Nachdem ich meine ersten Erfahrungen mit Ruby bei einem eigenen Vortrag in der FH kennen lernte, musste es nun so weit kommen.
Vor wenigen Monaten schaute ich mal kurz in Rails rein und fand es recht faszinierend, allerdings war der Einstieg nicht so einfach, da tieferes Wissen über Ruby und über das MVC Pattern fehlte. Mit der Einarbeitung zu meiner Diplomarbeit zum Thema “Webapplikation zum Newsletterversand” habe ich nun das MVC Pattern mit Struts umgesetzt und diesen Teil verinnerlicht. Nachdem mich ein begeisterter Arbeitskollege erneut auf Rails stieß, wagte ich einen neuen Anlauf.
Innerhalb von ca. 10h Arbeitszeit habe ich schon einige Konzepte verstanden und bastel an meinen ersten Applikationen. In Vergleich zu der Kombination Servlets / JSP / Struts / Hibernate ist man wesentlich schneller am Ziel. Kein Wunder, denn das Konzept DRY (Don`t Repeat Yourself) ist derart genial umgesetzt, dass man sich fragt, warum man sich die XML Konfiguration der Java-Lösung überhaupt antun muss.
Aber man muss abwägen, denn nicht für jeden Einsatzzweck ist Ruby auch geeignet. Ruby ist zwar verbreitet, aber noch nicht so weit, wie Java und so ist egal wo, Installationsaufwand nötig. Dies ist zwar lokal kein Problem, aber das Aufsetzen einer FastCGI-Lösung scheint nicht wirklich trivial zu sein. Neben der Installation ist da aber noch die Programmierung in Ruby. Ich denke Java-Webapplikationen haben auch eine derart große Verbreitung gefunden, weil Java dahinter liegt. So muss keine neue Sprache mit Syntax erlernt werden, was bei Ruby der Fall ist. Ruby ist zwar alles andere als schwierig, aber doch eben wieder anders. Schreibt man eine Applikation in der Firma, so soll diese auch wartbar sein, wenn man selber nicht mehr da ist. Diese Möglichkeit ist mit Ruby im Moment noch verbaut, da es nur wenige Ruby Programmierer gibt.
Dies sollen aber keine Argumente gegen Rails sein, denn die gesparte Zeit ist Geld wert. Gerade bei eigenen Projekten, die nicht im Firmenumfeld laufen, will ich in Zukunft probieren auf Rails zu setzen. Im Moment arbeite ich an einer Linkverwaltung, mit der ich meine bisherige PHP-Lösung ersetzen kann. Vielleicht kann ich dies auch in ein Tutorial packen, welches gerade für Einsteiger hilfreich ist, da es aus dieser Sicht geschrieben wurde.
Abschließend möchte ich auch noch auf die tolle Kombination von Eclipse mit RDT und Radrails hinweisen, welches meine bevorzugte Editorkombination ist. Da ich eh schon ein großer Eclipse-Fan bin, laufen dort im Moment auch folgende Plugins:
- WTP (Web Tool Project für Webseiten und Java-Webapplikationen)
-TexLipse Mein Tex-Editor für die Diplomarbeit

