Autoren-Archiv

07 Mrz 2010

Sonne, Sauerstoff, Intervalltraining

Geschrieben von Simon um 14:29 Uhr

Die grauen Monate sind so langsam vorbei. Auch hier war es ruhig geworden, da es wenig besonderes zu berichten gab. Normale Trainingsläufe sind so interessant wie der Sack Reis in China. Zumindest wenn sie einfach passieren und auf keinem besonderen Niveau stattfinden.

Mit den heutigen Sonnenstrahlen hat sich das aber wieder geändert. Aufgestanden mit dem Verlangen zu laufen. Dabei hatte ich gestern schon eine Runde am Rhein mit guten 18km gedreht. Also eigentlich kein Grund heute unbedingt an laufen zu denken. Eigentlich wäre ich auch viel lieber aufs Rad gestiegen, aber der Schnee auf dem Dach erinnert mich daran, dass es draußen gerade mal so 0° sind. Also ideales Laufwetter, da die Wege wieder frei sind und der Sonntag ideal geeignet ist, um nicht um dunkeln Kilometer zu fressen.

Der Silvesterlauf liegt auch schon wieder Monate zurück und aufgrund eines neuen Jobs wollte ich die Konzentration erst einmal nicht auf Wettkämpfe richten. Somit sind die Anmeldungen bisher auch für die wenigstens Wettkämpfe draußen und ich entscheide lieber spontan, was Spaß macht und mich zeitlich nicht überfordert. Das Jahr steht trotzdem ganz klar im Zeichen des Triathlons und wenn ich über den Winter etwas sehr regelmäßig gemacht habe, waren das die Schwimmeinheiten. Und es zahlt sich aus. So langsam werde ich schneller und was wichtiger ist, die Ausdauer ist dramatisch gestiegen. Der Rhythmus ist da und ich freue mich auf jedes Schwimmtraining. Auch wenn ich mit traurigem Auge auf den Neoprenanzug schaue, der sich noch etwas gedulden muss.

Bald steht in Bonn der Marathon an und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob und was ich dort laufen werde. Eigentlich war ein Halbmarathon angedacht, aber das schmeckt so gut wie laufwarmer Kaffee. Es wäre keine Herausforderung und ein weiterer Lauf, den man abhakt. Aufgrund der Teilnehmerzahl bestimmt keine Bestzeit und da ich aufgrund mangelnder Wettkämpfe noch nicht weiß wo ich stehe, wäre es doch viel interessanter den Marathon zu bezwingen. Sich zu zeigen, dass es möglich ist, zu kämpfen, an die Limits zu gehen. Leider will ich dafür nicht so viel Zeit opfern und verzichte im Moment noch eine Anmeldung, habe aber das Lauftraining etwas angezogen. Nein, sicherlich wäre ich nicht perfekt vorbereitet, aber die Grundkondition ist da. Und um irgendwie über die Strecke zu kommen, wird es so oder so reichen. Waren jetzt eine Stunde pro Tag opfern, um dann festzustellen, dass es in der Endzeit fast nichts gebracht hat. Immerhin steht bald auch noch Radtraining an, was ich für das Trainingslager im Mai dringend brauche. Kurz: ich will den Marathon, aber nicht zu dem Preis. Dann lieber ohne persönliche Bestzeit, da eine dramatische Steigerung nicht zu erwarten ist. Die Stimmung dort genießen und wissen, dass man es sich selber wieder gezeigt hat.

Heute aber geriet dies alles in Vergessenheit. Eigentlich war ein gemeinsamer Lauf geplant, der dann aber doch zum Single-Lauf wurde. Die Luft war zwar kalt, aber nicht mehr stechend, die Wege frei und 50% aller Läufer hatten sich das Gleiche gedacht und waren unterwegs. Also nach langer Zeit mal wieder richtig voll im Blücherpark. Aber erst mal eintraben und schauen, wonach es sich anfühlt. Kein Plan, erst recht kein Trainingsplan. Allerdings weiß ich, dass monotone Läufe bei mir eh keinerlei Trainingserfolg bringen. Somit entweder einfach nur genießen oder was spannendes einbauen. Nach dem ersten Kilometer war klar, dass es rund läuft. Mit schnellem Schritt zeigt ein Blick auf die Uhr einen Schnitt von 5min pro Kilometer ohne am Limit zu sein. Es geht eine Steigung einer Brücke rauf und die Muskeln schreien nach Bewegung. Gut, sollen sie bekommen. Die Kette an Läufern eignet sich gut als Orientierung, auch wenn sie heute als Statisten herhalten müssen. Die einigermaßen regelmäßig gesammelten Kilometer der letzten Monate zahlen sich aus und der Körper ist fit für die Saison. Nach dem Start lege ich mir den Plan für den Lauf bereit und baue auf meiner Hausrunde in Bilderstöckchen intensive Tempointervalle ein. Normalerweise mit einem schnellen 4.30min Schnitt bis 4min Schnitt zeigte ein Blick auf die Uhr, dass ich noch schneller unterwegs war. Der Schritt ist stark und zeigt vermutlich die intensive Arbeit am Rumpfapparat. Trotz Endbeschleunigung gestern wollen die Beine mehr, mehr Tempo, längere Sprints und noch mehr Geschwindigkeit. Alles spielt mit, keine Schmerzen, keine Atemlosigkeit, einfach Laufen, pur, klar, tief, schnell. Die kalte und unglaublich frische Luft tut ihren Teil dazu und lässt den Sauerstoff bis tief in die Lunge fließen. Die Ruhepausen zwischen den Sprints fliegen mit einem lockeren Schnitt von 5min/km vorbei. Noch immer kann ich es kaum glauben, denn noch vor wenigen Wochen, war an ein richtig schnelles Tempo nicht zu denken. Wo ist die nächste Brücke, das nächste gerade Stück, die nächsten Läufer in der Ferne? Fast schon spielerisch spule ich das Training herunter und es macht Spaß und Lust auf mehr. Ich habe wieder Blut geleckt und trete an meine Grenzen auszutesten und zu überschreiten. Noch zwei Runden im Park, davon jeweils ein Drittel im Sprint bevor die 9km Marke überschritten wird. Ausruhen kann man immer noch, also auf dem letzten Kilometer noch mal alles geben und versuchen die Anzeige unter einen 4er Schnitt zu drücken. 200m Ruhe, um die letzten 300m durchzusprinten. Geschafft, glücklich und voller Energie stehe ich vor der Tür.

Warum ich laufe? Genau deswegen.

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22 Jan 2010

Wochenende

Geschrieben von Simon um 17:24 Uhr

Ideale Zeit für DVD-Abende:

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10 Jan 2010

DENIC Tasse gewonnen

Geschrieben von Simon um 13:03 Uhr

Das hat man davon, wenn man am ersten Weihnachtstag den Abend vor dem Pc verbringt. Schnell noch eine Domain registrieren, um von der Tassen-Aktion zu lesen. Wer vom 24.12.2009 0:00 Uhr bis zum 25.12.2009 23:59 Uhr eine Domain registriert kann eine Denic-Tasse gewinnen. Ich frage mich noch, wie viele Personen wohl in der Zeit Domains registrieren, vermutlich nicht sehr viele. Ausschlaggebend war die Aktion für mich aber nicht, da ich einen Server versuchsweise mit Apache2, mod-proxy (ajp), SVN (mit WebDAV), Tomcat und HTTPS (mit verifiziertem Zertifikat) aufsetzen wollte. Nicht meine Kernkompetenz, aber man lernt gerne dazu. Kurz gesagt, es klappte relativ problemlos, da Debian mit seinem Paketmanagement wirklich Spaß macht (solange es nicht Tomcat ist).
Diese Woche lag dann ein Zettel der Post im Briefkasten, um ein Paket in der Filiale abzuholen. Eigentlich in Erwartung eines anderen Pakets radelte ich bei kalten Temperaturen zur Postfiliale. Schon am Tresen erblickte ich den Absender Denic. Kurze Enttäuschung, da es nicht die schwarzen Pedale für mein Triathlonrad waren, aber die gewonnene Tasse hat sich in Kombination mit Nespresso Cappuccino Choco schon bewährt.

Bleibt noch zu sagen, dass ich jedem nur ans Herz legen kann, einen Domainreseller für seine Domains zu wählen.
Warum?

  • Weil man meist öfters den Provider wechselt, als einem lieb ist.
  • Weil der Provider oft kein Interface bietet, um einfache Änderungen (z.B. für Google Apps) vorzunehmen.
  • Weil der Provider wesentlich höhere Preise hat.
  • Weil man super schnell Server umziehen kann und sich nicht mehr mit KK-Anträgen rumschlagen muss

Kurz: mit eine meiner besten Entscheidungen in Bezug auf WebHosting. Seit Jahren bin ich jetzt bei InternetWorX und mit meinen aktuell 23 Domains ohne Ausfall sehr zufrieden. Hier noch mal ein großer Dank.

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01 Jan 2010

Silvesterlauf 2009 in Aachen

Geschrieben von Simon um 14:34 Uhr

Es war wieder soweit. Das Jahresende stand an und wie kann man ein Jahr besser abschließen, als mit dem traditionellen Silvesterlauf. Traditionell? Ja, hier habe ich mich bereits 2001 auf die 10 Kilometer begeben. Seitdem gehört der Lauf jedes Jahr zum festen Programm, wenn denn nichts dazwischen kommt. Dieses Jahr stand ich also zum 6. Mal an der Startlinie. Der Tag war grau und die winterlichen Temperaturen tendierten um 0°. Das Programm vor dem Start konnte mittlerweile routiniert abgespult werden. Packen, umziehen, anreisen, Unterlagen abholen, warm machen und an den Start stellen. Mich hat Aachen damals schon fasziniert, weil es sich um einen Stadtlauf handelt. Zwar gibt es unterwegs auf der Strecke nicht so viele Zuschauer, dafür ist das Stück vorbei an Sinn+Leffers hoch auf dem Kopfsteinpflaster zum Markt voll von Zuschauern. Trotz des grausigen Wetters, was während des Laufs noch zu ertragen ist, hatten sich ähnlich viele Zuschauer wie die Jahre zuvor eingefunden.
Der Startschuss fällt und die Massen setzen sich wie immer langsam in Bewegung. Da es diesmal keine Nettozeit gibt, geht dies voll von der Laufzeit ab. Mal wieder gedacht, dass man sich weit genug vorne eingeordnet hat, war dies nicht der Fall. Zwar kamen auch noch ein paar schnelle Leute von hinten, aber genügend Läufer konnten sich auch nicht entsprechend ihrer Fähigkeiten einschätzen und blockierten den Vortrieb. Nach 500m hatte sich das Feld sortiert und der Lauf konnte in seine geordneten Bahnen gehen. Fast, denn mein Forerunner zeigte mir an, dass der Rundenspeicher voll ist. Die Meldung bedeutet, dass man 100x auf Enter klicken kann und mit Glück Pulswerte zu Gesicht bekommt. Da ich normalerweise bei Wettkämpfen nach Puls laufe und mich teilweise an der Pace der Uhr orientiere, war ich diesmal orientierungslos. Weiter auf den Knöpfen rumdrücken hätte mich noch mehr abgelenkt, also aufs Gefühl hören. Da grüßt mich ein Läufer, den ich schon von etlichen Wettkämpfen kenne und zieht an mir vorbei. Bin ich zu langsam, ist er zu schnell – ich versuche mich zu erinnern, ob ich ihn vom Tempo her halten kann, lasse ihn dann aber ziehen, weil mir die Pace zu hoch vorkommt. Während der ganzen ersten Runde kann ich ihn dann trotzdem in kurzer Distanz halten, bis es die Großkölnstraße hoch zum Markt geht. Ich will mir noch ein paar Körner aufsparen und bin im Gegensatz zum Rest des Feldes langsamer als sonst. Oben angekommen fühlt sich das Renntempo aber gut an und es macht unglaublich Spaß durch das Spalier der Zuschauer am Markt zu laufen. Dank geänderter Streckenführung geht es gleich 5 Runden die Strecke lang. In der Zwischenzeit habe ich auch den Läufer mit der Fahne überrundet, der noch jedes Jahr vor mir lag. Der Bestzeit in Aachen steht also nichts im Weg. Nach der zweiten Runde bin ich auch guter Hoffnung den Lauf gut abzuschließen, denn der Rhythmus passt. Mittlerweile kennt man die Engstellen, die es gibt, denn es sind nicht alle Straßen voll gesperrt und so geht es oft über Bürgersteige und knackige Ecken. Wohl wissend das mein Vater am Markt mit der Kamera auf mich wartet, komme ich dort jedes mal gut gelaunt vorbei, wobei die Erschöpfung im guten Maß ist, ohne noch weiter anziehen zu können. In der letzten Runde versuche ich keinen mehr überholen zu lassen, muss aber doch noch zwei Läufer ziehen lassen. Tradition bedeutet in Aachen auch, sich einen wilden Endspurt bis zum Markt zu liefern und so hat sich noch jedes Jahr jemand gefunden, der sich mit in die Laktatschlacht geworfen hat. Unten an der Großkölnstraße angekommen war das Motto niemanden mehr vorbei zu lassen. Einfacher gesagt als getan, denn ich höre genügend keuchende Kehlen hinter mir. Ich ziehe das Tempo an, wobei noch jemand schneller als ich ist, also raus aus dem runden Tritt, rein in den Spurt. Das Spiel beginnt, denn er hat das gleiche Ziel wie ich. Wie von Taranteln gestochen bahnen wir uns den Weg durch Überrundete und Mitstreiter. Kurz vor der Zielkurve ist mein Maximum erreicht und ich bekomme ihn nicht mehr. Egal, Spaß hat es gemacht und die Zeit passt mit 45:20min auch. Auf einer sehr abwechslungsreichen und profilierten Strecke, die in den nächsten Jahren ruhig mehr von Aachen zeigen könnte und somit zu einer normaleren Rundenanzahl zurückkehren könnte.
Schön zu sehen, wie viel Routine vom Veranstalter ausgestrahlt wird. Da passt alles. Nummernausgabe, Streckenabsperrungen und der heiße Eistee im Ziel. Dieses mal habe ich sogar einen Glühwein abgestaubt, den ich dann mit zittriger Hand zum Auto getragen habe. Freudig werde ich mein dieses Jahr richtig schickes Shirt beim Training zur Schau stellen, was im Preis mit drin ist und der Veranstaltung eigentlich immer ein super tolles Preis- und Leistungsverhältnis gibt.








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20 Dez 2009

Laufen im Schnee

Geschrieben von Simon um 12:17 Uhr

Trainiert man das ganze Jahr, stellt sich die Fragen, wo die Grenzen liegen. Das Radfahren ist recht natürlich durch den Straßenbelag bestimmt, es sei denn man fährt Mountainbike. Beim Laufen hört man verschiedenes. Der eine sagt, dass es bei 3°, danach schmerzen die Lungen. Der andere ist bis -15° unterwegs, allerdings nur, wenn der Untergrund fest ist. Bei Schnee soll man nur rutschen habe ich gehört.
Einerseits mögen die Grenzen bei jeder Person verschieden sein, aber mit der richtigen Vorbereitung und Ausstattung ist einiges möglich. Da wir eben zu zweit unterwegs waren, ist es also nicht nur eine subjektive Sicht der Dinge. Ich trainiere jetzt schon einige Jahre auch im Winter (mal mehr und mal weniger). Meist, weil der Silvesterlauf in Aachen in Kürze bevor steht. Bei den Temperaturen ging es auch schon einmal unter 0° und auch der Untergrund war nicht immer fest. Heute stellte uns das Wetter eine besondere Herausforderung. Knapp um -10° mit seit zwei Tagen verschneiten Wegen und viel Schnee von oben, war nicht klar, ob es eine gute Idee ist zu trainieren. Der Schnee von oben kam mir eher gelegen, da ich weiß, dass frischer Schnee recht griffig ist. Festgetretener Schnee der letzten Tage ist da eher schlechter zu laufen, da sich meist eine recht rutschige Schicht bildet. Die Temperatur war mir im Training auch unbekannt, aber ich glaube -6° habe ich auch schon mal überstanden. Bei der Kleidung trägt man hier wesentlich dicker auf, wobei man als Michelin-Männchen auch keinen Bewegungsspielraum mehr hätte.
Meine Kleidungswahl viel aus wie folgt:

  • Langes hautenges Shirt (Nike seamless)
  • Kurzes hautenges Shirt (Nike seamless)
  • Softshell Jacke
  • Mittellange Tight
  • Jogginghose
  • Laufsocken die etwas dicker sind
  • Buff Tuch für den Hals
  • Buff Tuch für Kopf und Ohren
  • Handschuhe
  • Normale Laufschuhe

Draußen an der Luft ging das Atmen erstaunlich gut. Hier hatte ich mehr Probleme erwartet. Der Untergrund war zwar griffig, allerdings verliert man schon recht viel Energie, da das Abstoßen nicht so gut geht. Die Wege im Park waren zwar vom Schnee etwas höher bedeckt, aber in Köln dann auch nicht mehr als 5cm tief. Glatt war es eigentlich nur bei Übergängen an Straßen. Der Wind wehte zwar mächtig um die Nasenspitze, war aber auch zu ertragen, obwohl der Schnee dazu schon mehr etwas für Unerfrohrene ist. Eine gute Portion Creme für Gesicht und Lippen schützt dabei die Haut recht gut.
Bei dem Wetter sollte man nicht unbedingt für Intervalltrainings oder Hochgeschwindigkeitssprints vor die Tür gehen, aber ein normales Training ist gut möglich. Die Waden werden entsprechend trainiert, da sie auf dem Untergrund mehr Arbeit verrichten müssen. Ich denke der Trainingseffekt ist nicht riesig, sollte aber helfen die Witterungsbedingungen ohne Leistungseinbruch zu überstehen.
Die Sicherheit sollte bei dem Wetter nicht vergessen werden. Ich habe beim Laufen immer Geld dabei, um notfalls Verpflegung oder ein Taxi bezahlen zu können. Zu leicht kann man sich verletzen oder außer Kraft sein. Irgendetwas über seine Person ist auch nicht schlecht bei sich zu tragen. Sollte es einmal zum Worst Case kommen, wissen die Rettungskräfte wenigstens, wer da gerade im Rettungswagen davongefahren wird. In der Stadt noch recht unkritisch, sollte man in wenig besuchten Gegenden ein Handy mitnehmen. Bei Pearl findet sich ein Handy im Kreditkartenformat für unter 20€, was bestückt mit einer PrePaid-Karte viel Sicherheit zum kleinen Preis bietet.
Zwei Jahre ist es her, dass ich in einer unbekannten Gegend joggen war. Bekleidet mit langem Nike Seamless und einem normalen Shirt ging es bei 2° nach draußen. Die Pfade für Walker waren ausgeschildert und klangen mit 8km nach einer schönen Strecke. Unwissend zog mich die Strecke in die Weinberge, ohne oben gut ausgeschildert zu sein. Oben am Berg verließ mich dann auch die Koordination, Kraft und Hoffnung den kompletten Weg zu absolvieren. Was tun? Die Kälte steigt auf, niemand in der Nähe und vermutlich 4km vom wärmenden Haus entfernt. Wie schön wäre es gewesen zur nächsten Straße zu gehen, jemanden anzurufen und abgeholt zu werden. Nicht auszudenken, wenn ich mich da oben verletzt hätte. Nach einem weiteren Kilometer traf ich wieder auf Personen, die mir wieder die Richtung vorgaben. Auf einer Landstraße ohne Fußgängerweg schlug ich mich dann die letzten Kilometer zwischen Feldern in Richtung des Ortes. Eine Lektion fürs Leben. Deswegen: nicht leichtsinnig bei dem Wetter über Grenzen gehen, sondern unter dem Limit bleiben und auch für die notwendige Sicherheit sorgen.

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11 Dez 2009

Triathlon Motivation

Geschrieben von Simon um 21:21 Uhr

Ein wirklich toller Eindruck, wie ein Triathlon ist.

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06 Dez 2009

4. Kölner Nikolauslauf

Geschrieben von Simon um 16:51 Uhr

Zwei Monate ist der letzte Wettkampf her. Für mich eine lange Zeit, denn dieses Jahr standen einige Wettkämpfe auf dem Plan. Leider gab es ein paar Wochen nach dem Marathon keine passenden Läufe, weswegen jetzt der Kölner Nikolauslauf das Ende des Jahres einleiten sollte.
Die Vorbereitung war keinesfalls zielgerichtet auf einen schnellen 10k Lauf und am Vorabend stand die Weihnachtsfeier des Triathlonvereins an. Mit Kölsch und Currywurst also eine perfekte Grundlage, um beim Lauf heute so richtig reinzuhauen. Zum Glück war der Lauf mit 10 Uhr angenehm früh angesetzt, was mir ganz gut liegt. Das Wetter spielte auch mit und der Regen vom Vorabend hatte aufgehört. Bei recht warmen 8°C war also ein kurzer Start angesagt. Aufgrund der praktischen Lage des Laufs ab in die Straßenbahn 13 um mich mit meiner Laufpartnerin zu treffen. Etwas früher, denn wir hatten die Unterlagen noch nicht abgeholt. Es war gut voll, aber alles noch gut zu erreichen und die Abholung der Unterlagen gar kein Problem. In einer Tasche noch eine Kleinigkeit zu essen und etwas zu trinken dabei, um sich auf den Lauf einzustimmen. Die Vorwarnung des Veranstalters von wenigen Umkleideplätzen und Toiletten stimmte, was sich bei Toiletten aber nicht vorplanen lässt und lange Schlangen hinterließ. Hier waren Dixis da, hätten aber vermutlich von der Anzahl her mehr sein können.
Am Start das übliche Chaos, da es sich ja um einen echten Volkslauf am Nikolaustag handelte. Also Nikolausmützen ohne Ende und ein breit gemischtes Publikum.
Beim Warmlaufen fühlte es sich noch nicht so richtig schnell an, allerdings bin ich aufgrund des reduzierten Trainingsumfangs vollkommen verletzungs- und beschwerdefrei ins Rennen gegangen.
Angepeilt war eine Zeit unter 45min, also unter einer 4:30er Pace bleiben. Der Start war erwartet chaotisch und natürlich wollten alle vorne stehen, auch Läufer, die mindestens 60min brauchen. Nach einem Zickzack-Lauf über 500m war das dann überstanden und man konnte sein Tempo finden. Nicht überreissen, aber auch unter der geplanten Pace bleiben. Der Puls ging hoch, hielt sich aber im guten bekannten 10k Pulsbereich. Kein Grund zur Panik und erst mal weiter, bis das Loch kommt (falls es kommt). Die 10km waren in 3 Runden aufgeteilt, die Rund um den Adenauerweiher gingen. Zuschauer gab es im Startbereich, aber die Strecke ist richtig schön abwechslungsreich. Normalerweise habe ich lieber ein paar Steigungen drin, damit genügend Reize vorhanden sind, aber das war heute kein Problem. Nachdem ich am Start viele überholen konnte, wurde ich dann noch etwas von hinten aufgerollt. Aber ich wollte ja 10km Laufen und nicht den Lauf nach 4km abbrechen.
Es lief weiterhin gut und die 5km kamen recht schnell. Mich hatte ein Triathlet mit einem auffälligen weißen Kapuzen-Shirt überholt, an dem ich mich im Abstand von 20m fest biss und so kein Tempo verlor. Sowohl er als auch ich liefen recht konstant, weswegen an überholen erst mal nicht zu denken war, aber weiter weg kam er auch nicht. Die zweite Runde war vorbei und ich wartete immer noch auf mein Loch. Hier war wohl noch eine richtig gute Grundkondition vorhanden und das Tempo passte weiterhin, wobei ich schon ein klein wenig Spritzigkeit eingebüßt hatte. So langsam stießen wir auf langsame Läufer, wobei die ersten noch harmlos waren, aber plötzlich immer mehr kreuz und quer auf der Strecke unterwegs waren. Mit gefühlten 2-3min pro Kilometer Unterschied war es schon eine ganz schöne Kunst, diese zu umkurven und auf dem teils matschigen Boden nicht auszurutschen oder zu viel Zeit zu verlieren. Es wurde immer schlimmer, denn man befand sich langsam am Ende des Hauptfeldes, sodass ich an einer Stelle sogar abstoppen musste. Hier lobe ich mir den Aachener Silvesterlauf, wo alle darauf hingewiesen werden, rechts zu bleiben, um Platz für schnellere zu lassen. Ist dort zwar teilweise schon etwas zu übertrieben, aber das heute war einfach nur noch chaotisch und gefährlich. In der dritten Runde war mein Puls nur noch 5 Schläge unter meinem Maximalpuls. Später schaute ich nicht mehr drauf, war aber im echten Limit unterwegs, was aber immer noch Tempo zuließ. Nur noch 1 Kilometer, also weiter um die Läufer herum und bald in das rettende Ziel. Da waren die Matten, die wir mehrfach überschritten hatten und ich hörte im Hintergrund etwas von links abbiegen für Getränke, … Ich nehme Tempo raus, gehe aus dem Laufweg und stelle nach 5 Sekunden fest, dass fast niemand stoppt. Was habe ich übersehen? Wo ist das Ziel? Wieder losrennen und wie jetzt, die Läufer teilen sich, aber mir ist nicht klar, wo ich hin muss, da ich kein Zielbanner sehe. Um mich herum langsame Läufer und zu weit. Ich rufe, wo das Ziel ist und höre, da vorne, ist doch klar. Nein, war nicht klar. Ich renne entgegen der Läufer und jemand kreuzt die Straße mit dem Blick nur Richtung der Läufer. Ich kann nicht mehr bremsen und renne voll rein. Hier noch mal eine Entschuldigung, da ich die Person nicht mehr gesehen habe. Also für mich jetzt rechts abbiegen und ah, 20m später ist das Ziel da. Vorher hatte ich auf die Uhr geschaut um 44:10min gestoppt, also wären es wohl 10-20sek mehr gewesen. Jetzt hoffe ich nur, dass ich unter 45min bin und rege mich schon etwas über den Veranstalter auf. Das hätte besser beschrieben sein müssen, denn im Startbereich habe ich keinen Streckenplan gesehen und der Startsprecher hat auch nicht darauf hingewiesen. Ist mir noch nie passiert und ärgert mich immer noch etwas. Vielleicht wäre ich aufmerksamer gewesen, wenn nicht so viele langsame Läufer dazwischen gewesen wären, aber der halbe Endspurt ging voll ins Leere.
Der Zielbereich hat dann auch wirklich Schokolade und Getränke zu bieten, wobei ich nach drei Ständen, dann auch endlich warmen Eistee finde. Im Vergleich zu anderen Läufern schaffe ich es aufgrund meines Laufstils doch richtig versaute Beine zu haben. Aufgrund der Duschwarnung habe ich keine Sachen dafür mit und mache mich mit warmen Oberteilen auf Richtung 13.
Mit der erreichten Zeit bin ich voll zufrieden, denn meine persönliche Bestzeit ist gar nicht so weit entfernt. Für die Vorbereitung ein tolles Ergebnis, was von den Problemen etwas getrübt war. Aber mit so vielen Volksläufen auf dem Buckel läuft man halt auch nicht mehr nur zum Spaß mit, sondern will schon alles geben. War heute zum Ende hin die falsche Strecke dafür. Von den Läufern her super breit gemischt, da ich mit Platz 209 schon weit bei “unter ferner liefen” war.
Offizielle Zeit waren 44:49min, was zumindest etwas besänftigt, da die 45min geknackt sind. Mit richtigem Ziel wären 5-10 Plätze mehr drin gewesen, aber das hätte wohl kaum zu mehr Ehren gereicht.
Meine Einteilung war richtig, denn das Loch kam nie und das Tempo konnte ich auch recht konstant halten.

Als nächstes folgt noch der Silvesterlauf in Aachen, wo ich jetzt schon weiß, wo das Ziel liegt und das ja vielleicht in unter 43min sehe.

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05 Dez 2009

Mein Triathlon-Rad: Merida Warp 5

Geschrieben von Simon um 15:59 Uhr

Lange überlegt, da mein BOC-Rennrad doch in die Jahre gekommen ist. So stand ich vor der Entscheidung entweder mehr Richtung Triathlon zu gehen oder mir wieder ein Rennrad zu holen, mit dem ich alles fahren kann. Heute konnte ich mein Rad abholen. Im Moment zwingt es mir bei jeder Durchquerung des Flurs ein Lächeln ab, da es erst einmal in der Wohnung zwischengelagert wird. Bei dem nassen Wetter heute werde ich mit einer Ausfahrt noch etwas warten, kann es aber kaum erwarten in Aeroposition über den Asphalt zu flitzen.

Folgend noch ein paar Bilder:
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An der Position auf dem Rad werde ich noch arbeiten, habe aber von dem Händler Cycletec noch gute Tipps bekommen. Die Fahrten nach Krefeld haben sich gelohnt und ich hoffe das Rad hält von den Zeiten, was die Optik verspricht. Leider hängt dies nicht nur vom Rad, sondern auch von meinen Beinen ab. Aber das wird nächstes Jahr bestimmt richtig Spaß machen.

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30 Nov 2009

Where are the limits

Geschrieben von Simon um 8:35 Uhr

Wenig geschrieben, wenig passiert, da der Blog sich doch sehr auf das sportliche konzentriert in letzter Zeit. Keine Wettkämpfe, keine Besonderheiten, aber regelmäßiges Training gehören zum Alltag. Die Konzentration gilt weiterhin dem Schwimmen, ohne jetzt das Laufen außer acht zu lassen. Das Rad kommt leider aufgrund der frühen Dunkelheit zu spät und fällt dann sonntags auch noch aus, weil nur dort Zeit für lange Läufe ist.

Nach einer Umstellung im Schwimmen (etwas mehr in Richtung Total Immersion) kommt der Rhythmus wieder und auch längere Strecken gleiten wieder vorbei. Schwimmen ist vom Triathlon auch die einzige Sportart in der ich auf jeden Fall zwei Einheiten pro Woche reinnehme. Ist im Winter am einfachsten und macht auch weiterhin viel Spaß.

Nach zwei echten Wochen Pause im Laufen, konnte ich mich herrlich erholen und alle Wehwechen auskurieren. Kein zwicken mehr, keine Achillesferse, die man ab und zu mal merkt. Es war notwendig, hier die nötige Pause nach der Saison einzuschieben. Im Moment versuche ich am Wochenende einen langen Lauf über mindestens 15km einzuschieben, um die verlorenen Kilometer unter der Woche aufzuholen. Dort komme ich meist nämlich wenn überhaupt zu einem Lauf um die 10km. Meist sind es also so um die 30 Laufkilometer pro Woche. Nachdem der erste Lauf nach dem Marathon eine reine Freude war, so hat sich die Kondition doch merklich abgebaut. Es gab sogar echten Muskelkater nachdem ich mit dem Training wieder angefangen hatte und die Waden haben sich viel früher bemerkbar gemacht. Genauen Plan habe ich noch keinen, aber der Winter ist noch lang, somit sehe ich das noch nicht als das große Problem an. Es gab in der Zwischenzeit auch wenig Ansporn, da nicht der übliche 2-3 Wochen Rhythmus zwischen Wettkampfläufen war. Erst nächste Woche gibt es einen 10km Lauf, der aber als Nikolauslauf eher Spaßlauf, denn harte Leistungsprobe ist (zumindest in der initialen Planung).
Gestern ging es auch wieder zum Training. Erst mal mit der Bahn den Außengürtel in Köln längs, denn es ging auf eine Runde mit Trainingspartnerin. Da wir nächste Woche beide am 10km Lauf teilnehmen, also eher darauf hinarbeiten und ein paar Intervalle machen. Dafür ging es in Richtung Janwiesen, wo ich eigentlich auch ein paar Läufer aus dem Verein treffen wollte. Keinen gesehen, also ab in Intervalle, die ich aber für mich nicht am Limit lief. Nach 3×1km mit Pausen Intervallen, ging es dann wieder zurück in Richtung City. Ab hier war ich alleine unterwegs und fühlte mich, als ob ich gerade mal 3km hinter mir hätte, dabei zeigte der Kilometerzähler bereits über 11km an. Also vorbei am Aachener Weiher und den Grüngürtel längs. Um noch etwas für den Wettkampf zu tun, kam ich auf die Idee am Herkulesberg ein paar Bergläufe zu machen. Nach drei Steigungsläufen ging es dann eine runde durch den Mediapark und dann hoch in Richtung Bilderstöckchen. Der Kilometerzähler zeigte 20km an und ich war immer noch voller Energie. Also noch in den Blücherpark, um mit einem schnellen Schnitt zuhause fast 25km gelaufen zu sein.
Hier konnte ich mich nur fragen, wo plötzlich diese Energie her kam. Die letzten Trainingsläufe waren doch wesentlich anstrengender. Ich glaube ich wäre auch einen Marathon gelaufen, so gut fühlte ich mich. Eine Grundlage (oder auch nicht) war, dass ich fast nüchtern losgelaufen bin. Eine Banane und meinen Fuel Belt Gürtel gefüllt mit Apfelschorle reichte für den Lauf vollkommen aus.

Zum Fahrrad gibt es auch Neuigkeiten. Nachdem ich lange überlegt habe, wohin die Reise gehen soll, habe ich vor zwei Wochen die Entscheidung getroffen mit ein echtes Triathlon-Rad zu kaufen. Mein aktuelles Rennrad fällt nicht in die Kategorie Top-Renner, sondern war damals das günstigste Rennrad, was man neu kaufen konnte. Vom Rad-Discounter mit sicherlich etwas viel Speck auf den Backen, hat es trotzdem vollkommen ausgereicht, um die Lust am Rennrad zu wecken und mich durch diese Saison zu bringen. Da ich doch wesentlich mehr Radkilometer im nächsten Jahr sammeln will, sollte etwas neues her. Aber was? Ein reines Rennrad? Ein Triathlonrad? Ein Zwitter? Es spielen dort mehrere Faktoren rein. Einerseits sind da die Wettkämpfe und wenn mich jemand in Aeroposition überholt, will ich wissen, dass es meine müden Beine sind und nicht das Material. Andererseits will man natürlich Trainingskilometer sammeln. Das tut man normalerweise in der Gruppe im Obergriff. Also doch Rennrad, aber was ist mit den Wettkämpfen. Es gibt auch interessante Zwitter, also Triathlongeometrie mit Rennlenker und Auflage, aber mein Triathlonrad war ein so gutes Angebot, dass ich nicht widerstehen konnte. Somit bleibt mein altes Rad mir weiterhin treu und wird doch noch einige Kilometer sammeln, während ich mich auf Tempoeinheiten mit meiner weißen Schönheit in tief geduckter Haltung freue. Vielleicht kann ich es diesen Samstag abholen und bin schon sehr gespannt darauf. Mehr Details dazu werden folgen. Die Erstberatung bei Cycletec war auf jeden Fall sehr gut und die Fahrt zum Probesitzen hat sich gelohnt. Ob es mir für den Winter nicht zu schade ist, weiß ich noch nicht, kann gut sein, dass es erstmal die Wohnung schmücken wird. Auf jeden Fall lohnt es sich im Winter ein Rad zu kaufen, da mit der neuen Saison reduzierte Angebote rar werden und ich jetzt wirklich gute Komponenten zu einem sehr guten Preis abgreifen konnte.

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17 Okt 2009

Schwimmen

Geschrieben von Simon um 18:14 Uhr

Seit Beginn des Jahres hatte ich die tolle Idee wieder mit dem Schwimmen anzufangen. Etwas Kraul lernen und das im Triathlon im Freiwasser zu nutzen. Hätte ich gewusst, wie viel Arbeit drin steckt, hätte ich es trotzdem gemacht. Sind die ersten Hürden überwunden, macht es Spaß an den Schwächen zu arbeiten. Ich glaube die gibt es bei jedem Schwimmer, so zumindest der Tenor, den man überall hört. Ein Läufer will schneller werden, ein Radfahrer mehr Watt aufs Pedal bringen, aber beim Schwimmen legt jeder viel Wert auf die richtige Technik (die dann natürlich auch wieder schneller machen soll).

Der Anfang alleine empfinde ich immer noch als gute Idee. Bis man Arme, Beine und Atmen nicht einigermaßen zusammen bekommt, fühlt man sich einfach mies. Das neben der Gruppe ist verdammt deprimierend. Davor ganz viel Theorie lesen und schauen, um nicht zu verkehrt zu starten. Klappt es so einigermaßen und will man Ziele erreichen, dann ab in einen Verein. Keine Sportart im Triathlon erfordert so viel Eigendisziplin und ist in der Gruppe einfacher durchzuziehen. Man wird die Außenbahn nutzen, verdammt langsam im Vergleich sein, aber sich zwingen immer mehr an das Pensum der guten Schwimmer heran zu kommen. Aber eines ist dabei ganz wichtig: Geduld. Im Regal steht ein Buch zum Marathon, was besagt, dass man das Ziel nach drei Monaten erreichen kann. Keine gute Idee wie ich finde, aber im Schwimmen dauert alles Wochen bis Monate. Mal eben den Zugweg ändern, mal eben die Eintauchphase der Hand ändern, mal eben links einatmen, mal eben Beinschlag lernen, mal eben die Körperspannung erhöhen, … Noch nirgendwo hatte ich so viele Baustellen, die sich erst mit und mit bessern. Aber das ist auch das Schöne – es geht nach vorne, aber die Spannung bleibt erhalten. Jede Bewegung erfordert Bahnen, Bahnen und Bahnen. Trainiert man für den Triathlon und will am Armzug arbeiten, so sollte man im Freiwasser am besten mit Neoprenanzug trainieren. Das hat mir einen riesigen Schub nach vorne gegeben, einerseits weil große Strecken möglich werden und weil die Wenden entfallen. Davor steht die Angst, dass es verdammt anstrengend ist, wenn man sich nicht alle 25m abstoßen kann, aber bei guter Wasserlage (dank Neo) kann man toll am Rhythmus arbeiten. Nichts fühlt sich schöner an, als mit niedriger Intensität die ersten Male das Gefühl des Gleitens zu haben. Nicht massiv paddeln, nicht nur rotieren, sondern Wasser greifen, gleiten und merken wie der eine Zug an den anderen ansetzt. Über den Winter soll es hier weiter gehen. Das größte Problem von Krämpfen beim Training in der Gruppe ist überwunden. Hier war ich die Streckung der Beine einfach nicht gewöhnt, aber das hat sich jetzt gelegt. Ich liege immer noch zu tief im Wasser, habe aber glaube ich die entscheidenden Tipps bekommen, wie ich mit dem richtigen Beinschlag an Höhe gewinne. Schön wäre es im Frühjahr in der Geschwindigkeit mit den anderen Schwimmern etwas mehr aufgeschlossen zu haben. Für das Freiwasser ist es leider zu kalt geworden und ich freue mich jetzt schon wieder auf die ersten Einheiten. Solange trauere ich jedem verpassten Schwimmtraining des TPSK nach und versuche neue Inspiration zu finden.

Folgend eine richtig gute Reportage von Arte mit tollen Aufnahmen von Michael Phelps. Zwar sehr auf seinen Delphinbeinschlag bezogen, aber im vierten und fünften Teil auch mit tollen Analysen zum Armzug.

Michael Phelps trainiert jeden Tag 16km Schwimmen. Ich glaube mit meinem Trainingspensum werde ich den Weltrekord nie schaffen.

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