Nicht allzu lange geschlafen und dann schnell die nächste Waschmaschine angeworfen. Danach ging es Richtung Fulham, wo ich in den Bus einstieg, der mich direkt ins Herz des Karnevals bringen sollte. Ausgestiegen und Menschenmassen die über die Straßen liefen. Aber kein Karneval weit und breit. Also ab den Leuten hinterher, die zielgerichtet in eine Richtung liefen. Da sah ich ihn dann auch irgendwann, den Umzug, allerdings waren dort so viele Menschen, dass nur von sehen die Rede sein kann, mehr auch nicht, weswegen ich mich dann entschloss eine andere Ecke für meinen Karnevalsbesuch zu wählen.
Irgendwann hatte ich dann auch einen Stehplatz in 3-4 Reihe gefunden, der mir einen Blick auf die Straße ermöglichte.
Wie ist Karneval in London? Ich habe einen guten Vergleich zu Köln, da ich dort meist Rosenmontag zu finden bin. Erstmal ganz anders.
Verkleidet geht man eher nicht zum Karneval hier, eher trifft man Touristen oder „Partypeople“, die irgendwie in Feierlaune sind. Am Rande der Strecke ist die Atmosphäre auch eher neugierig und die Stimmung könnte besser sein. Allerdings verbreiten die Gruppen, die im Zug mitgehen eine tolle Atmosphäre, die zum Mittanzen einlädt. Am Sonntag domierten Trucks (ja, große LKW), vollbeladen mit Generator und Mega-Musikanlagen. Mega ist hier nicht übertrieben, denn die Boxen bedecken oft die halbe Seitenfläche der LKWs und erzeugen einen Druck, den ich noch in keiner Disko erlebt habe. Geschmückt sind diese Fahrzeuge meist nur mit ein paar Flaggen oder Bannern, also nicht so wie in unserer Gegend. Auf den LKWs und dahinter tanzen dann die Gruppen, die zwar zum Teil in einer Art Kostüm sind, dass Sonntags aber auch eher einfach gehalten war.
To be continued
Samstag, 6×7=42 Tage London
Ausschlafen, Waschen, Kontaktpflege, Party. Dies die Kurzbeschreibung des Tages. Nachdem der Vortag nicht unbedingt früh zuende war, schlief man also erst einmal etwas länger, um danach die Waschmaschine zu starten. Diese brauchte dann auch ihre Zeit (2h + 2h Trockner), sodass auch schon wieder viel Zeit vorbei war.
Am Vortag hatte man sich zu einem Diskobesuch verabredet und ich machte mich soweit fertig und danach auf den Weg zur Firma, wo ich noch ein paar Kontakte pflegen wollte (mir fehlt zuhause Telefon und Internet). Vorher aber noch schnell bei Subways vorbei, um wenigstens den kleinen Hunger zu besiegen.
Als ich auf der Arbeit ankam, war es dann schon 17 Uhr und nach ein paar Telefonaten stellte sich heraus, dass sich die anderen um 19.30 Uhr an der Station hier um die Ecke trafen. Die Zeit verging dann auch sehr schnell bis dahin und ich machte mich auf den Weg.
Angesagt war heute der Club Cargo, in dem DJ Koze auflegen sollte. Wem das nichts sagt (mir ging es auch so), dem sei verraten, dass DJ Koze mit zu Fishmob gehörte und auch schon auf Loveparade, usw aufgelegt hat. Zudem war eine Lifeband und noch ein weiterer Act angsagt.
Angekommen um kurz vor neun ging es aber erst mal in einen Pub, wo dann auch schon wieder 2 Bier (wenn ich hier von 2 Bier spreche sind es ZWEI BIER, denn die Gläser sind für knapp über einen halben Liter ausgelegt). Kurz vor 22 Uhr enterten wir dann den Club. Nicht sehr groß, aber sehr stilvoll mit vernünftig aussehenden Besuchern. Ein Warm-Up DJ legte seichte Beats auf und wir setzen uns erst einmal nach draußen. Später ging es dann wieder in den Club, wo dann auch irgendwann das DJ Pult in der Mitte abgebaut wurde und der zweite Raum geöffnet wurde.
Die Musik wurde etwas besser, wenn auch nur bedingt volle Tanzatmosphäre aufkam. Dies änderte sich, als der Live-Act kurz nach 12 Uhr auf der Bühne erschien. Mehr kurios und somit schwer zu beschreiben. Zwei Sänger, die ihre Beats aus einem Notebook holten und dazu eine sehr interesannte Performance abzogen. Dazu gemischt mit ein paar Instrumenten, die zum richtigen Zeitpunkt ergriffen wurden. Die Stimmung war zum Teil richtig gut und der Raum plötzlich komplett gefüllt.
Nach 1 Uhr legte dann DJ Koze auf, wobei die Musik etwas seichter war, als ich erwartet hatte. Nicht schlecht, aber nicht so gut, um meine Müdigkeit mit Beats zu beseitigen. Gegen 2 Uhr machten wir uns dann auf den Rückweg, zwar war die Musik besser geworden, aber es stand ja noch die Rückfahrt an. Also rein in den nächsten Nachtbus und am Trafalgar Square umgestiegen. Ich war dann gegen 3.30 Uhr zuhause, was dann auch das Ende des Tages bedeutete.
Freitag und die Feier im Praktikantenhaus
So langsam wird es für den Leser glaube ich auch langweilig, dass ich den Beginn des Tages beschreibe, denn der ist mehr als Alltag geworden. Somit fange ich nach der Arbeit an. Nach der Arbeit ist hier meist während des trinkens.
Es stand Abends eine Feier im Praktikantenhaus (T-Mobile Haus, in dem einige Praktikanten wohnen) an und ich musste noch Getränke und etwas zu grillen besorgen. Also nach 18 Uhr aus der Firma raus und zum nächsten Supermarkt. Der hatte natürlich kein Grillzeug, also weiter zum größeren Supermarkt. Dort dann zwar Grillzeug aber keinen richtigen Vodka bekommen. Also habe ich mich dann mit 2 Flaschen Vodka Mix begnügt und mich nach dem Einkauf auf den Weg zum Pub gemacht.
Dort waren schon einige andere und ich schloß mich mit einem Fosters der Bierrunde an. Nach einem weiteren Bier machten wir uns dann so gegen halb neun auf dem Weg zum Praktikantenhaus. Ich hatte es mir schon nicht schlecht vorgestellt, aber es übertraf dann doch noch etwas meine Erwartungen. Purer Luxus ist übertrieben, aber allein die Küche war nicht von schlechten Eltern. Der Abend konnte beginnen, nachdem der Kühlschrank schon gefüllt war und es Essen auch ausreichen sollte. So langsam trudelten dann immer mehr Leute ein, sodass es dann auch nett gefüllt war. Ich schätze mal so 15 Leute, die anwesend waren, zum Großteil Praktikanten, aber auch einige Bekannte hier aus London.
Der Grill hatte dann auch irgendwann seine Temperatur erreicht, sodass man zum Alkohol auch was zu essen bekam. Ansonsten wurde sich näher kennengelernt und die Vorräte vernichtet. So gegen halb drei machte ich mich dann auf den Weg nach Hause, wo ich dann auch recht bald ins Bett fiehl.
Notting Hill Carnival
Bilder (über 80) schon online unter:
Gallery
Mehr wird zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
