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22 Mai 2011

Triathlon in Aachen

Geschrieben von um 20:56 Uhr


Im Winter fängt die Saison an. Zumindest die Saisonplanung. Wer erst im Frühjahr schaut, findet oft schon volle Startlisten vor. Somit war ich früh dran mit meiner Anmeldung in Aachen. Da im Schwimmbad Aachen Brand geschwommen wird, muss man keine große Rücksicht auf Außentemperaturen nehmen und kann den Triathlon früh in die Saison legen.

Ein idealer Formtest also. Dieses Jahr habe ich einen Schwerpunkt auf das Radtraining gelegt und wollte mal sehen, wie sich die Zeit vom letzten Jahr denn verändern würde. Die Wettervorhersage war schon Anfang der Woche für diesen einzigen Tag nicht ideal. Regen war möglich. So sollte es dann auch kommen. Von der Fahrt in Köln aus, schoben sich Wolken in diversen Grautönen immer häufiger vor die Sonne. In Aachen Brand angekommen, war es dann sonnig. Allerdings nur so lange, bis ich die Anmeldeunterlagen in der Hand hatte und mein Rad gerade in die Halterung gepackt hatte. Mein Handtuch auf der Wiese war schon nass, bevor ich den Wechselplatz verlassen konnte. Noch mal schnell einprägen, wo das Rad stand. Diesmal eigentlich ganz gut in zweiter Position zum Gang. Somit war viel Platz für die Wechsel vorhanden. Sehr schön.

Dank starkem Regenguss erst mal schnell unter ein Zelt und dann noch ein Stück Kuchen für mehr Energie. Kurz noch mal die Wechsel im Kopf durchgehen und dann war die Zeit auch schon reif, um sich in den Triathlon-Einteiler zu zwängen.

Wenn man irgendwo erneut startet, ist vieles einfacher. Man kennt sich aus, weiß wie der Veranstalter tickt. Also 20min vorher die Startnummer auf den Arm pinseln lassen und dann einen Blick auf die Starter werfen, die gerade schon ihre chaotische Bahnen im Schwimmbad ziehen. 6-7 Personen auf einer Bahn heißt: kurz abstimmen wer laut Zeit am schnellsten ist. Danach alles vergessen und am besten mit 5 Personen parallel auf die Wende zuschwimmen. Kann nicht gut gehen, aber so weit scheinen viele nicht zu denken. Highlight war das Überholmanöver nicht in der Mitte, sondern links an der Leine vor dem Wechsel. Konnte nicht gut gehen, war es dann auch nicht, vorauf ein zweiter Schlagabtausch auf den nächsten 10m statt fand.

Wettkampfbesprechung und dann in Richtung Wasser auf Bahn 4. Kurz die Zeiten verglichen und fast alle waren im letzten Jahr gestartet. Meine Zeit war die schlechteste, also würden die anderen davon ziehen. Allerdings hoffe ich besser als im letzten Jahr zu sein und mich an ein paar Beine in den Wasserschatten zu hängen und Kraft zu sparen. Besser als selber das Tempo vorzugeben, wobei ich im letzten Jahr viel Kraft gelassen hatte. Noch 5 sek, 3sek, 1sek und los gehts. Ich stoße mich ab und bin ganz links, weiter links als mir lieb ist. Die anderen nicht so viel schneller, als das sie davon ziehen würden. Um nicht eben beschriebene Chaos zu verursachen nehme ich am Ende der Bahn Tempo raus und hänge mich hinten dran. Immer noch hat sich das Tempo nicht sortiert und ich muss wieder abbremsen, um vernünftig wechseln zu können. Allerdings nicht sehr tragisch, denn ich suche eigentlich einen ruhigen Wasserschatten. Beim Abstoßen löst sich die Schwimmbrille und mein linkes Auge wird für die nächsten 18 Bahnen vom Chlorwasser umspült. Das Tempo hat sich sortiert und ich bin zwar auf letzter Position, kann aber ein gutes Tempo schwimmen, ohne richtig hart zu kämpfen. Das zahlte sich aus und bei Bahn 15 von 20 lief es immer noch gut. Der Schwimmer vor mir schien langsamer zu werden, dann ich schlage immer öfter an seine Füße. Vorbei ziehen ist aber nicht so einfach. Erstens wehren sich die meisten und ziehen noch mal an, zweitens “steht man dann voll im Wasser” und kann den Wasserschatten nicht mehr nutzen, weswegen man plötzlich oft gar nicht schneller ist. Noch drei Bahnen und der Schwimmer verliert an Tempo. Also jetzt oder nie und ich ziehe dann doch noch vorbei. Ende und irgendwie über die Beckenkante rollen, Schwimmbrille runter reißen und die farbige Badekappe auf der Bahn lassen.

Jetzt die Gedanken bei einem Puls von fast 180 sortieren, an einigen Gymnastikmatten vorbei aus der Schwimmhalle laufen und auf der Wiese die Orientierung nicht verlieren. Da ist das Rad. Jetzt das eingeübte Programm abspielen. Beine über das Startnummernband und hoch damit. Beide Hände greifen die Schnallen vom Helm und setzen ihn auf. Jetzt die Sonnenbrille aus dem “Helmdach” ziehen und vor die Augen bringen. Fahrrad greifen und los gehts. Beim Laufen ein Druck auf den Startknopf des Garmin GPS Wunders und am Sattel schiebend ab zur Aufsteigelinie. Gestern habe ich eine Stunde lang das Aufspringen auf das Rad mit angebauten Schuhen geübt. Spart eine Menge Zeit (wenn es klappt), da man die Schuhe nicht am Platz anzieht, mit den Pedalplatten über Asphalt eiert und dann am Start Klickpedale suchen muss. Eigentlich sind die Pedale festgebunden und sollten beim ersten Antritt reißen. Leider hat meine Konstruktion nicht gehalten und die Schuhe hängen am Boden.

Startlinie, griff an Lenker und Sattel und hoch mit dem Rest. Schön auf dem Oberschenkel gelandet und jetzt nur noch die Schuhe in die richtige Stellung bringen, um barfuß lostreten zu können. Leider etwas fummelig und ich brauche drei Versuche, bis ich im Rollen mit beiden Füßen auf den Schuhen stehe. Jetzt aber lostreten. Mit etwas Tempo fädele ich erst den linken Fuß und dann den rechten Fuß. Weiter treten und dann mit der Hand das Klettband an beiden Schuhen zuziehen. Alles sitzt, also auf zur Jagd.

Sagen wir mal so: es läuft. Fühlt sich gut an und der Druck auf dem Pedal ist gut. Die ersten Fahrer sind überholt und ich hänge am ersten “Anstieg”. Nicht vergleichbar mit Anstiegen im Schwarzwald Trainingslager, aber mit Gegenwind immer noch etwas um den Puls wieder in den roten Bereich zu bringen. Windschattenfreigabe gibt es keine, also schön im weiten Bogen um die Überholten fahren. Selber werde ich auf der Radstrecke nur vom einem Starter überholt. Da ist dann aber auch nichts zu machen. Der war richtig stark und schnell weg. Die Strecke ist größtenteils vom Verkehr geräumt und viele Helfer sorgen dafür, dass dies an den kritischen Stellen auch so bleibt. Leider sind dann Anlieger trotzdem manchmal zwischen den Radfahrern. Gerade an der kritischen Stelle habe ich ein Auto vor mir, welches in die gesperrte Straße einbiegen will und stark abbremst. Leider muss ich am Wagen vorbei. Ich sehe die Helfer auf das Auto zustürzen und es mit Fahnen wild wedelnd zum Weiterfahren bewegt. Zwar musste ich leicht abbremsen, bin aber froh, dass sich die Situation geklärt hat. Es sind drei Runden zu fahren und beim Start in die runden geht es durch einen Kreisverkehr, der im Gegensatz zum Rest der Strecke mal keine Abfahrt oder Auffahrt ist, also sich auf dem Auflieger mit 40km/h schön fahren lässt. Macht natürlich Spaß an den meisten Zuschauern mit richtig Tempo vorbei zu düsen. Dabei durfte ich dann auch jedes Mal mit einem Lächeln meine Freundin am Straßenrand erblicken. Diese ist zwar dieses Jahr nicht so nass geworden, wie im letzten Jahr. Durfte aber trotzdem Taschen-, Schlüssel und Kameraträger spielen, was immer verdammt hilfreich ist.

Dritte Runde am Ende und gleich wieder raus aus den Schuhen. Klettverschluss auf und mit einem Griff an die Ferse den ersten Schuh abstreifen. Jetzt wieder den Schuh in Position bringen und barfuß oben drauf. Noch auf der anderen Seite und jetzt nur noch warten, bis die Haltelinie kommt. Da ist sie schon und fast schon zu schnell bremse ich runter, hebe das eine Bein über den Lenker und verfalle ins Laufen. Hui geht das fix, warum habe ich das immer nur so kompliziert mit Schuh am Fuß gemacht.

Leider brauche ich in meinen Schuhen Socken, um mir keine Blutblasen zu laufen (ja, schon ausprobiert). Somit Rad in den Ständer, Helm ab, Brille ab, Po auf den Boden und aus der Plastiktüte (wegen Regen) die Schuhe mit Socken raus. Rein in beides und endlich kann es los gehen. Hier muss ich dringend noch mal dran arbeiten, da es echt Zeit frisst. Ein Läufer ist vor mir und ich schließe bei einem 4,30min/Kilometer Schnitt schnell auf ihn auf. Es geht quer durch ein Wohngebiet und da ist es wieder. Ein ziehen in der rechten Seite. Mist, Tempo etwas raus und kämpfen. Blöde fünf Kilometer, die plötzlich wie eine Wand vor einem stehen. Langsamer weiter und hoffen, dass es besser wird. Zum Glück werde ich nicht zurück überholt, das zeigt mir, dass ich zumindest nicht richtig langsam geworden bin. Vermutlich um die 5min/km, aber ich will es gar nicht wissen. Ein Kilometer weiter und es geht langsam wieder. Dann geht es aber eine richtige Rampe rauf, die mir oben erst mal wieder die Luft nimmt. Ich laufe, aber richtig fix ist es nicht. Egal, laufen und dran bleiben. Leider gibt es keinen Läufer der mir als Orientierung dient. Zwei Runden der Halde hinter mir und zurück zum Ziel. Ich habe mein Tempo gefunden, höre aber Läufer von hinten näher kommen. Umdrehen gilt nicht und auflaufen lassen auch nicht. Der Blick auf die Uhr sagt 4,3km. Somit Leinen los und volles Tempo, koste es was es wolle. Die Puste ist ab da egal. Leider zieht es sich doch noch etwas (die Garmin zeigt am Ende 5,2km), aber ich bin mir sicher, dass es sich aus geht. Volles Tempo, eine jubelnde Freundin und endlich die Ziellinie.

Nach einer Minute durchatmen geht es mir wieder gut. Zitronentee, Melone und später eine schöne Dusche.

Spaß hat es gemacht und ganz so hart wie letztes Jahr war es auch nicht. Ist eben Sprintdistanz, also volles Tempo über dem Wohlfühlbereich.

Ergebnis:

  • Platz 56 von 211 (letztes Jahr 73 von 205)
  • 1:17:05h (letztes Jahr 1:20:04h)
  • Platz Alterklasse (AK30): 5 (letztes Jahr AK25: 16)
  • weniger Regen
  • viel Spaß
  • guter Start in die Saison

Danke allen Helfern, die trotzdem Regenschauern für einen tollen Wettkampf gesorgt haben.

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20 Mrz 2011

Rodenkirchen Halbmarathon

Geschrieben von um 20:33 Uhr

Nachdem der Köln Marathon mein letzter Wettkampf war, wollte ich die den ersten Vortest für die Saison machen. Ich habe noch etwas Trainingsrückstand, wollte aber dann doch mal wieder einen Halbmarathon ausprobieren, um zu sehen, wo ich stehe.

Die Uhrzeit 14.30 Uhr lies noch etwas Zeit für ein paar Besorgungen am Vormittag und bei der Uhrzeit musste auch noch Mittag gegessen werden. Danach umgezogen, Sachen gepackt und ab die 13km nach Rodenkirchen geradelt. Alles gut gefunden, dann direkt angemeldet und noch genügend Zeit, um zu trinken, zu entspannen und dem Start entgegen zu fiebern. Da ich bei anderen Wettkämpfen wenig gespannt war, hielt es sich heute komplett in Grenzen. Vermutlich habe ich den Lauf im Vorfeld nicht ernst genug genommen. Geplant war einfach ein guter Halbmarathon, also einer, der sich gut anfühlt. Zeitlich wäre ich mit einer Zeit unter 1:45h zufrieden gewesen. Die ersten Tempoläufe im Training waren nicht super schnell, aber sollten dafür locker ausreichen.

Vor dem Start traf ich dann noch die anderen beiden Vereinskollegen, die auch mit an den Start gingen. Ich wollte mit einem 4:30 Schnitt (min/km) starten und sehen, wann ich das nicht mehr halten kann. Vor dem Start fühlte es sich noch nicht so rund an, aber nach dem Start lief es erst gut. Dann aber fingen die Probleme an. Mein Magen wollte nicht mitlaufen und weigerte sich immer mehr, die Pace zu halten. Die erste Runde klappte noch, aber dann konnte ich gerade noch so einen 5er Schnitt halten. Ich dachte schon ans aufhören, aber konnte dann mit Mühe und Not weiterlaufen. Nach 17,5km kam ich mit der dritten Runde wieder am Start vorbei und diesmal war es so weit. Kurz davor musste ich gehen. Also am besten doch abbrechen dachte ich mir. Nach 100m raffte ich mich dann doch zum Laufen auf und siehe da, ging noch. Zwar jenseits von gut und böse, aber ich wollte ins Ziel kommen. Notfalls gehend, aber ich zwang mich von Kilometer zu Kilometer zu laufen. Bis Kilometer 19, bis Kilometer 20 und schon war die Grünanlage in Sicht mit dem Ziel in der Ferne. Also durchlaufen.

Schon vorher waren die Beine zu, ich konnte es also nicht nur auf dem Magen schieben, aber etliche Minuten waren einfach so verloren. Das Ziel kommt in Nähe und die Schritte hinter mir kamen näher. Endspurt, auch wenn die Lust dazu echt gebrochen war. Egal, oder besser gesagt nicht egal, ich werde nicht…

… gegen eine Läuferin kann ich noch gegen halten, aber ein anderer zieht einen besseren Sprint als wir an. Keine Chance, nicht mit der Verfassung. Geht eh nur noch um Zitronentee.

1:48:37h Platz 100 und 7. in der Alterklasse. Vor zwei Jahren mit 1:38h sah das noch besser aus. Ich denke ohne Probleme wäre ich an die 1:40h gelaufen. Die 1:38h wären aber noch nicht drin gewesen. Ab jetzt also noch was Grundlagen und auf Tempo trainieren. Auf das der nächste Lauf das Potential besser ausnutzt. Das Frühjahr wird noch ein paar 10km und Halbmarathons mit sich bringen.

Dank an laufen-in-koeln.de für das Foto.

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02 Jan 2011

Geschenktipps

Geschrieben von um 20:06 Uhr

Pünktlich zur Weihnachtszeit hatte das Holy Shit Shopping in Ehrenfeld zum Besuch eingeladen. Herausgekommen sind viele Geschenkideen und Visitenkarten, die ich mit euch teilen möchte.

Viele Kleinkünstler von Taschenkreationen über besondere T-Shirt-Drucke gibt es einiges zu bestaunen:

Viel Spaß damit.

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12 Sep 2010

Halbdistanz in Köln

Geschrieben von um 10:12 Uhr

Auf der Webseite ist es relativ ruhig, wo im letzten Jahr noch ein Wettkampf den nächsten folgte, gab es dieses Jahr weniger Updates. Ich habe kurz gesagt weniger Wettkämpfe gemacht. Das lag daran, dass es im letzten Jahr auch zu viel war und in diesem Jahr ein großes Ziel auf der Fahne stand: die Halbdistanz in Köln.

Letztes Jahr habe ich am Cologne Triathlon Wochenende den Samstag mit einer Smart-Distanz ausgefüllt. Sonntags stand ich dann in der City an der Strecke, feuerte die Athleten an und schwärmte mit einer Freundin, wie toll es doch wäre, selber in der Kölner City ins Ziel zu kommen. Das ist den kurzen Distanzen leider vorenthalten.

Ich wusste, dass es kein leichtes Ziel werden sollte und war mir auch nicht sicher, ob ich dieses erreiche. Entsprechend spät erfolgte auch die Anmeldung für die Halbdistanz. Leistungseinbrüche, Verletzungen oder einfach fehlende Zeit hätten schnell dazu führen können, dass das Highlight des Jahres ausgefallen wäre. Dabei war aber das Jahr fast ganz auf dieses Ziel ausgerichtet.

Im Frühjahr erfolgte der Bonn Marathon und ein Trainingslager mit dem Verein, wo wir rund um Füssen Radkilometer, schöne Landschaften und Regenhärte erfuhren. Über den Winter am Schwimmen gearbeitet, war also die Saison startklar und das zeigte sich vor allem beim Bonn Triathlon, der zu den schönsten Wettkämpfen überhaupt zählt. Dort lief alles bestens und mit einer Streckenlänge von 3,8/60/15 lag er schon erstaunlich nahe an der Halbdistanz.

Weiterer RTFs, kürzere Triathlons, Freiwassereinheiten im Fühlinger See, einem Radmarathon und vielen Trainingsläufen später war dann klar, dass die Halbdistanz Realität werden kann. Nach einer kurzen Suche im triathlon.de Forum wurde ich fündig und ein Startplatz auf der Halbdistanz in Köln war zu verkaufen. Mittlerweile war der Preis drastisch gestiegen und da kam das Sonderangebot gerade recht. Wer Startgelder bei Läufen kennt, wird sich verwundert die Augen reiben, was ein längerer Triathlon kostet. Ok, es wird eine Menge geboten und der Aufwand ist zur Anzahl der Athleten sehr hoch. Triathlon kann zudem nicht als günstig gelten und wer Laufräder zum Preis eines Motorrollers spazieren fährt (ich nicht), darf sich auch nicht beschweren.

Die Ummeldung des Startplatzes klappte zum Glück noch vor dem Wochenende, so dass auf der Startnummer auch mein Name aufgedruckt war. Donnerstags wurden dann die Unterlagen abgeholt und ein regnerisches Wetter mahnte zur Vorsicht und der Neoprenanzug blieb im Auto. Stattdessen wurden noch ein paar Laufkilometer in ruhigem Tempo gesammelt. Im Gegensatz zu den Marathonläufen, vor denen ich meist ein zeitliches Ziel hatte und im Vorfeld nervös war, freute ich mich einfach nur auf den Wettkampf. Erst im Telefonat mit meiner Mutter wurde mir dann mal wieder bewusst, was dort vor mir lag. Wie weit schwimmt ihr? 1,9 Kilometer. Aber im letzten Jahr waren das doch nur 750m, die für dich schon anstrengend genug waren. Und wie weit fahrt ihr Rad? 90 Kilometer, hm, naja, weiter als von Köln nach Aachen. Schon eine Strecke. Und dann ein Halbmarathon? Ja, aber ich fühle mich gut vorbereitet.

Fühlte ich mich wirklich und viele lange Trainingseinheiten gaben mir ein gutes Gefühl. Trotzdem schon eine Distanz vor der man Respekt haben sollte. Der Sonntag kam schnell näher und ich lag noch im Bett, als die Langdistanzler, inklusiv zwei Vereinskollegen im Fühlinger See in den Tag starteten. Mein Start war erst um 12.30 Uhr, was es recht entspannt machte. Aufstehen, Toast mit Honig, die Getränke auffüllen und dann so langsam rein in den Einteiler. Ich fuhr mit dem Rad zum Fühlinger See, was die kleine Anspannung löste und eigentlich recht praktisch war, da nach dem Wettkampf alles Material in der City ankam.

Die Beutel waren fein säuberlich eingeräumt und so schob ich mein Rad in den Bike-Checkin, wo ich noch einen anderen Starter aus dem Verein traf. Zusammen zogen wir dann noch etwas über das Gelände und schauten kurz bei den radfahrenden Langdistanzlern vorbei:

Ein weiteres Toast

Radstrecke am Fühlinger See

Wartewiese

Zeitlich passte alles zusammen und so zog ich eine halbe Stunde vor dem Start den Neoprenanzug an. Natürlich vorher schön mit Body Glide einschmieren, um keine Scheuerstellen zu haben und beim Wechsel besser rauszuflutschten.


Body Glide

Vor dem Wassereinstieg

Ich stieg spät ins Wasser und musste somit nicht so lange Wassertreten. Ich war ca. in der Mitte der Startbahn und in dritter Position eingereiht. Am Land hörte ich noch die Nationalhymne und schon wurden die Sekunden runtergezählt. Im Training schon mal die 3km bezwungen, wusste ich, dass ich die heutigen 1,9km hinter mich bringen werde. Nicht so schnell wie viele, aber in meinem Tempo und zwar kraulend. Der Startschuss fällt und ich kraule los. Den Kopf unter Wasser sehe ich nichts als Luftblasen, wobei ich sogar recht frei schwimmen kann.

Das schöne am Fühlinger See sind gespannte Stahlseile in ca. 1,70m Tiefe. So kann man sich gut orientieren. Zudem sind alle 250 Markierungen der offiziellen Regattastrecke und alle 500m ein Querseil. Man weiß eigentlich immer relativ genau, wo man sich befindet und wie weit es noch ist. Ich schwamm also die ersten 250m relativ gerade aus und merkte hier oder da einen Schwimmer der vorbei wollte oder zumindest an meinen Beinen anschlug. Da es nicht drüber geht, muss man eben links oder rechts überholen. Ich hatte nur Angst um meinen ChampionChip, den ich nicht unter dem Neo, sondern am Fußgelenk trug. Ich hatte mein Tempo gefunden und versuchte mich aus allen Positionskämpfen rauszuhalten. Bringt nicht viel und einen eher aus dem Rhythmus. Ich tendierte jetzt so langsam nach links in Richtung Boye und wollte idealerweise direkt an der Boye innen wenden. Manche Schwimmer werde ich nicht verstehen oder sie haben einfach keinen Sinn für den Weg. Ein Schwimmer drückte mich konsequent nach rechts ab. Obwohl ich dann erst mal wieder ein Stück geradeaus schwamm, eckte er immer wieder an. Irgendwann hatte ich mich an ihm vorbei gearbeitet und er hat vermutlich den rechten Ausstieg gewählt. Zwischenzeitlich immer mal den Kopf hoch, wo man sich befindet. Die Boye war gut angepeilt und ich kam erstaunlicherweise wirklich ganz nach Innen. Direkt an der Boye wurde es eng und ich bekam einen Schlag ab. Nicht so schlimm im Gegensatz zu plötzlichen Brustschwimmern. Warum lernt man nicht, dass für einen Brustbeinschlag keinen Platz in der Enge ist? Bitte krault mit den Armen weiter und tretet nicht wild um euch. Ich zog nach der Boye wieder direkt nach links, um Platz zu finden. Irgendwann wurde es auch da enger, so dass ich später relativ mittig dem Ende entgegen schwomm. Kräftemäßig war es kein Problem, da ich das Schwimmen einfach nur gut überstehen wollte. Geplant hatte ich ca. 40min, was 10min auf 500m sind. Die Strecke fühlte sich schon länger an, als im letzten Jahr, aber mein Tempo konnte ich bis zum Ende recht konstant halten. Ich verließ das Wasser mit knapp über 38min und lief zur Wechselzone. Erst klemmte der Neo, aber dann ging er doch gut runter. Da ich mir den Laufweg gut eingeprägt hatte, fand ich mein Rad direkt. Neo ausstrampeln, Socken an (hauptsächlich fürs Laufen), Schuhe an, Helm auf, Brille an und dann musste noch alles vom Schwimmen in den Beutel, was etwas länger dauerte als geplant. Jetzt noch schnell den Garmin Forerunner starten, den ich am Rad befestigt hatte und laufend Richtung Aufsteigezone.

Der Vereinskollege war schon vor meiner Ankunft weg, wobei ich wusste, dass er ein guter Schwimmer war. Trotzdem hatte ich gehofft ihn zumindest noch am Ende seines Wechsels anzutreffen. Die ersten Meter Rad waren noch nicht so schnell, wobei ich bei anderen Wettkämpfen in den Jahr mehr gelitten hatte. Oft brauchte ich so viel Luft, dass an eine tiefe Haltung erst mal nicht zu denken war. Aber ich lag schon auf dem Triathlonlenker und merkte auch nach 5km richtig Druck auf dem Pedal.

Das dröhnen eines überholenden Fahrers mit Aerorädern spornte mich an, dann auch mal in den Tritt zu kommen und so kam ein schönes Tempo raus mit dem ich zum ersten Mal in Richtung Köln Zentrum schoss. Da kam die City, die Zoobrücke, weiter entlang des Rheins, der Musicaldome und der Dom und schon ging es ab in den Tunnel, an dem die ersten Verletzten am Straßenrand lagen. Ich kam verletzungsfrei durch und wendete, um die City wieder zu verlassen. Ein Blick auf die Forerunner zeigte ein Tempo von ca. 35km/h im Durchschnitt an. Ich wollte auf keinen Fall unter 30km/h fallen, wobei die Spitze locker über 40km/h fährt.

Auf der großen Runde konnte ich mein Tempo bestätigen und hatte relativ genau 35km nach einer Stunde auf der Tachouhr. Die Hälfte der Radstrecke war nach 1:16h auf der Uhr und ich jubelte schon innerlich. Ja, Essen wäre gut, bisher vernachlässigt, aber es wurde auch nicht viel gereicht. Ich machte einen Riegel auf, der sich als so zäh erwies, dass ich nach 5km aufgab und ihn immer noch nicht vollständig gekaut hatte. Leider waren keine Gels an Board und ich hoffte auf die versprochene Verpflegung des Veranstalters. Am der Verpflegungsstelle am Fühlinger See füllte ich das Getränk nach und erwischte ein Gel. Dieses war so flüssig, dass ich mir gleich die Finger einsiffte und danach wenig Lust hatte, die weißen Griffe einzusauen. Egal, Wettkampf also mit klebrigen Fingern weiter. Da kam auch schon wieder langsam die Innenstadt, aber plötzlich war es da. Das Gefühl des Hungers und der Kraftlosigkeit. Zu wenig gegessen und das wo der Wettkampf mitten in seiner heißen Phase ist. Am Dom schrie ich nach Gel, aber es gab nur Getränke dort. Ich versuchte alles zu essen, was ich dabei hatte und reduzierte das Tempo. So ärgerlich dachte ich mir und machte mir große Sorgen über die Laufstrecke, denn da brauche ich noch wesentlich mehr Energie als beim Radfahren.

Beim Radmarathon über 200km hatte ich einen Hungerast, der mich eine halbe Stunde Pause kostete und mich mächtig schwächte.

Nun gut, ich wurde von vielen Fahrern überholt, die ich eigentlich hinter mir gelassen hatte. Zwei andere Fahrer hatten mein Tempo. welches ich zumindest über 30km/h halten wollte, was trotz reduziertem Krafteinsatz noch klappte. 70km standen auf dem Tacho und die letzte kleine Runde auf dem Rad stand an. Die Verfassung wurde nicht viel besser, aber blieb konstant. Weitere Verpflegung erwischte ich nicht mehr groß und trudelte in die Wechselzone mit einem Zeitverlust von 10min ein. Nichts verloren und weiter im Wettkampf wurde mir das Rad entrissen, an dem ich aber noch den Forerunner abnehmen wollte. Kurzes Gefummel und schon suchte ich meinen Beutel den ich auch schnell hatte. Die Bank zum Umziehen war super. Danach schnell in ein Dixie und dann ab auf die Laufstrecke. Erst mal die Treppen hoch zum Neumarkt sah ich auch meine Freundin, die mich mit dem Worten “Gib Gas, du schwitzt ja gar nicht” auf die Strecke schickte. Da war mir noch nicht klar, ob mich nicht ein Hungerast nach 5km zum Abbruch zwingt. Die erste Getränkestation nutzte ich für Cola und Gels und lief dann über die Deutzer Brücke. Dabei ging es nicht super schnell, aber doch mit einem guten Tempo voran. Da es alle 2,5km eine Verpflegungsstelle gab, konnte ich mich hier endlich vernünftig versorgen. Leider wurden nur Getränke angereicht und Gel musste man sich selber schnappen. Normalerweise mache ich bei Läufen einen großen Bogen um Cola, da ich mit der Kohlensäure Probleme hatte. Heute war das aber nicht so und ich konnte meine Energie wieder auf ein gutes Level bringen. Im Smalltalk mit einem anderen Läufer ging es den Rhein entlang. An einen hohen Puls ist bei mir bei so einer Streckenlänge nicht zu denken und so ist das kein Problem. Irgendwann wird er mir zu schnell und ich lasse abreissen, behalte ihn aber 200m vor mir und kann sein Tempo weiter gehen. Vier Kilometer später sind wir auf der Deutzer Brücke zurück. Ich sage ihm, dass die nächsten 5km mir gehören, den ich fühle mich richtig gut. Nur noch 10km bis zum Ziel und es läuft. Glücklich entstehen folgende Bilder:

1444 glücklich

Dem Ziel so nahe

Die nächsten Kilometer fliegen vorbei, aber ich merke plötzlich, wie dann doch die Erschöpfung zuschlägt. Ich werde von dem vorher genannten Athleten wieder überholt und merke, wie ich mehr und mehr Tempo verliere. Der Kampf ist da und es sind noch 6km. Die packe ich auch, aber locker ist dann anders. Kurz vor der Deutzer Brücke werde ich von den Vereinskollegen noch mal angefeuert und klettere die Brücke hoch. Am Ende der Brücke höre ich noch einmal meine Freundin und biege links in die dunkle Durchführung Richtung Heumarkt ein. Ich sehe den Heumarkt, und stehe hinter der Ziellinie. Vorbei, geschafft, glücklich. Noch schnell mein verdientes T-Shirt abstauben und die Zeit erst mal Zeit sein lassen. 5:19:58. Yeah. Wahnsinn. So locker hatte ich mir das nicht vorgestellt, aber hier gilt noch mal ein Dank allen, die mich im Training mit unterstützt haben. In erster Linie den Mitgliedern des TPSK Triathlon mit denen ich dieses Jahr eine tolle Zeit hatte, dann natürlich auch meiner Freundin, die öfters auf mich verzichten musste, aber selber oft im Training steckt.

Sollte die Form weiter so bleiben, steht nächstes Jahr auf jeden Fall wieder der Bonn Triathlon und auch eine Halbdistanz an. Köln war schön und sehr praktisch. Zudem könnte ich weiter an der Zeit arbeiten, an der noch Luft nach oben ist. 5h? Wir werden sehen.

Das Erdinger danach

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15 Aug 2010

Du bist Triathlon, wenn

Geschrieben von um 11:00 Uhr

  • Du beim ersten Date einen Long-Jogg vorschlägst um den Trainingsplan einzuhalten.
  • Du so viel isst, dass Deine Freunde glauben, Du hättest eine Esstörung.
  • Du mehr Leggins als deine Mutter besitzt.
  • Du 10 Stunden in der Nacht schläfst und trotzdem einen einstündigen Mittagsschlaf brauchst.
  • Du selbst auf der Autobahn im Stau 10m Abstand zum Vordermann hältst.
  • Es Dir schwer fällt mit Rennradlern eine Ausfahrt zu machen, weil Sie entweder zu schnell fahren oder nicht weit genug.
  • Du absolut ungenießbar und launisch an Ruhetagen bist und zum Monster in der Taper-Phase wirst.
  • Du Dich unwohl fühlst, wenn Du nicht mindestens 2x am Tag trainierst.
  • Du alle Kollegen damit nervst, auch nur ein Stockwerk mit dem Lift fahren zu wollen, weil Du Deine Beine schonen willst.
  • Du, sobald du irgendwo warten musst, damit beginnst, Deine Beine und Arme zu dehnen.
  • Morgens um 6:30 Uhr 3km zu schwimmen für Dich ein guter Start in den Tag ist.
  • Leute Dich fragen wie oft Du in der Woche trainierst und es für Dich ganz normal ist mit “8-10x” zu antworten.
  • Dein Rad-Tacho im Jahr mehr km drauf hat als Dein Auto.
  • Du Dir eine 12stündige Übertragung eines Ironman ansehen kannst ohne dass Dir fad wird.
  • Du dich bei der Wahl “Gratis Rolex” oder “Gratis Suunto T6″ für die billige Plastikuhr entscheidest.
  • Dein Rad mehr gekostet hat als Dein Auto.
  • Dir Deine langen Trainingseinheiten am Wochenende wichtiger sind als sich mit Freunden zu besaufen.
  • Du Doch mal fortgehst, du den ganzen Abend nur ans Training denken kannst.
  • Du mehr Wasserflaschen als Gläser zu Hause hast.
  • Du keine Urlaube, sondern nur mehr Trainingslager machst.
  • Du Wochenumfänge kleiner 10 Stunden als Erholung bezeichnest.
  • Dein Badetuch nie trocken ist.
  • Dir jemand einen Becher Wasser gibt und Du ihn instinktiv über Deinen Kopf schütten willst.
  • Du deine iPod-Playlisten nach Schritt- und Trittfrequenz organisierst.
  • Du auf die Frage nach deinem Alter mit M25 antwortest.
  • Deine Vorstellung von einem tollen Geburtstag darin besteht, mit deinen Freunden die Anzahl deiner Jahre in Kilometern zu laufen.
  • Du versuchst, Mädels mit deiner Kilometerzeit zu beeindrucken.
  • Deine Trainingseinheiten dadurch begrenzt sind, wie viel Zeit du hast, und nicht wie weit du zu laufen imstande wärst.
  • Du frühmorgens aufwachst, und dein erster Gedanke ist: Wie hoch ist mein Ruhepuls?
  • Du trotz eines Gewitters 2 Stunden Laufen gehst, und es richtig geniesst, schön nass und dreckig zu werden.
  • Du denkst, ein Ironman wäre einfacher als ein Marathon, weil man da nicht so schnell loslaufen muss.
  • Du ein Auto mit Automatik mietest, um zu einem Ironman zu fahren. Du besitzt zwar ein Auto mit Handschaltung, aber weder du noch dein Freund werden in der Lage sein, damit nach Hause zu fahren.
  • Du es natürlich empfindest, dein “Geschäft” hinter einem Baum im Wald zu verrichten.
  • Dir keiner mehr glaubt, wenn du “Nie wieder” sagst.
  • Du an einem 10-km Lauf teilnimmst, um deine “Grundschnelligkeit” zu verbessern.
  • Du nach einem 5-km Lauf noch 5 km auslaufen gehst, um dein Tun wenigstens halbwegs als Trainingseinheit bezeichnet zu haben.
  • Du Arbeit als Regenerationszeit zwischen den Einheiten betrachtest.
  • Dich deine Arbeitskollegen nicht fragen, ob du am Wochenende trainieren gehst, sondern wie oft und wie weit.
  • Du beim Autofahren immer eine Wasserflasche dabei hast.
  • Du im Urlaub, wo andere die Sau rauslassen, um 22.00 h ins Bett gehst, weil morgen eine lange Einheit gefahren wird.
  • Du auswendig weißt, wie viele Proteine ein Energieriegel enthält.
  • Du dir ernsthaft überlegst, deine Staatsbürgerschaft aufzugeben, um bei den Olympischen Spielen für Tonga, Jemen, oder Tschad im Triathlon an den Start zu gehen.
  • Die Leute dich dafür loben, dass du 15 km am Stück durchlaufen kannst, und du das als Beleidigung ansiehst.
  • Du die Schäferstündchen auf Belastungstage legst und an Grundlagentagen Migräne vortäuscht.
  • Deine Beine im Sommer besser rasiert sind als die deiner Freundin.
  • Sich deine Frau keine Sorgen macht, wenn du bereits vor 2 Stunden laufen gegangen bist.
  • Du ein Foto für eine Bewerbung brauchst und nur Wettkampffotos besitzt.
  • Deine Hauptfeindbilder nicht Finanzamt und Terroristen sind, sondern Nordic Walker und Hunde.
  • Du die Finisher T-Shirts von Volksläufen beim Radservice zum Kettenputzen verwendest.
  • Du mit Deinem Fahrrad eine freundschaftliche Beziehung hast, mit ihm redest und es nach Wettkämpfen oder guten Trainings streichelst.
  • Du alle Wege in die Stadt mit dem Mountainbike als zusätzliche Trainingskilometer erledigst.
  • Deine Schmutzwäsche zu 90% aus Trainingsbekleidung besteht.
  • Du Chlorgeruch liebst und kribbelig wirst, wenn Du es irgendwo riechst und nicht schwimmen kannst.
  • Dein Badezimmer nach Neoprenanzug riecht (weil er dort hängt, damit er keine Falten und Risse bekommt).
  • Du den schnelleren Schwimmern auf der Nebenbahn Doping unterstellst. Auch wenn es sich um die Kindergruppe des örtlichen Schwimmvereins handelt.
  • Du der Meinung bist, dass auch Männer Slips und Tops tragen können.
Gesehen in der MeinVZ-Gruppe: Du bist Triathlon, wenn
Und nein, es trifft nicht alles zu. Aber es kommt der Realität an manchen Stellen erstaunlich nah.

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05 Aug 2010

Wasserlage

Geschrieben von um 13:49 Uhr

Mein erster Triathlon-Liga-Wettkampf in Hennef war bitter. Zumindest auf das Schwimmen bezogen. Bei zu warmen Temperaturen gab es Neoprenanzug-Verbot und ich durfte im Einteiler im Freiwasser meine 1500m hinter mich bringen. Das Ergebnis war, dass in meiner Startgruppe noch drei Starter hinter mir waren. Viel Zeit und Kraft waren auf der Strecke liegen geblieben. Ich hatte mein Tempo geschwommen, aber das war weder schnell noch besonders kraftschonend.

Im Neoprenanzug hätte das Ergebnis vermutlich nicht so viel anders ausgesehen, aber ich denke doch, dass es nicht so dramatisch ausgefallen wäre. Was ist Schuld? Im letzten Winter lag der Fokus doch schon auf dem Schwimmen und ich habe das Training recht konstant durchgezogen (ohne nun wirklich sehr intensiv daran zu arbeiten).

Ich denke meine Wasserlage ist für den …, vermutlich eher gegen jenen, denn mit Poolbuoy habe ich eine einigermaßen gute Wasserlage, in ich mich schnell und auf längere Distanzen kraftschonend bewegen kann. Längere und schnellere Einheiten ohne dieses Hilfsmittel arten eher in Krampf und Kampf aus. Entsprechend wenig Spaß macht es so seine Bahnen zurück zu legen.

Was fehlt?

Gezieltes Techniktraining für die Wasserlage. Meine Fortschritte waren nach dem Winter kaum noch messbar und sind nach trainingsfreien Intervallen sogar rückschrittig gewesen (gemessen an anderen Trainingspartnern). Leider gibt es im Moment keinen Schwimmtrainer, was das Training nach festen Bahnen und Zeiten nicht besser macht. Man erfüllt seine Pflicht, aber die Zweifel mehren sich, dass ich damit höchstens meine Fitness verbessere, aber nie größere Leistungssprünge hinlegen kann, die bei einer eigentlich neuen Sportart drin sein müssten.

Lösung

Back to the basics. Lesen, lernen, überlegen, ausprobieren, üben, üben, üben. Ich denke der Ausgang sind Schwebeübungen in Kombination mit Gleiten und Gleichgewichtsübungen. Dazu vielleicht gezieltes Rumpftraining. Beim letzten großen Rundschlag habe ich erst viel über Technik gelesen und mir daraus eine Meinung gebildet, die ich dann durchgezogen habe. Das Ergebnis war deutlich sichtbar, stagniert seit dem aber auf diesem Level. Am meisten geholfen hat mir damals das Buch Total Immersion, welches ich aber nicht genau genug in den Basics durchgearbeitet habe. Man konnte ja schwimmen und die Wasserlage kommt schon noch durch die Übung und die paar Ratschläge. Kommt sie nicht, zumindest nicht in Gänze.

Es kommt, wie es kommen musste, das Hallenbad ist jetzt auch im Verein in den Ferien zu und Freibäder etliche Kilometer entfernt, sodass eine einfache Kombination in den schon zu vollen Alltag unmöglich ist. Ich versuche zumindest einmal wöchentlich im Fühlinger See eine gute Strecke zu absolvieren, allerdings eignet sich das Freiwasser nicht für Technikübungen, erst recht nicht, da man in der Gruppe schwimmt.

Somit wird es wohl noch zu einem wöchentlichen Besuch im neuen Ossendorf Bad kommen. Hoffentlich nicht dauerhaft alleine, da Feedback sehr hilfreich ist und noch ein Kameramann/-frau für meine Kodak Playsport gesucht wird, die genaueren Aufschluss über meine Wasserlage unter Wasser bringen soll.

Folgend noch etwas Lektüre, für alle die selber die nächste Leistungsstufe erklimmen wollen:

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02 Aug 2010

Merida Warp 5

Geschrieben von um 21:22 Uhr

Meine weißte Göttin (ja, das Rad) hat nun ein paar Monate hinter sich. Zeit ein Fazit zu ziehen und auch anderen zu berichten, was sich seitdem geändert hat.

Im Winter gekauft, konnte ich mein Merida Warp 5 mit mächtig viel Rabatten einkaufen und habe somit zwar nur einen Aluminium Rahmen, aber ansonsten eine Ultegra-Schaltung, mit vielen FSA-Teilen und DT-Swiss Räder für ein niedriger Budget bekommen. Das Rad ist trotzdem nicht super schwer, wobei ich es nie genau gewogen habe.

Warum überhaupt das Triathlon-Rad, wenn man ein Rennrad hat?

Mein halbwegs altes Rennrad sollte für Wettkämpfe durch etwas Neues und Schnelleres ersetzt werden. Am Anfang wollte ich einen Zwitter aus Rennrad und Triathlon-Rad, also ein Rennrad, welches mit Auflieger und eventuell geänderter Sattelstütze eine tiefere Position ermöglicht. Bei der Suche traf ich dann auf das Angebot des Meridas und bin dann auch kurz später zur Besichtigung gefahren.

Vor Ort sah ich es dann zum ersten Mal. Wirklich schick, Triathlon-Geometrie, sinnvolle Zusammenstellung der Komponenten und zu groß. Am Telefon auf eine 56er Rahmenhöhe gesetzt, war die viel zu hoch. Zum Glück war ich nur zur Ansicht da und hatte noch kein Rad vorbestellt. Dafür wollte ich dann ein zweites Mal als Sitzriese vorbeischauen und meinen 53er Rahmen abholen. Es passte ganz in das Auto und sollte dann eine ganz besondere erste Ausfahrt genießen. Die Farbe weiß zieht sich vom Rahmen bis hin zu der Bereifung und so ist schlechter Wetter ein echter Spielverderber. Ich hatte auf einen trockenen Herbsttag gehofft, wobei das Rad eh erst für die nächste Saison gedacht war. Der trockene Herbsttag kam nicht mehr und so verbrachte das Rad etliche Wochen im Flur. Ja, nicht im Keller, denn es ist einfach schön anzusehen und machte Spaß auf mehr.

Die erste Ausfahrt stellte ich mir schwierig vor. Schon ein Rennrad ist recht instabil, wie soll es da liegend auf einem Vorbau werden. Dann war es soweit, der lange Winter war vorbei und das Wetter wurde besser. Also ab aufs Rad und ich war begeistert. Es rannte nach vorne, wollte schneller bewegt werden und kam einfach gut in Fahrt. Kein Vergleich zu meinem einfachen Rennrad. Hier merkte man meiner Meinung nach die hochwertigeren Komponenten, wie Schaltung und Räder.

Die tiefe Haltung klappte auch besser als erwartet und war nach wenigen Ausfahrten schon Normalität. Bisher habe ich zwar schon einige Veränderungen an der Sitzposition vorgenommen, aber sehr unbequem wurde es nie wirklich. Hier braucht man also keinen riesigen Respekt haben.

Nach ein paar Wettkämpfen und einigen Ausfahrten, möchte ich das Rad nicht mehr missen. Es macht einfach Spaß und gerade Ausfahrten alleine im Wind mit vollem Tempo lassen einen in einen Rausch verfallen. Erst letzte Woche war ich mit dem Rad von Köln nach Aachen und wieder zurück gefahren und konnte auf einem geraden langen Stück mit Rückenwind Werte um die 40km/h fahren. Ein echter Spaß, der wirklich lange anhält.

Allerdings ist der Einsatzbereich des Rades auch eingeschränkt. Durch nur zwei Blätter vorne, sind steile Berge schnell ein Fall um aus dem Sattel auszusteigen und mit viel Kraft den Berg hochzuschieben. Für das Trainingslager in Füssen war mir das zu riskant, weswegen ich auf dort auf das Rennrad umgestiegen war. In der Gruppe auf dem Auflieger zu liegen, ist auch nicht sonderlich angenehm, weil man für die Bremse umgreifen muss. Man kann auch in Oberlenker-Position fahren, allerdings gibt es dort nur eine Griffart, die nicht sonderlich gut gepolstert ist. Nach einer RTF im Bergischen Land mit schlechter Fahrbahn hatte sich das schon massiv am Handgelenkt bemerkbar gemacht. Eine 200km Radmarathon Ausfahrt war dann der Auslöser ähnliche Fahrten nicht mehr im Oberlenker zu fahren. Das Handgelenk schmerzte, die Muskeln zitterten und erholten sich erst nach einem Tag.

Da ich kein anderes Triathlonrad vergleichen kann, gehe ich hier nur auf die Vor- und Nachteile des Merida Warp 5 ein:

Positiv:

  • Ultegra
  • DT-Swiss
  • schicke FSA-Kurbel + weitere schwarze FSA-Komponenten
  • ein echtes Triathlonrad ohne Abstriche
  • sehr stabile Fahrweise (im Gegensatz zu meinem Rennrad)

Negativ:

  • Bremse (in anderen Artikeln schon bemängelt, reicht diese aus, könnte aber besser sein, wobei die Bremsgriffe wirklich gewichtsoptimiert sind)
  • Kein Schlecht-Wetter-Rad, was sich nach dem ersten Wettkampf im Regen zeigte. An einer Stelle löste sich der Lack etwas ab und an der Sattelklemme ergab sich ein ähnliches Bild
  • Eigentlich vom Lenker her auch für Oberlenkerfahrten geeignet, hat mich die Erfahrung eines besseren belehrt (ist aber vermutlich unabhängig vom Merida)

Fazit:

Ich habe den Kauf wirklich keine Sekunde bereut und würde ihn jederzeit wieder zu dem Preis tätigen.

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01 Jun 2010

I‘m biking in the rain, just ruuuuuning in the…

Geschrieben von um 18:36 Uhr

Nach dem nassen und kalten Trainingslager stand der erste Triathlon des Jahres in Aachen Brand auf dem Programm. Als ich am Mittwoch die Wettervorhersage gelesen hatte, wurde mir bewusst, dass der Triathlon Wort wörtlich ins Wasser fallen könnte.
Der Sonntag rückte näher und die Vorhersage änderte sich nicht. Regen den ganzen Tag hindurch war angesagt. Meist ist es besser als man denkt, so aber nicht an diesem Tag.
Bereits beim Auspacken des Rads und der sonstigen Utensilien wurden wir von so starken Schauern überrascht, dass wir uns kurzerhand ins Auto zurück zogen und mein neues Triathlonrad, welches noch nie Regen gesehen hat, in diesem zurückließen.
Der Parkplatz war zudem etwas weit vom Start entfernt, was auch organisatorisch das einzige Manko war. Ansonsten merkte man, dass man es mit erfahrenen Organisatoren zu tun hatte.
Die Unterlagen abgeholt und dann erst mal viiiiiel Zeit um einzuchecken und sich die genauen Gegebenheiten anzuschauen. Seine Sachen vernünftig am Rad ausbreiten war leider nicht, da diese doch zumindest etwas trocken sein sollten. Somit verweilten diese in Plastiktüten, da mir noch so eine tolle Box fehlt.
Die Uhr tickte weiter und mein Start rückte näher. Heute waren die Distanzen 500m Schwimmen, 22km Radfahren und 5,5km Laufen zurückzulegen. Schwimmen sollte meine schwächste Disziplin sein, wobei ich dort über den Winter größere Fortschritte gemacht habe und eigentlich locker unter die 10min schwimmen wollte.
Das Hallenbad in Aachen Brand erschien auf den ersten Blick mit seinen 25m recht klein. Allerdings hatte es den Vorteil Umkleidekabinen und beste Duschen zu haben.
Nach der Wettkampfbesprechung ging es ins Wasser, wo wir uns mit 6 Leuten eine Bahn teilten. Nachdem keiner so recht mit der Sprache raus wollte, fragte ich in die Runde, wer wie schnell wäre. Nach der ersten Ansage von 9min und anderen Aussagen von 10min war die Bahn schnell für den Start sortiert. Lange einschwimmen war nicht möglich, da ein langsamer Schwimmer der Vorgruppe nur wenige Minuten bis zum Start lies. Somit höre ich schon nach kurzer Zeit noch 20sek, 10sek, 5sek und der erste Schwimmer zieht weg und ich als zweiter hinterher. Ok, seine Zeitangabe von 8min war nicht verkehrt und ich konnte keine halbe Bahn an ihm dranbleiben. Somit hing ich jetzt ohne Wasserschatten vor allen anderen, die aber zumindest so viel Abstand hatten, das es beim Wechsel nicht eng wurde. Ein Schwimmen ohne Kampf gegen die anderen, denn beim Start vorher sah es auf anderen Bahnen zuvor recht übel aus. Die ersten Bahnen gingen gut, aber meine Zählung hatte ich recht schnell verloren. Somit wusste ich nicht genau, wie weit es noch war und merkte, wie die Kräfte schwinden und mein Schwimmstil mehr Kampf als elegantes Gleiten war. Ich wurde überholt, war aber so mit mir selber beschäftigt, dass ich den Wasserschatten leider nicht gehalten habe. Dieser spart mal locker 30% und hätte mich schön über die restlichen Bahnen tragen können. Verpasst und somit weiter kämpfen und sich wundern, warum ich schon so erschöpft bin, aber immer noch keiner die letzten Bahnen anzeigt. Dann war es soweit und ich musste mich über den Beckenrand hinaus dem Wasser kämpfen. Hier wären helfende Hände wirklich super gewesen, allerdings gab es die nicht. Schnell noch die Badekappe abziehen und zuwerfen und schon über die Matten nach draußen rennen.
Noch etwas beduselt komme ich nach draußen und nehme von dem kalten Wetter wenig wahr. Wo war jetzt noch mal die Reihe? Leider gab es auf der Wiese wenig Orientierungsmöglichkeiten, aber da ich nicht der erste war, standen in meiner Reihe schon ein paar Teilnehmer beim Wechsel in die Radschuhe. Dank Einteiler musste ich mich nur um Helm, Startnummer und Schuhe kümmern, die ich aus der Plastiktüte kramte. Kurz noch die Füße am Handtuch abgewischt und in die Schuhe gezwängt. Rad geschnappt und über die Wiese rennen. Die Bordsteinkante problemlos genommen waren es noch 15m zur Startlinie. Dort hatte ich mir vorgenommen in Ruhe in die Pedale zu springen, was auch gut klappte. Jetzt auf die unbekannte Radstrecke, die ich nur teilweise von einem Youtube-Video kannte. Irgendetwas um die 7km, die in drei Runden zu bezwingen waren. Leider kein flacher Kurs, auf dem man mit dem Rad in tiefer Position den Asphalt betrachtet, sondern sehr wellig und kurvig. Mein Puls raste nach dem Wechsel dermaßen, dass ich erst einmal in Oberlenkerhaltung zum Luftholen blieb. Die ersten Attacken konnte ich abwehren und hatte nur eine Überholung, die aber dauerhaft im Blick bleiben sollte. Ansonsten machte ich schon die ersten Plätze gut, wobei ich keinerlei Tacho dabei hatte, was das Tempo schwer einschätzbar machte. Schnell war es, aber die ersten Anstiege und Gegenwind drückten den Schnitt mehr als deutlich.
Die Runden gingen schnell vorbei und waren wesentlich weniger anstrengend als das Schwimmen. Ich wollte etwas aufpassen, dass ich nicht zu sehr überziehe, da noch das Laufen folgen sollte.
In der zweiten Runde parierte ich einen Angriff und konnte wieder wesentlich Boden gewinnen, als es den Berg hinauf ging. Ein heftiger Wind mit Regen peitschte ins Gesicht und an einen guten Schnitt war nicht mehr zu denken. Da alle unter den gleichen Umständen litten, hatte ich den ersten Überholer beim Wechsel zum Laufen direkt vor mir. Eigentlich meine stärkste Disziplin, wollte ich es auf den 5km so richtig fliegen lassen. Vorgewarnt vom Veranstalter ging es zweimal eine stärkere Steigung hinauf, die aber nicht das Problem sein sollte. Stattdessen fühlte sich der Magen komisch an. So als ob das Startband drückt oder der Anzug zu eng wäre. War er aber nicht, da beim Koppeltraining alles problemlos auf Rad und Laufstrecke war. So kam nach der Orientierung nach dem Wechsel ein ungutes Gefühl auf, was mich nicht in mein Renntempo kommen lies. Eigentlich wollte ich ein ähnliches Tempo wie beim letzten 10km Lauf anschlagen, wo ich niedrige 4er Zeiten gelaufen bin. Da es nur 5km sind und die Belastung vorher eine andere war, erhoffte ich mir hier noch ein paar Plätze gut zu machen. Ich war nicht super langsam, da ich vom Marathon gewohnt bin auch mal schlechte Phasen zu überlaufen, aber ein leichtfüßiger Laufstil sieht anders aus. Die Wege waren von großen und tiefen Pfützen übersät, sodass meine Schuhe innerhalb kürzester Zeit vollkommen durchnässt waren. Zumindest hatten sie den Laufstart in der Plastiktüte trocken überstanden.
Nach ca. 2km kam die Steigung auf mich zu und ich war kurz vorher noch überholt wurden. Dank des Bergtrainings konnte ich hier locker vorbei ziehen, kämpfe aber oben schon mit der Luft. Ähnlich steil wie es rauf ging, sollte es ein paarhundert Meter auch wieder runter gehen. Das liegt mir normalerweise, da man dort die Beine so richtig fliegen lassen kann. Aber nicht an diesem Tag. Mitten im Abstieg kam plötzlich ein Seitenstechen hinzu. Also auf die Atmung achten und weiterlaufen. Kaum war das Seitenstechen weg, kam auch schon die nächste Runde mit dem Anstieg. Natürlich hatte mich der Läufer zuvor wieder überholt und das Spiel konnte erneut beginnen. Diesmal musste ich mein Tempo aufgrund der Probleme aber drastisch reduzieren. Oben wurde ich wesentlich früher wieder eingeholt und versuchte zumindest dran zu bleiben. Dies gelang mir zum Glück auch und der Abstand blieb unter 50m. Jetzt noch zurück ins Ziel und rund lief es immer noch nicht. Zumindest trieb mich der Ehrgeiz vorwärts den Läufer vor dem Ziel noch zu stellen. Noch 1km und es lag noch ein Stück zwischen uns. Also näher kämpfen und in einen Sprint übergehen. Etwas spät bemerkte er, dass ich von hinten anflog, zog dann aber auch in den vollen Zielsprint. Eigentlich vollkommen unsinnig, da man nicht mehr so viel Kraft haben sollte, aber davon war bei mir noch genug vorhanden. Auf den letzten Metern zog ich noch vorbei und wir klatschten uns im Zielbereich ab.
Wieder einmal hat mich das Laufen unglaublich geschafft. Das war schon in Köln so und ich würde gerne wissen, wie ich die Situation im Training besser angehen kann. Vielleicht längere Radfahrten vor dem Wechsel zum Laufen.
Das Fazit fällt gemischt aus. Ich hätte gehofft wesentlich mehr Tempo zu fühlen und auf der kurzen Distanz weniger Kampf zu haben. Als Vorbereitung für den 3-4x so langen Bonn Triathlon bleibt zumindest die Stimme im Hinterkopf nicht zu früh zu viel Tempo zu machen. Der Respekt vor der längeren Distanz ist auf jeden Fall präsenter denn je und die Zeit nicht mehr wirklich lang.
Zeitlich bin ich im Rahmen. Mit einer Schwimmzeit von 9:39min bin ich in dem Bereich geschwommen, den ich mir vorgenommen hatte. Leider nicht schneller, aber dafür lief es auch nicht sauber genug. Da ich die Zeiten schon im Training hingelegt habe, konnte ich mich hier im Wettkampf nicht weiter steigern. Zumindest kann ich damit locker im Mittelfeld mithalten und muss mich nicht im Kreis der Brustschwimmer wiederfinden.
Die Radzeit war mit 46:45min schwer einschätzbar. Viel mehr war hier nicht drin, aber auf der Strecke konnte man auch keinen Rhythmus finden. Hoch reinhauen und runter auf nasser Straße nicht zu viel riskieren. Die geraden Passagen fühlten sich dagegen gut an.
Die Laufzeit war mit 23:51min nicht in meinem anvisierten Bereich. Hier ist viel Zeit liegen geblieben. Aber wenn man sich nicht gut fühlt, macht man auch nichts daran. Zumindest habe ich den Lauf durchgezogen und hinten raus war er auch ganz ok.
Mit einer Zeit von insgesamt 1:20:15 bin ich so ziemlich knapp im ersten Drittel gelandet. Schöneres Wetter, trockene Bahn und ein früherer Start hätten vermutlich noch mehr gerockt. So bleibt es bei einer guten Erfahrung bei einem guten Veranstalter. Das anschließende warme Duschen war herrlich. Die Putzorgie von Fahrrad und anderen Utensilien leider nicht. Mittlerweile ist alles wieder trocken, aber die Lust am folgenden Tag im Regen zu trainieren war bei 0.

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25 Apr 2010

Kill the beast – Bonn Marathon

Geschrieben von um 20:05 Uhr

Das Wetter verhieß nichts gutes. Im Februar mit den langen Läufen gestartet, war es alles andere als warm. Auf Glatteis und dick angezogen wurden die ersten Grundlagen für den Marathon gesetzt. Eigentlich wäre ich ja im Frühjahr keinen Marathon gelaufen, aber meine Laufpartnerin die mich zum Bonner Halbmarathon motivierte fiel aus und Stimmen im Verein kamen auf, die den Marathon anpriesen. Es wäre ja auch ein echter Rückschritt gewesen, in Bonn wieder nur den Halbmarathon, wie im Jahr 2008 zu laufen. Vermutlich mehr als ironisch, aber so ein Marathon lockt schon.

Voraussetzung für den Marathon war ein reduziertes Training zu den bisherigen Starts, denn mit neuem Job und Triathlon im Hinterkopf, blieb keine Zeit für 6-9h Lauftraining. Nach dem ersten Training war ich recht schnell wieder auf längeren Distanzen unterwegs und nachdem im März alles gut lief, folgte dann auch die Anmeldung für den Bonn Marathon.

Der Wecker klingelt um 7 Uhr, aber bereits zuvor waren wir wach. Somit genügend Zeit für eine Dusche und ein geruhsames Packen der vorbereiteten Sachen. Leckere Honigtoasts wurden dann noch hineingezwungen (ich bin kein Frühstücker) und schon ging es ab zur Bahn. Früh genug in Bonn blieben noch 1 1/2h Zeit, somit konnte das Basislager noch im Büro aufgeschlagen werden, welches in 5min Distanz zum Start liegt. Die Zeit verflog dann auch recht schnell und auf dem Weg zum Ziel traf ich die anderen Starter aus dem Verein. Dank gemeinsamer Anreise und genügend Plausch im Startbereich blieb der Puls und die Aufregungen mehr als in Grenzen. Genügend Routine ist mittlerweile vorhanden.

Der Startschuss kam und ich hatte diesmal einen festen Zeitplan dabei. Meine neue persönliche Bestzeit auf 10km hätte eine Zielzeit von 3:10h bis 3:18h ausgegeben, aber ich weiß, dass ich das nicht auf die Straße bringe. Somit aber mal optimistisch auf 3:30h gesetzt, um zu schauen, wie es mir ab Kilometer 25 geht. Das Tempo war optimal und ich traf es pro Kilometer meist auf 3-8 Sekunden. Der Plan sah eine Halbmarathonzeit von 1:47h vor und ich bin um 1:46:58 diese Marke überlaufen. War eine interessante Erfahrung nach Zeitplan zu laufen, aber dieser sah zwei Steigerungen von jeweils 10 Sekunden vor, so dass mit 5:08min/Kilometer starte, aber mit 4:48min/Kilometer ins Ziel komme. Egal wie es lief, standen mir mit der Halbmarathonzeit aber alle Wünsche offen. Aufgrund reduziertem Training brauchte ich eine Zeit unter 4h um glücklich zu sein. Also ausreichend Pufferzeit, um hinternraus einzubrechen. Das hässliche an Bonn sind die zwei Runden, die Motivationstechnisch ein echtes Problem sind. Trotzdem konnte ich im Gegensatz zum letzten Jahr ein höheres Tempo auch noch hinter Kilometer 22 gehen. So ging es auf der rechten Rheinseite zur Verpflegungsstelle vor T-Mobile, wo ich noch schnell ein Gel nahm und mit zwei Bechern Wasser verspeiste. Zuviel für meinen Magen, denn dieser wollte plötzlich seine Ruhe und drückte mein Tempo. Schade, denn damit war die Zielzeit des Plans Geschichte. Aber egal. Im Vorjahr habe ich dort bereits 4 Kilometer an Krämpfen gelitten, welche immer noch im Hinterkopf schlummerten und einen ersten Blitz bereits bei Kilometer 25 durch die Wade jagte. Noch war aber alles ok und so ging es mit reduziertem Tempo zurück zur Kennedy-Brücke. Da sich wohl jeder vornimmt progressiv (erste Hälfte langsamer, als die Zweite) zu starten, es aber fast keiner macht, konnte ich trotzdem das Tempo meiner Umgebung halten und ein paar Plätze gut machen. Auch die Mütze mit Fahne (wer ihn gesehen hat, weiß was ich meine) konnte ich so einholen. Trotzdem nagte die Temperatur und Streckenlänge stärker an mir. Der Anstieg zur Brücke zerrte stark an den Muskeln. wobei ich bergauf schneller als die meisten in meinem Zeitfenster bin. Trotzdem konnte ich am Tempo nichts mehr machen und fühlte mich langsam. Ein Blick auf die Uhr zeigte aber immer noch eine Pace von 5:15min/Kilometer, was wesentlich schneller als meine bisherigen Marathons war, aber eben nicht den 4:48min/Kilometer entsprach, die im Zeitplan standen. Egal, ich war auf persönlicher Bestzeit unterwegs und jeder Kilometer, den ich dem Ziel näher kam, brachte mich dieser Leistung näher.

Am schlimmsten finde ich die Kilometer die man in Bonn an der Autobahn dreht. Die Zuschauerzahlen waren drastisch gesunken und waren nie so wirklich hoch, wenn man den Kölner Marathon gewöhnt ist. Da unten zieht sich jeder Kilometer aber wirklich in die Länge. Da haben die Streckenorganisatoren natürlich ein leichtes Spiel, aber unter einem Stadtmarathon verstehe ich eigentlich etwas anderes. So sieht man von Bonn eigentlich nur den Marktplatz und ansonsten viel Rhein. Die Wasserstellen sorgten für eine dringende Abkühlung und dienten als Erholung, denn mit viel Bechern ausgestattet, gönnte ich mir dort ein paar Gehmeter. So waren die nächsten Zwischenziele immer die Wasserstellen, wobei ich jedes Mal wieder in ein ordentliches Tempo kam und die Umlaufenden wieder einholte, die ähnlich litten wie ich.

Es kam wie es kommen musste und so machte die Wade so langsam ernst und kniff nicht nur, sondern machte bei Kilometer 38 am Posttower endgültig dicht. Der verfluchte Krampf war da, lies sich aber schnell wieder lösen. Mein Körper war dann auch so langsam am Limit und bei der kleinen Steigung danach merkte ich alle Beinmuskeln, konnte sie aber vor einem erneuten Krampf retten. Das Ziel war nah und davon konnte mich schon lange nichts mehr abbringen. Notfalls gehend, aber es lief noch. Die letzte Wasserstelle kam, an der die Bundeswehr die letzten Getränke reichte. Besser gesagt kommt noch eine Verpflegung 1km vor dem Ziel, aber das ist eher lachhaft, half aber in der Runde davor. Die Adenauerallee mit dem Büro meines vorherigen Arbeitgebers kommt näher und schon ist man fast in der City. Links rum, rechts rum und schon ist man auf Höhe der Universität. Leider ziehen sich die letzten Meter dann doch noch mal, gerade weil der Boden nicht mehr schön asphaltiert ist, sondern zum Teil aus Kopfsteinpflaster besteht (falls es nicht so ist, fühlt es sich zumindest so an). Ein Krampf beschäftigte mich seit Kilometer 41, aber er war noch laufbar. Endlich ist sie da, die Zielgerade. Ein Krampf am Oberschenkel lässt mich über die Zielgerade hüpfen. Aber das innere Biest, der Schweinehund ist wieder mal besiegt. Da, glücklich, aber vollkommen erschöpft, suche ich das Verpflegungsdorf nach einer Zeit von 3:42:04h auf. Zum Glück finde ich einen Sitzplatz, der mich die ersten Getränke verzehren lässt. Da sehe ich einen Mitstreiter aus dem Verein und mache den Fehler ihm zu folgen. Mein Körper ist aber noch nicht so weit und so bleibt es bei einer kurzen Unterhaltung, bei der ich die notwendigen Getränke und Lebensmittel sammle und mich auf den Treffpunkt vor dem Schwimmbad mache.

Dort angekommen merke ich, das weder sitzen noch stehen optimal ist. Die Massage scheint aber nicht überfüllt und so stelle ich mich dort an und eine angenehme Massage zu erhalten. Bis auf die Muskeln und die Erschöpfung ist alles super. Keine Blasen, keine Schmerzen, …

Die warme Dusche nach einer weiteren halben Stunde Erholung tat dann richtig gut, wobei mir trotz der enormen Außentemperaturen im Ziel nicht mehr warm war. Warum das Schwimmbad so leer war, zeigte dann auch der Sprung ins Wasser. Frierend mache ich mich schnell wieder auf den Weg zu den Duschen. Mein Körper vertrug die Kälte nicht mehr.

Das Leben war dann auch in den Körper zurück gekehrt und ein Blick auf die Uhr, lies uns schnell zum Bahnsteig gehen, um die Bahn nach Hause zu nehmen.

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07 Mrz 2010

Sonne, Sauerstoff, Intervalltraining

Geschrieben von um 14:29 Uhr

Die grauen Monate sind so langsam vorbei. Auch hier war es ruhig geworden, da es wenig besonderes zu berichten gab. Normale Trainingsläufe sind so interessant wie der Sack Reis in China. Zumindest wenn sie einfach passieren und auf keinem besonderen Niveau stattfinden.

Mit den heutigen Sonnenstrahlen hat sich das aber wieder geändert. Aufgestanden mit dem Verlangen zu laufen. Dabei hatte ich gestern schon eine Runde am Rhein mit guten 18km gedreht. Also eigentlich kein Grund heute unbedingt an laufen zu denken. Eigentlich wäre ich auch viel lieber aufs Rad gestiegen, aber der Schnee auf dem Dach erinnert mich daran, dass es draußen gerade mal so 0° sind. Also ideales Laufwetter, da die Wege wieder frei sind und der Sonntag ideal geeignet ist, um nicht um dunkeln Kilometer zu fressen.

Der Silvesterlauf liegt auch schon wieder Monate zurück und aufgrund eines neuen Jobs wollte ich die Konzentration erst einmal nicht auf Wettkämpfe richten. Somit sind die Anmeldungen bisher auch für die wenigstens Wettkämpfe draußen und ich entscheide lieber spontan, was Spaß macht und mich zeitlich nicht überfordert. Das Jahr steht trotzdem ganz klar im Zeichen des Triathlons und wenn ich über den Winter etwas sehr regelmäßig gemacht habe, waren das die Schwimmeinheiten. Und es zahlt sich aus. So langsam werde ich schneller und was wichtiger ist, die Ausdauer ist dramatisch gestiegen. Der Rhythmus ist da und ich freue mich auf jedes Schwimmtraining. Auch wenn ich mit traurigem Auge auf den Neoprenanzug schaue, der sich noch etwas gedulden muss.

Bald steht in Bonn der Marathon an und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob und was ich dort laufen werde. Eigentlich war ein Halbmarathon angedacht, aber das schmeckt so gut wie laufwarmer Kaffee. Es wäre keine Herausforderung und ein weiterer Lauf, den man abhakt. Aufgrund der Teilnehmerzahl bestimmt keine Bestzeit und da ich aufgrund mangelnder Wettkämpfe noch nicht weiß wo ich stehe, wäre es doch viel interessanter den Marathon zu bezwingen. Sich zu zeigen, dass es möglich ist, zu kämpfen, an die Limits zu gehen. Leider will ich dafür nicht so viel Zeit opfern und verzichte im Moment noch eine Anmeldung, habe aber das Lauftraining etwas angezogen. Nein, sicherlich wäre ich nicht perfekt vorbereitet, aber die Grundkondition ist da. Und um irgendwie über die Strecke zu kommen, wird es so oder so reichen. Waren jetzt eine Stunde pro Tag opfern, um dann festzustellen, dass es in der Endzeit fast nichts gebracht hat. Immerhin steht bald auch noch Radtraining an, was ich für das Trainingslager im Mai dringend brauche. Kurz: ich will den Marathon, aber nicht zu dem Preis. Dann lieber ohne persönliche Bestzeit, da eine dramatische Steigerung nicht zu erwarten ist. Die Stimmung dort genießen und wissen, dass man es sich selber wieder gezeigt hat.

Heute aber geriet dies alles in Vergessenheit. Eigentlich war ein gemeinsamer Lauf geplant, der dann aber doch zum Single-Lauf wurde. Die Luft war zwar kalt, aber nicht mehr stechend, die Wege frei und 50% aller Läufer hatten sich das Gleiche gedacht und waren unterwegs. Also nach langer Zeit mal wieder richtig voll im Blücherpark. Aber erst mal eintraben und schauen, wonach es sich anfühlt. Kein Plan, erst recht kein Trainingsplan. Allerdings weiß ich, dass monotone Läufe bei mir eh keinerlei Trainingserfolg bringen. Somit entweder einfach nur genießen oder was spannendes einbauen. Nach dem ersten Kilometer war klar, dass es rund läuft. Mit schnellem Schritt zeigt ein Blick auf die Uhr einen Schnitt von 5min pro Kilometer ohne am Limit zu sein. Es geht eine Steigung einer Brücke rauf und die Muskeln schreien nach Bewegung. Gut, sollen sie bekommen. Die Kette an Läufern eignet sich gut als Orientierung, auch wenn sie heute als Statisten herhalten müssen. Die einigermaßen regelmäßig gesammelten Kilometer der letzten Monate zahlen sich aus und der Körper ist fit für die Saison. Nach dem Start lege ich mir den Plan für den Lauf bereit und baue auf meiner Hausrunde in Bilderstöckchen intensive Tempointervalle ein. Normalerweise mit einem schnellen 4.30min Schnitt bis 4min Schnitt zeigte ein Blick auf die Uhr, dass ich noch schneller unterwegs war. Der Schritt ist stark und zeigt vermutlich die intensive Arbeit am Rumpfapparat. Trotz Endbeschleunigung gestern wollen die Beine mehr, mehr Tempo, längere Sprints und noch mehr Geschwindigkeit. Alles spielt mit, keine Schmerzen, keine Atemlosigkeit, einfach Laufen, pur, klar, tief, schnell. Die kalte und unglaublich frische Luft tut ihren Teil dazu und lässt den Sauerstoff bis tief in die Lunge fließen. Die Ruhepausen zwischen den Sprints fliegen mit einem lockeren Schnitt von 5min/km vorbei. Noch immer kann ich es kaum glauben, denn noch vor wenigen Wochen, war an ein richtig schnelles Tempo nicht zu denken. Wo ist die nächste Brücke, das nächste gerade Stück, die nächsten Läufer in der Ferne? Fast schon spielerisch spule ich das Training herunter und es macht Spaß und Lust auf mehr. Ich habe wieder Blut geleckt und trete an meine Grenzen auszutesten und zu überschreiten. Noch zwei Runden im Park, davon jeweils ein Drittel im Sprint bevor die 9km Marke überschritten wird. Ausruhen kann man immer noch, also auf dem letzten Kilometer noch mal alles geben und versuchen die Anzeige unter einen 4er Schnitt zu drücken. 200m Ruhe, um die letzten 300m durchzusprinten. Geschafft, glücklich und voller Energie stehe ich vor der Tür.

Warum ich laufe? Genau deswegen.

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