Ich habe es getan. Lange mit anderen System herumgedoktert, um mir jetzt doch einen GPS gestützten Laufcomputer mit Herzfrequenzmessung zu holen.
Bisher:
- Nike Plus mit iPod Nano (unzuverlässig geworden) und keine Herzfrequenzmessung
- Polar Uhr für Herzfrequenzmessung (nicht digital und somit von anderen Uhren und Strommasten beeinflusst)
- iPhone Laufprogramme (zu sensibel, schwer und unpraktisch für Läufe. Der Versuch war nett, aber praktisch ist anders)
- manuelle Pflege (mache ich drei Mal und danach nie wieder)
Eigentlich könnte ich die Schuld auf meine Laufpartnerin schieben, aber das wäre sehr unfair. Einerseits bringt das gemeinsame Laufen im Moment unglaubliche Motivation und andererseits kann sie nichts dafür, dass mein analoges Polar-System mit ihrem digitalen Polar-System kollidiert. Bei großen Läufen habe ich regelmäßig das Problem, aber da man nicht dauerhaft neben Personen mit kollidierendem System läuft, reicht es mir aus, alle paar Minuten mal einen Wert zu sehen. Nicht toll, aber rein für die Herzfrequenzmessung vollkommen ausreichend. Das meiste ist mittlerweile eh gefühlt und große Abweichungen stecken nicht drin. Die letzten Wochen (Monate) waren eher von Training nach Lust am Wochenende geprägt. Sicherlich kam ich auch so auf um die 100km im Monat, aber eine kontinuierliche Aufzeichnung ist von keiner großen Relevanz. Jetzt wo es auf Marathonläufe zugeht, sollte man seinen Umfang aber doch genauer beobachten und ein Fortschritt lässt sich ohne Messung auch schlecht vollziehen.
Also musste ein neues System her. Mein Nike Plus System nervte. Ausfälle nach einigen Kilometern waren schlecht nachzuvollziehen und das letzte was einem fehlt ist ein Aussetzen während des Laufens. Ich will laufen und keine Technikprobleme haben.
Angefangen bei einer digitalen Beurer Pulsuhr, ging die Suche dann weiter zu Polar, zurück zu Beurer, zum Forerunner 405, 305, 205, zur Polar, …
Okay, bei dem vorraussichtlichen Umfang von vielleicht 2000 Laufkilometern in 2009 kann man sich auch gleich ein System mit Streckenmessung holen. Bei dem Nike Plus System hatte ich einen Fußsensor (Footpod). Das System hat den Vorteil, dass es kein Signal von Satelliten empfangen muss und somit auch im dichten Wald und Tunneln funktioniert. Es gibt aber auch Nachteile. Ein Footpod muss kalibriert werden. Diese Kalibrierung bindet ihn an einen Laufschuh und eine Laufart. Zumindest waren die Abweichungen enorm, sobald ich das Schuhmodell wechselte oder Tempoläufe machte. Was bringt mir dann eine Streckenmessung, wenn ich auf Leistung trainiere und plötzlich weniger Strecke habe. Kurzum, ich bin ein etwas gebranntes Kind, wenn es um Footpods geht. Im Hinblick auf den Triathlon wäre auch eine Gesamtmessung gut. Im Wasser gibt es kein funktionierendes System außer einer Stoppuhr. Dafür habe ich mir eine Timex Ironman zugelegt, um die Bahnanzahl im Becken besser zu tracken. Für das Radfahren hat zwar jeder Hersteller Sensoren, aber so ein Komplettset schlägt dann je nach Uhr schon mal mit 500€ zu Buche. Solange ich noch kein 4000€ Karbonrennrad habe, empfinde ich eine solche Ausgabe, doch für etwas überteuert. Mit einem GPS gestützen System habe ich dann auch die Möglichkeit den eigentlichen Laufcomputer zur vollständigen Aufzeichnung, von Strecke, Geschwindigkeit und Herzfrequenz zu nutzen.
Da die GPS-Systeme von Suunto und Polar keinen so gut Ruf haben und sich die Hersteller auch eher auf Footpods eingeschossen haben, bleibt der Garmin Forerunner. Zwischenzeitlich hatte ich von abenteuerlichen Messungen in Städten und im Wald gelesen und hatte den GPS Gedanken verworfen. Bei intensiver Suche gibt es aber sehr viel zufriedene Läufer, die auch z.B. beim Köln Marathon annehmbare Abweichungen hatten. Bei weiterer Recherche wollte ich dann noch herausfinden, welches Modell es werden sollte. Da ich meinen Windows-Rechner immer mehr ausrangiere und mein Macbook liebe, war die Unterstützung für den Mac recht wichtig. Die neue und kleinere Forerunner 405 war bisher auf dem Mac nicht untertützt. Zudem hat sie in Batterielaufzeit, Anzeige und Bedienung ein paar Schwachpunkte, die bei der Forerunner 305 besser sind. Nicht zuletzt gibt der Preis den Ton an und rund 100€ Unterschied sind dann doch ein schlagkräftiges Argument. Bevor ich weitere Wochen mit der Erkundung verbringe, habe ich ihn diese Woche bestellt.
Erste Eindrücke:
- groß, aber das wußte ich
- gut ablesbar
- komplettes Zubehör, inklusive Dock für die Uhr
- lautes Piepen (was die Arbeitskollegen nervte)
- teilweise abenteuerliches User Interface (die Grundfunktionen sind über 7-Tasten sehr gut bedienbar, aber die Eingaben für Alter und Gewicht sind mir neu. Es gibt eine Art Drop-Down für die Ziffern, wobei sich diese öffnet, sobald man über eine Ziffer steht. In dieser Drop-Down Box sind dann Einträge für weiter und zurück, die Ziffern und ich glaube weitere Funktionen. Seltsam, hätte man auch anders lösen können)
Leider kam ich gestern nicht mehr dazu eine Runde zu drehen, da ich zu spät von der Arbeit kam und das Badminton rief. Also heute zum jungfräulichen Lauf. Die Ortung der Satelliten soll etwas dauern, also beim Anziehen angemacht und ans Fenster gelegt. So war sie auch direkt startklar, als ich die Tür verließ. Pulsfrequenz läuft, also ab auf die zentrale Start-Taste. Alles läuft, ich sehe die Meteranzeige steigen und habe eine Pace-Anzeige, die mir neu ist. Auf den vier Anzeigen kann man eine Menge sinnvoller Optionen unterbringen und diese auch selber konfigurieren. Kein Vergleich zu meinem bisherigen Pulsmesser. Allerdings muss ich mir meine eigene Konfiguration noch basteln, habe aber jetzt nach dem Lauf eine gute Idee, was sinnvoll ist.
Die Uhr ist groß, stört aber wenig beim Laufen. Der Brustgurt ist bequem, ich hätte ihn aber noch etwas weiter einstellen können, wie ich zuhause sah. Rumklicken braucht man unterwegs nicht, da die Anzeigen vollkommen ausreichen. Sehr gut, auf die Uhr schauen und alle wichtigen Informationen auf einen Blick ablesen. Der Lauf lief richtig gut und mein eventueller Tempolauf wurde zu einem echten Tempolauf. Puls etwas zu hoch, aber mal sehen was man auf 10km drücken kann. Nach dem Einlaufen konnte es losgehen und ich zog das Tempo an. Hierbei finde ich die Pace hilfreich, da sie mir persönlich am schnellsten einen Eindruck der Geschwindigkeit gibt.
Beim Rumspielen hatte ich auch eine Route aufgespielt und irgendwie gestartet. Unterwegs fängt die Uhr dann an zu piepsen, dass ich mich der Route genähert hätte. Aber keine Ahnung, wie man das Abbricht. Doch zu viele Möglichkeiten. Muss ich noch nachlesen, aber man kann es auch für Richtungsangaben nutzen. Zum Beispiel bei GPSies.com eine Strecke aussuchen und diese soll man dann ablaufen oder abfahren können. Werde ich demnächst mal ausprobieren und über die Erfahrungen berichten.
Die Anzeige motiviert, man sieht die Kilometer laufen, zieht noch mal an der Pace und setzt zum Endspurt an, um die letzten 500m der 10km zu packen. Wieder auf die große Start-Stop-Taste und die Uhr zeigt 47:00min. Keine schlechte Zeit für wenig Tempotraining in letzter Zeit. Mit einem schnelleren Start ist damit meine Zeit unter 45:00min locker greifbar.
Also ruhig nach oben und die Uhr auf das Dongle aufgelegt. Erst mal mit Trailrunner versucht die Daten zu laden, aber der lädt die Daten aus der Garmin Software. Diese läuft zwar unter OSX, aber ist sehr rudimentär. Nach dem automatischen Start aus Trailrunner werden die Daten auch schon heruntergeladen. Garmin Software beenden und ab mit den Daten in Trailrunner. Nette anzeige, sehr Mac-like und mit netten Features. Sporttracks für Windows soll noch besser sein, aber für das Tracking voll ausreichend. Garmin bringt auch noch ein Browser-Plugin mit, bei dem man z.B. auf motionbased.com direkt auf die Forerunner 305 zugreifen kann und auch dort den Lauf hochladen kann. Die Bedienung ist aber etwas kompliziert und so ganz überzeugt die Seite nicht. Hat aber ein paar interessante Analysen. Will dann aber auch recht schnell mit den kostenpflichtigen Features aufrücken. Vermutlich bleibe ich bei Trailrunner, da man auch direkt aus dem Programm per FTP einen Laufblog online stellen kann.
Das habe ich natürlich direkt mal ausprobiert: Laufblog
Hat Spaß gemacht, wobei ich mich schon auf die nächsten Läufe in Laufbegleitung freue.
Wie kann man Laufspaß visualisieren:

Puh, lang geworden, aber waren viele Eindrücke, die ich teilen wollte. Immerhin war ich auch dankbar für andere Eindrücke zu Laufcomputern.