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25 Apr 2010

Kill the beast – Bonn Marathon

Geschrieben von um 20:05 Uhr

Das Wetter verhieß nichts gutes. Im Februar mit den langen Läufen gestartet, war es alles andere als warm. Auf Glatteis und dick angezogen wurden die ersten Grundlagen für den Marathon gesetzt. Eigentlich wäre ich ja im Frühjahr keinen Marathon gelaufen, aber meine Laufpartnerin die mich zum Bonner Halbmarathon motivierte fiel aus und Stimmen im Verein kamen auf, die den Marathon anpriesen. Es wäre ja auch ein echter Rückschritt gewesen, in Bonn wieder nur den Halbmarathon, wie im Jahr 2008 zu laufen. Vermutlich mehr als ironisch, aber so ein Marathon lockt schon.

Voraussetzung für den Marathon war ein reduziertes Training zu den bisherigen Starts, denn mit neuem Job und Triathlon im Hinterkopf, blieb keine Zeit für 6-9h Lauftraining. Nach dem ersten Training war ich recht schnell wieder auf längeren Distanzen unterwegs und nachdem im März alles gut lief, folgte dann auch die Anmeldung für den Bonn Marathon.

Der Wecker klingelt um 7 Uhr, aber bereits zuvor waren wir wach. Somit genügend Zeit für eine Dusche und ein geruhsames Packen der vorbereiteten Sachen. Leckere Honigtoasts wurden dann noch hineingezwungen (ich bin kein Frühstücker) und schon ging es ab zur Bahn. Früh genug in Bonn blieben noch 1 1/2h Zeit, somit konnte das Basislager noch im Büro aufgeschlagen werden, welches in 5min Distanz zum Start liegt. Die Zeit verflog dann auch recht schnell und auf dem Weg zum Ziel traf ich die anderen Starter aus dem Verein. Dank gemeinsamer Anreise und genügend Plausch im Startbereich blieb der Puls und die Aufregungen mehr als in Grenzen. Genügend Routine ist mittlerweile vorhanden.

Der Startschuss kam und ich hatte diesmal einen festen Zeitplan dabei. Meine neue persönliche Bestzeit auf 10km hätte eine Zielzeit von 3:10h bis 3:18h ausgegeben, aber ich weiß, dass ich das nicht auf die Straße bringe. Somit aber mal optimistisch auf 3:30h gesetzt, um zu schauen, wie es mir ab Kilometer 25 geht. Das Tempo war optimal und ich traf es pro Kilometer meist auf 3-8 Sekunden. Der Plan sah eine Halbmarathonzeit von 1:47h vor und ich bin um 1:46:58 diese Marke überlaufen. War eine interessante Erfahrung nach Zeitplan zu laufen, aber dieser sah zwei Steigerungen von jeweils 10 Sekunden vor, so dass mit 5:08min/Kilometer starte, aber mit 4:48min/Kilometer ins Ziel komme. Egal wie es lief, standen mir mit der Halbmarathonzeit aber alle Wünsche offen. Aufgrund reduziertem Training brauchte ich eine Zeit unter 4h um glücklich zu sein. Also ausreichend Pufferzeit, um hinternraus einzubrechen. Das hässliche an Bonn sind die zwei Runden, die Motivationstechnisch ein echtes Problem sind. Trotzdem konnte ich im Gegensatz zum letzten Jahr ein höheres Tempo auch noch hinter Kilometer 22 gehen. So ging es auf der rechten Rheinseite zur Verpflegungsstelle vor T-Mobile, wo ich noch schnell ein Gel nahm und mit zwei Bechern Wasser verspeiste. Zuviel für meinen Magen, denn dieser wollte plötzlich seine Ruhe und drückte mein Tempo. Schade, denn damit war die Zielzeit des Plans Geschichte. Aber egal. Im Vorjahr habe ich dort bereits 4 Kilometer an Krämpfen gelitten, welche immer noch im Hinterkopf schlummerten und einen ersten Blitz bereits bei Kilometer 25 durch die Wade jagte. Noch war aber alles ok und so ging es mit reduziertem Tempo zurück zur Kennedy-Brücke. Da sich wohl jeder vornimmt progressiv (erste Hälfte langsamer, als die Zweite) zu starten, es aber fast keiner macht, konnte ich trotzdem das Tempo meiner Umgebung halten und ein paar Plätze gut machen. Auch die Mütze mit Fahne (wer ihn gesehen hat, weiß was ich meine) konnte ich so einholen. Trotzdem nagte die Temperatur und Streckenlänge stärker an mir. Der Anstieg zur Brücke zerrte stark an den Muskeln. wobei ich bergauf schneller als die meisten in meinem Zeitfenster bin. Trotzdem konnte ich am Tempo nichts mehr machen und fühlte mich langsam. Ein Blick auf die Uhr zeigte aber immer noch eine Pace von 5:15min/Kilometer, was wesentlich schneller als meine bisherigen Marathons war, aber eben nicht den 4:48min/Kilometer entsprach, die im Zeitplan standen. Egal, ich war auf persönlicher Bestzeit unterwegs und jeder Kilometer, den ich dem Ziel näher kam, brachte mich dieser Leistung näher.

Am schlimmsten finde ich die Kilometer die man in Bonn an der Autobahn dreht. Die Zuschauerzahlen waren drastisch gesunken und waren nie so wirklich hoch, wenn man den Kölner Marathon gewöhnt ist. Da unten zieht sich jeder Kilometer aber wirklich in die Länge. Da haben die Streckenorganisatoren natürlich ein leichtes Spiel, aber unter einem Stadtmarathon verstehe ich eigentlich etwas anderes. So sieht man von Bonn eigentlich nur den Marktplatz und ansonsten viel Rhein. Die Wasserstellen sorgten für eine dringende Abkühlung und dienten als Erholung, denn mit viel Bechern ausgestattet, gönnte ich mir dort ein paar Gehmeter. So waren die nächsten Zwischenziele immer die Wasserstellen, wobei ich jedes Mal wieder in ein ordentliches Tempo kam und die Umlaufenden wieder einholte, die ähnlich litten wie ich.

Es kam wie es kommen musste und so machte die Wade so langsam ernst und kniff nicht nur, sondern machte bei Kilometer 38 am Posttower endgültig dicht. Der verfluchte Krampf war da, lies sich aber schnell wieder lösen. Mein Körper war dann auch so langsam am Limit und bei der kleinen Steigung danach merkte ich alle Beinmuskeln, konnte sie aber vor einem erneuten Krampf retten. Das Ziel war nah und davon konnte mich schon lange nichts mehr abbringen. Notfalls gehend, aber es lief noch. Die letzte Wasserstelle kam, an der die Bundeswehr die letzten Getränke reichte. Besser gesagt kommt noch eine Verpflegung 1km vor dem Ziel, aber das ist eher lachhaft, half aber in der Runde davor. Die Adenauerallee mit dem Büro meines vorherigen Arbeitgebers kommt näher und schon ist man fast in der City. Links rum, rechts rum und schon ist man auf Höhe der Universität. Leider ziehen sich die letzten Meter dann doch noch mal, gerade weil der Boden nicht mehr schön asphaltiert ist, sondern zum Teil aus Kopfsteinpflaster besteht (falls es nicht so ist, fühlt es sich zumindest so an). Ein Krampf beschäftigte mich seit Kilometer 41, aber er war noch laufbar. Endlich ist sie da, die Zielgerade. Ein Krampf am Oberschenkel lässt mich über die Zielgerade hüpfen. Aber das innere Biest, der Schweinehund ist wieder mal besiegt. Da, glücklich, aber vollkommen erschöpft, suche ich das Verpflegungsdorf nach einer Zeit von 3:42:04h auf. Zum Glück finde ich einen Sitzplatz, der mich die ersten Getränke verzehren lässt. Da sehe ich einen Mitstreiter aus dem Verein und mache den Fehler ihm zu folgen. Mein Körper ist aber noch nicht so weit und so bleibt es bei einer kurzen Unterhaltung, bei der ich die notwendigen Getränke und Lebensmittel sammle und mich auf den Treffpunkt vor dem Schwimmbad mache.

Dort angekommen merke ich, das weder sitzen noch stehen optimal ist. Die Massage scheint aber nicht überfüllt und so stelle ich mich dort an und eine angenehme Massage zu erhalten. Bis auf die Muskeln und die Erschöpfung ist alles super. Keine Blasen, keine Schmerzen, …

Die warme Dusche nach einer weiteren halben Stunde Erholung tat dann richtig gut, wobei mir trotz der enormen Außentemperaturen im Ziel nicht mehr warm war. Warum das Schwimmbad so leer war, zeigte dann auch der Sprung ins Wasser. Frierend mache ich mich schnell wieder auf den Weg zu den Duschen. Mein Körper vertrug die Kälte nicht mehr.

Das Leben war dann auch in den Körper zurück gekehrt und ein Blick auf die Uhr, lies uns schnell zum Bahnsteig gehen, um die Bahn nach Hause zu nehmen.

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05 Apr 2010

Old school baby – Osterlauf Ofden

Geschrieben von um 19:14 Uhr

Start

Heimatbesuch in Ofden und die Packliste füllt fast schon den ganzen Wagen. Dazu kommt, dass der erste Wettkampf im Jahr 2010 ansteht. Der Osterlauf in Ofden. Bisher immer im gleichen Wettkampfshirt gestartet, überlege ich, ob ich das traditionelle Shirt nehme oder doch ein anderes Shirt zersteche.

Zwei Stunden später sitze ich im Wagen und auf der halben Strecke erscheint es vor mir: die T-Shirt-Auswahl war noch ohne Ergebnis. Ich hatte schlicht und einfach vergessen ein Laufshirt einzupacken. Wird sich schon eine Lösung finden dachte ich mir. Bei meinem Vater angekommen ein altes Laufshirt rausgekramt und was habe ich in der Hand? Silvesterlauf 2001, der Anfang aller Wettkämpfe. Wow, das hat Tradition trotz Baumwolle. Bei 10 Kilometern auch schon fast egal, da man andere Probleme als ein nasses T-Shirt hat. Die Trainingszeiten sahen hervorragend aus und so sollte heute die neue persönliche Bestzeit fallen. Letztes Jahr bereits beim Ofdener Osterlauf des Lauftreffs Alsdorf-Ost gestartet, habe ich auf jeden Fall eine Referenzzeit, gegen die ich laufen konnte.

Aufwärmen

Aufwärmen die Zweite

Früh morgens nachgemeldet um einen frischen aber herrlichen Morgen mit Sonnenschein zu erleben. Danach die üblichen Rituale, die sich mit leichtem Frühstück und peinlichst genauem Ablauf bemerkbar machen. Zeitlich alles super und 3 Laufminuten vom Start entfernt sein Basislager zu haben, ist mehr als praktisch.

Am Start neben Familie schon einige bekannte Gesichter wieder erkannt, Reihe ich mich diesmal weiter vorne als gewöhnlich ein. Schließlich sollte die Endzeit nicht so schlecht werden, was mit der dritten Startreihe ganz passabel klappte. Der Startschuss ging los und die Beute rannte. Die Startposition war gut gewählt und so waren nur die ersten 10 Meter anlaufen, um danach schon im richtigen Tempo unterwegs zu sein. Oft startet man zu weit hinten oder langsame Läufer stehen zu weit vorne, was zu kraftraubenden Überholvorgängen führt. Heute war alles super, wobei noch ein paar Läufer an mir vorbei zogen. Da der Lauf aber nicht 1000m, sondern 10000m lang ist und einige Steigungen haben sollte, war mir das recht egal. Ich konnte ein gutes Tempo gehen ohne zu überpacen. An der Berufsschule vorbei ging es dann durch den Wald in Richtung Kellersberger Schlucht. Die erste Stunde der Wahrheit, denn der Anstieg war mir von früher in guter Erinnerung. Der Berg flog nur so vorbei und ein kleiner Blick zur Uhr zeigte ein Tempo von 4:30min/Kilometer, was schon verdammt schnell war. Somit konnte ich auch gleich ein paar Läufer hinter mir lassen und an den Bahngleisen in Richtung Mariadorf versuchen, nicht an Tempo zu verlieren. Gar nicht so einfach und definitiv etwas, was ich noch üben muss. Mir liegt ein welliger Kurs immer besser, da ich auf grader Strecke nie so wirklich schnell bin. Immerhin halte ich das Tempo der Läufer um mich herum, kann aber die Anzeige nicht auf eine Pace von 4min/Kilometer drücken. Am Sportplatz in Mariadorf geht es dann zu den Seen herunter, wo ich dank am Kölner Herkulsberg trainiertem Laufschritt etliche Plätze gut mache. Unten erwartet mich dann eine Hundehalterin, die sich von über 300 Läufern nicht beirren lässt und ihren Hund mitten auf dem Weg rumtrotten lässt. Ein “Vorsicht” wird natürlich mit einem bösen “Ebenso Vorsicht” retourniert, was zu einem weiteren Adrenalinanstoss führte. Wenn 300 Läufer in vollem Lauf vorbeiziehen, ist es doch wohl für die Gesundheit der Läufer und des Hundes vernünftig, diesen zumindest an die Leine zu nehmen.

Am Bauernhof gibt es eine Erfrischung, die mich erst einmal aus Atmung und tritt bringt und somit wohl besser ausgelassen worden wäre. Selber Schuld, genügend Erfahrung sollte ich ja mittlerweile haben. Am folgenden Berg komme ich gut ins Atmen und muss auf der Geraden echt wieder dran ziehen. Ein Läufer sitzt mir im Nacken und sorgt dafür, dass ich zumindest mein Tempo hochhalten kann. Erst hinter der Kellersberger Mühle zieht er vorbei. Dort merke ich die Anstrengungen schon sehr gut und kann dem Tempo nicht ganz folgen. Ein Blick auf die Laufuhr zeigt aber Pulswerte, die locker um 5 Schläge höher sein könnten. Irgendwie bekomme ich die Power aber nicht aktiviert und muss mich mit einer Pace um die 4:15min/Kilometer zufrieden geben. Mit Blick auf die B57 habe ich einen Läufer vor mir, an dem ich auf der Theodor-Seipp Straße noch vorbei ziehe. Leider sind die nächsten Läufer zu sehr entfernt, um noch eine Chance haben, dort heran zu kommen. Am Kiosk wird ein Läufer hinter mir laut angefeuert, was auch mich dazu antreibt noch einen Schritt zuzulegen. Leider bleibt mir aufgrund des Tempos ein Blick in die Zuschauer verwehrt, zwischen denen sich auch meine Eltern befanden.

Im Wald

Laufuhr-Daten des Bildes

Völlig außer Atem gehe ich ein paar Schritte, um natürlich zu spät den Stop-Knopf meiner persönlichen Zeitmessung zu drücken. Ein Blick darauf zeigt 41:15min und folgend ein breites Grinsen im Gesicht. Ich hoffe die offizielle Zeit bestätigt dies auch, lässt aber noch auf sich warten. Somit sollte ich sehr nah an den 41 Minuten sein, was eine Steigerung bei einer flacheren Strecke auf Sub40 möglich werden lässt. Immerhin habe ich dieses Jahr kein wirkliches Tempotraining absolviert, aber das Training des Köln Marathon mit Sabrina Mockenhaupt ist schon mal angemeldet.

Ein ganz großes Dank geht an Dominik, der mit seiner Kamera wirklich fantastische Bilder gemacht hat.

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