Ein unverplanter Abend nach der Zeitumstellung lud zum Trainingslauf ein. Nach der Arbeit noch kurz in der Stadt gewesen, ist es herrlich wieder im Hellen spät unterwegs zu sein. Am Montag steht der Osterlauf in Ofden an und somit musste neben den langen Läufen am Wochenende mal etwas Tempo her. Meine neuen Laufschuhe Scott T2C sollten schon mal für Tempo stehen, aber erst mal stand etwas langsameres Einlaufen an. Leider habe ich es nie geschafft, wirkliches Einlaufen zu praktizieren und somit zählt die Zeit ab der Haustür. Die Schritte sind weit und die Laufschuhe wirklich ein Traum, da unglaublich leicht und ideal für Bestzeiten geeignet. Der Regen wird stärker und ist verdammt kalt. Mit kurzer Hose merkt man die kalten Pfützen an die Waden spritzen. Aber es macht Laune. Also schon nach 500m das Tempo angezogen und in leichten Schritten durch Bilderstöckchen, um an der Grünfläche schon beim Lauftempo angekommen zu sein. Ein Blick auf die Laufuhr zeigt ein Tempo von 4:30min/km und ich bin noch nicht am Limit. Wie wäre es mal im Training die 45min Marke zu knacken, schießt es mir in den Kopf. Kurz gerechnet und die Brücke im schnellen Schritt runter. Mal sehen, ob man unter 4:30 bleiben kann und siehe da, die Uhr geht streckenweise auf unter 4:10min/km. Dranbleiben denke ich mir, das könnte aufgehen. Die hintere Runde vor der Autobahn A1 packe ich locker im schnellen Tempo und danach geht es rüber zum Blücherpark, wo noch 1 1/2 Runden bevorstehen. Das Tempo sinkt, bleibt aber noch unter 4:30min/km. Zuvor habe ich die 5km Marke mit 22:30min absolviert und somit sollte es ohne Einbruch locker ausgehen. Langsam tauchen noch ein paar Jogger auf, da es mittlerweile aufgehört hat zu regnen und nur noch Pfützen übrig sind. In der ersten Runde suche ich mir noch trockene Stellen, um mich in der zweiten Runde voll auf das Tempo zu konzentrieren. Der Puls ist hoch, aber noch nicht der Rennpuls, da sind 10 Schläge mehr erlaubt.
Der 9. Kilometer und die Uhr steht bei 40min, was ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Vorbei an den Tennisplätzen geht es zurück nach Hause, um am Parkgürtel die 10km zu durchbrechen. Viel schneller geht nicht mehr, aber es läuft weiterhin. 9,56km… 9,78km… 9,82km… die Puste ist am Limit, 9,96… 10km und laut GPS 44:12min.
Wow, damit hätte ich eigentlich nicht gerechnet. Also nicht vor diesem Lauf. Schaue ich zurück auf meine offiziellen Laufzeiten, so war dieser Lauf im Tempo der 10km Wettkämpfe aus dem letzten Jahr. Die Trainingszeiten lagen dort auch ca. 5min höher. Ich bin unglaublich gespannt auf Montag und nehme so langsam die Sub40 in Angriff. Allerdings habe ich bisher kein echtes Tempotraining gemacht, da es Richtung Marathon geht und im Winter keine Laufbahn zur Verfügung stand. Montag will ich unter 42min laufen und vielleicht steht ja eine 40 vorne. Mehr glaube ich nicht, aber wer weiß.
Das kontinuierliche Training macht sich bezahlt und das Abspecken für die Saison war mit 6 Kilogramm Winterspeck auch erfolgreich. Ich bin damit leichter als in den Vorjahren und fühle mich wesentlich fitter. Dank Triathlontraining ist auch die gesamte Körperspannung gestiegen, was auch noch mal weitere Reize gebracht hat.
Ich bin heiß auf Montag, um zu sehen, was die Saison bringen kann.

