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13 Apr 2015

Duathlon Alsdorf

Geschrieben von um 20:42 Uhr

Duathlon – der falsche Triathlon? Nach Jahren des Triathlon-Sports habe ich es dann doch zur Anmeldung bei einem Duathlon geschafft. Einerseits ist man damit im Frühjahr noch unabhängig, was die Temperaturen betrifft und auf der anderen Seite war die Veranstaltung in Alsdorf, also meiner alten Heimat. Laufen, Radfahren, Laufen – in Rücksicht auf meine Laufform wählte ich die kurze Variante, die sich Volksdistanz nannte. Mit 5km, 20km, 2,5km eine machbare Distanz.

Mein Frühjahr war nach dem 10km Lauf in Leverkusen von Achillessehnenproblemen überschattet, die meine Laufform wieder weit zurückgeworfen haben. Auf Mallorca konnte ich Radkilometer sammeln und auch einige laufende Kilometer zurücklegen. Trotzdem fehlen mir zum aktuellen Stand noch die schnelleren Laufeinheiten, nach denen man erst so richtig lospreschen kann.

Die Taktik war also verhalten loslaufen, sich auf dem Rad verausgaben und das Ding mit den abschließenden 2,5km nach hause bringen, ohne eine erneute Verletzung zu riskieren. Vor einiger Zeit bin ich noch ungern gestartet, wenn keine neue Bestzeit in Reichweite war, aber diese Einstellung hat sich zum Glück geändert. Es ging darum Spaß zu haben, sich zu verausgaben und die Stimmung des Wettkampfs aufzusaugen.

Die Packliste fällt im Gegensatz zum Triathlon wesentlich kürzer aus. Toll, wenn man ganze Abschnitte überspringen kann. Auf der anderen Seite gibt es ganz neue Fragestellungen. Ziehe ich mittendrin Radschuhe an? Wie wechsel ich von Laufschuhen zum Rad. Jetzt wo ich von Anfang an Socken anhabe, wie wechsel ich von den Radschuhen zu den Laufschuhen? Wie man liest, höchst kritische Punkte. Da mein Motto aber der Spaß an der Veranstaltung war und es der erste Wettkampf des Jahres war, habe ich alle Spielereien, wie z.B. die Schuhe eingeklickt am Rad beseite gelegt und mir das Leben einfach gemacht. Am Platz ganz normal wechseln und jeweils in Schuhen zum Platz zurück laufen. Bei der kurzen Distanz sicherlich nicht das Schnellste, aber das Vernünftigste – man wird ja älter.

Auch wenn es kein Triathlon ist, so muss das Rad neben den Laufsachen trotzdem mit. Der Wecker klingelte am Sonntag um kurz nach 7 Uhr. Schnell in die Wettkampfkleidung und die Wettkampfernährung bestehend aus Kaffee, Toast mit Honig und Apfelschorle zu mir genommen. Mit Rucksack und Rad im Gepäck ging es dann in den Keller, wo die 8 Bar in die Zipps flutschten und mein Rad kurz danach im Kofferraum eintauchte. Ab auf die Autobahn und ab nach Alsdorf. Die Parkmöglichkeiten waren super und ich machte mich gleich auf den Weg zur Startnummernausgabe. Die Schlage war schon recht lang, aber nach 15min auch bewältigt. In der Zwischenzeit war die Schlange noch etwas angewachsen und ich war froh in Ruhe zurück zum Auto zu schlendern. Noch ein Toast hinein und die Aufkleber auf Rad und Helm verteilt. Das Startnummernband umgeschnallt und ab zum Bike Check-In mitten auf dem gesperrten Denkmalplatz. Alles war gut zu finden und der Veranstalter hatte alles im Griff, trotzdem es der erste Wettkampf in Alsdorf war.

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Die Temperaturen waren sich trotz Sonnenstrahlen nicht sicher, ob sie einstellig oder zweistellig waren. Somit hatte ich meine Jacke noch an als die Wettkampfbesprechung losging. Zum Glück erblickte ich dann auch schon meine Freundin, die ich mit allem unnötigen wie Autoschlüssel und Jacke beglückte. Mit dem Ende der Wettkampfbesprechung schallte dann auch schon ein „in 3min geht’s los“ durch die Boxen. Und da war es wieder, man trainiert monatelang auf den ersten Wettkampf hin und dann soll es einfach losgehen? Ich schaue mir den Pulk an. Vorne drei Reihen eng an eng, die nur noch darauf warten loszusprinten. Dahinter folgt dann die Masse. Ich stelle mich in die Mitte und der Counter zählt die letzten Sekunden herunter. Stoppuhr bereit und los geht’s. Wie erwartet sprintet der vordere Teil los und das Feld um mich herum zieht das Tempo auf den ersten Metern erstaunlich an. Ruhig Blut, der Wettkampf wird nicht auf den ersten 100m entschieden – ist ja kein Schwimmstart bei dem die Ellbogen fliegen und die Boyen innern verteidigt werden wollen.

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Ich finde ins Tempo, weiß aber auch, dass ich hier nicht ans Limit gehen will. Wir laufen vom Denkmalplatz in Richtung Annapark. Die Strecke ist gut, toll ausgewiesen und ein paar Zuschauer säumen den Rand. Am hinteren Teil erblicke ich den Neubau der Schulen und das verhüllte Langhaus. Vorbei am Sportplatz kommt auch schon das Kaufland näher. Die 2,5km Runde ist wirklich kurzweilig und um mich herum hat sich das Tempo jetzt auch gesetzt. Am Denkmalplatz erblicke ich dann meinen Vater und meine Schwester, die mittlerweile auch angekommen sind. Weiter geht es in die zweite Runde, wobei das Feld schon weit auseinander gezogen ist. Ich freue mich auf das Rad und nach einer ruhigen Runde ist es dann soweit: Startnummer auf den Rücken, Laufschuhe auf, Radschuhe an, Helm auf und ab geht’s.

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Die Taktik war einfach, wenn mich jemand überholt, bin ich auf dem Rad zu langsam. Ich ziehe an den ersten Athleten vorbei und werde selber überholt. So nicht, Kette rechts und mehr Gas gegeben. Es sind die ersten Kilometer auf dem neuen Rad, die sich erstaunlich gut anfühlen. Es geht leicht bergab in Richtung des Friedhofs und ich sehe 46km/h auf dem Tacho – es läuft rund. Nach dem Friedhof wird es in der Senke gut windig, aber alles machbar. Am Ende geht es hoch über die Brücke und ich merke, dass die Aerohaltung mir Kraft raubt, also ab in den Oberlenker und mit Kraft den Höhenunterschied ausgeglichen. Es geht gar nicht durch bis zum Kreisel, sondern der Wendepunkt liegt schon davor. Also rum und wieder runter zur Senke. Von hinten droht keine Gefahr und so kämpfe ich mich durchs Feld der schnelleren Läufer. Macht richtig Spaß und ich finde ein Tempo, mit dem ich die folgenden zwei Radrunden angehen kann. Es geht zurück zum Denkmalplatz und eine leichte Steigung begleitet einen fast dauerhaft. Vom Wind merkt man in der Stadt zum Glück nichts mehr. Da werde ich doch wieder vom Athleten eingeholt, den ich am Anfang wieder eingefangen hatte. Nachdem er ein Stück weg war, kam ich ihm bei den Steigungen immer wieder näher. Ansonsten war dauerhaftes Überholen angesagt, was gut klappte. Es gab keine Pulks und das Feld war gut auseinandergezogen. Ich hatte mein Tempo gefunden und brach auch nicht ein, was ich am Abstand zum Vordermann und dem Tempo des Feldes um mich herum merkte. Die letzten Meter in Richtung Denkmalplatz und ab in die Bremsen zur weißen Linie.

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Der Platz für das Rad war schnell gefunden und der Wechsel zurück in die Laufschuhe klappte sehr gut. Die Beine wollten auch noch, obwohl jetzt die Stunde der überholten Läufer kommen müsste. Das Tempo der ersten Überholung kann ich schon nicht mitgehen und der zweite Läufer tappt auch schon hinter mir her. Aber es hält sich in Grenzen und ist nicht so schlimm wie beim Triathlon in der Landesliga letztes Jahr. Der Läufer der mich überholt hat bricht vom Tempo her ein und ich bekomme ihn vorm Kaufland. Jetzt noch um die Ecke und nur noch 500m bis zum Ziel. Da höre ich wieder Schritte hinter mir und habe natürlich mein Feuer noch nicht verschossen. Im leichten Sprint nähere ich mich dem Ziel und erblicke Familie und Freundin. Glücklich komme ich zu Atem. Was ein toller Wettkampf. Meine Taktik habe ich durchgezogen und dabei viel Spaß gehabt. Ich genieße das Bitburger Grapefruit und habe endlich wieder Augen für den Rest der Veranstaltung.

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Der Platz 70 von 205, wobei ich auf dem Rad Platz 30 schaffte und damit sehr zufrieden bin. Beim Laufen ist die Pace am Anfang und am Ende gleich, was für eine gute Einteilung spricht.

Duathlon Alsdorf (5/20/2.5) – 1:09:47

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08 Sep 2014

Köln Triathlon 2014

Geschrieben von um 19:29 Uhr

Foto 16 Jahre Triathlon und das 5. Mal die Kölner Halbdistanz. Das muss ich mir immer selber noch vor Augen führen. Rückblickend waren die Anfänge immer noch am einfachsten. Man hatte keinen Respekt und ist einfach losgestürmt. So kämpfte ich auch die letzten Jahre immer noch an meinen Anfangszeiten. Das Ziel die Halbdistanz unter 5 Stunden zu machen, wurde auch im letzten Jahr nach einer Verletzung enttäuscht, mit der ich zwar durchkam, mehr aber auch nicht.

Dieses Jahr wollte ich mein Ziel realisieren. Schon früh im Jahr war ich auf dem Rad fit und konnte das Trainingslager auf Mallorca bis auf einen Sturz so bewältigen, wie ich es mir gewünscht hatte. Danach stieg ich dann mit Trainer und Trainingsplan richtig ein. Es folgten viele Einheiten zu Wasser und zu Land. Ich erlebte den Durchbruch beim Schwimmen und auch meine Stärke auf dem Rad konnte ich noch weiter ausbauen. Das Laufen bliebt etwas hinter den Erwartungen, aber die harten Intervallläufe der letzten Wochen und Monate zeigten auch Veränderungen. Es war eine sehr intensive Zeit bei der ich mich jetzt auf etwas Zeit für all das freue, was liegen geblieben ist.

Im Juni mit einer Spring- und zwei Olympischen Distanzen war eine gute Grundlage gelegt und ich wusste, wo ich stand. Es folgte ein trainingsreicher Sommer mit der Krönung beim Ironman Wiesbaden 70.3, der gut klappte, aber mit 5 Stunden und 30 Minuten die Sub5 in Köln doch wieder etwas weiter in die Ferne rücken lies. Klar eine harte Radstrecke, aber 30min sind eine Menge.

Die letzten zwei Wochen vor dem Köln Triathlon hieß es auf die Zähne beißen und die letzten Einheiten noch durchziehen. Gar nicht so einfach, aber die Vorfreude auf das Event stieg. So viel bekannte Gesichter, die dieses Jahr teil nahmen. So viele bekannte Gesichter an der Strecke. Es war alles bereit. Ein verletzungsfreier Sommer und schon eine gute Halbdistanz in der Tasche konnte ich in Köln auf alles gehen.

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Mittlerweile ist vieles Routine beim Packen und den Abläufen, das zahlte sich auch aus. Mit Ruhe und Vorfreude ging es in den Tag. Gut geschlafen und dem Willen heute Gas zu geben. Auf dem iPad an der Wand gab es schon die ersten Ergebnisse der Langdistanz. Mein Trainer mit über 10min in Führung bei der Langdistanz, also nicht nur mein großer Tag.

Mit dem Rad zum Fühlinger See, Check-In, alles vorbereiten, Neo anziehen und dann tickte die Uhr schon richtig schnell. Spät ins Wasser, da ich ungern so lange im Wasser rumpaddel. Noch 1min, als ich an der Startlinie ankomme. Fast links einsortiert waren noch ein paar Reihen vor mir. Der Startschuss und ich schieße los. Die ersten 100m Gas geben. Kurz eng, aber alles im Rahmen. Keine Schläge, einmal zwei Schwimmer direkt vor mir, die aber dann auch Platz lassen. Arm an Arm über die nächsten 100m, um dann vorbei zu gehen und plötzlich allen Platz der Welt zu haben. Ungewöhnlich bei der Anzahl an Schwimmern. Vor mir sind einige Weg, aber es gibt eine Lücke von 5min vor mir, die ein entspanntes Schwimmen zu lässt. Ich gehe etwas nach links und habe das Seil 2min neben mir, welches Bahn 6 begrenzt und mich ohne super orientieren lässt. Neben mir noch ein Schwimmer, aber ich kann mich gut unter Wasser orientieren, ohne nach vorne aus dem Wasser schauen zu müssen. 500m Marke überschwommen. Gefühlt ging das ruck zuck und weiter freie Bahn. Es geht auf die Wende-Boje zu, Kopf aus dem Wasser und dabei gedacht, wow, schon so nah. Es kommen ein paar Schwimmer von rechts, aber ich komme gut bis zur Boje hin. Gut rumgekommen, keine plötzlichen Brustschwimmer, quer rüber zur roten Boje und wieder ganz innen orientiert. Zurück an der anderen Seite von Bahn 6. Kurz eng ist bald wieder genügend Platz um weiter Gas zu geben. Ich merke den Druck unter den Händen und das es eine gute Schwimmzeit wird. Weiter Gas geben, es läuft so anders als in den Jahren davor. Insgesamt super konstant. Auch wenn ich mir wünsche den Wasserschatten von Vorschwimmern auszunutzen, klappt das nicht. Ist aber egal, ich schwimme in Ruhe meine Strecke. Da kommt die Trübe in die Nähe und ich gehe nach rechts rüber, wo es richtig voll aussieht. Ich bleibe links von der Masse, komme aber gut zum Ausstieg. Und schwups, schon durch. Wenn der Tag so weiter geht…

Reißverschlussleine hinter den Rücke geworfen, Neo auf, Arme aus, alles gut. Rad finden, aber die Reihe hatte ich mir gut einprägt. Neo ausgetreten, Helm an, Neo und Brille in die Tüte, Startnummer an und los gehts. Die Schuhe habe ich am Rad, sehe viele an der Linie stoppen und renne weiter, um aufs Rad zu springen. Leider reißen die Gummis an den Schuhen zu früh und so baumelt der Schuh falsch herum am Pedal. Zum Glück nicht abgefallen komme ich auf Tempo. Rein in die Schuhe und Tempo aufnehmen. Einige prechen vorbei, als wenn es kein morgen gibt. Ich überhole die ersten Räder und komme wenig später auf dem guten Asphalt ins Rennen. Ich merke, dass ich gute Beine habe und gebe Gas. Wie mit dem Trainer besprochen noch nicht Vollgas. Mit 36-37km/g rolle ich Richtung Dom. Es läuft super, alles easy, Puls gut und jetzt kontrolliert weiter. Ein erstes Gel, meine Apfelsaft-Salz-Wasser Mischung vorne drin, um an der ersten Verpflegungsstation mit einer Wasserflasche für weiteres Getränk zu sorgen. Am Heumarkt bei super Stimmung vorbei und über die Deutzer Brücke. Nicht überziehen und bei der Überfahrt zurück mit einem 36er Schnitt voll zufrieden. Der erste Teil der Rheinuferstraße läuft dann noch nicht so gut, aber ich kann mich wieder finden und schon zeigt der Tacho wieder 38km/h. Nahezu windstill ist es der perfekte Tag fürs Rad. Ich fliege zurück in den Kölner Norden. Mein Trainingsrevier, was ich so oft dieses Jahr gefahren bin. Plötzlich zieht ein Pulk vorbei, der nur unwesentlich schneller ist. Reinhängen kein Bock, also mit Gas vorbei und versucht das Pack abzuschütteln. Auf der alten Römerstraße angekommen aber keine Chance, da ist er wieder. Ok, Abstand halten, um keine Zeitstraße zu bekommen. Da ist die Hälfte auch noch geschafft. Es läuft einfach super, kaum außer Puste und weiterhin mit Druck auf dem Pedal schießt die „weiße Göttin“ nach vorne. Die Pace auf dem Tacho zeigt 37km/h an und die Hälfte ist schon geschafft. Das Radfahren geht ähnlich schnell vorbei wie das Schwimmen. Zurück nach Köln und mit mehr Motorrädern entschäft sich der Pulk etwas. Zurück auf der Römerstraße greife ich den Pulk noch mal an und bekomme einen Abstand hin, der mich aber mit einem Teil der Gruppe am Fühlinger See wieder einholt. Kurz danach finde ich mich schon wieder am Dom, bei dem es kurz durch den Tunnel geht. Wie jedes Jahr sorgen kullernde Radflaschen für etwas Nervenkitzel. Zum Glück sehe ich heute keine einzigen Sturz und alle um mich herum sind vernünftig unterwegs. Auf der letzten kürzeren Runde ist es dann extram voll. Ein Pulk von 30 Leuten war aufgefahren, die von 10m Abstand nun wirklich noch nichts gehört hatten. Es gab zwar ein paar Ermahnungen, aber es war auch wenig Platz, die gesamte Großgruppe zu entzerren. Ich hängte mich hinten in einen 10m Abstand und setzte mich auf dem Weg zum Nieler Ei noch mal weiter nach vorne. Der Rückweg war dann nur noch die Kür. Es lief bombig und ich schaute, dass ich Gel und Wasser vor der Laufstrecke zu mir nahm. Noch ein letztes Mal den Heumarkt rauf und über die Deutzer Brücke. Schuhe auf und schon mal auf die Pedale, bevor es dann in die Wechselzone ging. Runter vom Rad und schon sehe ich Markus aus dem Verein TPSK Triathlon ein paar Meter vor mir. Auf dem Rad war ich im eher dauerhaft im Tunnel und habe vom Rand oder Mitstreitern nicht allzu viel mitbekommen.

Der Radplatz war schnell gefunden. Ganz am Ende der Reihe hatte ich mir zum Glück im Vorfeld online angeschaut, welche Reihe ich nehmen muss. Rad aufgehangen, Socken an, Schuhe an, Helm aus und los gehts. Schon höre ich einen Vereinskollegen der mich vom Rand anfeuert. Ich fühle mich gut, gehe aber nicht auf volles Tempo, da die ersten 1-2 Kilometer locker angelaufen werden soll. Es geht durch den Rheinpark zum Wendepunkt, an dem ich Markus einige Meter vor mir sehe. Auf dem Rückweg zum Zielbereich ruft mir dann Thomas zu und auch andere bekannte Gesichter tauchen auf. Das erste Mal über die Hohenzollernbrücke, lässt mich die Muskeln vom Radfahren etwas spüren. Ist aber noch alles locker. Tempo ist ok, aber nicht fix, hoffentlich hält es, dachte ich mir. Mit der Radzeit war ich voll in der geplanten Zielzeit, dachte aber, dass der Puffer größer wäre. Vorbei bei der Verpflegung Tricologne und dann den Rhein längs bis zum Mach3 Stand. Einfach super, so viele bekannte Gesichter zu sehen und auch aus unserem Verein hatten sich einige an der Strecke versammelt. Im Nachhinein habe ich einige sogar übersehen, aber manchmal ist man dann zu sehr bei sich. Wendepunkt hinter der Zoobrücke und wieder zurück an der Altstadt vorbei, wo ein Kollege mich anfeuerte. Rauf über die Wendeltreppe, ich überlege zwei Stufen zu nehmen und langsam hochzugehen, als mich ein Krampf im Oberschenkel trifft. Verdammt tat das weh. Ich versuchte mich zu dehnen, aber da kamen schon die nächsten Läufer. Schmerzverzerrt schleppte ich mich nach oben, um mich an der Laterne endlich dehnen zu können. Verdammt, war es das jetzt? Fühlte sich richtig verhärtet an. Ich sehe Markus an mir vorbei laufen, den ich vorher überholt hatte. Ich fange an zu gehen, um das Bein wieder zu lockern. Jetzt wo der Puls unten war noch ein Gel hinterher, um etwas von dem Natrium darin zu profitieren. Nach 20m versuche ich wieder loszulaufen und es geht. Zum Glück kommt der Krampf erst mal nicht wieder – ich bin aber vorgewarnt. Die erste Hälfte ist geschafft, aber somit ist auch noch die Hälfte zu laufen. Am Zielkanal wieder vorbei sehe ich meine Freundin dann auch am Rand, bevor es vor dem Rheinpark noch mal Verpflegung vom ASV gibt. Ich nehme mir etwas Zeit und verpflege mich gehend mit Cola und Wasser, um dann auch wieder gut loszulaufen. Wendepunkt und wieder zurück, wobei ich in der ersten Runde mitbekommen habe, dass es am ASV Stand auch Salz gibt. Laut rufend laufe ich in den Stand rein und bekomme dann auch ein Salztütchen. Ich nehme mir noch zwei Becher Wasser und gehe ein paar Meter. Jetzt wieder über die Hohenzollernbrücke, wobei ich wieder recht konstant, aber nicht wirklich schnell laufe. Auf dem Weg zur Zoobrücke realisiere ich, dass ich die 5h knacken kann, es aber verdammt eng wird. Nur kein Krampf mehr. Pausen sind ab jetzt vorbei, es zählt das Durchlaufen, was immer härter wird. Noch Cola für die letzten Meter, was mich bisher gut über die Laufstrecke brachte und kurz vor der Deutzer Brücke ein paar Grüße an den Verpflegungsstand von Carglass. Die Wendeltreppe hoch und… …kein Krampf – yeah, oben wieder in den Lauf kommen und jetzt nur noch ins Ziel. Die Zeit tickt erbarmungslos, aber es sind noch 4min Zeit. Ich muss zum Glück nicht sprinten, hätte ich aber auch nicht mehr gekonnt. Nur kein Krampf mehr. Ich biege zum LVR ein und laufe durchs Ziel. Ohne Siegesposen trudel ich ins Ziel und will nur noch sitzen.

Mit 4:59h habe ich es geschafft. Alle Trainingseinheiten haben sich gelohnt, das Rennen war super, es war der perfekte Tag. Meine Hoffnung mich von Wiesbaden noch mal 30min zu steigern klang fast unmöglich, aber ich habe feste dran geglaubt. Das es am Ende so knapp werden würde, hätte ich nicht gedacht, aber hat mir auch die Motivation gegeben, noch mal so zu beißen.

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Ich danke den Helfern an der Strecke, die einen einfach super supported haben. Ich danke allen Zuschauern, ohne die es sich bedeutend härter angefühlt hätte und die überall verteilt auf der Strecke waren. Ich danke meinem Trainer, der mich auf das Ziel so gut vorbereitet hat und ohne den es dieses Jahr wieder nicht geklappt hätte. Ein zugeschnittener Trainingsplan und das schlechte Gewissen, haben mich auch im Training schon an meine Grenzen gebracht. Grenzen ohne Verletzung, die mich im eigenen Training in den Vorjahren immer wieder aus der Spur geworfen haben.

Die Saison ist vorbei und das ist auch gut so. Das Jahr kann ich auf jeden Fall glücklich beenden.

 

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11 Aug 2014

Ironman 70.3 Wiesbaden

Geschrieben von um 19:58 Uhr

Foto 1Es ist vollbracht, ich bin stolzer Finisher des Wiesbadener Ironman 70.3. Aber erst mal zurück zum Anfang. In der Saisonplanung ist die Halbdistanz in den letzten Jahren immer mein Highlight gewesen. So auch dieses Jahr. Oft hat man aber nur diesen einen Tag und der muss perfekt laufen, sonst war das ganze Training umsonst, was wirklich ärgerlich ist. Die Kölner Halbdistanz für 2014 hatte ich bereits im letzten Jahr gemeldet, also musste eine weitere Halbdistanz hinzu. Im Juni hatte ich die Wahl zwischen den 3 Wettkämpfen der Landesliga oder einer Halbdistanz. Ich entschied mich für die Landesliga und suchte somit eine Halbdistanz im Spätsommer. Das stellte sich gar nicht als so einfach heraus und eigentlich war da nur Wiesbaden, wenn man nicht allzu weit reisen wollte. Zudem wollte ich mal ein Ironman Rennen mitmachen.

Dabei muss man wissen, dass Ironman ein Triathlon-Veranstalter ist und sich der Name nur für die Langdistanz eingeprägt hat. Ich habe aber nur die halbe Distanz gemacht. Klingt nach halben Sachen, ist aber auch schon ausreichend, wenn man sich die Dimensionen vorstellt. Die 1,9km Schwimmen entsprechen 76 Bahnen im Schwimmbad. Danach folgen 90 Kilometer Rad, also von Köln nach Aachen (70km) + 20km, um die 90km voll zu machen. Am Ende folgt ein Halbmarathon also von Aachen nach Alsdorf Ofden und wieder zurück. Das muss ich mir selber immer ab und zu wieder vor Augen führen, um das Geleistete in Relation zu setzen. Wie macht man das überhaupt? Durch sehr viel Training über mehrere Monate.

Dank meinem Trainer fühlte ich mich gut vorbereitet und hatte vor der Gesamtstrecke keine Angst, aber Respekt. Wiesbaden gilt als eine der härtesten Ironman 70.3 Strecken, vor allem aufgrund des Radstrecke, aber was viele nicht wissen, auch wegen der Laufstrecke.

Die Anreise erfolgte bereits am Vortag. Erst die Start-Unterlagen in Wiesbaden besorgen. Dann alles vorbereiten. Etliche Aufkleber mussten auf Helm, Rad und Beuteln verteilt werden. Drei verschiedene Beutel für die beiden Wechsel Schwimmen/Rad, Rad/Laufen und für hinterher wollten gefüllt werden. Dann folgte um 15 Uhr die fast einstündige Wettkampfbesprechung. Das habe ich so noch nie erlebt, hat aber alle Fragen beantwortet und auf wichtige Punkte hingewiesen. Danach ging es mit fertig gepackten Taschen und dem Rad in den Shuttle-Bus zur 30min entfernten Wechselzone 1. Radplatz gefunden, allerdings Schuhe und Helm im Beutel gelassen, da es nachts regnen sollte. Aufgrund des starken Windes waren Überhüllen verboten und die Schuhe wären nass gewesen. Beutel abgegeben, Zeitmess-Chip erhalten und mit dem Shuttle zurück nach Wiesbaden. Dort dann ins Restaurant und die kohlenhydrat-reiche Nudelportion bestellt. Ansonsten habe ich die Woche wenig Magie bzgl. des Essens betrieben – einfach gesund in Maßen ernährt. Mein Hotel war nicht in Wiesbaden, da ich mit meiner Buchung spät dran war und die verbliebenen Hotels entweder extrem teuer oder schlecht (laut) bewertet waren. Also nach dem Essen ab ins Hotel mit der Warnung, dass ich sehr früh Abreise. Gar nicht so einfach und so hatte ich zum Glück das Bargeld passend, um mich nicht morgens damit herumschlagen zu müssen. Im Zimmer dann die Trinkflaschen gefüllt, die Kleidung bereit gelegt und mich um 21 Uhr ins Bett gelegt.

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Um 4 Uhr klingelte der Wecker. Ich fühlte mich fit und so frühstückte ich auf dem Zimmer das Toast mit Honig. Noch ein paar Brote für später, ab in die Dusche und um 5 Uhr saß ich im Auto auf dem Weg nach Wiesbaden. Um die Uhrzeit war es zum Glück einfach einen Parkplatz zu finden. Leider sind die Parkplätze in Wiesbaden nicht einheitlich und so muss an manchen Stellen auch sonntags ein Parkschein angebracht werden (am Parkplatz vom Vortag nicht). Also noch mal umparken. Rad aus dem Kofferraum, Wechselbeutel Nummer drei dabei und ab zum Shuttle Bus. Ausgestiegen ging es noch 300m zum Wechselplatz auf dem in der Ferne Musik und Bässe wummerten – wie der Gang in die Arena – Gänsehautgefühl. Auf dem Wechselplatz angekommen die Trinkflaschen und den Garmin ans Rad. Das angekündigte Gewitter für den Tag war nur Regen, der um 5 Uhr durch war und es sollte bis zum späten Nachmittag trocken bleiben. Also den Wechselbeutel wieder geholt. Schuhe direkt ans Rad, Startnummer und Helm auf dem Rad abgelegt. Es durfte nichts am Boden liegen, was ungewohnt ist. Später hätte ich mir mein Handtuch am Boden gewünscht. Alles fertig und noch ausreichend Zeit. Ab zu den Dixie-Klos, die in ausreichender Menge vorhanden waren.

Die Zeit tickt, also Babyöl an Beine, Arme und den Nacken und ab in den Neoprenanzug. Der See ist ein Baggersee und hatte gefühlt sehr sauberes Wasser. Allerdings war das Wasser nicht klar (Sand o.ä.) und so war die Sicht gleich null. Egal, kann eh nicht gut hinter Beinen schwimmen. Am Start weit zur Seite gegangen, um notfalls nach außen ausweichen zu können und außerhalb der Schlägereien mein Schwimmen hinter mich zu bringen. Es gab mehrere Startgruppen und so waren ich mit ~200 Triathleten am Start. 3min, 2min, 1min Startschuss. Ich komme gut in den Rhythmus und kann frei schwimmen. Um die erste Boye herum wird es nochmal voller, aber auch unkritisch. Dann folgt ein kurzer Landgang – das hatte ich noch nie und ist unglaublich anstrengend. Ich merke, wie stark ich atme und werfe mich wieder in die Fluten. Es folgt die etwas längere Strecke zurück. Dabei schwimme ich mittlerweile komplett frei, konnte aber beim Landgang sehen, dass ich irgendwo im Mittelfeld liege. Es folgt ein Zickzackschwimmer, der erst von links kommen voll in mich reinschwimmt. Ich kreuze ihn mit geradem Blick auf die nächste Boye. Wenige Minuten der gleiche Spaß von der anderen Seite. Warum nur? Egal, weiter geht’s in gutem Rhtythmus. Ich fühle mich wohl und sehe das Ziel rechts liegen. Weit ans Ufer ran und schon werde ich von Helfern hochgezogen. Der Ausstieg ist mit Sand präpariert. Der allerdings so tief ist, dass man ganz schön kämpfen muss vorwärts zu kommen. Oben den Beutel finden, ins Zelt und runter mit dem Neo. Meine Füße sind voller Sand und ich wünsche mir ein Handtuch, habe ich aber nicht dabei. Beutel auf den Haufen und beim Laufen zum Rad merke ich, wie gut es heute läuft. Am Rad geht es fix. Helm auf, ins Startnummernband gestiegen und schon geht’s zum Radaufstieg.

Die ersten Tritte fühlen sich gut an. Bei den Ligastarts habe ich die Taktik verfolgt niemanden vorbei zu lassen. Als mittelmäßiger Schwimmer und guter Radfahrer hat mich das motiviert. Heute war ich bei dem Feld vorsichtiger, was auch gut so war. Der Kurs ging erst recht kurvenreich und flach durch mehrere kleine Orte. Manche schrieben im Vorfeld, dass der Asphalt so schlecht wäre (Schlaglöcher, …), was ich an keiner Stelle im Rennen so bestätigen konnte. Ich überholte ganz gut und wurde nur selten selber überholt, dann aber so schnell, dass ich auch keine Lust hatte dem Tempo zu folgen. Die Kräfte wollten auf der Radstecke eingeteilt werden. Dann wurde es welliger und die ersten starken Anstiege trieben mich bis runter in den ersten Gang. Ich war mit dem Triathlonrad unterwegs, was von der Übersetzung nicht so weit runter geht, wie mein Rennrad. Das merkte ich an den folgenden Anstiegen auch kräftig. Ich fahre gerne mit einer hohen Trittfrequenz die Berge hoch. Die Steigungen waren aber so steil, dass ich gut kämpfte und gerne noch 2-3 Stufen runtergeschaltet hätte. Ich kann nur jedem raten, der in Wiesbaden starten will, seine Übersetzung zu prüfen und eventuell noch mal neue Ritzel zu besorgen. Dann kam sie, die Platte. Am Vortag bereits mit dem Auto gefahren, wusste ich in etwa was mich erwartet. Ein 5km Anstieg aus Wiesbaden heraus. Ein hartes Ding, aber ich hatte mein Tempo gefunden und konnte gut überholen. Manche schrieben, dass es in Wiesbaden nur bergauf geht. Das kann ich bestätigen. Es gibt nach dem Anfang einfach keine Rollerstücke mehr, bei denen man flach fahren kann. Es geht entweder steil berg runter oder bergauf. Die Abfahrten sind zum Teil genial. Auf perfektem Asphalt vollständig gerade oder mit leichten Kurven ging es bei mir mit bis zu 80km/h auf dem Auflieger die Berge runter. Es gibt 2-3 kritischere Abfahrten und eine S-Kurve. Dann kommt man durch einen Ort, biegt ab und hat die nächste Steigung wieder vor sich. Bei Kilometer 70 merke ich dann beide Oberschenkel mit einer leichten Krampfneigung. Vermutlich durch den hohen Druck auf dem Pedal durch die fehlenden Gänge, geht es zum Glück weg. Noch einmal die Platte von der anderen Seite rauf, was wesentlich unkritischer ist und dann nur noch runter nach Wiesbaden. Der Asphalt in Wiesbaden ist unebener, aber die Kurven gut ausgeschrieben. Ich habe zwar nicht den erhofften Schnitt gefahren, bin aber unter 3h geblieben und wusste, dass ich mein Tempo getroffen habe ohne zu überziehen. Raus aus den Schuhen und die letzten Meter noch mal mit dem Tempo in die zweite Wechselzone. Ich fühle mich weiter gut und die Suche nach dem Beutel wird von den Helfern super unterstützt. Helm aus, rein in die Socken und Laufschuhe und los geht es auf die Laufstrecke.
Die ersten Meter sind locker und ich bin gespannt, wie der Halbmarathon klappt. Nach einer kurzen Schleife ist man im Kurpark und es geht die ersten Kilometer immer leicht nach oben. Zum Glück geht es im zweiten Teil der Runde entsprechend bergab, um am Ende noch einen kleinen Hügel vor der zweiten Getränkeausgabe nach oben zu gehen. Leider ist es schwierig seine Pace zu bestimmen, ich bin aber in der ersten Runde gefühlt ganz gut unterwegs. Ich merke aber auch, dass ich von vielen anderen überholt werde, also ein Gegensatz zum Radfahren. Dies kannte ich aber schon von den Ligawettkämpfen. Ich habe es dieses Jahr bisher nicht geschafft, mein Lauftempo wesentlich zu verbessern. Die Getränkestationen sind gut und nach einem Gel zu Beginn schwenke ich auf Wasser und Cola. Es ist nicht sonderlich warm, weswegen die Flüssigkeitszufuhr einfach ist. Mit der Zeit füllt sich die Laufstrecke, da vier Runden zu laufen sind und immer mehr Athleten vom Rad auf die Laufstrecke gewechselt sind. Es ist aber immer genügend Platz, außer an den Verpflegungsstationen wird es enger. In der zweiten Runde merke ich meinen Körper deutlicher. Das Laufen wird schwerer und ich versuche mich zu fokussieren. Die Gedanken kreisen, ich will aber auf alle Fälle durchlaufen. Das Tempo sinkt auch, allerdings versuche ich mich nicht von der Garmin-Uhr verunsichern zu lassen. Das Körpergefühl zählt und was geht, das geht. Zum Ende der Runde fange ich mich wieder und habe schon mal die Hälfte der Strecke hinter mir. Die dritte Runde läuft in etwa wie die zweite Runde, allerdings merke ich am Ende, dass das Anlaufen nach der Startwende doch arg holprig ist. Das nächste Armband für die Runde geschnappt und da ist sie, die finale Runde. Ein Blick auf die Uhr zeigt beim ersten Teil der Runde eine 6 vor der Pace. Ich will meine Gesamtzeit gar nicht wissen, und schleppe mich die dauernde Steigung hoch. Nach der ersten Verpflegungsstation leicht steiler fühlt es sich wie blei in den Füßen an. Egal laufen, laufen, laufen. Um mich herum wird das Feld auch langsamer, wobei ich einfach mein Tempo laufe und ich für taktische Spiele nicht mehr zu haben bin. Der feste Schotter ist gut zu laufen, aber ich will nur noch ins Ziel. 16km, 17km, 18km, 19km, nur noch 2km – gleich die Verpflegungsstation und dann ab ins Ziel. Ein letzter Mal am Kurplatz vorbei, das vierte Band besorgt und in die Schleife zum Ziel eingebogen. Geschafft, ich bin happy, aber der Lauf hat Kräfte gekostet. Ich werde gefragt, ob alles gut ist – also hat man mir den Kampf wohl angesehen.

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Im Zielbereich stürze ich mich dann auf die Getränke und will nur noch sitzen. Das mache ich auch und komme langsam wieder zu Kräften. Nach 30min fängt es an zu regnen und donnern. Zum Glück für die Athleten auf der Strecke zieht das Gewitter vorbei. Ich mache mich auf den Weg zu meinem Rad und packe meine Sachen zusammen.

Den Halbmarathon habe ich in ~1:50 gelaufen. Hat sich schlimmer angefühlt, allerdings ist in Bezug auf die Platzierung damit kein Blumentopf zu gewinnen. Das Feld vor mir läuft 10-20min schneller, aber das war heute nicht drin. Mit dem Tag bin ich aber insgesamt sehr zufrieden. In keiner Disziplin überpaced, Schwimmen war super, Rad hat gut geklappt und beim Lauf bin ich stolz durchgelaufen zu sein, auch wenn es härter wurde. Alle Wechsel waren gut und auch die Ernährung hat gut geklappt. Eigentlich wollte ich meine Powerriegel essen, war aber froh Gels dabei zu haben und auch noch unterwegs welche zu bekommen. Mein Apfelsaft/Wasser/Salz-Mix hat sich während der Trainings bewährt und war in der Aeroflasche dabei. Ich weiß jetzt, wie ich Köln gestalte, auch wenn mir die frühe Uhrzeit des Starts in Wiesbaden entgegen kam.

Den Veranstalter Ironman merkt man an vielen Stellen. Sehr gut organisiert, viele Details, viele Standards. 30 Seiten PDF-Info im Vorfeld, ein gut gemachtes Magazin zum Wettkampf, die Startbesprechung, … Braucht man das alles? Es ist auch eine Kostenfrage, denn der Wettkampf ist doppelt so teuer wie meine Köln-Anmeldung auf der gleichen Distanz. Preis-/Leistung würde ich somit als befriedigend bezeichnen. Das Wochenende hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Jetzt einen Tag nach dem Wettkampf geht es mir auch gut. Ein paar Scheuerstellen, normalen Muskelkater und der Nacken sind zum Glück alles, was sich heute bemerkbar macht. Ich freue mich auf die Regenerationswoche und bin umso gespannter auf die Halbdistanz in Köln in wenigen Wochen.

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21 Jul 2014

Radmarathon Condor-Flug TSV Immendorf

Geschrieben von um 20:20 Uhr

Am Anfang der Saison steht die Saisonplanung. Schon letztes Jahr war mein Ziel endlich wieder an einem Radmarathon teilzunehmen. Leider klappte es nicht und so stand das Ziel dieses Jahr wieder auf meinem Plan. Da der Plan dieses Jahr mit Trainer wesentlich strukturierter ist, klappte es am Sonntag mit dem Radmarathon.

Aber erstmal: was ist so ein Radmarathon und wie ist er mit einem Laufmarathon vergleichbar? Die Gemeinsamkeit: Er ist lang – bei einer Streckenlänge von 200km+ ist man damit auch wesentlich länger als bei einem Laufmarathon unterwegs. Aber er ist meist an eine RTF (Radtourenfahrt) angegliedert und somit gibt es z.B. weder Zeitnahme noch Sieger. Es gibt auch Pausen, die sogar mit warmen Essen und Nachtisch vieles mit sich bringen, was das Herz begehrt. Der Wettkampfcharakter ist also nicht gegeben, allerdings ist die Dauer des Sports wesentlich länger. Meinen ersten und bis dahin einzigen Radmarathon bin ich 2010 mit einem 25er Schnitt gefahren. Somit sitzt man bei 200km 8h im Sattel. Ohne Pausen, ohne Anreise – nur pedalieren.

Beim Radmarathon 2010 bin ich bei Kilometer 170 in einen Hungerast gefahren, weil ich zuvor Magenprobleme hatte und die Verpflegung einfach nicht mehr runterbekommen habe. Das sind Erfahrungen die man hoffentlich nur einmal im Leben macht, aber die den Erfahrungsschatz eines Sportlers definitiv erhöhen. Man kennt die Vorzeichen und weiß, wie man solche Situationen im Vorfeld vermeidet. Das Gefühl bald kraftlos mit dem Rad umzukippen, um dann an der nächsten Verpflegungsstation mit Powerbar-Riegeln und 30min Pause doch wieder richtig Kraft zu haben. Die Powerbar-Riegel hielten auch genau 25km, weswegen ich auf den letzten 5km die 100m auf meinem Tacho runterzählte und hoffte den Zielort sitzend auf dem Rad zu erreichen. Im Ziel verbrachte ich noch eine Stunde auf einer Bank, um geordnet nach hause fahren zu können. Dieses Erlebnis hat mich 2010  noch 2 Wochen danach begleitet. Läufe mit wesentlich erhöhtem  Puls und eine ingesamte Kraftlosigkeit haben mir großen Respekt eingeflößt und schlussendlich auch dafür gesorgt, dass ich trotz viel Training erst 4 Jahre später den nächstne Anlauf gewagt habe.

Die Woche vor dem Radmarathon ist vor allem mit einem Blick auf die Wetter-App geprägt. Bitte nur kein Dauerregen, keine Gewitter. Leider sagte die Wettervorhersage zu Beginn der Woche ein Gewitter für den Sonntag vorraus. So lange hin, das ändert sich ja eh noch – war da mein Gedanke. Leider änderte sich das Bild über die gesamte Woche nicht. Extreme Hitze an den Vortagen und ein Gewitter am Sonntag. Neben dem Wetter ist das Material der zweite Punkt. Am Wochenende zuvor habe ich in den Niederlanden am Meer zwei Radtouren unternommen, bei dem die Tour am Sonntag Regen mit sich brachte und mit einem schleichenden Plattfuss für einen vorzeitigen Abbruch der Tour sorgte. Also stand eine Säuberung vom Sand und eine genaue Prüfung des Hinterrads auf dem Plan. Der Plattfuss lag wohl am Ventil, aber zur Sicherheit wechselte ich den Schlauch und checkte den Reifen auf eventuelle eingeschlossene Glassplitter. 7,5 Bar drauf, Bremsflächen reinigen und Bremsklötze säubern – fertig. Vorne auch noch mal der Check, Luft drauf, Bremsflächen reinigen und rein. Mit WD40 noch mal an alle beweglichen Teile außer Kette, die mit Kettenwachs noch mal auf Hochglanz und leisen Lauf getunt wurde. Zufrieden packte ich das Rad ins Auto, denn die 200km und 6 Uhr Start reichten aus. Da brauchte ich die 20km Anfahrt nicht noch zusätzlich (auch wenn ich das normalerweise schon vermeide).

Um 5 Uhr klingelte der Wetter und der Blick aus dem Fenster zeigte: REGEN. Regen? Was zum Teufel? Die Wetter-App sagte immer noch einen Niederschlag von 0,0mm für den Vormittag an. Der Regenradar zeigte aber ein schönes Regenband, welches sich wohl über die nächsten 1-2h über Köln bewegte. Würde wohl wieder trocken werden, aber Schade um die intensive Radpflege am Vorabend – zwar nötig, aber auch schnell wieder dahin. Rein in die Radklamotten – achja, was zieht man bei so einer Tour an?
Ich setze auf wenige Teile, die ich intensiv gefahren habe. Mavic-Hose mit normalem Polster (behandelt mit Assos-Creme), ein normales Trikot und bei dem warmen Wetter kein Unterhemd. In den Taschen finden später 2 Powerbar-Riegel (sicher ist sicher), ein wasserdichter Beutel für Geld, Geldkarte, Bahnkarte und Stempelkarte sowie mein Schlüssel wieder. Mit Regen und Gewitterwarnung am Nachmittag kommt das Handy heute nicht mit. Regenklamotten braucht man bei der Wärme nicht. Nass ist nass und mit Regenklamotten ist man unten drunter nicht weniger nass. Die Sonnencreme ließ ich weg, da die freien Stellen von etlichen Kilometern dieses Jahr braungebrannt sind. Im Gegensatz dazu trage ich seit dem Frühjahr „permanent“ Radsachen in hell darunter.

Ich steige ins Auto und komme bei leichtem Regen am Startort an. Von den Helfern vor Ort auf die Parkwiese eingewiesen, zeigt sich, dass Radfahrer ein besonderes Volk sind. Wer würde sonntags um 6 Uhr am Sonntag morgen bei Regen draußen sein? Schaaren von Radfahrern natürlich. Die wohl kleinste Qual des Tages. Radschuhe an, Helm auf und ab an die Anmeldung. Neuerdings mit QR Code zieht die Moderne auch in den Sporthallen der RTFs ein. Für den Radmarathon gab es ein gelbes VIP-Band für die gute Verpflegung unterwegs. Mit dem Spruch „das Regengebiet zieht wieder ab“, rolle ich zum Start, um mir den ersten Stempel zu holen.

Die ersten Meter rolle ich alleine und versuche in den Tag zu kommen. Ich überhole die ersten Radler, ohne aufs Tempo zu drücken, will aber bei regennasser Straße auch keinen Windschatten suchen. Ich lasse es gemütlich angehen, es sind ja noch ein paar Kilometer zu fahren. Auf dem Garmin Tacho ist die Stecke eingespeichert, um unterwegs nicht zu viel Zeit mit der Suche nach Fahrtmarkierungen zu verlieren. Allerdings ist alles super ausgeschildert. Nach 15km glaube ich meinen Augen nicht. Wen sehe ich da, die Truppe an Radlern, mit denen ich 2 Monate zuvor schon eine RTF in Bonn zusammen gefahren bin. Wir hatten uns dort mit ähnlichem Tempo auf der Strecke kennen gelernt und die RTF gemeinsam bis zum Ende gefahren. Leider weiß ich, wie stark sie sind und wundere mich, warum sie so gemütlich unterwegs sind. Ich versuche nicht an der Gruppe vorbei zu ziehen, sondern hänge mich quatschend rein. Auf den folgenden Kilometern kam es dann, wie es kommen sollte. Das Tempo zog an (nein, ich war zu dem Zeitpunkt hinten in der Gruppe) und es wurde sportlicher. Dabei wollte ich es doch ruhig angehen lassen. Der Windschatten hielt mich noch im normalen Bereich. Aber nur im Windschatten lutschen? Wir überholten etliche Radfahrer, die noch früher gestartet waren. Da brach das Rennen aus und die Truppe zog das Tempo an. Um nicht zu überpacen ließ ich sie ziehen. Ein anderer Radfahrer der auch aus der Gruppe geflogen war setzte sich in meinen Windschatten und so ging es weiter bis zur ersten Verpflegungsstation, wo ich wieder auf die Gruppe stieß. Gut Essen und Trinken war die Devise, um nicht wieder in einen Hungerast zu fahren. Als ich losfuhr war die Gruppe schon wieder weg, aber ich sah sie in der Nähe. Mit frischen Beinen von der Pause fuhr ich wieder in die Gruppe rein, was bei dem danach folgenden Gegenwind auch eine gute Idee war. Trotzdem war das Tempo in Windschatten Oberkante. Erst mal keine Chance sich nach vorne zu setzen, ohne in den roten Bereich zu fahren. Würden sie das Tempo weiter verschärfen, würde ich mir wieder alleine mein eigenes Tempo suchen. Heute war nicht der Tag der guten Beine, aber die Sorge das ich hinten raus abbauen würde blieb unbegründet. Ich konnte das Tempo halten und die Kilometer wurden weniger und weniger.

An den Anstiegen in die Eifel war ich dann mehr in meinem Element und konnte mich wieder lockerer in der Gruppe halten. Bald folgte die nächste Verpflegung, die wieder voll genutzt wurde. Mit vollen Flaschen und gut gestärkt ging es weiter durch die Eifel. Auf wunderschönen und ruhigen Strecken fuhren wir in einem guten Tempo zu viert vor uns hin. Auf einem steilen Kurzanstieg gesellte sich dann noch ein Paar mit Transalp-Trikots dazu, die unser Tempo aufnahmen und mir in den folgenden Anstiegen locker davon fuhren. Die Kilometer rannten herunter und mit einem Lächeln vernahm ich das Bimmeln meiner Uhr, die sich alle 5km mit den Zwischenzeiten meldete. Ich vermutete das die Strecke hinten raus noch zäh werden würde, aber die Verpflegungsstellen waren zwischenzeitlich alle 20-25km gereiht. Die Mittagspause bot dann sogar warmes Essen, wobei mein Magen nichst Warmes wollte und ich mich stattdessen mit Salamibrötchen, Joghurt und Cola stärkte. Auf den nächsten Kilometern bekam ich den zweiten Atem und konnte mich auch mit in die Führungsarbeit im Wind setzen. Meine Kondition fühlte sich gut an und auf dem Rückweg profitierten wir von den zuvor erkletterten Höhenmetern und dem jetzt einsetzenden leichten Rückenwind.

Nach einigen Kilometern vorne im Wind setzte sich der Träger des Transalp-Shirts nach vorne und machte ordentlich Tempo. Mit guten Beinen hängte ich mich direkt wieder in die Spitze einer ca. 20 Mann großen Truppe rein. Leider wurde das Tempo extrem schnell und wir zogen mit 40km/h auf schnurgeraden Straßen unseren Weg. So langsam merkte ich meine Kräfte schwinden und wollte im nächsten Ort weiter nach hinten in der Gruppe gehen. Es folgte aber nur ein Rechtsknick und die nächste Gerade auf der die Spitze das Tempo wieder anzog. Das war es, keine Kraft mehr zum Ranspurten und so zog die Gruppe davon. Mein Tempo war gut, aber nicht so schnell wie die Gruppe. Ich hielt mein Tempo und an einem Hügel fielen zwei Fahrerinnen heraus. Unter anderem die Trägerin des Transalp-Shirts, während vorne das männliche Transalp-Shirt die Gruppe zeriss. Dabei muss man sagen, dass sie bis dahin extrem stark unterwegs war und wir bei Kilometer 170 angekommen waren. Ich nahm sie in den Windschatten, wäre aber auch nicht an die Gruppe rangekommen. An der nächsten Abbiegung bemerkte die Gruppe aber den Verlust und nahm das Tempo raus. Nach einer Sortierung der Gruppe zog sie dann nach vorne und verlor zur Belustigung der Gruppe ein paar sehr deutliche Worte an ihren (vermutlich) Mann. Wieder in der Gruppe zurück beruhigte sich das Tempo leicht, wobei wir weiterhin mit einer größeren Gruppe Richtung Ziel fuhren. Bei den kurzen Beschleunigungen merkte ich die Oberschenkel schon gut, aber auf der Geraden war genügend Kraft da. Kilometer 185 war vorbei und die letzte Verpflegungsstation erreicht. Alle lobten den D-Zug im Transalp-Shirt, der einfach nicht mehr aus der Führung zu denken war. Unglaublich was er nach der Kilometerzahl aufs Pedal brachte und der Rest der Truppe hatte wohl etwas unter dem straffen Anfangstempo gelitten und setzte sich dankbar in den Windschatten. Jetzt noch 20km und wir wären zurück. In einer Ortsdurchfahrt kam dann das jehe Ende eines so tollen Radmarathons. Ein Auto steht in einer Seitenstraße und man denkt: nein, bleib einfach stehen. Diese Sekunde in der ein Autofahrer zögert und dann doch rauszieht. Diese Sekunde in der man hofft, dass er stoppt, weil man mit 40km/h leicht bergab in den Ort fährt. Er fährt und zieht kurz vor der Gruppe rein. Er beschleunigt nicht voll und zwingt die Gruppe vorne zum Bremsen. Alles Hoffen bringt nichts und so sehe jemanden voll auf den Asphalt stürzen. Gerade noch kann ich rechts ausweichen und komme wenige Meter später zum Stehen. Ein Blick zurück lässt Schlimmes befürchten, er liegt immer noch am Boden. Das Rad beseite gestellt befreien wir ihn vom Rad. Zum Glück steht er kurz darauf und ist bis auf Prellungen und Schürfwunden recht unversehrt. Das Rad hat auch böse gelitten und lässt sich erst mal nicht weiter rollen. Während dessen kümmern sich andere um den Autofahrer, der den verursachten Unfall nur langsam begreift und erst durch das wehemente einreden der Freunde langsam versteht, was er da angerichtet hat. Als er beim Verunfallten ankommt fragt er noch, ob sich dieser frisch machen will und ein Eis will. Lassen wir uns noch mal auf der Zunge zergehen: er hat irgendwen auf den Asphalt geschickt und sagt was von einem Eis? Nach meinem Unfall vom Frühjahr, weiß ich, wie lange man Spaß an so einem Mist hat. Nach ein paar Minuten hat sich das Bild zum Glück etwas gebessert. Der Unfallverursacher kümmerte sich gut um den Verunfallten und das Rad konnte wieder fahrbereit gemacht werden. So traten wir dann in sehr gemäßigtem Tempo die letzten Kilometer an.

Im Ziel gibt es dann das wohlverdiente Erdinger Alkoholfrei für alle. Ein toller Radmarathon ist geschafft, ich um eine lange Erfahrung reicher. Ein großer Dank geht Condor Flug TSV Immendorf, die diesen tollen Radmarathon organisiert haben, an dem es an nichts fehlte. Wieder mit der Truppe unterwegs zu sein, war wirklich toll und ließ die Kilometer in der Mittagshitze zerfließen. Dank auch an meine Garmin-Geräte Edge 800 und Forerunner 620, die beide die volle Tour aufzeichneten: http://connect.garmin.com/modern/activity/545606955

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12 Sep 2013

Radreise – Reiserad – Planung

Geschrieben von um 21:09 Uhr

Schon im letzten Jahr bekam ich Lust, mit dem Rad mehrtätige Touren zu fahren. Nach einigen Trainingslagern, bei denen man sternförmig die Gegend erkundet, hat das Reisen mit eigenem Gepäck für mich einen besonderen Reiz. Man erkundet größere Gebiete und kann somit mit dem Rad reisen.

Aller Anfang ist schwer. Mein Carbonrenner eignet sich nicht ideal dafür, wenn auch Gepäckträgersysteme dafür existieren. Ob ich das meinem Renner zumuten will, ist aber auch eine andere Sache, auf die ich später noch einmal eingehen will. Ein Rucksack ist die andere Alternative, die aber schon auf kurzen Fahrten zur Arbeit nicht optimal ist.

Mit einem Outdoor Buch zum ultraleichten Reisen nahm die Planung dann Formen an. Da ich Trekkingräder einfach nicht mag, hängt meine Freude eher an Randonneuren. Also reisetaugliche Rennräder. Rennräder machen unglaublich viel Spaß, erfordern aber auch, dass man entsprechende Wege vorfindet. Daraus folgt dann ein Cross-Rennrad, auch Cyclocross genannt. Gemacht für Schlammrennen auf unebenen Untergrund und so leicht, dass man es bei zu großen Hürden einfach schultert und zu Fuß weiter zieht. Zum Rennrad ändert sich die Reifenbreite und das Profil und in folge dessen die Bremse, da diese Reifenbreite nicht mehr durch die Rennradbremsen passt. Eine recht neue Entwicklung in dem Bereich stellen Scheibenbremsen dar, die vermutlich in wenigen Jahren immer öfters an Rennrädern auftauchen werden.

Meine Kriterien waren die folgenden:

  • Cyclocross
  • Scheibenbremse
  • Schutzbleche

Ein recht günstiger Cyclocross stellt das Focus Mares AX 4.0 dar, welches zudem 40% reduziert sehr schnell den „kaufen“ Knopf auslöste. Meine erste Bestellung hatte auch gleich ihre Tücken, denn das Rad ließ drei Wochen auf sich warten (was zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war).

Mit der Radbestellung war der erste Schritt getan. Urlaub hatte ich zuvor schon genommen und noch keinen so rechten Plan für die Woche, außer etwas abzuschalten. Laut meiner Planung wäre das Rad also pünkltich da und ich könnte meine erste Radreise machen. Der Gedanke ließ mich nicht los und so begannen die ersten Planungen. Was muss noch ans Rad dran, wo geht es hin? Ein Cyclocrosser hat den Vorteil, dass man im Gegenteil zum Rennrad auch normale Radwege problemlos wählen kann. Am Rhein sollte es längs gehen, auch nicht die ganze Woche, sondern 4 Tage – zum R(h)einschnuppern und Erfahrungen zu sammeln.
Die geplante Übernachtung in Unterkünften erspart natürlich eine Menge Material, was gekauft und mitgenommen werden will.

Was benötigt man also? Die Strecke wäre auch mit einem guten Radrucksack, in Richtung eines Deuter Transalp oder ähnlichem machbar, allerdings will ich ausprobieren, wie alles klappt und mit einer Ausrüstung starten, die auch mehr Tage überbrücken kann.
Am Rad braucht man erst mal einen Gepäckträger. Hier stellte die Bestellung im Internet dann auch die erste Hürde dar. Ich entschied mich zuerst für den Tubus Vega, einen leichten aber stabilen Gepäckträger, der als recht normal bezeichnet werden kann. Im Vorfeld hatte ich mich dem Namen meines Rades bereits im Internet gestöbert und fertige Reiseräder gefunden. Außerdem sind ja schon Schutzbleche dran, was für Ösen spricht. Auf der Focus Webseite war dazu leider nichts konkretes zu finden und so schaute ich erst mal positiv dem Anbau entgegen. Als das Rad auf sich warten ließ, beschäftigte ich mich erneut mit dem Thema, um auf Detailaufnahmen keine Ösen für die Befestigung an den vermuteten Stellen zu sehen. Kein Problem, gibt es auch Modelle für die zentrale Montage an der hinteren Bremseaufnahme. So langsam merkte ich, dass die Scheibenbremse auch ein Hinderniss darstellen könnte und kaufte zusätzlich zum Tubus Fly noch eine Fußverlängerung für den Schnellspanner. Wie sich später herausstellte, ist der Tubus zwar für eine direkte Montage auf Rennrändern geeignet, aber höhere Schutzbleche und eine mechanische Scheibenbremse stellen unüberwindbare Hindernisse dar. Es gibt Alternativen, aber ich konnte das Rad erst einen Tag vor der Reise in Augenschein nehmen. Von Tubus gibt es noch den Tubus Disco extra für Scheibenbremsen, aber das Stand bei der Verlängerung des Tubus Fly auch dabei. Da es für eine Bestellung im Internet eh zu spät war, machte ich mich auf einen Marathon durch Kölns Fahrradläden. Natürlich mit dem Cyclocrosser, der in der Stadt eine verdammt gute Figur macht. Im letzten Radladen des Tages angekommen, sah ich dann plötzlich mein Rad mit Gepäckträger im Fenster, nachdem ich den Laden schon erfolglos verlassen hatte. Es stellte sich allerdings heraus, dass es sich hierbei um einen Gepäckträger handelt, der normalerweise ans Vorderrad gebaut wird und auch nur 10kg tragen kann. Somit war ich mir zumindest sich eine Möglichkeit zu finden. Allerdings wäre eine Bestellung notwendig, die sämtliche Reisepläne zunichte gemacht hätte. Letzter Versuch war der Globetrotter. Kaum zu glauben, aber da hing er. Aber passt er auch? Kurze Nachfrage und schon holte ich mein Rad von der Straße und fuhr im Aufzug nach oben. Beim Dranhalten zeigte sich dann, dass die Höhe passen müsste. Eine direkte Montage war leider nicht möglich, da für die Streben zu Rad hin noch eine Lösung gefunden werden musste. Jubelnd fuhr ich mit dem Träger in der Hand nach hause. Da der Träger immer noch die Bremse minimal berührte, habe ich ihn nicht zentriert auf das Rad gesetzt, was aber vermutlich keinen großen Unterschied ausmacht. Endlich hing er.

Wasserdichte Taschen sind die direkte Alternative zum Rucksack. Hier kann man es kurz machen, es gibt Ortlieb und Vaude. Ich entschied mich für Ortlieb und machte bei bike-components ein Schnäppchen in meiner Wunschfarbe weiß.

Ein Schloss musste auch noch her. In der Stadt haben sich Zahlenschlösser bewährt, da man nicht immer seinen Schlüssel griffbereit hat oder tief in der Tasche suchen will. Nach den Tests, die gezeigt wurden, war ein Spiralschloss raus aus dem Spiel, da ich das Rad auch tagsüber in der Stadt nutzen will. Ein Abus Faltschloss ist es am Ende geworden. Für die Stadt eine super Wahl, allerdings würde ich je nach Reise ein leichteres Schloss wählen, da es mit fast einem Kilogramm Gewicht ordentlich zum Gesamtgewicht beiträgt.

Die Wettervorhersage wechselte ausgerechnet in der Urlaubswoche und so verpasste ich die Woche mit 30° Sonnenschein und erlebe grauen Himmel mit unbeständigem Wetter. Eine gute Regenhose und Jacke war vorhanden, allerdings nur Winterüberschuhe. Somit kamen noch Helmschutz und Überschuhe in den Warenkorb.

Seit Jahren nutze ich den Garmin Edge 705, allerdings hat er mich jetzt bereits 2x mit zu geringer Akkuleistung sitzen gelassen. Es gibt keine Lösungen die über einen ganzen Tag reichen, allerdings gibt es Akkupacks, mit denen Handy oder Radcomputer geladen werden können. Beim 705 ist der Radcomputer dann aber aus. Also recht schlecht zum Weiterfahren geeignet. Mancher wird jetzt sagen: wie, keine Karten? Wer schon mal zusammenhängende Radwege gefahren ist, kennt fehlende Hinweise oder Radwege die mitten im Feld enden. Das kostet einfach viel Zeit und meine Tagesziele sind recht sportlich. Dies kostet zwar im Vorfeld etwas Planung, macht mir aber mehr Spaß. Somit bestellte ich mir das Upgrade zum Garmin Edge 800. Nicht die neuste Generation, da die zusätzlichen Features den Preisunterschied nicht rechtfertigen.
Als Backup habe ich noch mein Handy dabei, auf das ich zusätzlich die ADFC App geladen habe, die das Bett+Bike Verzeichnis enthält.

Letztes Teil für das Rad ist die Klingel. Am Rennrad unnötig, nutze ich die Klingel in der Stadt doch sehr häufig. Oft nur als Warnung, falls sich mal wieder jemand ins Auto beugt oder langsam in den Weg taumelt. Die Fahrt ohne Klingel zu den Radgeschäften zeigte mir dies sehr deutlich. Sicherlich keine schlechte Wahl, da ich auch am Wochenende auf den Rheinradwegen unterwegs sein werde und schneller als der Durchschnitt unterwegs bin.

Da der Gepäckträgermarathon am letzten Tag länger dauerte als geplant, konnte ich keine Testfahrt mit dem gesamten Gepäck machen. Das Rad war mit Gepäckträger und Schloss im Gewicht schon etwas angewachsen. Als ich meinen Carbonrenner vom Bügel hob, musste ich lachen, da er sich federleicht anfühlte. Nichts im Vergleich dazu an diesem Morgen. Die beiden Taschen fühlten sich nicht so schwer an, aber die Gesamtkombi die Treppe hochzuwuchten war da doch noch mal ein anderes Gefühl. Auf dem Weg in Richtung Köln HBF fühlte ich mich dann mit neuem Rad und dem Gewicht schon noch etwas unsicher. Wiegetritt bekommt da eine besondere Eigendynamik. Am Vortag hatte ich über MeinFernbug einen Transport nach Freiburg gebucht. Meine erste Fahrt, über die ich vermutlich noch einmal gesondert berichten werde. Besonders ist die Radmitnahme, die über einen stabilen Träger am Heck einen guten Eindruck macht.

In wenigen Stunden werde ich in Freiburg sein und mich dann auf dem Weg nach Breisach machen und den Rheinradweg auf deutscher Seite wählen. Für den Rest des Tagse ist noch eine Etappe über 80 Kilometer geplant, um die reservierte Unterkunft zu erreichen.

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12 Sep 2013

MeinFernbus.de

Geschrieben von um 10:06 Uhr

MeinFernbus.de ist eine der neuen Buslinien, die das Land seit diesem Jahr neben der Bahn verbinden. Mit Köln liegen wir super zentral und sind auch bei den Fernbuslinien gut angebunden. MeinFernbus.de war eine der ersten Linien und die Strecke Köln – Freibug hatte ich mir schon einmal vor längerer Zeit angeschaut, um eventuell in ein Trainingslager im Schwarzwald mit dem Rad zu reisen. Dazu ist es zwar nicht gekommen, aber für meine geplante Radreise war Freiburg eine gute Entfernung.

Die Webseite ist gut aufgebaut und man kann sehr schnell seine gewünschte Route auswählen. Köln – Freiburg ist eine Direktfahrt, was es sehr einfach macht. Eine Person mit Rad kosten 19,50€ + 9€ = 28,50€. Bei der Reservierung gibt man seine Handynr. ein, um bei Verspätungen informiert zu werden. Es folgt eine Bestätigungsseite, die ausgedruckt werden sollte und das Ganze kommt auch noch per Mail. Abfahrt ist am Kölner Bushof, der direkt neben dem HBF liegt. Die Abfahrtsposition wird mit 3 oder 4 angegeben, was ich auch direkt finde und die grünen Busse sind auffällig genug, um notfalls noch schnell auf die andere Seite zu wechseln.

Es herrscht freie Platzwahl, was bei Fahrradmitnahme suboptimal ist, da man somit fast als letzter einsteigt. Erst werden die Koffer verstaut und eine meiner Ortlieb Taschen landet im Gepäckabteil, welches noch viel Platz bietet.
So langsam scheinen sich die Buslinien herumgesprochen zu haben, denn der Bus ist bis auf einen freien Zweier schon belegt. Dank der beiden Busfahrer, kümmert sich einer um mein Rad und der andere kontrolliert die Einsteigenden.
Der Gepäckträger ähnelt von Höhe und Art, einem Träger für die Anhängerkupplung. Allerdings ist er wesentlich massiver und ähnelt nicht dem Modell, welches ich im Internet gefunden habe. Massive Alu-Vierkantstangen kommen links und rechts neben das Rad, welches in Höhe der Kurbel eine ca. 35cm Hohe Polsterung haben, die das Rad schon gut umschließt. Zusätzlich wird das Rad mit Bändern gesichert. Ich bin der einzige Radreisende und der Anbau dauert in etwa 5min. Da der Bus aber bereits 10min vor Abfahrt eintrifft, ist das kein Problem. Alle klippbaren oder losen Teile habe ich zur Sicherheit in die Packtasche gepackt, da das Rad hinten den äußeren Einflüssen ausgeliefert ist. Insgesamt würden vier Räder auf den Fahrradträger passen. Hier lohnt sich dann vermutlich eine sehr frühzeitige Reservierung, da ich nicht weiß, wie oft Räder transportiert werden.

Danch ging es in den Innenraum, der sauber und vom Beinplatz sehr ausreichend dimensioniert ist. Der Bus ist mit WLAN ausgestattet, welches jetzt wischen den Bergen gerae keine Geschwindigkeitsrekorde bricht, aber funktioniert. Die versprochenden Stromanschlüsse gibt es, allerdings sind diese von mir ein paar Sitzreihen entfernt, sodass ich mein Netzteil nicht einstecken kann. Auf den 5,5h ist somit stromsparen angesagt. Beleuchtung runter und WLAN erst mal aus hilft erst mal weiter. Der Bus macht vom Zustand her eine sehr gute Figur und ist drinnen klassischer Reisebus. Man blickt auf die kleinen Fernseher, die aber kein Unterhaltungsprogramm bieten und aus sind und vorne prangt eine Uhr, deren Zeit um mehrere Stunden falsch geht oder eine andere Zeitinformation darstellt.
Kurz nach Abfahrt gibt es eine Begrüßung, die den Ablauf der Fahrt erklärt und gegen 10 Uhr einen Fahrerwechsel und eine Zigarettenpause ankündigt. Es soll kalte Getränke geben, die man vermutlich vorne kaufen kann. Kaffee und Snacks wären heute nicht mit an Bord.

Das Publikum ist gemischt und nach der ersten Stunde auch vollständig ruhig, was vermutlich an der ersten Fahrt des Tages um 8 Uhr ab Köln liegt. Die Luft im Bus ist gut, aber mittlerweile etwas frisch – im T-Shirt wäre es mir zu kalt. Die Fahrt bisher sehr unaufällig, also gut. Nach den kleinen Staus rund um Bonn sind wir jetzt nach der Rush Hour ruhig unterwegs.

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04 Sep 2012

Race Day Cologne

Geschrieben von um 6:47 Uhr

Dieses Jahr war ich schon am Samstag am Fühlinger See, da meine Freundin ihren ersten Triathlon auf der Smart-Distanz absolvierte. Zeit genug also für viele Fotos und für eine gute Einstimmung auf meinen Sonntag.
Wie die letzten beiden Jahre war es wieder die Halbdistanz mit 1,9km Schwimmen, 90km Rad und 21,1km Laufen, die mein Saisonhighlight darstellen sollten. Am Samstag Abend schon alles verstaut und vorbereitet konnte der Sonntag mehr als gemütlich beginnen. Der Start war nämlich erst um 12.30 Uhr, was viel Zeit für diverse Frühstückstätigkeiten ließ.

Der Start ist nur 8km entfernt, also ab mit den Sachen in einen großen Beutel und um 10 Uhr auf den Weg in Richtung Fühlinger See gemacht. Mittlerweile ist bei Wettkämpfen schon Routine eingekehrt, weswegen der Check-In direkt erledigt wurde. Immer noch ewig Zeit übrig, also Laufwege einprägen, an der Trinkflasche nuckeln, die Radschuhe nochmal neu ausrichten, … Mit Gesprächen zwischen Startern, die neben mir ihr Rad aufhingen und den anderen Athleten auf der Halbdistanz verging die Zeit dann schnell. Sonnencreme drauf, Garmin am Rad schon gestartet verließ ich dann die Wechselzone mit den Beuteln, da die zweite Wechselzone in Köln Deutz sein wird.

Die Uhr im Blick klappten alle Vorbereitungen ohne Stress. Die erste Gruppe schwimmt los und wir begeben uns in Richtung Schwimmeinstieg. Noch mal tief durchatmen und bis 5min vor dem Start warten, um nicht unnötig im Wasser paddeln zu müssen. Damit bin ich zwar in der dritten oder vierten Startreihe, aber das wird am heutigen Ergebnis von mir nichts ändern. Es ist mein zweiter Wettkampf überhaupt in der Saison. Keine 10km Wettkämpfe, kein Marathon im Frühjahr und nur ein Sprint-Triathlon in der Liga vor zwei Wochen. So wenig wie seit Jahren nicht mehr. Das Training lief Anfang des Jahres nicht gut, allerdings konnte ich im Sommer noch etwas aufholen. Allerdings weiß ich, dass es insgesamt weniger als in den letzten Jahren ist. Heute geht es ums ankommen und Spaß haben. Dies natürlich so schnell wie möglich, ohne aber zu überpacen. Das schaffe ich beim Schwimmen eh nicht, also lieber eines der Drahtseile suchen, die in 1,7m Tiefe entlang der einzelnen Bahnen verlaufen.

3 – 2 – 1 – und es geht los, anscheinend überraschend für zwei Starter vor mir, denn sie kommen nur langsam los. Egal, das Rennen läuft und ich komme gut ins Schwimmen rein, auch wenn das Mittelfeld gefühlt vor mir ist. Egal, heute mache ich mein Rennen, nicht das eines anderen. Die ersten 250m Schritte sind schnell geschafft. Ich habe vollkommen freie Bahn, da ich etwas weiter außen gestartet bin und will auf den letzten 200m schräg auf die Boje zuschwimmen. Klappt auch und ich biege nach rund einem Kilometer auf den Rückweg ein. Rum um beide Bojen und wieder eine freie Stelle finden, was dann auch schnell klappt. Mein Tempo ist nicht schnell, aber schön konstant. So kommt dann auch die Tribüne näher. Wieder quer rüber zum Ausstieg und eine der helfenden Hände am Ufer greifen. Ich laufe den grünen Teppich lang und schaffe es dann doch den Neo über die Arme runter zu bekommen. Auf den Pflastersteinen des Wechselplatzes merke ich meine Achillessehne. Diese hat mich im Vorfeld bereits mehr als 4 Wochen vom Lauftraining abgehalten und soll heute einfach nur nicht im Weg sein. Raus aus dem Rest des Neos, rein in die Radschuhe, Helm auf, Nummer an, dann noch alles in den Beutel packen und mit dem Rad in Richtung Ausgang.

Da bin ich endlich, auf dem Rad, auf das ich mich am meisten freute. Es ist ein geniales Gefühl mit vollem Tempo in das Zentrum von Köln zu fahren. Aus Richtung Niehl kommend, auf der gesperrten Straße den rein längs, unter der Zoobrücke durch, vorbei am Dom durch den Tunnel, den Heumarkt hochkämpfen und über die Deutzer Brücke zur Wendestelle. 15km sind geschafft, jetzt geht es auf die lange Runde in den Norden. Das Stück zurück am Fühlinger See vorbei. Mein Tempo ist gut. Ich will nicht zu schnell fahren, da ich in den letzten Jahren auf den letzten 15km immer stark eingebrochen bin. Auch eine Ernährungsfrage und so schnappe ich mir jedes Gel, was ich bekommen kann und schnappe etliche Radflaschen mit Wasser und Iso, um den Flüssigkeitshaushalt ausgewogen zu halten. Der Bogen ist geschafft und auf nahezu windstiller Strecke habe ich die Hälfte der Radstrecke hinter mir. Jetzt wieder zurück nach Köln und dann in die letzte kleinere Runde. Bei Kilometer 75 merke ich die nachlassende Kraft, habe aber keinen so großen Einbruch wie in den letzten Jahren. Auf dem Weg zum Niehler Ei packe ich meinen zweiten großen Powerbar Riegel aus und beim Hantieren fällt er mir aus der Hand. Mit einem „Tock“ höre ich ihn noch unter dem Hinterrad. Schade drum, egal dann eben ein Brownie, der allerdings nur mit gut Wasser runter ging. Rund um Niehler Ei und jetzt nur noch zurück nach Köln.
Die Gedanken drehen sich schon um den Wechsel. Die Wechselzone naht, also noch mal was trinken und dann die letzten Meter vor der Wechselzone. Schnell die Schuhe auf und vor der Linie barfuß absteigen. Diesmal muss der feste Platz für das Rad selber gesucht werden und die Reihen sind, sagen wir mal, nicht einfach zu treffen. Egal, nach mehrfachem rufen meiner Startnummer finde ich meinen Platz fürs Rad und meinen Beutel mit den Laufschuhen und Socken. Rein in die Schuhe, Helm aus und los gehts. Bei blendender Sonne merke ich, dass die Sonnenbrille beim Helm geblieben ist. Die ersten Schritte fühlen sich richtig gut und die Magenprobleme vom letzten Triathlon sind nicht da. Also in einen guten Laufschritt verfallen und sein Tempo finden. Ich bin zwar Wochen nicht länger gelaufen, davor aber jede Woche einen Halbmarathon. Von daher bin ich sehr gespannt. Die ersten Kilometer verfliegen und ich bin ruck zuck bei Kilometer 8. Ruck zuck im Sinne von meinem Lauftempo, was nicht super schnell, aber gleichmäßig ist. Wenn das so weitergeht, wäre das ja ein Traum. Aber dann kam der Mann mit dem Hammer doch so langsam, der diesmal meine Oberschenkel in Angriff genommen hatte. Beim Einbiegen in die zweite Runde nahm ich mir die Zeit in Ruhe zu trinken und nahm wieder Tempo auf. Allerdings ging es mit dem Lauftempo jetzt steil bergab. So hangelte ich mich von Verpflegungsstelle zu Verpflegungsstelle. Kilometer 16, 17, Verpflegungsstelle, 18, 19, Verpflegungsstelle. Jetzt noch die Wendeltreppe hoch auf die Deutzer Brücke.

Ich kann es noch gar nicht glauben, ein Ziel was vor 3 Monaten noch so ewig weit entfernt schien ist weniger als einen Kilometer entfernt. Nur noch die Deutzer Brücke runter, links abbiegen, rechts abbiegen, und da ist schon das Ziel. Erschöpft lasse ich mich auf einer Bank auf der Tribüne nieder. Ich bin super happy, da es rund lief. Ich habe mein Tempo überall gefunden und durchgezogen. Mit der Zeit gewinne ich zwar noch nicht mal einen Blumentopf, aber das hier war mein Wettkampf, nicht einer gegen andere. Ich habe Spaß gehabt und den Wettkampf genossen.

Ein ganz besonderer Dank gilt meiner Freundin, die nicht nur mich, sondern auch viele andere Athleten an einer Verpflegungsstelle unterstützte und mich frierend nach hause brachte. Die vielen Helfer haben tolle Arbeit geleitet und uns Athleten diesen Wettkampf erst ermöglicht. Die Organisation war auf ähnlich gutem Niveau, wie im letzten Jahr. Die Kulisse in Köln einfach toll. Der Wettkampf durchgehend fair und ich habe zum Glück weniger Unfälle, als im letzten Jahr auf der Radstrecke gesehen. Ein großer Respekt allen Finishern, vor allem auf der Langdistanz. Immer noch etwas, das nicht in meinen Kopf passt.

Jetzt am Dienstag kann ich mich auch wieder fast normal bewegen. Die Pläne für nächstes Jahr nehmen schon wieder Formen an. Dann mit einer hoffentlich besseren Vorbereitung und einer Zeit unter 5h?

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26 Jun 2011

Voerde Triathlon

Geschrieben von um 18:44 Uhr

Sonntag morgen, der Wecker klingelt um 5:45 Uhr. Zeit für Triathlon. Der Saisonstart der Landesliga Süd in Voerde steht an.
Also ab nach Nippes, wo wir uns mit insgesamt 8 Startern des Vereins treffen. Kurz die Autos aufteilen und ab gehts auf die Autobahn. Mit ausreichend Zeit ausgestattet, werden wir am Eingang überrascht, dass hier schon der Check-In ist. Also noch mal schnell Nummern sortieren und verteilen und nach kleinen Problemen ab durch die Kontrolle.
Unser Startplatz war ausgeschildert und so konnte der Aufbau der Utensilien beginnen. Natürlich darf die Ortsbesichtigung nicht fehlen und so schauen wir uns den Startbereich und den Zielbereich des Schwimmens an. Es ist immer hilfreich sich alles einzuprägen und dann im Wettkampf automatisch abzuspulen. Kurzfristig wurde der Start für das Schwimmen noch einmal geändert, was wir uns dann auch noch angeschaut haben.
Zurück zur Wechselzone und so langsam fertig anziehen. Melkfett auf die Haut und dann rein in den Neoprenanzug. Frisch genug war es noch und so störte die schwarze Gummipelle heute nicht.
Noch der Wettkampfbesprechung gelauscht und dann auch schon ab in den Kanal. Das Wasser war doch noch sehr kühl und die Starter der vorherigen Volksdistanz ohne Neoprenanzug müssen hart gesotten gewesen sein.
Schwimmen zur Startlinie, die über den Kanal gespannt ist und noch 2min auf der Stelle halten. Der Startschuss fällt und es ist erst mal eng. Ich merke, wie ich jemandem beim Kraulen von hinten auf den Kopf schlage und orientiere mich weiter nach rechts. Dort ist natürlich auch erst mal jemand, weswegen ich einen Zug auslassen muss. Ich orientiere mich und schwimme weiter. Da sehe ich, dass das Hauptfeld schon geschlossen in Richtung Boye steuert. Ich komme eigentlich gut ins Schwimmen, aber die Geschwindigkeit reicht nicht aus. Das Hauptfeld zieht davon. Sind ja nur noch 1200m der 1500m denke ich mir mit Unbehagen. Jetzt geht es geradeaus, aber ich merke doch ab und zu ein pendeln nach links. Also immer schön hoch schauen und das Ufer und die Schwimmer vor mir im Blick halten. Der Abstand nimmt zu, aber ich komme weiter. Jetzt auf die Wendeboye zu und den gleichen Weg zurück. Um mich rum ist es sehr ruhig geworden und ich muss aufpassen auch den richtigen Weg zu schwimmen. Wieder die Boye, vorbei an den Schiffen und endlich der Ausstieg. Also los zur Aufholjagd.
Neoprenanzug auf, bis zur Hüfte abstreifen, Badekappe und Brille ab und auf schlechtem Asphalt ab zum Rad. Helm auf, Nummer an und ab geht’s mit dem Rad. Verdammt, Brille hängt noch auf dem Helm und nicht vor meinen Augen. Klappt dann aber auch. Ich trete los und komme nach ein paar Metern besser in die Schuhe als in Bonn. Ich blicke nach vorne und sehe niemanden. Egal, die Ausschilderung passt auf der unbekannten Strecke einigermaßen und das Tempo passt auch. Jetzt muss doch mal jemand in das Blickfeld kommen. Ich hatte das Hauptfeld beim Schwimmen nicht nur verpasst, ich war gefühlte Meilen davon entfernt. Aber was wäre eine Aufholjagd ohne Jagd. Ab in die Pedale und das Tempo schön hoch halten. Da kommen dann auch endlich die ersten Fahrer in mein Blickfeld. Fahrer um Fahrer kämpfe ich mich jetzt durchs Startfeld, um gleichzeitig von schnellen Fahreren aus der 5 oder 10min später gestarteten Masters-Liga überholt zu werden.
Es läuft gut und mit der zweiten Runde gewinne ich noch mal an Fahrt. Auf dem kleinen Kurs mit zwei Wendepunkten sieht man sich relativ häufig und so kann man gut beobachten, wie man sich im Vergleich auf der Runde schlägt. Das Windschattenfahren hält sich rund um meine Position in Grenzen und die häufig kreuzenden Schiris auf Motorrädern tun ihr übriges dazu. Kilometer 20 auf dem Tacho und es sind noch Reserven da. Ab und zu einen Schluck Zitronentee und ein paar Kilometer später noch ein Gel zur Ernährung hinterher. Jetzt keimt die Hoffnung, dass es auf der Laufstrecke heute auch gut gehen könnte. Die letzte Runde bricht an und im Kurvenlabyrinth der flachen Strecke weiß ich jetzt auch in welcher Kurve ich im Auflieger ohne Bremsen ums Eck zirkeln kann. Noch ein paar Plätze gut machen und dann geht es auch schon zurück zur Wechselzone. Also schon mal die Schuhe auf machen und sich barfuß auf die Schuhe stellen. Vorbei am Kanal und da ist auch schon die virtuelle Abstiegslinie, die aber bis auf Offizielle nicht erkennbar war. Natürlich stieg kurz vor mir jemand in aller Ruhe und Breite vom Rad, weswegen ich versucht daran springend vorbei zu kommen, denn meine Schuhe blieben ja an den Pedalen. Gesagt getan und im Laufschritt mit Rad über die Kontrollmatte. Ich komme erneut in die diesmal weniger gefüllte Wechselzone, streife mir nur die Schuhe mit den neuen Yankz-Schnürsenkel über, lasse Helm und Brille zurück und verfalle in den Lauf. Hey, gut gehts denke ich mir und ziehe wenige Meter später am ersten Athleten vorbei. Die Spitze aus dem Verein ist immer noch nicht in Sicht, aber dafür andere Läufer, an denen ich mich langsam nach vorne arbeite. Zwar sind auch ein paar Überholungen von mir dabei, aber das sind dann meist Masters-Starter aus der anderen Liga. Am Kanal angekommen geht es diesen auf einer Mischung von Feldweg und Kiesweg entlang zum etliche Kilometer entfernten Wendepunkt. Diesmal habe ich etwas Elektronik zuhause gelassen und bin nur mit einer Stoppuhr unterwegs. Leider erkenne ich erst recht spät, dass die Kilometerangaben auf den Boden geschrieben sind. Beim Abgleich mit der Laufzeit, bin ich aber gut unterwegs. Ca. 1min/km schneller als in Bonn, was auf die 10km dann auch mal eben 10min sind. Die Wendemarke scheint sich zu nähern und da erblicke ich dann auch die Spitze aus dem Verein. Leider ist die Wendemarke dann doch noch zu weit entfernt. Zwar kann ich mein Tempo weiter beibehalten, aber ich bekomme sie vor dem Ziel nicht mehr zu Gesicht. Dafür gibt es auf den letzten Kilometern noch ein spannendes Duell mit zwei anderen Läufern. Erst überhole ich den erste im roten Trikot, um kurz danach wieder überholt zu werden. Zwar verliere ich ein wenige Meter, aber er läuft auf einen Läufer im schwarzen Trikot auf, wonach ich näher komme und mich an die Gruppe hänge. Leider reicht meine Kraft nicht mehr aus, um vorbei zu ziehen, aber ich kann das Tempo halten. Noch 2000m, noch 1000m. Ich versuche etwas Kraft zu sparen und merke, wie der Läufer im roten Trikot langsam zurück fällt. Eigentlich wollte ich das Tempo noch mal anziehen, um beide Läufer hinter mir zu lassen, aber der Läufer im schwarzen Trikot hört meinen Atem und zieht weiter an. Dranbleiben ist jetzt das Motto, wobei ich schon am Anschlag laufe. Jetzt kommt das Ziel in den Blick und ich verfalle in einen Sprint. Nicht ohne Grund, denn der Starter ist in der gleichen Liga und so hätte ich einen weiteren Punkt sammeln können. Da er auch anzieht komme ich nur auf die gleiche Höhe. Ich ziehe weiter an, aber er hat auch noch genügend Körner für die letzten Meter. Im engen Zielbereich muss ich mich auf den letzten 2m geschlagen geben, um danach mit ihm abzuklatschen.
Spaß hat es gemacht. Bis aufs Schwimmen war es auch richtig gut. Was ich allerdings gegen den riesigen Abstand beim Schwimmen machen kann, weiß ich aber auch nicht so direkt. Im normalen Feld eines Triathlons fällt dies nicht so auf, aber das Leistungsniveau in der Liga ist einfach höher. Einmal im Hauptfeld landen, um dort das Tempo vom Radfahren und Laufen umsetzen, das wäre klasse.

Die Ergebnisse fehlen noch, aber diese werden folgen, sobald sie veröffentlicht sind.

Update:
Die Plätze und Zeiten sind da.
In der Liga Platz 67 mit folgenden Zeiten:

  • Schwimmen 1,5km: 00:33:29min
  • Rad gemessene 35,45km (inkl. Wechsel): 01:02:22min
  • Laufen 10km (inkl. Wechsel): 00:46:50min
  • Gesamt: 02:22:41

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25 Jun 2011

Packliste Triathlon

Geschrieben von um 10:30 Uhr

Morgen ist wieder Triathlon. Zeit, um mal eine vollständige Packliste zu erstellen und mich euch zu teilen.
Ich gliedere die Packliste etwas nach Bereichen, da es mir vor dem Wettkampf hilft, die Sachen in einzelne Taschen zu packen und somit nichts an den Stellen z.B. der Wechselzone zu vergessen.

Zuhause:

  • Einteiler (vor Ort sind Umkleiden meist extra Zeitaufwand)
  • Pulsgurt
  • Knöchelband mit ChampionChip
  • T-Shirt (für vor und nach dem Wettkampf)
  • Jogginganzug (für vor und nach dem Wettkampf)
  • Socken (für vor und nach dem Wettkampf)
  • Joggingschuhe (für vor und nach dem Wettkampf)
  • Uhr (egal, ob Pulsuhr/Stoppuhr, aber geladen)

Wechselzone:

  • Rad (geputzt, geschmiert, im richtigen Gang zum Anfahren, mit richtigem Luftdruck, Vorderrad richtig rum wieder eingebaut, Bremsjustierung wieder geschlossen)
  • Radcomputer (geladen, genullt, an)
  • Radschuhe (bei mir am Rad, geöffnet, bereit zum Einsteigen)
  • Haushaltsgummis (für die Radschuhe am Rad)
  • Gefüllte Radflasche (1-2 Stück)
  • Pumpe, Ersatzschlauch, Reifenheber, Multitool je nach Geschmack
  • Verpflegung Gels, Powerriegel, … verstaut im Rad und eventuell für die Laufstrecke bereitgelegt
  • Helm (mit Prüfzeichen, auf dem Boden nach unten mit offenem Verschluss zur Seite)
  • Brille (bei mir auf den Helm aufgesteckt)
  • Startnummernband (sichere Befestigung überprüfen, geschlossen zum Einsteigen, richtig eingestellt)
  • Sicherheitsnadeln o.ä. für die Startnummer
  • Handtuch (bunt, zum Entfernen von Wasser und Schmutz nach dem Schwimmausstieg und zum Wiederfinden des Rads)
  • Socken (aufgerollt zum einfachen Anziehen)
  • Laufschuhe (offen, bereit zum Anziehen)
  • Laufuhr (falls extra Teil, aber erst während des Laufens anziehen)
  • Kappe
  • Beutel für oben genannte Liste

Schwimmeinstieg:

  • Neoprenanzug (falls zugelassen, vorher über Wassertemperaturen informieren)
  • Bodyglide oder Melkfett (zum Einfachen ausziehen und zum Vermeiden von Scheuerstellen, evtl. Einmalhandschuhe zum Auftragen)
  • Plastikbeutel zum einfacheren Anziehen des Neoprenanzugs
  • Schwimmbrille
  • Badekappe (meist in den Startunterlagen, vorher informieren)
  • Sonnencreme (Einwirkdauer von 30min beachten)
  • Beutel für oben genannte Liste

Vor dem Wettkampf:

  • Etwas zu trinken
  • Verpflegung (Toast mit Butter und Honig, Gel, Powerbar)
  • Uhr

Sonstiges:

  • Startpass (und evtl. Personalausweis)
  • Startnummer (für die Abholung der Unterlagen)
  • Geld (für Nachmeldung oder Verpflegung vor Ort)
  • Handtuch (für nach dem Wettkampf)
  • Shampoo (für nach dem Wettkampf)
  • Unterwäsche (für nach dem Wettkampf)
  • Autoschlüssel
  • Brille
  • Plastiktüten (für nassen Neoprenanzug, für Schuhe bei Regen)
  • Anfahrtsbeschreibung mit Parkplatzausschilderung
  • Startzeiten
  • Wetterbericht
  • Handy mit Nummern von Vereinskollegen
  • Gute Laune, Motivation, Glück, jemand zum Anfeuern
  • Nichts, was man nicht vorher erprobt hat (auch wenn es hier steht und sinnvoll klingt)

Wenn etwas fehlt, bitte in den Kommentaren ergänzen. Dann aktualisiere ich die Liste.

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25 Jun 2011

Bonn Triathlon – schlechte Tage sind verdammt hart

Geschrieben von um 9:42 Uhr

Für mich gibt es ähnlich wie im letzten Jahr zwei Saisonhighlights. Die Halbdistanz Ende der Saison in Köln und den Bonn Triathlon. Letztes Jahr erwischte ich den perfekten Tag und der Triathlon war einfach genial. Was lag also näher dies auch in diesem Jahr zu bestätigen.
Die Vorbereitungen im Frühjahr waren gut und auch meine letzten Zeiten auf 10km sahen verlockend aus. Leider ging es die Woche vor dem Wettkampf nach Indien, wobei dies genau in die Tapering-Phase fällt und eigentlich so noch passend wäre.
Bonn hat etwas besonderes: den Rhein und den Start von der Fähre. Schon am Vortag holte ich meine Startunterlagen ab, um auf der Mini-Triathlon-Messe noch etwas zu shoppen. Bei einem kleinen Sturm hingen wir dann an den Pavillions, damit diese nicht in den Rhein geweht wurden. Nachdem das überstanden war, ging es noch für einen kurzen Bummel nach Bonn hinein.
Der Triathlet sollte Frühaufsteher sein, zumindest klingelte mein Wecker um 5 Uhr am Sonntag. Zeit für die üblichen Rituale. Schon mal einen Großteil der Wettkampfkleidung inkl. Einteiler, Pulsgurt und Championchip anziehen. Der Neoprenanzug bleibt aber noch aus, auch wenn die Temperatur noch nicht wirklich warm war. Kurz nach 5.30 Uhr ging es dann ab zum Auto in dem das Triathlonrad schon positioniert war. Dann ab zum Vereinskollegen und dann in Fahrgemeinschaft ab nach Bonn. Wir waren bei den ersten und somit war parken gar kein Problem.
Beim Einchecken erst Verwirrung, wo denn das Rad abgestellt werden kann, da schon alles voll schien. Wir wurden dann zum zweiten Teil der Fahrradständer unter der Brücke verwiesen und waren dort die ersten, weswegen ich gerade auf mein Rad zulief und richtig Platz zum Umziehen hatte. Perfekt. Wenn nur alles so gut laufen sollte…
Die Zeit verstrich und in Bonn muss man noch den Bus zu den Fähren nehmen, die gleich um die Ecke zu meinem Büro in Niederdollendorf ablegen.
Den ersten Bus knapp verpasst, fanden wir dann alle einen Platz in den folgenden Bussen. Am Zielort dann erst einmal an den Dixies anstellen. Wichtig: So spät wie möglich und so früh wie geht, bevor man die Sachen abgibt. Barfuß im Dixieklo mit Einteiler oder noch schlimmer im Neo will man nun wirklich nicht. Die anderen 200 Personen verteilt auf die 10 Dixies natürlich auch nicht. Es zahlt sich also aus, nicht auf den letzten Drücker alles zu erledigen. So bleibt ausreichend Zeit für alles, ohne in Panik zu verfallen.
Die Zeit tickt und so langsam schäle ich mich in den Neo. Jetzt den Beutel mit Turnschuhen und den anderen Resten füllen und mich in den Startblock vor der Fähre sortieren. Dank meines Alters starte ich im ersten Startblock mit den goldenen Badekappen. Klingt toll, ist im Verlauf des Wettkampfs aber nicht so toll. Mehr dazu später.
Auf der Fähre steigt dann die Spannung an, wobei dieses Jahr noch eine Fahrt von 4km zurückgelegt wird. Im letzten Jahr ging das alles viel zu schnell. Dieses Jahr aber war es ok, sich noch einmal auf die Atmospäre einzustimmen.
Noch 20 Sekunden, die Laderampe fährt herunter und lässt uns in die Fluten des Rheins blicken. Start und ich stehe in 10-15 Reihe und tippel langsam nach vorne. Die erste Person stürzt auf der rutschigen Rampe. Also vorsichtig bis runter tasten und dann einen Sprung nach vorne ins Wasser machen. Neben mir scheinen Personen etwas im Strudel der Fähre zu hängen. Im letzten Jahr waren aufgrund der starken Strömung durch Hochwasser alle schnell weg. Ich komme aber gut vorbei und komme ins Kraulen. Am Anfang unter der ersten Brücke ganz rechts durch. Einige Male checke ich die Richtung, aber ich komme gut aus und bin unter der Brücke durch. Jetzt weiter nach links in die Mitte bis zur Begrenzung war mein Ziel. Trotzdem ich versuche mich weit raustreiben zu lassen, klappt dies nicht ganz und ich bleibe gefühlt sehr weit vom Ufer weg. Trotzdem sehe ich mit Mühe noch Schwimmer links neben mir. Mit Mühe, da ich nach rechts atme und somit der Blick nach links schwierig ist. Im letzten Jahr bin ich oft in einem Knäuel gelandet, und hatte immer Arme, Beine und Körper – neben, vor, hinter oder unter mir. Dieses Jahr läuft alles sehr entspannt und ich konzentriere mich sogar etwas auf die Technik. Schwimmen ist nicht meine Disziplin, aber es läuft gut. Einige Male versuche ich die Richtung zu korriegieren. Aber ich komme weder raus bis zur Mitte, noch schwimme ich zusehr in Richtung Ufer. Andere Schwimmer aus dem Verein berichten später, dass sie etwas näher in Richtung Ufer unterwegs waren und plötzlich mit den Armen Grundberührung hatten.
Am Horizont ist die Kennedybrücke zu sehen. Kurz danach folgt der Ausstieg, also schon mal gut anpeilen. Vorher kommt noch das chinesische Restaurant auf dem Boot, was ein guter Anhaltspunkt ist. Eine Schwimmerin zieht langsam an mir vorbei und ich versuche mich in den Wasserschatten zu hängen. Keine Chance wie zuvor bei anderen Schwimmern auch schon nicht. Klappt heute nicht, egal, das Ziel ist nah. Mittig schwimme ich durch den rechten Brückenbogen. Jetzt noch 2 Stege und dann liege ich fast schon quer im Rhein und schwimme zum Ausstieg. Mit richtig Tempo klappt das gut, aber ich hätte hier keinen weiteren Bogen schwimmen dürfen. Ich stehe zu früh auf und tippel über große Steine. Ich komme kaum vorwärts und verliere kaum das Gleichgewicht, da bekomme ich die erste Helferhand zu packen und gehe zwei Schritte vorwärts. Wieder ein großer Stein und ich kippe nach hinten. Hier fehlte mir eine helfende Hand. Also auf allen Vieren weiter und da kommt die nächste Hand. Jetzt über die stabile Aufführung hoch zum asphaltierten Uferbereich. Den Neoprenanzug vom Oberkörper streifen und den doch längeren Weg zum Fahrrad rennen. Dies war leicht zu finden und ich ziehe Helm, Brille und Startnummer an und strampel dabei den Neoprenanzug ab, der aber an den Knöcheln festhängt. Leider dauerte es etwas länger als gewünscht, aber dann renne ich mit dem Fahrrad zum Ausgang, wo ich mich auf das Rad schwingen will, an dem die Schuhe baumeln. Am Ausgang hat sich aber eine Dreierreihe gebildet, die gemütlich aufs Rad steigt. Ich komme mit einer Bremsung gerade so zwischen den Mitkämpfern durch und schwinge mich aufs Rad. Ich hantiere danach etwas zu lange mit den Radschuhen, bin dann aber unterwegs.
Der erste entschäfte Anstieg klappte im Training sehr gut. Heute irgendwie nicht und so brauche ich schon meinen vollen Einsatz, um mit der geplanten Übersetzung hoch zu fahren. Schon auf den ersten Kilometern werde ich von schnellen Radfahrern links liegen gelassen. Zwar überhole ich auch einige Fahrer, aber hier schlägt sich die Startgruppe bitter nieder. Richtig starke Starter sind mir hier weiter überlegen. Irgendwann hat sich meine Startgruppe sortiert, aber die gestaffelten Starts sorgen dafür, dass ich im weiteren Verlauf meist nur noch überholt werden, ich selber aber wenig Überholungen habe. Das zehrt an der Motivation.
Die ersten Rampen kommen und was bei den Trainingsfahrten locker hoch ging, ist heute ein wahrer Krampf. Am zweiten Anstieg verzweifel ich im kleinsten Gang des Triathlonrads fast. Ich verausgabe mich vollständig, aber davon kommt auf dem Asphalt nicht viel an. Die vielen Höhenmeter im Trainingslager, die Trainingsfahrten auf genau dieser Strecke. Heute ist alles anders. Ich kämpfe um jeden Höhenmeter. Andere auch, aber so langsam wird mir dies egal. Ich kämpfe nur noch mit mir selber und gegen das Gefühl hier gleich am Anstieg absteigen zu müssen, weil heute die Kraft nicht für die Übersetzung reicht. Ja, sie ist höher als auf einem normalen Rennrad, aber heute ist ein verdammter Wettkampf und die Trainingsfahrten waren so vielversprechend.
Ich stelle mich mental auf die letzten Anstiege der Radrunde ein und weiß jetzt bereits, wie viel Zeit ich hier liegen gelassen habe, die ich dieses Jahr gewinnen wollte. Die letzten Anstiege schmerzen mental dann nicht mehr so sehr, da es nur noch um das Hochfahren geht. Das klappt dann auch wieder, aber auch nicht gut. Egal, Qualen überwunden und die letzten Kilometer nur noch bergab in die Wechselzone zum Rhein runter.
Aus den Radschuhen raus, vom Rad runter und dann laufend das Rad auf die Stange gewuchtet. Da ich Sockenläufer bin, kurz auf den Po setzen und Socken und Schuhe anziehen. Mit Uhr und Engeriegel in der Hand renne ich zum Ausgang.
Auf der Laufstrecke schaue ich auf die Uhr und werde auch so gleich von der Spitze in einem ernormen Tempo überholt. Egal jetzt in den Tritt kommen und …
… der Körper scheint in sich zusammen zu fallen. Nichts geht mehr, nicht aus Energiemangel sondern es fühlt sich alles schlecht an. Egal Tempo raus und weiterlaufen. Es fühlt sich plötzlich unglaublich hart an. Ich laufe nur noch mit einer Pace von 5,30min/km, wo ich zu diesem Zeitpunkt 1min/km schneller unterwegs sein wollte. Ich muss mich zwingen weiter im Laufen zu bleiben und sehe plötzlich das 1km Schild. 1km der sich so besch… anfühlt. Gibt es doch gar nicht. Es bleiben 14 weitere Kilometer und zweifel an dem Ausgang des Wettkampfs. Es geht leicht bergab und danach das Stück berghoch. Vielleicht 5 Höhenmeter auf 15 Meter, aber plötzlich fühlen sich meine vorderen Oberschenkel an, als ob sie jeden Moment in einen Krampf verfallen. Mein Tempo sinkt weiter und ich hoffe zumindest laufend bis zur 5km Marke zu kommen. Bei jedem Laufwettkampf wäre ich jetzt ausgestiegen. Mein Tempo fällt vermutlich noch weiter, aber ich traue mich nicht auf die Garmin zu schauen. Vor zwei Wochen bin ich noch 10km in unter 42min gelaufen. Welten entfernt, von dem was heute möglich ist. Bei Kilometer 3 kommt die Verpflegungsstelle und ich greife zu Gel und Wasser, ohne dass die Leistung damit zusammenhängt. Ich bin heute schlapp und kraftlos und nicht ohne Energie. Zumindest bringt einen die Verpflegungsstelle für die nächsten Meter auf bessere Gedanken. Ich laufe noch immer und erreiche wieder den Zielbereich, an dem der Wendepunkt ist. Noch 10 Kilometer. 10 verdammte Kilometer. Es ist verdammt hart und im letzten Jahr bin ich hier mit bester Laune locker eine Pace von 4,30min/km gelaufen. Massen an Läufern ziehen vorbei, aber ich trotte mein Tempo vor mich hin. Nicht stehenbleiben, immer nach vorne, dann könnte ich es bis zur 10 Kilometer-Marke schaffen. Die Gute Nachricht: es wurde nicht schlimmer, es blieb gleich schlimm. Ich kam mit dem Tempo gut zurecht, aber ein Blick auf die Uhr zeigte trotzdem hohe Pulswerte. Wieder Verpflegungsstation bei Kilometer 8, wieder Wasser bei Kilometer 10 und ich laufe noch. Gequält, aber ich laufe. Jetzt nur noch 4km. Ich überhole ein paar Läufer und Läuferinnen, die anfangs langsam an mir vorbei zogen. Zumindest blieb mein Tempo auf die Dauer konstant und wurde teilweise sogar leicht gesteigert. Hier kommt einem zu Gute, wenn man auch mal einen schlechten Tag im Training nutzt und weiß, wie es sich anfühlt, wenn es nicht rund läuft. Noch 3km und so langsam wünsche ich mir das Ziel herbei. Noch 2km und ich merke, wie ich in 200m Abschnitten auf die Laufuhr starre. Ich sehe die Menschenmasse des Zielbereichs, laufe die S-Kurve und werde noch von zwei Läufern überholt. Ganz egal, hier das war nur noch mein Rennen gegen mich. Ich bin im Ziel. Traurig, weil es nicht lief. Normalerweise macht ein Wettkampf Spaß. Auch wenn er hart ist, mache ich es aus Spaß an der Freude. Heute ist da nichts von dem. Erschöpfung. Jetzt einen Platz zu sitzen. Den gibt es aber nicht, also kurz über ein Geländer gebäugt erholen. Dann zum Wasserstand und auf einem ausgelegten Teppich niederlassen.

Zahlen 2011:
– 3,8km Schwimmen: 00:40:48 (Platz 595)
– 60km Rad: 01:57:40 (Platz 390)
– 15km Laufen: 01:20:04 (Platz 608) !!!
– Gesamt: 04:04:24 (Platz 484 von 892)

Zum Vergleich das letzte Jahr (auf andere Strecke, aber die Plätze sagen einiges aus):
– 3,8km Schwimmen: 00:26:58 (Platz 488)
– 60km Rad: 01:49:50 (Platz 326 und da war ich noch nicht so fit auf dem Rad)
– 15km Laufen: 01:14:12 (315) !!!
– Gesamt: 03:38:21 (Platz 311 von 860)

Wie so eine Veranstaltung aussieht, findet ihr z.B. auf folgenden Bildern:

Selbst zwei Wochen später fühlt es sich nicht besser an. Aber der Blick geht jetzt nach vorne und ich freue mich auf den morgigen Wettkampf in Voerde.

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