so schön vorbereitet hatte, von einem anderen Rad blockiert. Ich stehe als fast mitten im Gang und kann die Füße nicht auf dem Handtuch abstellen. Das linke Bein flutscht aus dem Neo, allerdings hängt das rechte Bein fest. Nachdem es befreit ist, lege ich den Neo auf den freien Platz des Handtuchs, und ziehe die Radschuhe an. Dann klemme ich mich zwischen die Räder und komme an den Helm mit der Radbrille dran. Dank des  Tri-Suits muss ich kein T-Shirt oder sonst etwas anziehen. Fast die Startnummer vergessen ziehe ich diese im geschlossenen Zustand über und nehme mein Rennrad aus der Halterung. Alle Laufen also gehe ich auch in den Laufschritt über, was ich mit den Rennradplatte noch nie geübt habe. Hier sind die vor 10 Tagen montierten SPD-SL Platten ein echter Vorteil gegenüber dem blaken Metall der alten SL-Platten. Da kommt auch die Linie auf der sich alle aufs Rad schwingen. Da höre ich wieder meinen Namen und sehe wieder ein bekanntes Gesicht aus dem Verein. Zu leicht angeschoben komme ich etwas schwer in die Pedale und muss nochmal Schwung holen.

Das Radfahren startet und ich bin bester Laune. Vom Tempo her starte ich super, um erst mal zu merken, dass ich das Tempo bestimmt nicht dauerhaft fahre. Morgens noch mitbekommen, ist es nicht nur eine Runde sondern zwei, was mich im Wettkampf sonst sehr irritiert hätte. Vor mir und hinter mir sind genügend Starter zur Orientierung und ich komme ganz gut ins Fahren. Ziel hierbei ist, keinen Fahrer auf einem Trekkingbike vorbeizulassen. Diese sind auch am Start und waren anscheinend ganz gute Schwimmer. Ich habe schon das Gefühl weiter nach vorne zu kommen, allerdings werde ich auch von einigen Fahrern vorallem in Aero-Position geschluckt. Beim Blick nach Links sehe ich einen Starter aus dem Verein, der mich gerade überholt. Leider ist es verdammt windig und auf der langen Geraden der Radstrecke hat man übelsten Gegenwind. Zum Glück nur über 4km, denn danach steht der Rückweg an. Vom Tempo her versuche ich am Vereinskollegen ran zu bleiben, der 30m zwischen uns gesetzt hatte. Windschattenfahren ist nicht erlaubt, wobei ich mir dort anfangs mehr Gedanken drum mache. Man fährt eben nicht Rad an Rad, aber es sind so viele Fahrer auf der Strecke, dass man zwangsläufig hier oder da in näherer Umgebung ist. Der erste Kreisverkehr war dann noch nicht der erhoffte Wechselpunkt, denn der linkt noch einen Kilometer im Gegenwind entfernt. In tiefer Haltung werfe ich mich also nach der Ortschaft wieder in den Wind, kann aber mein Tempo halten. Da kommt dann auch schon der Kreisverkehr und ich beschleunige mit Rückwind aus dem Sattel heraus. Beim Rückweg kann ich gut über 30km/h bleiben und komme sogar wieder an den Vereinskollegen ran. Das gerade Stück verläuft gut, wobei ab und zu immer noch Fahrer in Aero-Position vorbeiziehen. Bringt diese Position und das Rad wirklich so viel oder trainiert man einfach mehr, wenn man schon so viel Geld für ein Rad ausgegeben hat. Mein echtes Radtraining ließ zu wünschen übrig und mein Rad gehört zu den billigsten Rennrädern, was mich an dem Tag nicht sonderlich kratzt. Immerhin geht es um die Beine und nicht um den cooleren Aufkleber. Da kommen dann die kurvigen Teile vor dem Fühlinger See und es gibt sogar eine Verpflegungsstation mit Wasserflaschen. Im Nachhinein hätte ich eine als Erinnerung mitnehmen sollen und voll in den Halter stecken müssen. Ich hatte aber mit Eistee vorgesorgt und beim Radfahren kann man wirklich in Ruhe trinken, was ich auch an vier Stellen gemacht habe. Beim Laufen ist es immer ein Krampf auch nur 100ml aus zwei Bechern hinunterzubekommen. Der Wendepunkt ist direkt vor der Wechselzone und von Zuschauern gesäumt. Eine tolle Stimmung und trotz des Tempos erkenne ich meinen Vater am Rand. IMG_5366IMG_5368Kurz in die Bremsen, um dann voll motiviert aus dem Sattel heraus in die zweite Runde zu starten. Martha ist vor mir (die Startnummer ist mit Namen versehen und baumelt beim Radfahren hinten) und hält hart dagegen, als ich neben ihr vorbeifahren will. Also Tempo halten und zwischenzeitlich eine weitere Fahrerin überholen. Bei einem leichten Anstieg mit Steigung gehe ich dann vorbei und stehe wieder mitten im Wind. Beißen, aber ich werde nicht zurück überholt, also haben alle die gleichen Probleme. Mit und mit überhole ich weitere Fahrer und kann vor allem Starter ohne Rennrad recht leicht hinter mir lassen. Diese sind im echten Nachteil, weil ein Tempo um die 30km/h damit wirklich schwer ist. Zuschauer gibt es eigentlich keine, aber genügend Streckenposten, die die Strecke super gesichert haben. Also wieder hoch zur Wendemarke, vorher noch einen guten Schluck nehmen und diesen verdammten Fahrer überholen, der gerade in der Aero-Position an mir vorbeigezogen ist. Mit 40km/h im Rückenwind packe ich das dann auch, habe aber dessen Ehrgeiz geweckt und werde noch links überholt, während ich ein paar Fahrer links überhole. Dranbleiben kann ich leider nicht, aber ich habe mir die Kräfte gut eingeteilt und kann weiter mein Tempo fahren. 20 Kilometer liegen hinter mir und plötzlich ist da noch jemand mit einem Mountain-Bike. Locker mit 30km/h unterwegs rollt er mit halben Panzer-Reifen auf der Strecke. Wahnsinn, ich will nicht wissen, welches Tempo der auf einem Rennrad drücken würde. Kurz vor dem Wechsel wird es noch mal eng, da einerseits ein Fahrer von hinten gekommen ist, sich aber auch vor mir gerade eine kleine Gruppe befindet. Wasser lasse ich wieder links liegen und Rolle Richtung Wechselzone. Das Risiko aus den Schuhen zu gehen, will ich nicht eingehen und so lasse ich die Klickpedale rausgehen und bremse komplett vor der Linie ab.

Im Laufschritt dann wieder Richtung eigenem Handtuch, wo ich diesmal mehr Platz habe. Rad einhängen, Laufschuhe ausziehen, Helm auf und ausziehen. Die aufgerollten Socken sind schnell angezogen und die extra präparierten Laufschuhe sind schnell angezogen. Keine Zeit zum Durchatmen, sondern loslaufen. Schnell die Nummer nach vorne gezogen und angefeuert von den Massen auf die zum Großteil bekannte Laufstrecke. IMG_5387Es läuft holprig los, aber ich merke schon, dass ich schneller als die meisten um mich herum bin. Also nach vorne arbeiten. Bei der ersten kleinen Erhöhung denke ich darüber nach, wie scheiße sich das Laufen gerade anfühlt, wobei ich gerade mal 24km gefahren bin. Ich wäre gerne noch länger gefahren, aber das Laufen holt mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Ein Läufer vor mir verliert seine Brille und laut fluchend drückt er das herausgefallene Glas wieder in die Fassung. Ich weiß nicht, ob es die Wut war, aber er läuft genau in meinem Tempo ohne mich vorbei zu lassen und so hänge ich ganz gut dahinter. Keine Ahnung wo mein Puls ist, aber niedrig auf keinen Fall. Normalerweise laufe ich mit Pulsmesser, den ich aber wie anfangs erwähnt zuhause gelassen habe.  Das Gelände rund um den Fühlinger See ist eigentlich sehr schön, aber genießen kann ich es nicht. Das Tempo scheint zu passen, aber auf 7km kann man eben kein langsames Tempo einschlagen. Also kann man schon und da ich keine Gesamtzeit einschätzen konnte, muss ich keine feste Zeit erreichen, aber man gibt alles – unter der Prämisse, dass noch einige Kilometer vor einem liegen. Da kommt ein Wasserstand und rechts gibt es Iso-Getränke Verpflegung und links Wasser. Auf dem Rad schon genügend getrunken schnappe ich mir einen Wasserbecher und trinke einen Schluck. Leider waren die Wasserstellen nicht auf dem Plan ausgeschildert, wobei 7km Laufen problemlos sein sollten. Es läuft nicht rund, aber ausreichend schnell und so mache ich etliche Plätze gut. So wie manche auf der Laufstrecke unterwegs sind, ist kaum zu glauben, wie die in den vorherigen Disziplinen so schnell waren. So einen üblen Laufstil habe ich selten gesehen. Zumindest lenken diese Gedanken vom Laufen ab, denn ich habe gerade mal 3km hinter mir und fühle mich nicht toll. Aber es ist ein tolles Gefühl einen Läufer in der Ferne zu nehmen und zu sagen: dich bekomme ich auch noch. Das klappt auch wunderbar und muss dabei bemerken, dass ich gerade mitten im Marathontraining stecke, wobei die meisten anderen vermutlich gleich viel wie ich in den anderen Sportarten gemacht haben. Somit ist das nicht fair. Fair hin oder her bin ich auf der Gegengerade des Fühlinger Sees und hoffe, dass die Kilometer endlich vorbei gehen. Zwei Kilometer vor dem Ziel bin ich froh nur noch 2000m vor mir zu haben, die wie ein Klacks klingen. Aber ich muss schon sehr beißen, um das Tempo zu halten und weiter durch die Läufer zu pflügen. Die Streckenführung ist kurz vor dem Ziel etwas schwierig und dass ein Triathlon kein Lauf ist bemerke ich daran, dass nach den ausgeschriebenen 7km noch kein Ziel da ist. Alle laufen weiter, also tue ich das auch. Stand in den Unterlagen jetzt 7 oder 7,5 geht es mir durch den Kopf. Die Menschenmassen unten am Fühlinger Ufer lenken mich davon ab. In der Ferne leisten sich zwei Läufer einen Endspurt und ich ziehe das Tempo auch noch mal an. Ich erblicke meine Eltern, bin happy und renne in ein immer lauteres Publikum. Links und rechts säumen Cheerleader den Weg und begleiten mich mit einer Laola ins Ziel. Ich reiße die Hände hoch, blicke auf die Uhr und bin mit 1:36:16 im Ziel. Kurz ans Geländer und Durchatmen, denn ich habe alles gegeben. Mit den Worten: das hast du dir verdient wird mir noch am Geländer eine Medaille umgehangen und einige Schritte später baumelt noch eine Haiwai-Kette am Hals. Beim Rausgehen merke ich, dass es anscheinend noch ein T-Shirt gibt und muss mich noch mal weiter hinten anstellen. Das Buffet ist toll und ich greife zu einer Cola und einem Stück Apfel-Streuselkuchen. Über Obst mit Melonen und Co, kann sich hier jede Laufveranstaltung eine Menge abschauen. Glücklich schaue ich, ob ich noch jemanden aus dem Verein erblicke, mache mich dann aber auf den Weg zu meinen wartenden Eltern.

Fazit:

Es hat wahnsinnig Spaß gemacht und wird vermutlich eher als reine Läufe die sportliche Zukunft dominieren. Der Wettkampf war besonders beim Schwimmen ein echter Kampf, wobei das Radfahren am angenehmsten war. Beim Laufen, wo ich den besten Vergleich habe, merkte ich die vorherige Anstrengung doch sehr deutlich. Die Vorbereitung war super und ich bin im Schwimmen sogar im echten Mittelfeld angekommen, was ich nicht gedacht hatte. Beim Radfahren habe ich nicht so deutlich Zeit gewinnen können, was beim Laufen mit einer 4,30er Pace (min/km) eigentlich schon ganz gut war und mir einen Platz so ca. genau im ersten Drittel gesichert hat. Über den Winter will ich jetzt an der Schwimmtechnik arbeiten und im nächsten Jahr noch etwas mehr Fokus auf das Radfahren legen. Mit einer angepeilten 1:30h wäre ich dann super dabei, wobei ich nicht weiß, ob es nicht zu hohe Ziele sind. Beim Laufen konnte ich aber im Vergleich zum letzten Jahr richtig an Boden gut machen. Warum also nicht auch im Triathlon. Die Smart-Distanz war richtig für den Einstieg, aber fast schon zu Smart. Etwas mehr Rad- und Laufstrecke würde mich eher ansprechen. Die erhöhte Schwimmstrecke müsste ich dann wohl in Kauf nehmen.

Die Veranstaltung war toll organisiert und man merkt den Mehraufwand zu Laufveranstaltungen. Deswegen noch ein Lob an Veranstaltung und vor allem die Helfer, die bei schlechtem Wetter die Veranstaltung erst ermöglicht haben.

Mit fast 4000 Wörtern ist der Artikel wohl der längste im Blog, wobei ich weiß, dass auch der ein oder andere aus dem Verein hier mit liest und das auch Motivation zum Schreiben bringt.

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27 Aug 2009

Gamescon

Geschrieben von um 7:00 Uhr

Begeistert war ich nicht von der Gamescon, da muss man schon ein echter Gamer sein. Trotzdem noch ein paar Impressionen von der Spielemesse:

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24 Aug 2009

Sind die denn des Wahnsinns?

Geschrieben von um 19:46 Uhr

Heute war ein warmer Tag und um kurz vor 21 Uhr eine Temperatur von 26° bestätigt dies. Gerade komme ich von einer Laufrunde zurück und es war voll. Scheinbar jeder hatte seine Caprihose gefunden oder sein Fußballtrikot aus dem Schrank geräumt, um den Staub mal so richtig fliegen zu lassen.
Jetzt mal ehrlich, seid ihr des Wahnsinns? Warum nutzt ihr nicht das Wetter, wenn es mal etwas schlechter ist. Später liest man in der Zeitung wieder von Notarzteinsätzen, weil Joggern das Wetter nicht bekommt. Ich kann meinen Körper mittlerweile ganz gut einschätzen, weil ich min. 50km bei jedem Wetter unterwegs bin. Vermutlich hört man die Leute nachher sagen, dass Laufen ja so anstrengend ist. Bei dem Temperaturen auf jeden Fall, auch für mich.
Kleiner Tipp am Rande: geht gerade dann laufen, wenn die Sonne nicht scheint. Ok, bei Regen bin ich auch schwer zu überreden, aber gerade am Anfang sollte man so schonend mit seinem Körper umgehen wie nur möglich.
Ich glaube nur auf meiner Bilderstöckchen-Runde waren es locker 30-40 Jogger. Leute mit Hund mal nicht mitgezählt. Ich habe dort aber auch schon Runden gelaufen, bei denen mir insgesamt 2 Personen begegnet sind.

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23 Aug 2009

Mocki – tolle Leistung

Geschrieben von um 12:57 Uhr

Der Marathon bei der WM der Frauen hat richtig Spaß gemacht. Sabrina Mockenhaupt, die ich schon in Köln beim Samba-Training bestaunen durfte, hat eine tolle Leistung hingelegt. Leider hat das ARD es nicht für nötig gehalten, den Zieleinlauf auch nur ein paar Minuten zu zeigen. Nachdem China gewonnen hat. Dachte bei einer WM im eigenen Land wäre so etwas üblich. Direkt mal Kontakt aufgenommen:

Hallo Redaktionsteam,

ich möchte gerade meine Enttäuschung darüber ausdrücken, dass der Zieleinlauf von Sabrina Mockenhaupt nicht mehr übertragen wurde. Nachdem man über zwei Stunden einer Sendung folgt, bei der eine deutsche Sportlerin eine tolle Aufholjagt hinlegt. Dies stand auch im Zentrum der Berichterstattung und ist somit nicht nachzuvollziehen, dass vermutlich 2-5min zu früh in die Programmvorschau ausgeblendet wird. Mal wieder sehr enttäuscht über die gezahlten GEZ Gebühren. Es gibt auch noch andere Sportfans neben Fußball, wo bei einer Verlängerung dies garantiert nicht passiert wäre.

Mit freundlichen Grüßen
Simon Tiffert

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17 Aug 2009

Es nervt – Medien im Doping-Rausch

Geschrieben von um 18:36 Uhr

Gestern Abend wurde der Weltrekord auf 100m gebrochen. Toll – fantastisch und eine wirklich tolle Leistung. Nein, ich saß nicht gebannt vorm Fernseher, aber lese es mir gerade durch. Nur eines fällt mal wieder auf. Da werden ganze Satzblöcke gebaut, nur um wieder auf das eine zu kommen: DOPING, DOPING, DOPING.
Ist es nicht die Leistung der Sportler die im Vordergrund stehen sollte? Sollte nicht jeder unschuldig sein, bis seine Schuld bewiesen ist? Wo soll denn der Sport hingehen? Langsamer werden, damit die Medien endlich wieder über den Sport berichten? Ein Weltrekord, hui, bestimmt voll Drogen. Stärker als die anderen also bestimmt ein besserer Arzt? Ja ich mache viel Sport, ich bin Welten von Top-Platzierungen und Bestzeiten entfernt, aber ich weiß welche Arbeit dort drinnen steckt. Wir reden hier von Sportlern, die seit ihrer Kindheit nichts anderes machen, außer hart dafür zu trainieren, um so gut zu sein wie sie jetzt sind. Haben diese Sportler und die Zuschauer nicht auch ein Recht darauf Sportler zu feiern? Man schämt sich fast für jede neue Bestzeit, denn es könnte ja mit unrechten Dingen zugegangen sein. Und was bewirkt Doping? Sicherlich einige Prozent mehr Leistung, aber die sind auch nur bei einem Top-Sportler wirksam. Da geht kein Couch-Potato an den Start, wirft sich Epo anstatt Chips in den Bauch und läuft plötzlich die 100m unter 10 Sekunden.
Schon mal Rennrad gefahren? Schon mal versucht gute Hobbyfahrer einzuholen? Die fahren noch keine Tour de France, würden sie dopen, dann auch nicht. Also habt Respekt vor der Leistung. Wenn ich den Fernseher einschalte, will ich nicht hören, wer wieder wo beschuldigt wird. Wird jemand überführt, sperrt ihn doppelt so lange – Punkt. Steckt meinetwegen mehr der Sponsorengelder in bessere Testverfahren, aber lasst und endlich den Sport wieder genießen. Ich traue mich kaum ARD + ZDF einzuschalten, dort fällt das Wort Radsport doch nicht mehr ohne das Wort Doping. Man schaut Rund um Köln und jeder Interviewgast wird über seine Meinung zum Thema Doping gefasst. Ihr habt doch Phönix, sendet das doch da und lasst uns den Sport.
Der einzige Sport der 100% dopingfrei ist, ist doch wenigstens Fußball. Warum eigentlich? Warum bekommt die Sportschau nicht auch ihre 30% Quote Dopingberichterstattung verpasst? Achso sind ja alle sauber. Ist ja kein Profisport. Ach warte doch, aber bei einem 3:2 werden keine Weltrekorde gebrochen. Sprints sind ja auch kein Bestandteil. Schade nur, dass mich Fußball nicht interessiert.
Und wer einen längeren Artikel zum gestrigen Weltrekord von Usain Bolt in die Kommentare setzt, der nicht Doping erwähnt, wird gerne zu einer Currywurst eingeladen. Echtem Doping eben.

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09 Aug 2009

GAG Erlebnis Halbmarathon

Geschrieben von um 18:05 Uhr

Der Lauf hat eigentlich schon gestern begonnen, denn um den heutigen morgen möglichst entspannt anzugehen, wollte ich mich schon mal anmelden. Leider war die Anmeldung nicht wie im letzten Jahr in Mülheim, sondern in den Köln Arkaden in Kalk. Also eine Reihe Erledigungen mit in die Stadt genommen und danach noch nach Kalk rüber. Hier durfte mit mir iPhone mal wieder den Nachmittag retten. Jedes Mal braucht man diese verdammte Nummer des eigenen Champion-Chips. Der liegt fröhlich zuhause im Schrank und kommt gar nicht auf die Idee, seine Nummer preis zu geben. Dank der E-Mail-Suche kam ich dann auf die Mail mit den Anmeldedaten für den Köln Marathon und konnte dort die Nummer entnehmen. Ansonsten wäre der ganze Ausflug umsonst gewesen. Glück gehabt, denn das hätte mich richtig geärgert.

Es gab mal wieder eine volle Tüte voller Altpapier. So fast, denn es liegen immer eine Menge Werbeflyer drin, was es unmöglich macht diese Tüte vor dem Start zu holen, ohne seine Tasche irgendwo nachher zu deponieren. Die Anmeldegebühren fand ich für einen Halbmarathon recht saftig, aber ist eben Köln. Die Werbe-Gummibärchen natürlich direkt mal gegessen, habe ich mir den enthaltenen Traubenzucker für heute aufgespart, aber nicht benötigt.

Der Lauf startete mit 8:45 Uhr erfreulich früh, weswegen ich fast nüchtern zum Start konnte. Noch ein Brot mit Honig gegessen und dann schon in fertiger Laufmontur um kurz nach halb acht zur Bahn.

Vielleicht interessant ist, was ich alles für so einen Lauf benötige/mitschleppe:

  • bekanntes Shirt (damit es nicht scheuert und nicht das Lieblingsshirt, da es von den Sicherheitsnadeln zerstochen wird)
  • Startnummer
  • 4 Sicherheitsnadeln (habe es mit einem Startnummernband probiert, aber das lässt das T-Shirt rutschen und hängt irgendwann drunter. Auf Dauer sehr nervig)
  • Hose mit Innentasche und Außentaschen
  • bekannte Laufsocken (auf langen Trainingseinheiten ausprobieren)
  • was bekanntes für unter die Hose (nein, beim Laufen nicht als Schotte)
  • Laufschuhe
  • Champion-Chip am Band für das Fußgelenk (dann drückt der Sensor nicht irgendwo auf den Schuh)
  • Forerunner 305 (geladen) mit Pulsband
  • Schlüssel entweder in Hose oder in Schuhtasche (bei mehr Schlüsseln in Taschentüchern gepolstert, damit es nicht klappert)
  • Bahnkarte, wer weiß ob die KVB kontrollieren will (passt zum Glück in die Innentasche)
  • Notgroschen, diesmal in Form eines 10€ Scheins (niemals vergessen, auch nicht im Training, für Getränke oder andere Notfälle)
  • Falls die Strecke unter 10km ist auch ein Schweißband für den Arm, aber beim Halbmarathon ist es irgendwann nass und schwer. Somit blieb es im Schrank.

Letztes Jahr bin ich mit dem Fahrrad zum Lauf. Warum auch immer, das wird mein mir unbekanntes Geheimnis bleiben. Mit genügend Vorlauf zur Haltestelle und auf die 13 gewartet. Pünktlich ging es dann zum Lauf, um dort noch 45min Zeit zu haben. Von meinem Triathlonverein sollte es zumindest noch zwei andere Starter geben, also kurz über den Wiener Platz, um sie dann auch recht direkt anzutreffen. Nach etwas Smalltalk ging es dann zum leichten Aufwärmen, bei dem ich mich selber schon immer etwas frei laufe. Also nicht einfach nur traben, sondern ruhig mal die Fersen fliegen lasse. Schließlich schlurfe ich beim Lauf auch nicht und gewöhne die Muskeln schon mal auf das was dann folgt. 15min vorm Start geht es dann normalerweise in die Aufstellung. Heute waren wir etwas später dran und ich habe mich dann einfach über das Gitter in den Startblock gestellt, da dieser bereits von hinten voll war. Das aber bitte nur tun, wenn man weiß, dass man mindestens das Tempo der umgebenden Läufer hat. Hier sollte fair vor gelten und wenn man gemütlich loslaufen will, hat man in den beiden vorderen Dritteln einfach nichts verloren. Hier geht es um Sekunden und ein Hindernisslauf auf dem ersten Kilometer ist für alle gefährlich. Noch 5min bis zum Start und dank des Small Talks war ich noch etwas von dem Laufgeschehen abgelenkt und mein Puls erfreulich niedrig. Gerade bei Wettkämpfen kann ich hier viel Vorspannung aufbauen und habe dann im Stand schon mal 40 Pulsschläge mehr als üblich. Das ist gar nicht gut, aber oft nicht zu ändern. Heute also mit recht ruhigem Puls die letzten 10 Sekunden runtergezählt, um dann bis zur Startlinie zu trotten. Doch noch zu weit hinten eingereiht, denn es ging um mich herum gemächlich los. Also mit doppeltem Tempo schnell in bessere Tempobereiche vordringen. Das klappt in letzter Zeit ganz gut und der Puls geht dann nach kleinen Zwischensprints am Anfang auch wieder runter. Die Strecke fand ich letzter Jahr bei miesem Wetter nicht besonders und der Eindruck bestätigte sich eigentlich wieder. Ich mag sie nicht besonders, Ort – Autobahnbrücken – Feld – Ort – Feld – …

Aber ich kam gut in den Lauf und konnte bei konstanten Pulswerten richtig gut drücken. Die Kilometer flogen vorbei wie nur selten – 5 – 6 – 7 – 8 – 9. Schon seltsam, normalerweise zieht sich das mehr und man denkt mehr über die noch vor einem liegende Strecke nach. Gerade wenn man im Training nicht so schnell unterwegs ist, können 10km schon ganz schön lang werden. Heute war dem nicht so und meine Uhr zeigte bei 10km recht genau 44min an (ob die Uhr aber so genau gestartet war, weiß ich nicht). Es lief sehr gut und ich konnte gerade in der ersten Hälfte eine Menge Läufer überholen. Das ist der Vorteil, wenn man etwas weiter hinten startet, weil der mentale Effekt besser ist. Man ist in Bewegung und überholt, anstatt konstant an Fersen zu hängen oder selber überholt zu werden. Bei der zweiten Trinkgelegenheit büßte ich etwas Zeit ein, denn eine zuvor überholte Gruppe fing mich wieder auf. Das war aber recht schnell überstanden und es ging in gewohntem Tempo weiter. Heute gab es dabei nicht nur Wasser, sondern auch Isodrink und Schwämme. Ab dem zweiten Stand nahm ich dann auch das Isogetränk mit, wobei die Aufnahme schwierig ist und somit nur minimale Mengen getrunken werden. Beim dritten Getränkestand erwischte es mich dann. Isodrink und Wasser getrunken und plötzlich lief es nicht mehr so rund. Somit beißen, um nicht vollständig einzubrechen. Es dauerte bestimmt einen Kilometer, bis es wieder gut ging. Ab da war ich mit dem Trinken vorsichtig, denn das schien mir heute nicht so gut zu bekommen. Allerdings nutze ich ab da die Schwämme, die wirklich klasse sind. Ein frisches Gesicht tut gut und der Schwamm hält länger als so ein Wasserbecher. Die letzten vier Kilometer der Strecke waren die Gleichen wie am Anfang und so wusste man, was einen erwartet. Nachdem ich noch einen Läufer schluckte, merkte ich einen Leistungsknick. Es ging nicht mehr viel, wobei ich versuchte nicht viel am Tempo einzubüßen. Andere hatten sich das Rennen besser eingeteilt und es zogen auf den letzten 2 Kilometern bestimmt noch 10 Läufer an mir vorbei. Aber es war nichts zu machen, nicht weiter einbrechen und den Puls nicht vollkommen in den Himmel schießen war das Motto. Das kann man immer noch auf dem letzten Kilometer, aber bitte nicht so weit vorm Ziel. Mit Gedanken und angeschlagener Psyche also in den Park, um die letzten Meter  anzugehen. Hier noch mal gut gezogen, was ich nachher auch auf der Auswertung sehen konnte. Fertig wie selten kam ich im Ziel an, wo mir direkt eine Medaille übergestreift wurde. Ein Blick auf die Uhr zeigte 1:34:?h und ich war happy. Leider ist die offizielle Zeitnehmung mit 1:35:32 um eine gesamte Minute langsamer als die gestoppte Zeit mit der Forerunner. Dabei habe ich eigentlich recht genau bei den Matten gestoppt. Seltsam. Angestrebt war eine Zeit unter 1:40h und super wäre unter 1:35h gewesen. Somit lag ich voll im Soll.

Der Zielbereich war gut gefüllt und mit Bionade und alkoholfreiem Weizenbier konnte sich der Körper wieder erholen. Da ich nicht wusste, wann die anderen ins Ziel kamen, machte ich mich nach einer kurzen Sitzpause auf den Weg zurück zur Strecke. Wie sich herausstellte, waren zwei andere aus dem Verein auch in unmittelbarer Nähe meiner Zielzeit gewesen. Gemeinsam warteten wir dann auf den letzten Teilnehmer aus dem Verein.

Fazit:

Der Lauf war gut organisiert und startete auch pünktlich. Im letzten Jahr war der Start aufgrund der hohen Anzahl an Nachmeldern um eine halbe Stunde verschoben worden. Das war wirklich sehr bitter, denn man richtet z.B. auch seine Ernährung danach. Heute also alles problemlos und auch die Strecke war super ausgestattet und mit vielen Helfern versehen. Die Getränkestände waren sehr problemlos und ich konnte auch direkt alle Becher erfassen (im Gegensatz zu Rodenkirchen). Leider fehlte mir etwas Stimmung auf der Strecke. Es gab ein paar interessierte Anwohner aber wenig echte Fangruppen die Stimmung machten. Dem konnten auch die Sambagruppen nicht viel helfen, die ich heute aufgrund des eigenen Tempos nicht so genießen konnte. Aachen war schneller und hat (bei gutem Wetter) mehr Stimmung zu bieten. Gut war es trotzdem und von mir aus praktisch zu erreichen.

Hier noch die Strecke:

GAG Erlebnis Halbmarathon

Daten:

  • Zeit: 1:35:32 (1:36:00 Brutto)
  • Pace: 4:30min (13,35km/h)
  • Platz: 156 (AK M20: Platz 20) von 1104
  • Temperatur: 21° mit einiger Luftfeuchtigkeit, aber trocken
  • Puls: 176 im Durchschnitt

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02 Aug 2009

Regeneration und Ernährung

Geschrieben von um 20:00 Uhr

Zur Webseite bekomme ich selten direkte Rückmeldung. Meist in der Form, dass mir sämtlicher Gesprächsstoff fehlt, weil im Freundeskreis alle Abenteuer, Anschaffungen und Probleme entweder über den Blog, StudiVZ oder Twitter gelesen wurden. Heute bekam ich aber die Anfrage, wie ich mit Regeneration und Ernährung umgehe. Ich könnte es kurz fassen: unglaublich unprofessionell. Aber bei genauerem Hinschauen mache ich bestimmt auch ein paar Dinge richtig und habe andererseits auch schon einiges gelesen.

Die Regeneration ist ein wichtiger Bereich, den ich diese Woche wieder verstärkt gemerkt habe. Nachdem ich von Montag bis Donnerstag täglich 15km gelaufen bin, merkte ich, wie sehr mein Körper darunter gelitten hatte und dass der geplante Lauf nicht sonderlich sinnvoll war. Nimmt man die Regeneration nicht ernst genug, wird sie einem durch Erkrankungen oder Verletzungen aufgezwungen. Von daher lieber etwas Vorsorge und Planung, um dauerhaft trainieren zu können.

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich an mehreren Tagen hintereinander laufen gehen, wobei es nicht mehr als drei sein sollten. Da es sich nur noch sekundär um Muskelaufbau handelt, ist dies kein Problem. Beim Hanteltraining oder allgemeinen Krafttraining sind aber mindestens 48h dazwischen. Dies gilt in der Form auch für harte Trainingseinheiten. Das sind im Laufen bei mir intensive Intervalltrainings oder sehr lange Läufe. Danach braucht der Körper zumindest für die trainierte Muskelgruppe Regenerationszeit. Dies vor allem nach Wettkämpfen, da hier extreme Belastungen auftreten. Hier werden oft Muskeln anders beansprucht oder Gelenke stark belastet. Passt man hier nicht auf, können danach schnell Verletzungen folgen.

Andererseits ist ein Halb-Marathon Wettkampf kein Grund mehr für mich, eine volle Woche das Training auszusetzen. Hier muss man immer sehen, wo man sich befindet und an welche Limits man geht. Mit etlichen Wettkämpfen in der Saison kann ich mittlerweile einen Halb-Marathon aus dem Stand laufen. Vielleicht nicht in der besten Zeit, aber ich habe es noch nie geschafft, so an die Limits zu gehen, dass ich mehrere Tage darunter gelitten habe. Ist es hingegen der erste Halb-Marathon, so gehört eine entsprechend lange Pause hinzu.

Vorteil beim Triathlon-Training ist die Kombination mehrerer Sportarten, die sich gegenseitig ergänzen. Somit kann man an einem Tag zwei Sportarten kombinieren und zum Beispiel morgens schwimmen gehen und abends noch eine intensive Laufeinheit anhängen. Hier konnte ich keinerlei Einschränkungen bemerken und man kann dies ganz gut hintereinander schalten. Da mein Schwimmbad in Bonn im Moment morgens geschlossen hat, bleibt es im Moment bei einer Sportart pro Tag.

Ich würde also dazu raten, wenn es geht eine Trennung Oberkörper/Unterkörper (Schwimmen, Hanteltraining zu Laufen, Radfahren) zu wählen. Badminton beansprucht alles, ist aber noch einmal ganz anders einzuordnen, da es primär um schnelle Reaktionen geht, die die Koordination schulen. Ist also ein guter Gegenpol gegen monotone Sportarten.

Zur Ernährung:

Es gibt für mich kein Wundermittel oder Spezialernährung. Es sollte gesund, ausgewogen und zweckmäßig sein. Beim Sport habe ich einen recht empfindlichen Magen, der nach meist einer Stunde zum Beispiel beim Laufen Probleme macht. Somit versuche ich meist nüchtern in Laufeinheiten zu gehen. Am Wochenende geht das sehr gut und auch für die sehr langen Läufe über 35km, starte ich nüchtern. Das muss aber erprobt werden und ist je nach Läufer sehr unterschiedlich. Wichtig ist dabei, dass man zum Beispiel Müsliriegel mitnimmt. Das geht auf langsamen Laufeinheiten sehr gut. Wird es schneller, sind Müsliriegel echtes Gift, denn sie müssen gekaut werden und können trocken werden. Das habe ich einmal sehr bitter bei einem Wettkampf gemerkt. Super sind hier auch die Fruchtriegel, z.B. von Schwartau. Leicht zu transportieren und einfacher unterwegs zu essen. Beim Marathon habe ich Gels mitgenommen und damit keine Probleme gehabt, allerdings beide Male eingebrochen, weswegen ich nicht beurteilen kann, ob diese wirklich so gut sind. Für das Training finde ich sie einfach zu teuer. Setzt man sie im Wettkampf ein, muss man aber vorher testen, wie man damit zurecht kommt. Ein echtes No-Go ist Müsli. Das habe ich mittlerweile komplett verbannt, da ich es noch nicht mal auf der Arbeit zum Mittag essen kann. Ohne Sport ist Müsli eine super Ernährung, aber mit Sport im Anschluss geht es gar nicht. Da ich fast jeden Tag Sport mache, bleibt somit leider kein Platz dafür. Möglichst viel Obst und Gemüse sollten natürlich mit in den Ernährungsplan, aber damit hatte ich bereits vor dem Sport begonnen und versuche dies beizuhalten. Bananen gehen immer, allerdings muss man damit rechnen, dass die Energie eine gewissen Zeit braucht, bis sie zur Verfügung steht. Vor einem 10k Wettkampf also nutzlos. Das einzige was ich an Spezialpräparaten im Haus habe ist Magnesium. Sind einfache Supermarktpräparate und werden schon mal nach harten Wettkämpfen, wie z.B. Marathon genutzt. Ob sie etwas bewirken – keine Ahnung, aber klingt sinnvoll. Als Alternative zum Müsli nutze ich Corn Flakes oder Smacks, das geht auch beim Sport sehr gut. Meine Sportpartnerin schwört auf Griesbrei, was mir auch ganz gut bekommt.

Getränke:

Ich trinke am liebsten alles was süß ist. Somit kaufe ich möglichst wenig davon. Ich versuche möglichst viel zu trinken und das eben mit Wasser. Beim Sport darf es dann aber auch gerne etwas anderes sein. Beim Radfahren habe ich Eistee (gelöstes Pulver)  dabei. Nach dem Sport auch schon mal öfters. Bei langen Läufen nutze ich meist Kioske in Köln, um mich unterwegs zu versorgen. So muss ich nicht viel mitnehmen, wenn ich loslaufe. Das ist dann meist Gatorade, da die Flaschen super zum Laufen sind. Dicht, liegen gut in der Hand und schmeckt gut. Mein Trinkgürtel sitzt nicht so perfekt, weswegen ich ihn oft zuhause lasse. Nehme ich ihn mit, kommt meist auch Eistee rein. Außer es ist sehr warm, dann nehme ich die Hälfte pures Wasser mit. Vor dem Sport nehme ich ein paar Schluck, bei mehr hat man schnell einen Wasserbauch. Bei Wettkämpfen ist die erste Getränkestation meist früh genug, um ohne Probleme zu laufen. Manche nehmen bei Trainingsläufen auch mehrere Flaschen am Anfang mit und verstecken diese am Wegesrand. Da es sich auf meinen Runden nicht anbietet, habe ich es bisher nicht genutzt. Ich weiß nicht, ob es am Sport liegt, aber mein Milchkonsum ist in letzter Zeit enorm gestiegen. Egal ob in Corn Flakes, pur, als Eiskaffee oder im Griesbrei – ich bin bei mehr als 4 Litern pro Woche angekommen.

Speziellere Fragen kann ich gerne beantworten, einfach in den Kommentaren stellen.

Fazit:

Auch ohne Spezialpräparate kann man gute Leistung bringen. Gute Ernährung ist immer sinnvoll und hilfreich. Man muss gut erproben, was man wie und in welchen Mengen verträgt. Solange man noch nicht sehr viel an der Ernährung optimiert hat man das gute Gefühl weiteres Leistungspotential zu haben.

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02 Aug 2009

Es gibt da Tage da gewinnt man – es gibt …

Geschrieben von um 19:06 Uhr

Extra noch nach Köln zurück, um am Sonntag morgen eine Radtour zu starten. Natürlich trotzdem zu spät im Bett, um dann nach 6h Schlaf (5min bevor der Wecker klingelt) von einer E-Mail geweckt zu werden. Diese teilt mir mit, dass die Zusage für die Radtour vom E-Mail-Server seit zwei Tagen nicht zugestellt werden kann. Das erklärt, warum ich noch keine Antwort erhalten hatte. Nach dem schönen Samstag, grollt draußen ein kleines Gewitter und der Regen fängt an lauter auf das Dach zu schlagen. Ideales Wetter also, um eine lange Radtour zu starten. Also drehe ich mich um und werde von der zweiten Reihe Wecker dann doch aus dem Schlaf geholt. Gewitter ist keines zu sehen, aber der Himmel immer noch nicht schöner. Egal, ich wollte Radfahren, also wird radgefahren. Heute ging es zur Schmitze Bud, einem Kiosk, dass schon seit Jahrzehnten als Treffpunkt für Radler dient. Leider gerade im Umbau, wurde es so zumindest davor gerettet, gar nicht mehr zu existieren. Bis dahin waren es schon 15km, die durch die Kölner City (bzw. Mülheim) schon mal gut 50min fressen. Ampeln sei dank, ist es einfach die Pest für Klickpedale.

Zeitlich super ausgekommen, stehe ich also kurz vor neun am Treffpunkt, um zu hoffen, dass auch ohne Zusage ein paar Rennräder vom Verein auftauchen. Dem ist leider nicht so, aber als ich mich schon auf den Weg machen will, sammeln sich ein paar Fahrer. Um halb zehn ist wohl ein inoffizielles Treffen von Rennradfahrern, die sich in einer oder mehreren Gruppen zusammenschließen und verschiedene Touren abfahren. Ich war etwas skeptisch, denn ich konnte weder Tempo noch Leute einschätzen, hörte aber, dass normalerweise auch ein paar Rentner kommen, die kein so hohes Tempo fahren. Also gut, besser als mit dem iPhone von Ort zu Ort alleine zu radeln. Bis halb zehn treffen ca. 8 Fahrer ein, wobei es wohl sonst wesentlich mehr sein sollen. Das Wetter hatte sich aber immer noch nicht gebessert, was wohl den Rest abgehalten hatte. Es ergab sich eine bunte Mischung aus drei Fahrern eines Radsportvereins und älteren Herren, die so wirkten, als wenn sie noch nie etwas anderes als Rennradfahren gemacht hätten. Nachdem um halb sonst keiner eintraf, setzte sich die Gruppe plötzlich in Bewegung. Man muss dazu sagen, dass ich dieses Jahr zwar ein paar mal Rennrad gefahren bin, aber in den Gesprächen vorher von schlechter Kondition gesprochen wurde, wenn man vor zwei Wochen noch eine 160km RTF gefahren ist.

Es ging los und ich hängte mich erst mal ganz hinten an, denn ich bin das Fahren in der Gruppe noch nicht gewohnt. Schlänker, Bremsen oder starkes Beschleunigen sollte man innerhalb am besten lassen. Außerdem wollte ich erst mal testen, wie ich mitkomme. Wohin es ging war mir nicht klar, wie schnell gefahren werden sollte auch nicht und wie weit erst recht nicht. Also los gehts. Tempo: 32km/h, was schon ganz saftig zu Beginn ist. Ich wollte nach 10 Kilometern beurteilen, ob ich der Gruppe weiter folge, aber es sollte anders kommen. Die erste Kuppe kam und ich dachte, dass sich das Tempo etwas beruhigt, aber ein Blick auf den Tacho zeigte 36km/h und steigend. So langsam wurde mir klar, dass die Gruppe spätestens am ersten Berg Geschichte für mich ist. Die fuhren in einer ganz anderen Leistungsklasse und ich merkte, wie mein Puls stieg und die Beine schon nach den wenigen Kilometern ihr bestes gaben. Sinnlos daran festzuhalten also abfallen lassen und neu orientieren. Ich befand mich direkt neben dem Flughafen Köln/Bonn und musste dann doch mein iPhone bemühen, um zu schauen, wo es hingehen sollte.

In Altenrath gelandet, versuchte ich dann erst mal wieder nach Rösrath hoch zu kommen, denn ansonsten hätte sich eine zu weite Strecke ergeben. Ich wollte ca. 70-100km fahren und zumindest ein paar Steigungen mitnehmen. Also erst mal wegbleiben von Köln und Untereschbach angepeilt. Dort sollte ich Richtung Dhünntalsperre unterwegs sein, die ich in einer vorherigen Tour schon einmal umrundet hatte. Zum Glück war Kürten dort bereits ausgeschildert, denn dieses mittig unter der Talsperre. Die nächsten Kilometer liefen ganz gut und so langsam kam ich auf Touren. Das Wetter blieb bescheiden und ich wurde mehr als ein mal nass. Zum Glück nicht vollständig und die Straßen waren meist nur feucht, weswegen auch die Abfahrten gut gingen. Von Kürten aus ging es dann Richtung Bergisch Gladbach, denn der Tacho zeigte schon über 60km an. Um nicht direkt über Köln zurück zu fahren, sollte es über Leverkusen gehen. Also Abzweig über Odenthal und dann nach Leverkusen. Vorbei am Stadion zieht sich Leverkusen unglaublich lange. Geschuldet durch die vielen Fahrradwege kommt man mit dem Rennrad nur schlecht vorwärts. Auf der Kölner Seite geht es dann vorbei an den Ford Werken und der Pferderennbahn zurück nach Bilderstöckchen. Mein Tacho zeigt 100,78 Kilometer an, was für eine wirklich gute und spontane Planung gesprochen hat. Dabei wäre ich heute morgen fast schon wieder zurück gefahren. Insgesamt war ich 5h unterwegs, wobei über 40min an der Schmitze Bud liegen geblieben sind. Die ersten Kilometer auch noch recht häufig den richtigen Weg mit dem iPhone angepeilt, ging es vom Tempo her nachher richtig gut.

Allerdings werde ich bestimmt schlecht von der Rennradgruppe am morgen träumen und für die nächste Saison mit besserer Kondition zurückschlagen.  Heute wäre es sinnlos gewesen sich mit aller Kraft dranzuhängen. Vermutlich wäre ich nach 40 Kilometern fertig gewesen und hätte dann schauen müssen, wie ich von dort aus zurück komme.

Update:

Nach dem Auslesen des Forerunners noch ein paar Fakten:

  • Distanz: 96,29 (Forerunner zu spät gestartet)
  • Zeit: 3:34:50
  • Puls: 141
  • kCal: 5141 (bereits mit Nudeln aufgefüllt)
  • Tempo: 26,89km/h
  • Höhenmeter: 1682 (ob das stimmt)

Tour

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19 Jul 2009

RTF Immendorf

Geschrieben von um 15:39 Uhr

RTF – unschöne Abkürzung für den doch sehr deutschen Begriff Radtourenfahrt. Nachdem geklärt ist, dass es sich hier nicht um das Rich Text Format handelt, was ist denn so eine Radtourenfahrt. Bis zur Mitte des Jahres war mir der Begriff auch noch nicht klar, sollte aber sowas wie ein organisiertes Radrennen ohne Rennen sein.

Eingeladen von der Triathlonabteilung des TPSK war der Treffpunkt Immendorf um 8 Uhr ausgeschrieben. Der Wecker nervte ab 6 Uhr und ich schwang mich kurz nach 7 Uhr auf das Rennrad, um pünktlich im kurz vor Godorf gelegenen Immendorf anzukommen. Ich bin noch nie so gut durch Köln durchgekommen und bei noch regenfreiem Wetter ging es ein Stück am Rhein entlang. Kurz vor 8 Uhr war ich dann auch da und hier beginnt schon eine Besonderheit. Eine RTF startet nicht um eine gewisse Uhrzeit, sondern es gibt ein Startfenster und einen Kontrollschluss. Genauso gibt es nicht eine Strecke, sondern es gibt mehrere Längen je nach Geschmack: 43, 73, 111, 151 und 201 (Marathonrennen). Man darf seine Veranstaltung aber nicht einfach RTF nennen, denn der Bund Deutscher Radfahrer möchte ein paar Punkte erfüllt sehen. Dazu zählt zum Beispiel die Ausschilderung der Strecke. Teil der RTFs ist meist auch ein Frühstück und ein Imbiss, sowie Verpflegungsstellen unterwegs, die schon vor der Fahrt vom Verein gelobt wurden. Macht man regelmäßig bei RTFs mit kann man auch Punkte je nach Distanz sammeln, eine entsprechende RTF-Wertungskarte gibt es für Mitglieder des BDR.

Die Stimmung kann man in etwa mit einem Volkslauf vergleichen – nur entspannter – denn es gibt keine Sieger. Das Publikum war positiv gemischt: von Radvereinen mit etlichen Mitgliedern, geht es über Fashionfahrer bis hin zum Freizeitfahrer mit Cityrad.

Kurz nach 8 Uhr waren wir versammelt und ich meldete mich als Trimmfahrer an, was mir eine Startnummer bescherte, die erst mal am Trikot befestigt sein wollte. Die Streckenlänge muss hier noch nicht angegeben werden, sondern kann später während der Fahrt entschieden werden. Bei der vorgefundenen Strecke war der erste Teil aller Streckenlängen identisch. Es ging los und geschätzte 1000m nach dem Start ereilte uns der erste Platten in der Gruppe. Gerade beim Rennrad keine Seltenheit, denn der hohe Druck kombiniert mit sehr dünnen Slicks ist bei spitzen Gegenständen wie Glas oder kleinen Steinchen sehr empfindlich. Nach einer schnellen Wechselzeit ging es dann weiter und ich war froh, dass der angekündigte Schnitt von 32km/h nicht ernst gemeint war. Im Prinzip entscheidet jeder selber sein Tempo bei einer RTF, allerdings ist dies in Gruppen natürlich anders. Weitere fünf Kilometer später war der gleiche Reifen erneut platt, wobei wir den Armen erst mal zurück ließen, um ihn aber später bei der ersten Verpflegungsstelle wieder in die Gruppe zu integrieren. Ich hatte mir vorgenommen die 73km Runde zu fahren, da ich einerseits noch wenig Erfahrung mit Strecken über 100km habe und auch noch eine An- und Abfahrt von über 30km hatte. Ich dachte, dass der Rest der Gruppe gesammelt die 111km in Angriff nehmen wollte, war dann aber erfreut, dass noch jemand die 73km Runde fahren wollte. Der angekündigte Regen kam dann natürlich doch, war aber nicht so lange und intensiv, dass man richtig nass wurde (das hatte ich schon gestern hinter mir). Die erste Verpflegungsstelle lies auf sich warten und kam nicht nach 20km sondern erst etwas später. War aber nicht schlimm, denn das Schützenheim versorgte uns mit Waffeln, Rosinenbrot mit Marmelade, Getränken und Bananen. Einfach klasse, denn man muss sich morgens eigentlich nur sein Rennrad schnappen und für alles andere ist gesorgt. Am Start bekam man noch eine Stempelkarte, die hier ihren zweiten Stempel bekam und belegte, dass man auch die Strecke gefahren ist. Auf der Rückseite der Stempelkarte waren alle Orte gelistet, um eine grobe Orientierung zu haben. Allerdings war die gesamte Strecke sehr vorbildlich ausgeschildert. Sogar Gefahrenstellen, wie steile Abfahrten waren gesondert markiert und ließen ein sehr entspanntes fahren ohne Wegsuche zu. Nach einer kurzen Erholung ging es dann weiter und die Strecken für 73km und 111km trennten sich. Nach der Verabschiedung der anderen 4 Fahrer zogen wir zu zweit weiter unsere Bahnen und machten mit dem weiter, was wir auch vorher gemacht hatten: strampeln und quatschen. Es kam also nie die große Hatz auf, bei der im Kreisel rotierend Windschatten gefahren wird, sondern im Vordergrund steht das Erlebnis. Die Strecke war schön, allerdings für die anderen nicht so spannend, da eine RTF vor wenigen Wochen eine sehr ähnliche Strecke gewählt hatte. Nach rund weiteren 10km die nächste Kontrollstelle, die mit Waffeln lockte. Den einzig richtigen Anstieg hatten wir bereits am Anfang hinter uns gelassen und so rollte es gut vor sich hin. Mit einem geschätzten Schnitt von 28km/h näherten wir uns Richtung Start/Ziel. Dort angekommen lockte eine riesige Kuchenauswahl, ein Grillstand und ein Getränkewagen. Also gemütlich eine Bratwurst verzehrt und noch ein Stück Kuchen als Proviant für zuhause mitgenommen. Die Bierbänke draußen und in der Turnhalle waren gut belegt und verströmten auch eine sehr schöne Stimmung. Zitat vor der Fahrt aus dem Verein: das schönste an der RTF ist die Geselligkeit danach.

Hier noch meine Strecke:

  • Immendorf
  • Godorf
  • Wesseling
  • Urfeld
  • Sechtem
  • Waldorf
  • Heimerzheim
  • Dünstekoven
  • Mohrenhoven
  • Peppenhoven
  • Niederdrees
  • Oberdrees
  • Odendorf
  • Essig
  • Ludendorf
  • Ollheim
  • Müggenhausen
  • Metternich
  • Rösberg
  • Sechtem
  • Wesseling
  • Berzdorf
  • Meschenich
  • Immendorf

Sicher nicht meine letzte Radtourenfahrt, denn die Organisation, Geselligkeit und das Training passten einfach. Auch wenn man alleine startet ist man eigentlich nie alleine. Es gibt eigentlich überall auf der Strecke Radfahrer in unterschiedlichen Tempolagen. Traditionell ein Dank an die Veranstalter, die sich alle Mühe gaben diese Veranstaltung so toll über die Bühne zu bringen.

Der Tacho zeigte zuhause 112km an und es wäre noch etwas gegangen. Ohne die Anfahrt steht also der nächsten Streckenlänge nichts mehr im Wege. Jetzt noch das Ende der Touretappe schauen und hoffen, dass sich die Verspannung im Nacken bis morgen lockert.

Update:

Hier ein paar Eindrücke von unterwegs: http://www.pixum.de/slide/4398771

Wie ich heute gehört habe, sind wir sogar die größte gemeldete Trimgruppe gewesen und haben einen Pokal erhalten.

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