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31 Mrz 2010

Rumble in the Bilderstöckchen-Jungle

Geschrieben von simon.tiffert um 21:10 Uhr

Ein unverplanter Abend nach der Zeitumstellung lud zum Trainingslauf ein. Nach der Arbeit noch kurz in der Stadt gewesen, ist es herrlich wieder im Hellen spät unterwegs zu sein. Am Montag steht der Osterlauf in Ofden an und somit musste neben den langen Läufen am Wochenende mal etwas Tempo her. Meine neuen Laufschuhe Scott T2C sollten schon mal für Tempo stehen, aber erst mal stand etwas langsameres Einlaufen an. Leider habe ich es nie geschafft, wirkliches Einlaufen zu praktizieren und somit zählt die Zeit ab der Haustür. Die Schritte sind weit und die Laufschuhe wirklich ein Traum, da unglaublich leicht und ideal für Bestzeiten geeignet. Der Regen wird stärker und ist verdammt kalt. Mit kurzer Hose merkt man die kalten Pfützen an die Waden spritzen. Aber es macht Laune. Also schon nach 500m das Tempo angezogen und in leichten Schritten durch Bilderstöckchen, um an der Grünfläche schon beim Lauftempo angekommen zu sein. Ein Blick auf die Laufuhr zeigt ein Tempo von 4:30min/km und ich bin noch nicht am Limit. Wie wäre es mal im Training die 45min Marke zu knacken, schießt es mir in den Kopf. Kurz gerechnet und die Brücke im schnellen Schritt runter. Mal sehen, ob man unter 4:30 bleiben kann und siehe da, die Uhr geht streckenweise auf unter 4:10min/km. Dranbleiben denke ich mir, das könnte aufgehen. Die hintere Runde vor der Autobahn A1 packe ich locker im schnellen Tempo und danach geht es rüber zum Blücherpark, wo noch 1 1/2 Runden bevorstehen. Das Tempo sinkt, bleibt aber noch unter 4:30min/km. Zuvor habe ich die 5km Marke mit 22:30min absolviert und somit sollte es ohne Einbruch locker ausgehen. Langsam tauchen noch ein paar Jogger auf, da es mittlerweile aufgehört hat zu regnen und nur noch Pfützen übrig sind. In der ersten Runde suche ich mir noch trockene Stellen, um mich in der zweiten Runde voll auf das Tempo zu konzentrieren. Der Puls ist hoch, aber noch nicht der Rennpuls, da sind 10 Schläge mehr erlaubt.

Der 9. Kilometer und die Uhr steht bei 40min, was ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Vorbei an den Tennisplätzen geht es zurück nach Hause, um am Parkgürtel die 10km zu durchbrechen. Viel schneller geht nicht mehr, aber es läuft weiterhin. 9,56km… 9,78km… 9,82km… die Puste ist am Limit, 9,96… 10km und laut GPS 44:12min.

Wow, damit hätte ich eigentlich nicht gerechnet. Also nicht vor diesem Lauf. Schaue ich zurück auf meine offiziellen Laufzeiten, so war dieser Lauf im Tempo der 10km Wettkämpfe aus dem letzten Jahr. Die Trainingszeiten lagen dort auch ca. 5min höher. Ich bin unglaublich gespannt auf Montag und nehme so langsam die Sub40 in Angriff. Allerdings habe ich bisher kein echtes Tempotraining gemacht, da es Richtung Marathon geht und im Winter keine Laufbahn zur Verfügung stand. Montag will ich unter 42min laufen und vielleicht steht ja eine 40 vorne. Mehr glaube ich nicht, aber wer weiß.

Das kontinuierliche Training macht sich bezahlt und das Abspecken für die Saison war mit 6 Kilogramm Winterspeck auch erfolgreich. Ich bin damit leichter als in den Vorjahren und fühle mich wesentlich fitter. Dank Triathlontraining ist auch die gesamte Körperspannung gestiegen, was auch noch mal weitere Reize gebracht hat.

Ich bin heiß auf Montag, um zu sehen, was die Saison bringen kann.

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07 Mrz 2010

Sonne, Sauerstoff, Intervalltraining

Geschrieben von Simon um 14:29 Uhr

Die grauen Monate sind so langsam vorbei. Auch hier war es ruhig geworden, da es wenig besonderes zu berichten gab. Normale Trainingsläufe sind so interessant wie der Sack Reis in China. Zumindest wenn sie einfach passieren und auf keinem besonderen Niveau stattfinden.

Mit den heutigen Sonnenstrahlen hat sich das aber wieder geändert. Aufgestanden mit dem Verlangen zu laufen. Dabei hatte ich gestern schon eine Runde am Rhein mit guten 18km gedreht. Also eigentlich kein Grund heute unbedingt an laufen zu denken. Eigentlich wäre ich auch viel lieber aufs Rad gestiegen, aber der Schnee auf dem Dach erinnert mich daran, dass es draußen gerade mal so 0° sind. Also ideales Laufwetter, da die Wege wieder frei sind und der Sonntag ideal geeignet ist, um nicht um dunkeln Kilometer zu fressen.

Der Silvesterlauf liegt auch schon wieder Monate zurück und aufgrund eines neuen Jobs wollte ich die Konzentration erst einmal nicht auf Wettkämpfe richten. Somit sind die Anmeldungen bisher auch für die wenigstens Wettkämpfe draußen und ich entscheide lieber spontan, was Spaß macht und mich zeitlich nicht überfordert. Das Jahr steht trotzdem ganz klar im Zeichen des Triathlons und wenn ich über den Winter etwas sehr regelmäßig gemacht habe, waren das die Schwimmeinheiten. Und es zahlt sich aus. So langsam werde ich schneller und was wichtiger ist, die Ausdauer ist dramatisch gestiegen. Der Rhythmus ist da und ich freue mich auf jedes Schwimmtraining. Auch wenn ich mit traurigem Auge auf den Neoprenanzug schaue, der sich noch etwas gedulden muss.

Bald steht in Bonn der Marathon an und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob und was ich dort laufen werde. Eigentlich war ein Halbmarathon angedacht, aber das schmeckt so gut wie laufwarmer Kaffee. Es wäre keine Herausforderung und ein weiterer Lauf, den man abhakt. Aufgrund der Teilnehmerzahl bestimmt keine Bestzeit und da ich aufgrund mangelnder Wettkämpfe noch nicht weiß wo ich stehe, wäre es doch viel interessanter den Marathon zu bezwingen. Sich zu zeigen, dass es möglich ist, zu kämpfen, an die Limits zu gehen. Leider will ich dafür nicht so viel Zeit opfern und verzichte im Moment noch eine Anmeldung, habe aber das Lauftraining etwas angezogen. Nein, sicherlich wäre ich nicht perfekt vorbereitet, aber die Grundkondition ist da. Und um irgendwie über die Strecke zu kommen, wird es so oder so reichen. Waren jetzt eine Stunde pro Tag opfern, um dann festzustellen, dass es in der Endzeit fast nichts gebracht hat. Immerhin steht bald auch noch Radtraining an, was ich für das Trainingslager im Mai dringend brauche. Kurz: ich will den Marathon, aber nicht zu dem Preis. Dann lieber ohne persönliche Bestzeit, da eine dramatische Steigerung nicht zu erwarten ist. Die Stimmung dort genießen und wissen, dass man es sich selber wieder gezeigt hat.

Heute aber geriet dies alles in Vergessenheit. Eigentlich war ein gemeinsamer Lauf geplant, der dann aber doch zum Single-Lauf wurde. Die Luft war zwar kalt, aber nicht mehr stechend, die Wege frei und 50% aller Läufer hatten sich das Gleiche gedacht und waren unterwegs. Also nach langer Zeit mal wieder richtig voll im Blücherpark. Aber erst mal eintraben und schauen, wonach es sich anfühlt. Kein Plan, erst recht kein Trainingsplan. Allerdings weiß ich, dass monotone Läufe bei mir eh keinerlei Trainingserfolg bringen. Somit entweder einfach nur genießen oder was spannendes einbauen. Nach dem ersten Kilometer war klar, dass es rund läuft. Mit schnellem Schritt zeigt ein Blick auf die Uhr einen Schnitt von 5min pro Kilometer ohne am Limit zu sein. Es geht eine Steigung einer Brücke rauf und die Muskeln schreien nach Bewegung. Gut, sollen sie bekommen. Die Kette an Läufern eignet sich gut als Orientierung, auch wenn sie heute als Statisten herhalten müssen. Die einigermaßen regelmäßig gesammelten Kilometer der letzten Monate zahlen sich aus und der Körper ist fit für die Saison. Nach dem Start lege ich mir den Plan für den Lauf bereit und baue auf meiner Hausrunde in Bilderstöckchen intensive Tempointervalle ein. Normalerweise mit einem schnellen 4.30min Schnitt bis 4min Schnitt zeigte ein Blick auf die Uhr, dass ich noch schneller unterwegs war. Der Schritt ist stark und zeigt vermutlich die intensive Arbeit am Rumpfapparat. Trotz Endbeschleunigung gestern wollen die Beine mehr, mehr Tempo, längere Sprints und noch mehr Geschwindigkeit. Alles spielt mit, keine Schmerzen, keine Atemlosigkeit, einfach Laufen, pur, klar, tief, schnell. Die kalte und unglaublich frische Luft tut ihren Teil dazu und lässt den Sauerstoff bis tief in die Lunge fließen. Die Ruhepausen zwischen den Sprints fliegen mit einem lockeren Schnitt von 5min/km vorbei. Noch immer kann ich es kaum glauben, denn noch vor wenigen Wochen, war an ein richtig schnelles Tempo nicht zu denken. Wo ist die nächste Brücke, das nächste gerade Stück, die nächsten Läufer in der Ferne? Fast schon spielerisch spule ich das Training herunter und es macht Spaß und Lust auf mehr. Ich habe wieder Blut geleckt und trete an meine Grenzen auszutesten und zu überschreiten. Noch zwei Runden im Park, davon jeweils ein Drittel im Sprint bevor die 9km Marke überschritten wird. Ausruhen kann man immer noch, also auf dem letzten Kilometer noch mal alles geben und versuchen die Anzeige unter einen 4er Schnitt zu drücken. 200m Ruhe, um die letzten 300m durchzusprinten. Geschafft, glücklich und voller Energie stehe ich vor der Tür.

Warum ich laufe? Genau deswegen.

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