Aktuelle Blogbeiträge

26 Jun 2011

Voerde Triathlon

Geschrieben von um 18:44 Uhr

Sonntag morgen, der Wecker klingelt um 5:45 Uhr. Zeit für Triathlon. Der Saisonstart der Landesliga Süd in Voerde steht an.
Also ab nach Nippes, wo wir uns mit insgesamt 8 Startern des Vereins treffen. Kurz die Autos aufteilen und ab gehts auf die Autobahn. Mit ausreichend Zeit ausgestattet, werden wir am Eingang überrascht, dass hier schon der Check-In ist. Also noch mal schnell Nummern sortieren und verteilen und nach kleinen Problemen ab durch die Kontrolle.
Unser Startplatz war ausgeschildert und so konnte der Aufbau der Utensilien beginnen. Natürlich darf die Ortsbesichtigung nicht fehlen und so schauen wir uns den Startbereich und den Zielbereich des Schwimmens an. Es ist immer hilfreich sich alles einzuprägen und dann im Wettkampf automatisch abzuspulen. Kurzfristig wurde der Start für das Schwimmen noch einmal geändert, was wir uns dann auch noch angeschaut haben.
Zurück zur Wechselzone und so langsam fertig anziehen. Melkfett auf die Haut und dann rein in den Neoprenanzug. Frisch genug war es noch und so störte die schwarze Gummipelle heute nicht.
Noch der Wettkampfbesprechung gelauscht und dann auch schon ab in den Kanal. Das Wasser war doch noch sehr kühl und die Starter der vorherigen Volksdistanz ohne Neoprenanzug müssen hart gesotten gewesen sein.
Schwimmen zur Startlinie, die über den Kanal gespannt ist und noch 2min auf der Stelle halten. Der Startschuss fällt und es ist erst mal eng. Ich merke, wie ich jemandem beim Kraulen von hinten auf den Kopf schlage und orientiere mich weiter nach rechts. Dort ist natürlich auch erst mal jemand, weswegen ich einen Zug auslassen muss. Ich orientiere mich und schwimme weiter. Da sehe ich, dass das Hauptfeld schon geschlossen in Richtung Boye steuert. Ich komme eigentlich gut ins Schwimmen, aber die Geschwindigkeit reicht nicht aus. Das Hauptfeld zieht davon. Sind ja nur noch 1200m der 1500m denke ich mir mit Unbehagen. Jetzt geht es geradeaus, aber ich merke doch ab und zu ein pendeln nach links. Also immer schön hoch schauen und das Ufer und die Schwimmer vor mir im Blick halten. Der Abstand nimmt zu, aber ich komme weiter. Jetzt auf die Wendeboye zu und den gleichen Weg zurück. Um mich rum ist es sehr ruhig geworden und ich muss aufpassen auch den richtigen Weg zu schwimmen. Wieder die Boye, vorbei an den Schiffen und endlich der Ausstieg. Also los zur Aufholjagd.
Neoprenanzug auf, bis zur Hüfte abstreifen, Badekappe und Brille ab und auf schlechtem Asphalt ab zum Rad. Helm auf, Nummer an und ab geht’s mit dem Rad. Verdammt, Brille hängt noch auf dem Helm und nicht vor meinen Augen. Klappt dann aber auch. Ich trete los und komme nach ein paar Metern besser in die Schuhe als in Bonn. Ich blicke nach vorne und sehe niemanden. Egal, die Ausschilderung passt auf der unbekannten Strecke einigermaßen und das Tempo passt auch. Jetzt muss doch mal jemand in das Blickfeld kommen. Ich hatte das Hauptfeld beim Schwimmen nicht nur verpasst, ich war gefühlte Meilen davon entfernt. Aber was wäre eine Aufholjagd ohne Jagd. Ab in die Pedale und das Tempo schön hoch halten. Da kommen dann auch endlich die ersten Fahrer in mein Blickfeld. Fahrer um Fahrer kämpfe ich mich jetzt durchs Startfeld, um gleichzeitig von schnellen Fahreren aus der 5 oder 10min später gestarteten Masters-Liga überholt zu werden.
Es läuft gut und mit der zweiten Runde gewinne ich noch mal an Fahrt. Auf dem kleinen Kurs mit zwei Wendepunkten sieht man sich relativ häufig und so kann man gut beobachten, wie man sich im Vergleich auf der Runde schlägt. Das Windschattenfahren hält sich rund um meine Position in Grenzen und die häufig kreuzenden Schiris auf Motorrädern tun ihr übriges dazu. Kilometer 20 auf dem Tacho und es sind noch Reserven da. Ab und zu einen Schluck Zitronentee und ein paar Kilometer später noch ein Gel zur Ernährung hinterher. Jetzt keimt die Hoffnung, dass es auf der Laufstrecke heute auch gut gehen könnte. Die letzte Runde bricht an und im Kurvenlabyrinth der flachen Strecke weiß ich jetzt auch in welcher Kurve ich im Auflieger ohne Bremsen ums Eck zirkeln kann. Noch ein paar Plätze gut machen und dann geht es auch schon zurück zur Wechselzone. Also schon mal die Schuhe auf machen und sich barfuß auf die Schuhe stellen. Vorbei am Kanal und da ist auch schon die virtuelle Abstiegslinie, die aber bis auf Offizielle nicht erkennbar war. Natürlich stieg kurz vor mir jemand in aller Ruhe und Breite vom Rad, weswegen ich versucht daran springend vorbei zu kommen, denn meine Schuhe blieben ja an den Pedalen. Gesagt getan und im Laufschritt mit Rad über die Kontrollmatte. Ich komme erneut in die diesmal weniger gefüllte Wechselzone, streife mir nur die Schuhe mit den neuen Yankz-Schnürsenkel über, lasse Helm und Brille zurück und verfalle in den Lauf. Hey, gut gehts denke ich mir und ziehe wenige Meter später am ersten Athleten vorbei. Die Spitze aus dem Verein ist immer noch nicht in Sicht, aber dafür andere Läufer, an denen ich mich langsam nach vorne arbeite. Zwar sind auch ein paar Überholungen von mir dabei, aber das sind dann meist Masters-Starter aus der anderen Liga. Am Kanal angekommen geht es diesen auf einer Mischung von Feldweg und Kiesweg entlang zum etliche Kilometer entfernten Wendepunkt. Diesmal habe ich etwas Elektronik zuhause gelassen und bin nur mit einer Stoppuhr unterwegs. Leider erkenne ich erst recht spät, dass die Kilometerangaben auf den Boden geschrieben sind. Beim Abgleich mit der Laufzeit, bin ich aber gut unterwegs. Ca. 1min/km schneller als in Bonn, was auf die 10km dann auch mal eben 10min sind. Die Wendemarke scheint sich zu nähern und da erblicke ich dann auch die Spitze aus dem Verein. Leider ist die Wendemarke dann doch noch zu weit entfernt. Zwar kann ich mein Tempo weiter beibehalten, aber ich bekomme sie vor dem Ziel nicht mehr zu Gesicht. Dafür gibt es auf den letzten Kilometern noch ein spannendes Duell mit zwei anderen Läufern. Erst überhole ich den erste im roten Trikot, um kurz danach wieder überholt zu werden. Zwar verliere ich ein wenige Meter, aber er läuft auf einen Läufer im schwarzen Trikot auf, wonach ich näher komme und mich an die Gruppe hänge. Leider reicht meine Kraft nicht mehr aus, um vorbei zu ziehen, aber ich kann das Tempo halten. Noch 2000m, noch 1000m. Ich versuche etwas Kraft zu sparen und merke, wie der Läufer im roten Trikot langsam zurück fällt. Eigentlich wollte ich das Tempo noch mal anziehen, um beide Läufer hinter mir zu lassen, aber der Läufer im schwarzen Trikot hört meinen Atem und zieht weiter an. Dranbleiben ist jetzt das Motto, wobei ich schon am Anschlag laufe. Jetzt kommt das Ziel in den Blick und ich verfalle in einen Sprint. Nicht ohne Grund, denn der Starter ist in der gleichen Liga und so hätte ich einen weiteren Punkt sammeln können. Da er auch anzieht komme ich nur auf die gleiche Höhe. Ich ziehe weiter an, aber er hat auch noch genügend Körner für die letzten Meter. Im engen Zielbereich muss ich mich auf den letzten 2m geschlagen geben, um danach mit ihm abzuklatschen.
Spaß hat es gemacht. Bis aufs Schwimmen war es auch richtig gut. Was ich allerdings gegen den riesigen Abstand beim Schwimmen machen kann, weiß ich aber auch nicht so direkt. Im normalen Feld eines Triathlons fällt dies nicht so auf, aber das Leistungsniveau in der Liga ist einfach höher. Einmal im Hauptfeld landen, um dort das Tempo vom Radfahren und Laufen umsetzen, das wäre klasse.

Die Ergebnisse fehlen noch, aber diese werden folgen, sobald sie veröffentlicht sind.

Update:
Die Plätze und Zeiten sind da.
In der Liga Platz 67 mit folgenden Zeiten:

  • Schwimmen 1,5km: 00:33:29min
  • Rad gemessene 35,45km (inkl. Wechsel): 01:02:22min
  • Laufen 10km (inkl. Wechsel): 00:46:50min
  • Gesamt: 02:22:41

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25 Jun 2011

Packliste Triathlon

Geschrieben von um 10:30 Uhr

Morgen ist wieder Triathlon. Zeit, um mal eine vollständige Packliste zu erstellen und mich euch zu teilen.
Ich gliedere die Packliste etwas nach Bereichen, da es mir vor dem Wettkampf hilft, die Sachen in einzelne Taschen zu packen und somit nichts an den Stellen z.B. der Wechselzone zu vergessen.

Zuhause:

  • Einteiler (vor Ort sind Umkleiden meist extra Zeitaufwand)
  • Pulsgurt
  • Knöchelband mit ChampionChip
  • T-Shirt (für vor und nach dem Wettkampf)
  • Jogginganzug (für vor und nach dem Wettkampf)
  • Socken (für vor und nach dem Wettkampf)
  • Joggingschuhe (für vor und nach dem Wettkampf)
  • Uhr (egal, ob Pulsuhr/Stoppuhr, aber geladen)

Wechselzone:

  • Rad (geputzt, geschmiert, im richtigen Gang zum Anfahren, mit richtigem Luftdruck, Vorderrad richtig rum wieder eingebaut, Bremsjustierung wieder geschlossen)
  • Radcomputer (geladen, genullt, an)
  • Radschuhe (bei mir am Rad, geöffnet, bereit zum Einsteigen)
  • Haushaltsgummis (für die Radschuhe am Rad)
  • Gefüllte Radflasche (1-2 Stück)
  • Pumpe, Ersatzschlauch, Reifenheber, Multitool je nach Geschmack
  • Verpflegung Gels, Powerriegel, … verstaut im Rad und eventuell für die Laufstrecke bereitgelegt
  • Helm (mit Prüfzeichen, auf dem Boden nach unten mit offenem Verschluss zur Seite)
  • Brille (bei mir auf den Helm aufgesteckt)
  • Startnummernband (sichere Befestigung überprüfen, geschlossen zum Einsteigen, richtig eingestellt)
  • Sicherheitsnadeln o.ä. für die Startnummer
  • Handtuch (bunt, zum Entfernen von Wasser und Schmutz nach dem Schwimmausstieg und zum Wiederfinden des Rads)
  • Socken (aufgerollt zum einfachen Anziehen)
  • Laufschuhe (offen, bereit zum Anziehen)
  • Laufuhr (falls extra Teil, aber erst während des Laufens anziehen)
  • Kappe
  • Beutel für oben genannte Liste

Schwimmeinstieg:

  • Neoprenanzug (falls zugelassen, vorher über Wassertemperaturen informieren)
  • Bodyglide oder Melkfett (zum Einfachen ausziehen und zum Vermeiden von Scheuerstellen, evtl. Einmalhandschuhe zum Auftragen)
  • Plastikbeutel zum einfacheren Anziehen des Neoprenanzugs
  • Schwimmbrille
  • Badekappe (meist in den Startunterlagen, vorher informieren)
  • Sonnencreme (Einwirkdauer von 30min beachten)
  • Beutel für oben genannte Liste

Vor dem Wettkampf:

  • Etwas zu trinken
  • Verpflegung (Toast mit Butter und Honig, Gel, Powerbar)
  • Uhr

Sonstiges:

  • Startpass (und evtl. Personalausweis)
  • Startnummer (für die Abholung der Unterlagen)
  • Geld (für Nachmeldung oder Verpflegung vor Ort)
  • Handtuch (für nach dem Wettkampf)
  • Shampoo (für nach dem Wettkampf)
  • Unterwäsche (für nach dem Wettkampf)
  • Autoschlüssel
  • Brille
  • Plastiktüten (für nassen Neoprenanzug, für Schuhe bei Regen)
  • Anfahrtsbeschreibung mit Parkplatzausschilderung
  • Startzeiten
  • Wetterbericht
  • Handy mit Nummern von Vereinskollegen
  • Gute Laune, Motivation, Glück, jemand zum Anfeuern
  • Nichts, was man nicht vorher erprobt hat (auch wenn es hier steht und sinnvoll klingt)

Wenn etwas fehlt, bitte in den Kommentaren ergänzen. Dann aktualisiere ich die Liste.

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Ein Kommentar

25 Jun 2011

Bonn Triathlon – schlechte Tage sind verdammt hart

Geschrieben von um 9:42 Uhr

Für mich gibt es ähnlich wie im letzten Jahr zwei Saisonhighlights. Die Halbdistanz Ende der Saison in Köln und den Bonn Triathlon. Letztes Jahr erwischte ich den perfekten Tag und der Triathlon war einfach genial. Was lag also näher dies auch in diesem Jahr zu bestätigen.
Die Vorbereitungen im Frühjahr waren gut und auch meine letzten Zeiten auf 10km sahen verlockend aus. Leider ging es die Woche vor dem Wettkampf nach Indien, wobei dies genau in die Tapering-Phase fällt und eigentlich so noch passend wäre.
Bonn hat etwas besonderes: den Rhein und den Start von der Fähre. Schon am Vortag holte ich meine Startunterlagen ab, um auf der Mini-Triathlon-Messe noch etwas zu shoppen. Bei einem kleinen Sturm hingen wir dann an den Pavillions, damit diese nicht in den Rhein geweht wurden. Nachdem das überstanden war, ging es noch für einen kurzen Bummel nach Bonn hinein.
Der Triathlet sollte Frühaufsteher sein, zumindest klingelte mein Wecker um 5 Uhr am Sonntag. Zeit für die üblichen Rituale. Schon mal einen Großteil der Wettkampfkleidung inkl. Einteiler, Pulsgurt und Championchip anziehen. Der Neoprenanzug bleibt aber noch aus, auch wenn die Temperatur noch nicht wirklich warm war. Kurz nach 5.30 Uhr ging es dann ab zum Auto in dem das Triathlonrad schon positioniert war. Dann ab zum Vereinskollegen und dann in Fahrgemeinschaft ab nach Bonn. Wir waren bei den ersten und somit war parken gar kein Problem.
Beim Einchecken erst Verwirrung, wo denn das Rad abgestellt werden kann, da schon alles voll schien. Wir wurden dann zum zweiten Teil der Fahrradständer unter der Brücke verwiesen und waren dort die ersten, weswegen ich gerade auf mein Rad zulief und richtig Platz zum Umziehen hatte. Perfekt. Wenn nur alles so gut laufen sollte…
Die Zeit verstrich und in Bonn muss man noch den Bus zu den Fähren nehmen, die gleich um die Ecke zu meinem Büro in Niederdollendorf ablegen.
Den ersten Bus knapp verpasst, fanden wir dann alle einen Platz in den folgenden Bussen. Am Zielort dann erst einmal an den Dixies anstellen. Wichtig: So spät wie möglich und so früh wie geht, bevor man die Sachen abgibt. Barfuß im Dixieklo mit Einteiler oder noch schlimmer im Neo will man nun wirklich nicht. Die anderen 200 Personen verteilt auf die 10 Dixies natürlich auch nicht. Es zahlt sich also aus, nicht auf den letzten Drücker alles zu erledigen. So bleibt ausreichend Zeit für alles, ohne in Panik zu verfallen.
Die Zeit tickt und so langsam schäle ich mich in den Neo. Jetzt den Beutel mit Turnschuhen und den anderen Resten füllen und mich in den Startblock vor der Fähre sortieren. Dank meines Alters starte ich im ersten Startblock mit den goldenen Badekappen. Klingt toll, ist im Verlauf des Wettkampfs aber nicht so toll. Mehr dazu später.
Auf der Fähre steigt dann die Spannung an, wobei dieses Jahr noch eine Fahrt von 4km zurückgelegt wird. Im letzten Jahr ging das alles viel zu schnell. Dieses Jahr aber war es ok, sich noch einmal auf die Atmospäre einzustimmen.
Noch 20 Sekunden, die Laderampe fährt herunter und lässt uns in die Fluten des Rheins blicken. Start und ich stehe in 10-15 Reihe und tippel langsam nach vorne. Die erste Person stürzt auf der rutschigen Rampe. Also vorsichtig bis runter tasten und dann einen Sprung nach vorne ins Wasser machen. Neben mir scheinen Personen etwas im Strudel der Fähre zu hängen. Im letzten Jahr waren aufgrund der starken Strömung durch Hochwasser alle schnell weg. Ich komme aber gut vorbei und komme ins Kraulen. Am Anfang unter der ersten Brücke ganz rechts durch. Einige Male checke ich die Richtung, aber ich komme gut aus und bin unter der Brücke durch. Jetzt weiter nach links in die Mitte bis zur Begrenzung war mein Ziel. Trotzdem ich versuche mich weit raustreiben zu lassen, klappt dies nicht ganz und ich bleibe gefühlt sehr weit vom Ufer weg. Trotzdem sehe ich mit Mühe noch Schwimmer links neben mir. Mit Mühe, da ich nach rechts atme und somit der Blick nach links schwierig ist. Im letzten Jahr bin ich oft in einem Knäuel gelandet, und hatte immer Arme, Beine und Körper – neben, vor, hinter oder unter mir. Dieses Jahr läuft alles sehr entspannt und ich konzentriere mich sogar etwas auf die Technik. Schwimmen ist nicht meine Disziplin, aber es läuft gut. Einige Male versuche ich die Richtung zu korriegieren. Aber ich komme weder raus bis zur Mitte, noch schwimme ich zusehr in Richtung Ufer. Andere Schwimmer aus dem Verein berichten später, dass sie etwas näher in Richtung Ufer unterwegs waren und plötzlich mit den Armen Grundberührung hatten.
Am Horizont ist die Kennedybrücke zu sehen. Kurz danach folgt der Ausstieg, also schon mal gut anpeilen. Vorher kommt noch das chinesische Restaurant auf dem Boot, was ein guter Anhaltspunkt ist. Eine Schwimmerin zieht langsam an mir vorbei und ich versuche mich in den Wasserschatten zu hängen. Keine Chance wie zuvor bei anderen Schwimmern auch schon nicht. Klappt heute nicht, egal, das Ziel ist nah. Mittig schwimme ich durch den rechten Brückenbogen. Jetzt noch 2 Stege und dann liege ich fast schon quer im Rhein und schwimme zum Ausstieg. Mit richtig Tempo klappt das gut, aber ich hätte hier keinen weiteren Bogen schwimmen dürfen. Ich stehe zu früh auf und tippel über große Steine. Ich komme kaum vorwärts und verliere kaum das Gleichgewicht, da bekomme ich die erste Helferhand zu packen und gehe zwei Schritte vorwärts. Wieder ein großer Stein und ich kippe nach hinten. Hier fehlte mir eine helfende Hand. Also auf allen Vieren weiter und da kommt die nächste Hand. Jetzt über die stabile Aufführung hoch zum asphaltierten Uferbereich. Den Neoprenanzug vom Oberkörper streifen und den doch längeren Weg zum Fahrrad rennen. Dies war leicht zu finden und ich ziehe Helm, Brille und Startnummer an und strampel dabei den Neoprenanzug ab, der aber an den Knöcheln festhängt. Leider dauerte es etwas länger als gewünscht, aber dann renne ich mit dem Fahrrad zum Ausgang, wo ich mich auf das Rad schwingen will, an dem die Schuhe baumeln. Am Ausgang hat sich aber eine Dreierreihe gebildet, die gemütlich aufs Rad steigt. Ich komme mit einer Bremsung gerade so zwischen den Mitkämpfern durch und schwinge mich aufs Rad. Ich hantiere danach etwas zu lange mit den Radschuhen, bin dann aber unterwegs.
Der erste entschäfte Anstieg klappte im Training sehr gut. Heute irgendwie nicht und so brauche ich schon meinen vollen Einsatz, um mit der geplanten Übersetzung hoch zu fahren. Schon auf den ersten Kilometern werde ich von schnellen Radfahrern links liegen gelassen. Zwar überhole ich auch einige Fahrer, aber hier schlägt sich die Startgruppe bitter nieder. Richtig starke Starter sind mir hier weiter überlegen. Irgendwann hat sich meine Startgruppe sortiert, aber die gestaffelten Starts sorgen dafür, dass ich im weiteren Verlauf meist nur noch überholt werden, ich selber aber wenig Überholungen habe. Das zehrt an der Motivation.
Die ersten Rampen kommen und was bei den Trainingsfahrten locker hoch ging, ist heute ein wahrer Krampf. Am zweiten Anstieg verzweifel ich im kleinsten Gang des Triathlonrads fast. Ich verausgabe mich vollständig, aber davon kommt auf dem Asphalt nicht viel an. Die vielen Höhenmeter im Trainingslager, die Trainingsfahrten auf genau dieser Strecke. Heute ist alles anders. Ich kämpfe um jeden Höhenmeter. Andere auch, aber so langsam wird mir dies egal. Ich kämpfe nur noch mit mir selber und gegen das Gefühl hier gleich am Anstieg absteigen zu müssen, weil heute die Kraft nicht für die Übersetzung reicht. Ja, sie ist höher als auf einem normalen Rennrad, aber heute ist ein verdammter Wettkampf und die Trainingsfahrten waren so vielversprechend.
Ich stelle mich mental auf die letzten Anstiege der Radrunde ein und weiß jetzt bereits, wie viel Zeit ich hier liegen gelassen habe, die ich dieses Jahr gewinnen wollte. Die letzten Anstiege schmerzen mental dann nicht mehr so sehr, da es nur noch um das Hochfahren geht. Das klappt dann auch wieder, aber auch nicht gut. Egal, Qualen überwunden und die letzten Kilometer nur noch bergab in die Wechselzone zum Rhein runter.
Aus den Radschuhen raus, vom Rad runter und dann laufend das Rad auf die Stange gewuchtet. Da ich Sockenläufer bin, kurz auf den Po setzen und Socken und Schuhe anziehen. Mit Uhr und Engeriegel in der Hand renne ich zum Ausgang.
Auf der Laufstrecke schaue ich auf die Uhr und werde auch so gleich von der Spitze in einem ernormen Tempo überholt. Egal jetzt in den Tritt kommen und …
… der Körper scheint in sich zusammen zu fallen. Nichts geht mehr, nicht aus Energiemangel sondern es fühlt sich alles schlecht an. Egal Tempo raus und weiterlaufen. Es fühlt sich plötzlich unglaublich hart an. Ich laufe nur noch mit einer Pace von 5,30min/km, wo ich zu diesem Zeitpunkt 1min/km schneller unterwegs sein wollte. Ich muss mich zwingen weiter im Laufen zu bleiben und sehe plötzlich das 1km Schild. 1km der sich so besch… anfühlt. Gibt es doch gar nicht. Es bleiben 14 weitere Kilometer und zweifel an dem Ausgang des Wettkampfs. Es geht leicht bergab und danach das Stück berghoch. Vielleicht 5 Höhenmeter auf 15 Meter, aber plötzlich fühlen sich meine vorderen Oberschenkel an, als ob sie jeden Moment in einen Krampf verfallen. Mein Tempo sinkt weiter und ich hoffe zumindest laufend bis zur 5km Marke zu kommen. Bei jedem Laufwettkampf wäre ich jetzt ausgestiegen. Mein Tempo fällt vermutlich noch weiter, aber ich traue mich nicht auf die Garmin zu schauen. Vor zwei Wochen bin ich noch 10km in unter 42min gelaufen. Welten entfernt, von dem was heute möglich ist. Bei Kilometer 3 kommt die Verpflegungsstelle und ich greife zu Gel und Wasser, ohne dass die Leistung damit zusammenhängt. Ich bin heute schlapp und kraftlos und nicht ohne Energie. Zumindest bringt einen die Verpflegungsstelle für die nächsten Meter auf bessere Gedanken. Ich laufe noch immer und erreiche wieder den Zielbereich, an dem der Wendepunkt ist. Noch 10 Kilometer. 10 verdammte Kilometer. Es ist verdammt hart und im letzten Jahr bin ich hier mit bester Laune locker eine Pace von 4,30min/km gelaufen. Massen an Läufern ziehen vorbei, aber ich trotte mein Tempo vor mich hin. Nicht stehenbleiben, immer nach vorne, dann könnte ich es bis zur 10 Kilometer-Marke schaffen. Die Gute Nachricht: es wurde nicht schlimmer, es blieb gleich schlimm. Ich kam mit dem Tempo gut zurecht, aber ein Blick auf die Uhr zeigte trotzdem hohe Pulswerte. Wieder Verpflegungsstation bei Kilometer 8, wieder Wasser bei Kilometer 10 und ich laufe noch. Gequält, aber ich laufe. Jetzt nur noch 4km. Ich überhole ein paar Läufer und Läuferinnen, die anfangs langsam an mir vorbei zogen. Zumindest blieb mein Tempo auf die Dauer konstant und wurde teilweise sogar leicht gesteigert. Hier kommt einem zu Gute, wenn man auch mal einen schlechten Tag im Training nutzt und weiß, wie es sich anfühlt, wenn es nicht rund läuft. Noch 3km und so langsam wünsche ich mir das Ziel herbei. Noch 2km und ich merke, wie ich in 200m Abschnitten auf die Laufuhr starre. Ich sehe die Menschenmasse des Zielbereichs, laufe die S-Kurve und werde noch von zwei Läufern überholt. Ganz egal, hier das war nur noch mein Rennen gegen mich. Ich bin im Ziel. Traurig, weil es nicht lief. Normalerweise macht ein Wettkampf Spaß. Auch wenn er hart ist, mache ich es aus Spaß an der Freude. Heute ist da nichts von dem. Erschöpfung. Jetzt einen Platz zu sitzen. Den gibt es aber nicht, also kurz über ein Geländer gebäugt erholen. Dann zum Wasserstand und auf einem ausgelegten Teppich niederlassen.

Zahlen 2011:
- 3,8km Schwimmen: 00:40:48 (Platz 595)
- 60km Rad: 01:57:40 (Platz 390)
- 15km Laufen: 01:20:04 (Platz 608) !!!
- Gesamt: 04:04:24 (Platz 484 von 892)

Zum Vergleich das letzte Jahr (auf andere Strecke, aber die Plätze sagen einiges aus):
- 3,8km Schwimmen: 00:26:58 (Platz 488)
- 60km Rad: 01:49:50 (Platz 326 und da war ich noch nicht so fit auf dem Rad)
- 15km Laufen: 01:14:12 (315) !!!
- Gesamt: 03:38:21 (Platz 311 von 860)

Wie so eine Veranstaltung aussieht, findet ihr z.B. auf folgenden Bildern:

Selbst zwei Wochen später fühlt es sich nicht besser an. Aber der Blick geht jetzt nach vorne und ich freue mich auf den morgigen Wettkampf in Voerde.

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29 Mai 2011

Oswald Hirschfeld Lauf 2011

Geschrieben von um 18:43 Uhr


Nach dem Lauf 2008 und 2009 habe ich letztes Jahr ausgesetzt. Dieses Jahr war der Sonntag aber noch frei und lud ein zum Wettkampf direkt vor der Haustür.
Der Blücherpark liegt nur 1km entfernt und somit kenne ich die Strecke in und auswendig, wobei die Streckenwechsel von Jahr zu Jahr doch Verwirrung stiften. Manchmal etwas zu viel Verwirrung, denn dieses Jahr sind wieder ein Teil 5km Läufer verkehrt abgebogen und haben sich fast einen Kilometer erspart. Trotz eigentlicher Routine in der jährlichen Veranstaltung geht es dann gefühlt doch oft etwas drüber und drunter.
Egal, ein bewölkter Morgen bei dem Einslive noch Sonnenstrahlen für den Tag angekündigt hat. Gemütlich dann zum Park und dort zur Nachmeldung, um sich dort seine Startnummer und einen RFID-Chip für die Schnürsenkel abzuholen.
Dank gemeinsamen Start mit Freundin und Vereinskollegen/innen verging die Zeit dann auch wie im Flug. Nachdem die letzten Walker durch das Startfeld der 10km Läufer waren, ging es dann auch pünktlich los. Im Gegensatz zum verhaltenen Start beim 10km Lauf in Ofden ging ich gleich im vollen Tempo los. Heute entweder siegen oder mit wehenden Fahnen untergehen. Die Markierung für den ersten Kilometer kommt und meine Uhr zeigt 3:30min. Waaaaaas? Geht doch nicht, ging auch nicht, denn es waren noch etwas bis wirklich 1km auf der Garmin erschien.
Von Anne aus dem Verein wusste ich, dass sie auch in dem von mir angepeilten Bereich von 42-44min laufen wollte und so waren wir dann auch noch in der Nähe zusammen. Leider war die Strecke mit Spaziergängern und Fahrradfahrern gesäumt, die keine 5min Zeit hatten, um kurz zu warten. So wurde es dann bei den Brückenüberquerungen etwas eng und ich verlor Anne aus den Augen. Das Tempo weiterhin mörderisch (für mich) und ich schaute bei 3km auf die Uhr, die mir 12min ansagte. Gibt es doch gar nicht, sollte ich wirklich eine echte 4er Pace durchhalten? Natürlich nicht und so zog sich das Feld langsam aber stetig auseinander. Der Höhenunterschied auf der Strecke ist gering und diese Art der Strecken mag ich nicht. Lieber etwas profilierter, denn dann ist mehr Bewegung im Feld. So waren zwei Läufer in Sichtweite 100m vor mir, einer neben mir und was hinter mir los war, interessierte mich nicht. Nach 5km zog der Läufer neben mir weg und ich wusste, dass es nicht an seinem Tempo lag. Ich wurde langsamer, aber nachsetzen war auch nicht wirklich. Egal, Ruhe bewahren und die wehenden Fahnen mit mehr Mühe hoch halten. Der Blick auf die Uhr zeigt 4:11min, gut, aber eben nicht für eine Zeit unter 40min. Aber das war mir auf vorher klar, auch wenn ich es mir ungern eingestehe.
Wendepunkt und ich sehe Anne mit leichtem Abstand. Etwas später dann auch den Rest der Gruppe.
Zwei weitere Läufer schließen auf und ziehen langsam von dannen. Die Versuche noch einmal näher ran zu kommen sind nicht erfolgreich und so langsam wünsche ich mir dann doch das Ziel herbei. Noch 2km und jemand läuft zu mir auf und muntert mich auf noch mal dran zu ziehen. Es hilft und ich bleibe mit meinem neuen Motivator bis 200m vor dem Ende auf gleicher Höhe. An Rankommen ist nicht mehr zu denken und mein Puls diesmal auch wirklich auf Höchststand. Der Zielsprint beginnt und ich mein Limit gibt keinen Kampf mehr her. Mein Motivator entschwindet und im Augenwinkel zieht jemand einen unglaublichen Sprint an. Ich versuche alles, aber da geht nichts mehr. Den Platz kann ich nicht mehr halten.
Ziel, Ziel, Ziel – pustend lehne ich auf den Knien. Gut war es, keine Schmerzen, gut gekämpft und mit 41:50min eine neue Jahresbestleitung für mich. Die wehenden Fahnen sind nicht nur in Schiefstand geraten und ich bin glücklich über die Leistung. Wenige Sekunden später überquert Anne das Ziel die sich mit großem Abstand den ersten Platz der Frauen sichern konnte. Gratulation noch mal an dieser Stelle.
Gratulation auch für meine Freundin, die nach 10km noch einen klasse Endspurt hinlegte.


Fazit:

  • Platz 28 (Alterklasse Platz 4)
  • 40:50min (2008: 46:55; 2009: 43:53)
  • glücklich

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22 Mai 2011

Triathlon in Aachen

Geschrieben von um 20:56 Uhr


Im Winter fängt die Saison an. Zumindest die Saisonplanung. Wer erst im Frühjahr schaut, findet oft schon volle Startlisten vor. Somit war ich früh dran mit meiner Anmeldung in Aachen. Da im Schwimmbad Aachen Brand geschwommen wird, muss man keine große Rücksicht auf Außentemperaturen nehmen und kann den Triathlon früh in die Saison legen.

Ein idealer Formtest also. Dieses Jahr habe ich einen Schwerpunkt auf das Radtraining gelegt und wollte mal sehen, wie sich die Zeit vom letzten Jahr denn verändern würde. Die Wettervorhersage war schon Anfang der Woche für diesen einzigen Tag nicht ideal. Regen war möglich. So sollte es dann auch kommen. Von der Fahrt in Köln aus, schoben sich Wolken in diversen Grautönen immer häufiger vor die Sonne. In Aachen Brand angekommen, war es dann sonnig. Allerdings nur so lange, bis ich die Anmeldeunterlagen in der Hand hatte und mein Rad gerade in die Halterung gepackt hatte. Mein Handtuch auf der Wiese war schon nass, bevor ich den Wechselplatz verlassen konnte. Noch mal schnell einprägen, wo das Rad stand. Diesmal eigentlich ganz gut in zweiter Position zum Gang. Somit war viel Platz für die Wechsel vorhanden. Sehr schön.

Dank starkem Regenguss erst mal schnell unter ein Zelt und dann noch ein Stück Kuchen für mehr Energie. Kurz noch mal die Wechsel im Kopf durchgehen und dann war die Zeit auch schon reif, um sich in den Triathlon-Einteiler zu zwängen.

Wenn man irgendwo erneut startet, ist vieles einfacher. Man kennt sich aus, weiß wie der Veranstalter tickt. Also 20min vorher die Startnummer auf den Arm pinseln lassen und dann einen Blick auf die Starter werfen, die gerade schon ihre chaotische Bahnen im Schwimmbad ziehen. 6-7 Personen auf einer Bahn heißt: kurz abstimmen wer laut Zeit am schnellsten ist. Danach alles vergessen und am besten mit 5 Personen parallel auf die Wende zuschwimmen. Kann nicht gut gehen, aber so weit scheinen viele nicht zu denken. Highlight war das Überholmanöver nicht in der Mitte, sondern links an der Leine vor dem Wechsel. Konnte nicht gut gehen, war es dann auch nicht, vorauf ein zweiter Schlagabtausch auf den nächsten 10m statt fand.

Wettkampfbesprechung und dann in Richtung Wasser auf Bahn 4. Kurz die Zeiten verglichen und fast alle waren im letzten Jahr gestartet. Meine Zeit war die schlechteste, also würden die anderen davon ziehen. Allerdings hoffe ich besser als im letzten Jahr zu sein und mich an ein paar Beine in den Wasserschatten zu hängen und Kraft zu sparen. Besser als selber das Tempo vorzugeben, wobei ich im letzten Jahr viel Kraft gelassen hatte. Noch 5 sek, 3sek, 1sek und los gehts. Ich stoße mich ab und bin ganz links, weiter links als mir lieb ist. Die anderen nicht so viel schneller, als das sie davon ziehen würden. Um nicht eben beschriebene Chaos zu verursachen nehme ich am Ende der Bahn Tempo raus und hänge mich hinten dran. Immer noch hat sich das Tempo nicht sortiert und ich muss wieder abbremsen, um vernünftig wechseln zu können. Allerdings nicht sehr tragisch, denn ich suche eigentlich einen ruhigen Wasserschatten. Beim Abstoßen löst sich die Schwimmbrille und mein linkes Auge wird für die nächsten 18 Bahnen vom Chlorwasser umspült. Das Tempo hat sich sortiert und ich bin zwar auf letzter Position, kann aber ein gutes Tempo schwimmen, ohne richtig hart zu kämpfen. Das zahlte sich aus und bei Bahn 15 von 20 lief es immer noch gut. Der Schwimmer vor mir schien langsamer zu werden, dann ich schlage immer öfter an seine Füße. Vorbei ziehen ist aber nicht so einfach. Erstens wehren sich die meisten und ziehen noch mal an, zweitens “steht man dann voll im Wasser” und kann den Wasserschatten nicht mehr nutzen, weswegen man plötzlich oft gar nicht schneller ist. Noch drei Bahnen und der Schwimmer verliert an Tempo. Also jetzt oder nie und ich ziehe dann doch noch vorbei. Ende und irgendwie über die Beckenkante rollen, Schwimmbrille runter reißen und die farbige Badekappe auf der Bahn lassen.

Jetzt die Gedanken bei einem Puls von fast 180 sortieren, an einigen Gymnastikmatten vorbei aus der Schwimmhalle laufen und auf der Wiese die Orientierung nicht verlieren. Da ist das Rad. Jetzt das eingeübte Programm abspielen. Beine über das Startnummernband und hoch damit. Beide Hände greifen die Schnallen vom Helm und setzen ihn auf. Jetzt die Sonnenbrille aus dem “Helmdach” ziehen und vor die Augen bringen. Fahrrad greifen und los gehts. Beim Laufen ein Druck auf den Startknopf des Garmin GPS Wunders und am Sattel schiebend ab zur Aufsteigelinie. Gestern habe ich eine Stunde lang das Aufspringen auf das Rad mit angebauten Schuhen geübt. Spart eine Menge Zeit (wenn es klappt), da man die Schuhe nicht am Platz anzieht, mit den Pedalplatten über Asphalt eiert und dann am Start Klickpedale suchen muss. Eigentlich sind die Pedale festgebunden und sollten beim ersten Antritt reißen. Leider hat meine Konstruktion nicht gehalten und die Schuhe hängen am Boden.

Startlinie, griff an Lenker und Sattel und hoch mit dem Rest. Schön auf dem Oberschenkel gelandet und jetzt nur noch die Schuhe in die richtige Stellung bringen, um barfuß lostreten zu können. Leider etwas fummelig und ich brauche drei Versuche, bis ich im Rollen mit beiden Füßen auf den Schuhen stehe. Jetzt aber lostreten. Mit etwas Tempo fädele ich erst den linken Fuß und dann den rechten Fuß. Weiter treten und dann mit der Hand das Klettband an beiden Schuhen zuziehen. Alles sitzt, also auf zur Jagd.

Sagen wir mal so: es läuft. Fühlt sich gut an und der Druck auf dem Pedal ist gut. Die ersten Fahrer sind überholt und ich hänge am ersten “Anstieg”. Nicht vergleichbar mit Anstiegen im Schwarzwald Trainingslager, aber mit Gegenwind immer noch etwas um den Puls wieder in den roten Bereich zu bringen. Windschattenfreigabe gibt es keine, also schön im weiten Bogen um die Überholten fahren. Selber werde ich auf der Radstrecke nur vom einem Starter überholt. Da ist dann aber auch nichts zu machen. Der war richtig stark und schnell weg. Die Strecke ist größtenteils vom Verkehr geräumt und viele Helfer sorgen dafür, dass dies an den kritischen Stellen auch so bleibt. Leider sind dann Anlieger trotzdem manchmal zwischen den Radfahrern. Gerade an der kritischen Stelle habe ich ein Auto vor mir, welches in die gesperrte Straße einbiegen will und stark abbremst. Leider muss ich am Wagen vorbei. Ich sehe die Helfer auf das Auto zustürzen und es mit Fahnen wild wedelnd zum Weiterfahren bewegt. Zwar musste ich leicht abbremsen, bin aber froh, dass sich die Situation geklärt hat. Es sind drei Runden zu fahren und beim Start in die runden geht es durch einen Kreisverkehr, der im Gegensatz zum Rest der Strecke mal keine Abfahrt oder Auffahrt ist, also sich auf dem Auflieger mit 40km/h schön fahren lässt. Macht natürlich Spaß an den meisten Zuschauern mit richtig Tempo vorbei zu düsen. Dabei durfte ich dann auch jedes Mal mit einem Lächeln meine Freundin am Straßenrand erblicken. Diese ist zwar dieses Jahr nicht so nass geworden, wie im letzten Jahr. Durfte aber trotzdem Taschen-, Schlüssel und Kameraträger spielen, was immer verdammt hilfreich ist.

Dritte Runde am Ende und gleich wieder raus aus den Schuhen. Klettverschluss auf und mit einem Griff an die Ferse den ersten Schuh abstreifen. Jetzt wieder den Schuh in Position bringen und barfuß oben drauf. Noch auf der anderen Seite und jetzt nur noch warten, bis die Haltelinie kommt. Da ist sie schon und fast schon zu schnell bremse ich runter, hebe das eine Bein über den Lenker und verfalle ins Laufen. Hui geht das fix, warum habe ich das immer nur so kompliziert mit Schuh am Fuß gemacht.

Leider brauche ich in meinen Schuhen Socken, um mir keine Blutblasen zu laufen (ja, schon ausprobiert). Somit Rad in den Ständer, Helm ab, Brille ab, Po auf den Boden und aus der Plastiktüte (wegen Regen) die Schuhe mit Socken raus. Rein in beides und endlich kann es los gehen. Hier muss ich dringend noch mal dran arbeiten, da es echt Zeit frisst. Ein Läufer ist vor mir und ich schließe bei einem 4,30min/Kilometer Schnitt schnell auf ihn auf. Es geht quer durch ein Wohngebiet und da ist es wieder. Ein ziehen in der rechten Seite. Mist, Tempo etwas raus und kämpfen. Blöde fünf Kilometer, die plötzlich wie eine Wand vor einem stehen. Langsamer weiter und hoffen, dass es besser wird. Zum Glück werde ich nicht zurück überholt, das zeigt mir, dass ich zumindest nicht richtig langsam geworden bin. Vermutlich um die 5min/km, aber ich will es gar nicht wissen. Ein Kilometer weiter und es geht langsam wieder. Dann geht es aber eine richtige Rampe rauf, die mir oben erst mal wieder die Luft nimmt. Ich laufe, aber richtig fix ist es nicht. Egal, laufen und dran bleiben. Leider gibt es keinen Läufer der mir als Orientierung dient. Zwei Runden der Halde hinter mir und zurück zum Ziel. Ich habe mein Tempo gefunden, höre aber Läufer von hinten näher kommen. Umdrehen gilt nicht und auflaufen lassen auch nicht. Der Blick auf die Uhr sagt 4,3km. Somit Leinen los und volles Tempo, koste es was es wolle. Die Puste ist ab da egal. Leider zieht es sich doch noch etwas (die Garmin zeigt am Ende 5,2km), aber ich bin mir sicher, dass es sich aus geht. Volles Tempo, eine jubelnde Freundin und endlich die Ziellinie.

Nach einer Minute durchatmen geht es mir wieder gut. Zitronentee, Melone und später eine schöne Dusche.

Spaß hat es gemacht und ganz so hart wie letztes Jahr war es auch nicht. Ist eben Sprintdistanz, also volles Tempo über dem Wohlfühlbereich.

Ergebnis:

  • Platz 56 von 211 (letztes Jahr 73 von 205)
  • 1:17:05h (letztes Jahr 1:20:04h)
  • Platz Alterklasse (AK30): 5 (letztes Jahr AK25: 16)
  • weniger Regen
  • viel Spaß
  • guter Start in die Saison

Danke allen Helfern, die trotzdem Regenschauern für einen tollen Wettkampf gesorgt haben.

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20 Mrz 2011

Rodenkirchen Halbmarathon

Geschrieben von um 20:33 Uhr

Nachdem der Köln Marathon mein letzter Wettkampf war, wollte ich die den ersten Vortest für die Saison machen. Ich habe noch etwas Trainingsrückstand, wollte aber dann doch mal wieder einen Halbmarathon ausprobieren, um zu sehen, wo ich stehe.

Die Uhrzeit 14.30 Uhr lies noch etwas Zeit für ein paar Besorgungen am Vormittag und bei der Uhrzeit musste auch noch Mittag gegessen werden. Danach umgezogen, Sachen gepackt und ab die 13km nach Rodenkirchen geradelt. Alles gut gefunden, dann direkt angemeldet und noch genügend Zeit, um zu trinken, zu entspannen und dem Start entgegen zu fiebern. Da ich bei anderen Wettkämpfen wenig gespannt war, hielt es sich heute komplett in Grenzen. Vermutlich habe ich den Lauf im Vorfeld nicht ernst genug genommen. Geplant war einfach ein guter Halbmarathon, also einer, der sich gut anfühlt. Zeitlich wäre ich mit einer Zeit unter 1:45h zufrieden gewesen. Die ersten Tempoläufe im Training waren nicht super schnell, aber sollten dafür locker ausreichen.

Vor dem Start traf ich dann noch die anderen beiden Vereinskollegen, die auch mit an den Start gingen. Ich wollte mit einem 4:30 Schnitt (min/km) starten und sehen, wann ich das nicht mehr halten kann. Vor dem Start fühlte es sich noch nicht so rund an, aber nach dem Start lief es erst gut. Dann aber fingen die Probleme an. Mein Magen wollte nicht mitlaufen und weigerte sich immer mehr, die Pace zu halten. Die erste Runde klappte noch, aber dann konnte ich gerade noch so einen 5er Schnitt halten. Ich dachte schon ans aufhören, aber konnte dann mit Mühe und Not weiterlaufen. Nach 17,5km kam ich mit der dritten Runde wieder am Start vorbei und diesmal war es so weit. Kurz davor musste ich gehen. Also am besten doch abbrechen dachte ich mir. Nach 100m raffte ich mich dann doch zum Laufen auf und siehe da, ging noch. Zwar jenseits von gut und böse, aber ich wollte ins Ziel kommen. Notfalls gehend, aber ich zwang mich von Kilometer zu Kilometer zu laufen. Bis Kilometer 19, bis Kilometer 20 und schon war die Grünanlage in Sicht mit dem Ziel in der Ferne. Also durchlaufen.

Schon vorher waren die Beine zu, ich konnte es also nicht nur auf dem Magen schieben, aber etliche Minuten waren einfach so verloren. Das Ziel kommt in Nähe und die Schritte hinter mir kamen näher. Endspurt, auch wenn die Lust dazu echt gebrochen war. Egal, oder besser gesagt nicht egal, ich werde nicht…

… gegen eine Läuferin kann ich noch gegen halten, aber ein anderer zieht einen besseren Sprint als wir an. Keine Chance, nicht mit der Verfassung. Geht eh nur noch um Zitronentee.

1:48:37h Platz 100 und 7. in der Alterklasse. Vor zwei Jahren mit 1:38h sah das noch besser aus. Ich denke ohne Probleme wäre ich an die 1:40h gelaufen. Die 1:38h wären aber noch nicht drin gewesen. Ab jetzt also noch was Grundlagen und auf Tempo trainieren. Auf das der nächste Lauf das Potential besser ausnutzt. Das Frühjahr wird noch ein paar 10km und Halbmarathons mit sich bringen.

Dank an laufen-in-koeln.de für das Foto.

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27 Feb 2011

Möbelmesse

Geschrieben von um 21:54 Uhr

Schon etwas her, aber hier liegt noch ein Stapel von Visitenkarten und Flyern der Randveranstaltung in Ehrenfeld zur Möbelmesse. Es gab eine Menge zu sehen, viele Designer und ein paar alte Bekannte von Holy Shit Shopping.

Fangen wir einfach mal an:

Und noch zwei weitere Links:

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02 Jan 2011

Geschenktipps

Geschrieben von um 20:06 Uhr

Pünktlich zur Weihnachtszeit hatte das Holy Shit Shopping in Ehrenfeld zum Besuch eingeladen. Herausgekommen sind viele Geschenkideen und Visitenkarten, die ich mit euch teilen möchte.

Viele Kleinkünstler von Taschenkreationen über besondere T-Shirt-Drucke gibt es einiges zu bestaunen:

Viel Spaß damit.

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12 Sep 2010

Halbdistanz in Köln

Geschrieben von um 10:12 Uhr

Auf der Webseite ist es relativ ruhig, wo im letzten Jahr noch ein Wettkampf den nächsten folgte, gab es dieses Jahr weniger Updates. Ich habe kurz gesagt weniger Wettkämpfe gemacht. Das lag daran, dass es im letzten Jahr auch zu viel war und in diesem Jahr ein großes Ziel auf der Fahne stand: die Halbdistanz in Köln.

Letztes Jahr habe ich am Cologne Triathlon Wochenende den Samstag mit einer Smart-Distanz ausgefüllt. Sonntags stand ich dann in der City an der Strecke, feuerte die Athleten an und schwärmte mit einer Freundin, wie toll es doch wäre, selber in der Kölner City ins Ziel zu kommen. Das ist den kurzen Distanzen leider vorenthalten.

Ich wusste, dass es kein leichtes Ziel werden sollte und war mir auch nicht sicher, ob ich dieses erreiche. Entsprechend spät erfolgte auch die Anmeldung für die Halbdistanz. Leistungseinbrüche, Verletzungen oder einfach fehlende Zeit hätten schnell dazu führen können, dass das Highlight des Jahres ausgefallen wäre. Dabei war aber das Jahr fast ganz auf dieses Ziel ausgerichtet.

Im Frühjahr erfolgte der Bonn Marathon und ein Trainingslager mit dem Verein, wo wir rund um Füssen Radkilometer, schöne Landschaften und Regenhärte erfuhren. Über den Winter am Schwimmen gearbeitet, war also die Saison startklar und das zeigte sich vor allem beim Bonn Triathlon, der zu den schönsten Wettkämpfen überhaupt zählt. Dort lief alles bestens und mit einer Streckenlänge von 3,8/60/15 lag er schon erstaunlich nahe an der Halbdistanz.

Weiterer RTFs, kürzere Triathlons, Freiwassereinheiten im Fühlinger See, einem Radmarathon und vielen Trainingsläufen später war dann klar, dass die Halbdistanz Realität werden kann. Nach einer kurzen Suche im triathlon.de Forum wurde ich fündig und ein Startplatz auf der Halbdistanz in Köln war zu verkaufen. Mittlerweile war der Preis drastisch gestiegen und da kam das Sonderangebot gerade recht. Wer Startgelder bei Läufen kennt, wird sich verwundert die Augen reiben, was ein längerer Triathlon kostet. Ok, es wird eine Menge geboten und der Aufwand ist zur Anzahl der Athleten sehr hoch. Triathlon kann zudem nicht als günstig gelten und wer Laufräder zum Preis eines Motorrollers spazieren fährt (ich nicht), darf sich auch nicht beschweren.

Die Ummeldung des Startplatzes klappte zum Glück noch vor dem Wochenende, so dass auf der Startnummer auch mein Name aufgedruckt war. Donnerstags wurden dann die Unterlagen abgeholt und ein regnerisches Wetter mahnte zur Vorsicht und der Neoprenanzug blieb im Auto. Stattdessen wurden noch ein paar Laufkilometer in ruhigem Tempo gesammelt. Im Gegensatz zu den Marathonläufen, vor denen ich meist ein zeitliches Ziel hatte und im Vorfeld nervös war, freute ich mich einfach nur auf den Wettkampf. Erst im Telefonat mit meiner Mutter wurde mir dann mal wieder bewusst, was dort vor mir lag. Wie weit schwimmt ihr? 1,9 Kilometer. Aber im letzten Jahr waren das doch nur 750m, die für dich schon anstrengend genug waren. Und wie weit fahrt ihr Rad? 90 Kilometer, hm, naja, weiter als von Köln nach Aachen. Schon eine Strecke. Und dann ein Halbmarathon? Ja, aber ich fühle mich gut vorbereitet.

Fühlte ich mich wirklich und viele lange Trainingseinheiten gaben mir ein gutes Gefühl. Trotzdem schon eine Distanz vor der man Respekt haben sollte. Der Sonntag kam schnell näher und ich lag noch im Bett, als die Langdistanzler, inklusiv zwei Vereinskollegen im Fühlinger See in den Tag starteten. Mein Start war erst um 12.30 Uhr, was es recht entspannt machte. Aufstehen, Toast mit Honig, die Getränke auffüllen und dann so langsam rein in den Einteiler. Ich fuhr mit dem Rad zum Fühlinger See, was die kleine Anspannung löste und eigentlich recht praktisch war, da nach dem Wettkampf alles Material in der City ankam.

Die Beutel waren fein säuberlich eingeräumt und so schob ich mein Rad in den Bike-Checkin, wo ich noch einen anderen Starter aus dem Verein traf. Zusammen zogen wir dann noch etwas über das Gelände und schauten kurz bei den radfahrenden Langdistanzlern vorbei:

Ein weiteres Toast

Radstrecke am Fühlinger See

Wartewiese

Zeitlich passte alles zusammen und so zog ich eine halbe Stunde vor dem Start den Neoprenanzug an. Natürlich vorher schön mit Body Glide einschmieren, um keine Scheuerstellen zu haben und beim Wechsel besser rauszuflutschten.


Body Glide

Vor dem Wassereinstieg

Ich stieg spät ins Wasser und musste somit nicht so lange Wassertreten. Ich war ca. in der Mitte der Startbahn und in dritter Position eingereiht. Am Land hörte ich noch die Nationalhymne und schon wurden die Sekunden runtergezählt. Im Training schon mal die 3km bezwungen, wusste ich, dass ich die heutigen 1,9km hinter mich bringen werde. Nicht so schnell wie viele, aber in meinem Tempo und zwar kraulend. Der Startschuss fällt und ich kraule los. Den Kopf unter Wasser sehe ich nichts als Luftblasen, wobei ich sogar recht frei schwimmen kann.

Das schöne am Fühlinger See sind gespannte Stahlseile in ca. 1,70m Tiefe. So kann man sich gut orientieren. Zudem sind alle 250 Markierungen der offiziellen Regattastrecke und alle 500m ein Querseil. Man weiß eigentlich immer relativ genau, wo man sich befindet und wie weit es noch ist. Ich schwamm also die ersten 250m relativ gerade aus und merkte hier oder da einen Schwimmer der vorbei wollte oder zumindest an meinen Beinen anschlug. Da es nicht drüber geht, muss man eben links oder rechts überholen. Ich hatte nur Angst um meinen ChampionChip, den ich nicht unter dem Neo, sondern am Fußgelenk trug. Ich hatte mein Tempo gefunden und versuchte mich aus allen Positionskämpfen rauszuhalten. Bringt nicht viel und einen eher aus dem Rhythmus. Ich tendierte jetzt so langsam nach links in Richtung Boye und wollte idealerweise direkt an der Boye innen wenden. Manche Schwimmer werde ich nicht verstehen oder sie haben einfach keinen Sinn für den Weg. Ein Schwimmer drückte mich konsequent nach rechts ab. Obwohl ich dann erst mal wieder ein Stück geradeaus schwamm, eckte er immer wieder an. Irgendwann hatte ich mich an ihm vorbei gearbeitet und er hat vermutlich den rechten Ausstieg gewählt. Zwischenzeitlich immer mal den Kopf hoch, wo man sich befindet. Die Boye war gut angepeilt und ich kam erstaunlicherweise wirklich ganz nach Innen. Direkt an der Boye wurde es eng und ich bekam einen Schlag ab. Nicht so schlimm im Gegensatz zu plötzlichen Brustschwimmern. Warum lernt man nicht, dass für einen Brustbeinschlag keinen Platz in der Enge ist? Bitte krault mit den Armen weiter und tretet nicht wild um euch. Ich zog nach der Boye wieder direkt nach links, um Platz zu finden. Irgendwann wurde es auch da enger, so dass ich später relativ mittig dem Ende entgegen schwomm. Kräftemäßig war es kein Problem, da ich das Schwimmen einfach nur gut überstehen wollte. Geplant hatte ich ca. 40min, was 10min auf 500m sind. Die Strecke fühlte sich schon länger an, als im letzten Jahr, aber mein Tempo konnte ich bis zum Ende recht konstant halten. Ich verließ das Wasser mit knapp über 38min und lief zur Wechselzone. Erst klemmte der Neo, aber dann ging er doch gut runter. Da ich mir den Laufweg gut eingeprägt hatte, fand ich mein Rad direkt. Neo ausstrampeln, Socken an (hauptsächlich fürs Laufen), Schuhe an, Helm auf, Brille an und dann musste noch alles vom Schwimmen in den Beutel, was etwas länger dauerte als geplant. Jetzt noch schnell den Garmin Forerunner starten, den ich am Rad befestigt hatte und laufend Richtung Aufsteigezone.

Der Vereinskollege war schon vor meiner Ankunft weg, wobei ich wusste, dass er ein guter Schwimmer war. Trotzdem hatte ich gehofft ihn zumindest noch am Ende seines Wechsels anzutreffen. Die ersten Meter Rad waren noch nicht so schnell, wobei ich bei anderen Wettkämpfen in den Jahr mehr gelitten hatte. Oft brauchte ich so viel Luft, dass an eine tiefe Haltung erst mal nicht zu denken war. Aber ich lag schon auf dem Triathlonlenker und merkte auch nach 5km richtig Druck auf dem Pedal.

Das dröhnen eines überholenden Fahrers mit Aerorädern spornte mich an, dann auch mal in den Tritt zu kommen und so kam ein schönes Tempo raus mit dem ich zum ersten Mal in Richtung Köln Zentrum schoss. Da kam die City, die Zoobrücke, weiter entlang des Rheins, der Musicaldome und der Dom und schon ging es ab in den Tunnel, an dem die ersten Verletzten am Straßenrand lagen. Ich kam verletzungsfrei durch und wendete, um die City wieder zu verlassen. Ein Blick auf die Forerunner zeigte ein Tempo von ca. 35km/h im Durchschnitt an. Ich wollte auf keinen Fall unter 30km/h fallen, wobei die Spitze locker über 40km/h fährt.

Auf der großen Runde konnte ich mein Tempo bestätigen und hatte relativ genau 35km nach einer Stunde auf der Tachouhr. Die Hälfte der Radstrecke war nach 1:16h auf der Uhr und ich jubelte schon innerlich. Ja, Essen wäre gut, bisher vernachlässigt, aber es wurde auch nicht viel gereicht. Ich machte einen Riegel auf, der sich als so zäh erwies, dass ich nach 5km aufgab und ihn immer noch nicht vollständig gekaut hatte. Leider waren keine Gels an Board und ich hoffte auf die versprochene Verpflegung des Veranstalters. Am der Verpflegungsstelle am Fühlinger See füllte ich das Getränk nach und erwischte ein Gel. Dieses war so flüssig, dass ich mir gleich die Finger einsiffte und danach wenig Lust hatte, die weißen Griffe einzusauen. Egal, Wettkampf also mit klebrigen Fingern weiter. Da kam auch schon wieder langsam die Innenstadt, aber plötzlich war es da. Das Gefühl des Hungers und der Kraftlosigkeit. Zu wenig gegessen und das wo der Wettkampf mitten in seiner heißen Phase ist. Am Dom schrie ich nach Gel, aber es gab nur Getränke dort. Ich versuchte alles zu essen, was ich dabei hatte und reduzierte das Tempo. So ärgerlich dachte ich mir und machte mir große Sorgen über die Laufstrecke, denn da brauche ich noch wesentlich mehr Energie als beim Radfahren.

Beim Radmarathon über 200km hatte ich einen Hungerast, der mich eine halbe Stunde Pause kostete und mich mächtig schwächte.

Nun gut, ich wurde von vielen Fahrern überholt, die ich eigentlich hinter mir gelassen hatte. Zwei andere Fahrer hatten mein Tempo. welches ich zumindest über 30km/h halten wollte, was trotz reduziertem Krafteinsatz noch klappte. 70km standen auf dem Tacho und die letzte kleine Runde auf dem Rad stand an. Die Verfassung wurde nicht viel besser, aber blieb konstant. Weitere Verpflegung erwischte ich nicht mehr groß und trudelte in die Wechselzone mit einem Zeitverlust von 10min ein. Nichts verloren und weiter im Wettkampf wurde mir das Rad entrissen, an dem ich aber noch den Forerunner abnehmen wollte. Kurzes Gefummel und schon suchte ich meinen Beutel den ich auch schnell hatte. Die Bank zum Umziehen war super. Danach schnell in ein Dixie und dann ab auf die Laufstrecke. Erst mal die Treppen hoch zum Neumarkt sah ich auch meine Freundin, die mich mit dem Worten “Gib Gas, du schwitzt ja gar nicht” auf die Strecke schickte. Da war mir noch nicht klar, ob mich nicht ein Hungerast nach 5km zum Abbruch zwingt. Die erste Getränkestation nutzte ich für Cola und Gels und lief dann über die Deutzer Brücke. Dabei ging es nicht super schnell, aber doch mit einem guten Tempo voran. Da es alle 2,5km eine Verpflegungsstelle gab, konnte ich mich hier endlich vernünftig versorgen. Leider wurden nur Getränke angereicht und Gel musste man sich selber schnappen. Normalerweise mache ich bei Läufen einen großen Bogen um Cola, da ich mit der Kohlensäure Probleme hatte. Heute war das aber nicht so und ich konnte meine Energie wieder auf ein gutes Level bringen. Im Smalltalk mit einem anderen Läufer ging es den Rhein entlang. An einen hohen Puls ist bei mir bei so einer Streckenlänge nicht zu denken und so ist das kein Problem. Irgendwann wird er mir zu schnell und ich lasse abreissen, behalte ihn aber 200m vor mir und kann sein Tempo weiter gehen. Vier Kilometer später sind wir auf der Deutzer Brücke zurück. Ich sage ihm, dass die nächsten 5km mir gehören, den ich fühle mich richtig gut. Nur noch 10km bis zum Ziel und es läuft. Glücklich entstehen folgende Bilder:

1444 glücklich

Dem Ziel so nahe

Die nächsten Kilometer fliegen vorbei, aber ich merke plötzlich, wie dann doch die Erschöpfung zuschlägt. Ich werde von dem vorher genannten Athleten wieder überholt und merke, wie ich mehr und mehr Tempo verliere. Der Kampf ist da und es sind noch 6km. Die packe ich auch, aber locker ist dann anders. Kurz vor der Deutzer Brücke werde ich von den Vereinskollegen noch mal angefeuert und klettere die Brücke hoch. Am Ende der Brücke höre ich noch einmal meine Freundin und biege links in die dunkle Durchführung Richtung Heumarkt ein. Ich sehe den Heumarkt, und stehe hinter der Ziellinie. Vorbei, geschafft, glücklich. Noch schnell mein verdientes T-Shirt abstauben und die Zeit erst mal Zeit sein lassen. 5:19:58. Yeah. Wahnsinn. So locker hatte ich mir das nicht vorgestellt, aber hier gilt noch mal ein Dank allen, die mich im Training mit unterstützt haben. In erster Linie den Mitgliedern des TPSK Triathlon mit denen ich dieses Jahr eine tolle Zeit hatte, dann natürlich auch meiner Freundin, die öfters auf mich verzichten musste, aber selber oft im Training steckt.

Sollte die Form weiter so bleiben, steht nächstes Jahr auf jeden Fall wieder der Bonn Triathlon und auch eine Halbdistanz an. Köln war schön und sehr praktisch. Zudem könnte ich weiter an der Zeit arbeiten, an der noch Luft nach oben ist. 5h? Wir werden sehen.

Das Erdinger danach

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15 Aug 2010

Du bist Triathlon, wenn

Geschrieben von um 11:00 Uhr

  • Du beim ersten Date einen Long-Jogg vorschlägst um den Trainingsplan einzuhalten.
  • Du so viel isst, dass Deine Freunde glauben, Du hättest eine Esstörung.
  • Du mehr Leggins als deine Mutter besitzt.
  • Du 10 Stunden in der Nacht schläfst und trotzdem einen einstündigen Mittagsschlaf brauchst.
  • Du selbst auf der Autobahn im Stau 10m Abstand zum Vordermann hältst.
  • Es Dir schwer fällt mit Rennradlern eine Ausfahrt zu machen, weil Sie entweder zu schnell fahren oder nicht weit genug.
  • Du absolut ungenießbar und launisch an Ruhetagen bist und zum Monster in der Taper-Phase wirst.
  • Du Dich unwohl fühlst, wenn Du nicht mindestens 2x am Tag trainierst.
  • Du alle Kollegen damit nervst, auch nur ein Stockwerk mit dem Lift fahren zu wollen, weil Du Deine Beine schonen willst.
  • Du, sobald du irgendwo warten musst, damit beginnst, Deine Beine und Arme zu dehnen.
  • Morgens um 6:30 Uhr 3km zu schwimmen für Dich ein guter Start in den Tag ist.
  • Leute Dich fragen wie oft Du in der Woche trainierst und es für Dich ganz normal ist mit “8-10x” zu antworten.
  • Dein Rad-Tacho im Jahr mehr km drauf hat als Dein Auto.
  • Du Dir eine 12stündige Übertragung eines Ironman ansehen kannst ohne dass Dir fad wird.
  • Du dich bei der Wahl “Gratis Rolex” oder “Gratis Suunto T6″ für die billige Plastikuhr entscheidest.
  • Dein Rad mehr gekostet hat als Dein Auto.
  • Dir Deine langen Trainingseinheiten am Wochenende wichtiger sind als sich mit Freunden zu besaufen.
  • Du Doch mal fortgehst, du den ganzen Abend nur ans Training denken kannst.
  • Du mehr Wasserflaschen als Gläser zu Hause hast.
  • Du keine Urlaube, sondern nur mehr Trainingslager machst.
  • Du Wochenumfänge kleiner 10 Stunden als Erholung bezeichnest.
  • Dein Badetuch nie trocken ist.
  • Dir jemand einen Becher Wasser gibt und Du ihn instinktiv über Deinen Kopf schütten willst.
  • Du deine iPod-Playlisten nach Schritt- und Trittfrequenz organisierst.
  • Du auf die Frage nach deinem Alter mit M25 antwortest.
  • Deine Vorstellung von einem tollen Geburtstag darin besteht, mit deinen Freunden die Anzahl deiner Jahre in Kilometern zu laufen.
  • Du versuchst, Mädels mit deiner Kilometerzeit zu beeindrucken.
  • Deine Trainingseinheiten dadurch begrenzt sind, wie viel Zeit du hast, und nicht wie weit du zu laufen imstande wärst.
  • Du frühmorgens aufwachst, und dein erster Gedanke ist: Wie hoch ist mein Ruhepuls?
  • Du trotz eines Gewitters 2 Stunden Laufen gehst, und es richtig geniesst, schön nass und dreckig zu werden.
  • Du denkst, ein Ironman wäre einfacher als ein Marathon, weil man da nicht so schnell loslaufen muss.
  • Du ein Auto mit Automatik mietest, um zu einem Ironman zu fahren. Du besitzt zwar ein Auto mit Handschaltung, aber weder du noch dein Freund werden in der Lage sein, damit nach Hause zu fahren.
  • Du es natürlich empfindest, dein “Geschäft” hinter einem Baum im Wald zu verrichten.
  • Dir keiner mehr glaubt, wenn du “Nie wieder” sagst.
  • Du an einem 10-km Lauf teilnimmst, um deine “Grundschnelligkeit” zu verbessern.
  • Du nach einem 5-km Lauf noch 5 km auslaufen gehst, um dein Tun wenigstens halbwegs als Trainingseinheit bezeichnet zu haben.
  • Du Arbeit als Regenerationszeit zwischen den Einheiten betrachtest.
  • Dich deine Arbeitskollegen nicht fragen, ob du am Wochenende trainieren gehst, sondern wie oft und wie weit.
  • Du beim Autofahren immer eine Wasserflasche dabei hast.
  • Du im Urlaub, wo andere die Sau rauslassen, um 22.00 h ins Bett gehst, weil morgen eine lange Einheit gefahren wird.
  • Du auswendig weißt, wie viele Proteine ein Energieriegel enthält.
  • Du dir ernsthaft überlegst, deine Staatsbürgerschaft aufzugeben, um bei den Olympischen Spielen für Tonga, Jemen, oder Tschad im Triathlon an den Start zu gehen.
  • Die Leute dich dafür loben, dass du 15 km am Stück durchlaufen kannst, und du das als Beleidigung ansiehst.
  • Du die Schäferstündchen auf Belastungstage legst und an Grundlagentagen Migräne vortäuscht.
  • Deine Beine im Sommer besser rasiert sind als die deiner Freundin.
  • Sich deine Frau keine Sorgen macht, wenn du bereits vor 2 Stunden laufen gegangen bist.
  • Du ein Foto für eine Bewerbung brauchst und nur Wettkampffotos besitzt.
  • Deine Hauptfeindbilder nicht Finanzamt und Terroristen sind, sondern Nordic Walker und Hunde.
  • Du die Finisher T-Shirts von Volksläufen beim Radservice zum Kettenputzen verwendest.
  • Du mit Deinem Fahrrad eine freundschaftliche Beziehung hast, mit ihm redest und es nach Wettkämpfen oder guten Trainings streichelst.
  • Du alle Wege in die Stadt mit dem Mountainbike als zusätzliche Trainingskilometer erledigst.
  • Deine Schmutzwäsche zu 90% aus Trainingsbekleidung besteht.
  • Du Chlorgeruch liebst und kribbelig wirst, wenn Du es irgendwo riechst und nicht schwimmen kannst.
  • Dein Badezimmer nach Neoprenanzug riecht (weil er dort hängt, damit er keine Falten und Risse bekommt).
  • Du den schnelleren Schwimmern auf der Nebenbahn Doping unterstellst. Auch wenn es sich um die Kindergruppe des örtlichen Schwimmvereins handelt.
  • Du der Meinung bist, dass auch Männer Slips und Tops tragen können.
Gesehen in der MeinVZ-Gruppe: Du bist Triathlon, wenn
Und nein, es trifft nicht alles zu. Aber es kommt der Realität an manchen Stellen erstaunlich nah.

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